Gelotologie

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Gelotologie, von griechisch γέλως gélōs "Lachen" ist die Wissenschaft über das Lachen. Gelotologie beschäftigt sich insbesondere mit den Ursachen und Auswirkungen des Lachens. Die Gelotologie versucht herauszufinden:

Was würde die Gelotologie zu diesem Clown sagen?
  • Warum lachen Menschen überhaupt?
  • Was ist der Sinn des Lachens?
  • Wann und in welchen Kontexten lachen Menschen?
  • Welche Wirkungen hat das Lachen auf Gedanken, Emotionen, den Körper?


Die Gelotologie

versucht dann auch, auf Basis ihrer Erkenntnisse therapeutische Anwendungen zu entwickeln. So gibt es die Lachtherapie und die Humortherapie, auf englisch laughter therapy und humour therapy. Derjenige, der Gelotologie betreibt, wird auch als Gelotologe bezeichnet.

Die Ergebnisse der Gelotologie werden gerne im Lachyoga, beim Hasya Yoga, zitiert. Lachyoga bzw. Hasya Yoga ist das spontane, grundlose Lachen. Lachyoga hilft Spannungen abzubauen, die Welt positiver zu sehen, sich mit anderen verbunden zu fühlen, leichter Liebe zu spüren und zu erfahren, neue Energie zu bekommen.

Gelotologie ist die Wissenschaft vom Lachen, die Lachwissenschaft. Gelotologen*innen beschäftigen sich mit der wissenschaftlichen Erforschung des Lachens. Tatsächlich gibt es irgendwo einen Lehrstuhl, der sich mit der Gelotologie damit beschäftigt, und auch Publikationen zur Gelotologie. In der Gelotologie werden zum Beispiel die physiologischen Aspekte des Lachens ergründet.

Was geschieht im Hirn?

Was geschieht im Hirn? Welche Hirnregionen sind aktiv? Was geschieht mit den Hirnwellen? Was passiert mit dem Immunsystem? Wie beeinflusst das Lachen zum Beispiel die Immunzellen im Körper? Wie entwickelt sich der elektrische Hautwiderstand, wenn Menschen lachen oder lächeln? Was passiert mit dem Blutkreislauf und mit dem Blutdruck? Welchen Einfluss hat es auf die Arterien, die Venen, die Erkältungsanfälligkeit et cetera, wenn Menschen viel lachen?

Psyche und Lachen

Die Gelotologie beschäftigt sich auch mit der Psyche und dem Lachen. Wie kann man zum Beispiel psychische Erkrankungen mittels lachen heilen? Es gibt inzwischen einige Hinweise darauf, dass Menschen, die viel lachen, weniger psychische Erkrankungen haben. Lachen ist tatsächlich etwas, was den Menschen mindestens aus depressiven Verstimmungen herausholen kann.

In der Gelotologie werden dann die evolutionsbiologischen Gründe des Lachens thematisiert. Warum lacht der Mensch? Pferde lachen nicht, Hunde lachen nicht. Man nimmt zum Beispiel an, dass Menschen deshalb lachen, weil Menschen in größeren Verbänden zusammenleben und lachen etwas Entwaffnendes hat. Man sagt auch, dass es keine einfachere Weise gibt, jemanden die Zähne zu zeigen als zu lächeln oder zu lachen. Lachen entwaffnet also. Man weiß zum Beispiel, als Europäer mit Schiffen zu Kontinenten gesegelt sind, auf denen sie die Sprache der Einwohner*innen nicht gesprochen haben, wurde ihnen zunächst Ablehnung entgegengebracht. Als die Eingeborenen dann angefangen haben zu lachen, war das Eis gebrochen und dann konnte Tauschhandel geschehen.

Lachen heißt, Spannung, Ängste, Ärger und Aggressivität verschwinden. Lachen heißt: Wir wollen zusammen sein. Die Gelotologie befasst sich auch damit, worüber Menschen lachen. Unterschiedliche Menschen lachen unterschiedlich. Übrigens glauben die meisten Menschen, dass sie mehr Humor haben als andere – so ähnlich wie die meisten Menschen auch denken, dass sie besser Auto fahren können als andere. Die meisten Personen meinen auch, dass sie über eine überdurchschnittliche Intelligenz verfügen.

Jedenfalls gehört Humor zum Selbstverständnis des Menschen hinzu. In Bezug auf Kontaktanzeigen hieß es mal in irgendeiner Studie, dass die meistgewünschte Eigenschaft der Menschen in Partnerschaftsanzeigen Humor ist. Zumindest war dem so als es noch Zeitungen gab. Die Fähigkeit zu lachen ist wichtig.

Noch eine Anmerkung: Es gibt auch den Ausdruck des Lachyogas. Es gab einen Meister des Lachyoga namens Madhana Mohan, der das Lachyoga popularisiert hat. Von Swami Sivananda heißt es, dass er mit seinen engeren Schülern ab und zu mal gelacht hat, insbesondere in den 1930/40er Jahren, als er gemerkt hat, dass die Menschen in Rishikesh sich dort recht ernst verhielten. Der spirituelle Weg ist etwas Ernstes. Doch Swami Sivanada meinte: „Nein, es ist gut zu lachen!“ So hat er herzhaft gelacht. Wir finden diese Tradition des grundlosen Lachens schon recht lange in Indien. Madhana Mohan hat das Lachyoga weiterentwickelt. So gibt es in Indien heutzutage in Parks, Clubs und überall Menschen, die sich treffen, um einfach grundlos zu lachen. Auch bei Yoga Vidya bieten wir Lachyogastunden und Lachyogaseminare an. Wir haben auch eine Lachyogakursleiterausbildungen. Zeitweilen besucht uns auch eine Gastgruppe, die bei uns einen Lachyogakongress organisiert. Dort gibt es dann Menschen, die die neusten Ergebnisse der Gelotologie, der Lachwissenschaft, vorstellen.

Lache, mindestens lächle. Es tut so viel Gutes. Öffne dein Herz, lächle Menschen zu und ergreife die Gelegenheit, mit anderen zu lachen. Erzähle öfters etwas Lustiges. Bringe mehr Freude in das Leben.

Video Gelotologie

Hier findest du einen Videovortrag zum Thema Gelotologie :

Sprecher/Autor/Kamera/Produktion: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Gelotologie Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Gelotologie :


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Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

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