Bheshaja Sukta

Aus Yogawiki

Bheshaja Sukta (Sanskrit: भेषजसूक्तम्, IAST: bheṣajasūktam, n.) – ein vedisches Gebet für einen leidenden Menschen (Rigveda 10.137). Wind und Wasser, Stimme und Hände werden zu Bildern der Zuwendung. Die Hymne gibt der Hoffnung auf Heilung Worte und kann einen Menschen begleiten, der Nähe und konkrete Hilfe braucht.

Zuwendung und praktische Hilfe können ein Gebet für einen leidenden Menschen begleiten.

Bheshaja bedeutet Heilmittel und Heilung. Diese Hymne ruft die Devas an, einen leidenden Menschen aufzurichten. Wind, Wasser, Stimme und Hände werden in das Gebet einbezogen. Für Yoga Vidya spricht sie von liebevoller Zuwendung und vom Vertrauen, dass wir auch in Krankheit vom göttlichen Leben getragen sind.

Herkunft und Verwendung

Rigveda, Shakala-Samhita 10.137.1–7.

Die Worte sind ein religiöses Heilungsgebet. Die begleitenden Praxisanregungen verbinden sie mit Fürsorge; sie behaupten keine garantierte medizinische Wirkung.

Vollständiger Sanskrittext in IAST

oṃ uta devā avahitaṃ devā un nayathā punaḥ |
utāgaś cakruṣaṃ devā devā jīvayathā punaḥ || 1 ||

dvāv imau vātau vāta ā sindhor ā parāvataḥ |
dakṣaṃ te anya ā vātu parānyo vātu yad rapaḥ || 2 ||

ā vāta vāhi bheṣajaṃ vi vāta vāhi yad rapaḥ |
tvaṃ hi viśvabheṣajo devānāṃ dūta īyase || 3 ||

ā tvāgamaṃ śantātibhir atho ariṣṭatātibhiḥ |
dakṣaṃ te bhadram ābhārṣam parā yakṣmaṃ suvāmi te || 4 ||

trāyantām iha devās trāyatām marutāṃ gaṇaḥ |
trāyantāṃ viśvā bhūtāni yathāyam arapā asat || 5 ||

āpa id vā u bheṣajīr āpo amīvacātanīḥ |
āpaḥ sarvasya bheṣajīs tās te kṛṇvantu bheṣajam || 6 ||

hastābhyāṃ daśaśākhābhyāṃ jihvā vācaḥ purogavī |
anāmayitnubhyāṃ tvā tābhyāṃ tvopa spṛśāmasi || 7 ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Vollständige deutsche Übersetzung

Om.

1 Ihr Devas, richtet den Niedergesunkenen wieder auf. Ihr Devas, schenkt ihm neues Leben, auch wenn er sich schuldig gemacht hat. Ihr Devas, lasst ihn wieder leben.

2 Zwei Winde wehen hierher, vom Strom und aus der Ferne. Der eine wehe dir Kraft zu; der andere wehe fort, was dich schädigt.

3 Wind, wehe das Heilmittel herbei. Wind, wehe das Schädliche fort. Du trägst Heilmittel für alles in dir und ziehst als Bote der Devas dahin.

4 Ich bin zu dir gekommen mit Gaben des Friedens und mit Kräften der Unversehrtheit. Ich habe dir gute Lebenskraft gebracht. Ich treibe die zehrende Krankheit von dir fort.

5 Die Devas mögen dich hier beschützen; die Schar der Maruts möge dich beschützen. Alle Wesen mögen dich beschützen, damit du frei von Leiden seist.

6 Die Wasser sind wahrlich heilkräftig; die Wasser vertreiben Krankheit. Die Wasser tragen Heilung für alles in sich. Mögen sie dir Heilung schenken.

7 Mit diesen beiden Händen, die zehn Zweige haben, berühren wir dich. Die Zunge geht dem gesprochenen Wort voran. Mit diesen beiden Händen, die Krankheit fernhalten, berühren wir dich.

Om. Shanti, Shanti, Shanti. Frieden, Frieden, Frieden.

Vollständiger Sanskrittext in Devanagari

ॐ उत देवा अवहितं देवा उन् नयथा पुनः ।
उतागश् चक्रुषं देवा देवा जीवयथा पुनः ॥ १ ॥

द्वाव् इमौ वातौ वात आ सिन्धोर् आ परावतः ।
दक्षं ते अन्य आ वातु परान्यो वातु यद् रपः ॥ २ ॥

आ वात वाहि भेषजं वि वात वाहि यद् रपः ।
त्वं हि विश्वभेषजो देवानां दूत ईयसे ॥ ३ ॥

आ त्वागमं शन्तातिभिर् अथो अरिष्टतातिभिः ।
दक्षं ते भद्रम् आभार्षम् परा यक्ष्मं सुवामि ते ॥ ४ ॥

त्रायन्ताम् इह देवास् त्रायताम् मरुतां गणः ।
त्रायन्तां विश्वा भूतानि यथायम् अरपा असत् ॥ ५ ॥

आप इद् वा उ भेषजीर् आपो अमीवचातनीः ।
आपः सर्वस्य भेषजीस् तास् ते कृण्वन्तु भेषजम् ॥ ६ ॥

हस्ताभ्यां दशशाखाभ्यां जिह्वा वाचः पुरोगवी ।
अनामयित्नुभ्यां त्वा ताभ्यां त्वोप स्पृशामसि ॥ ७ ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

Vertiefende Erläuterungen

Rigveda-Handschrift: Bildbeispiel vedischer Textüberlieferung; ein Beispiel für die handschriftliche Überlieferung.

Die Hymne beginnt mit dem Wunsch, einen Menschen aufzurichten. Auch Schuld schließt ihn von dieser Zuwendung nicht aus. Er soll leben. Diese Haltung können wir in jede Begegnung mit einem leidenden Menschen tragen.

Wind und Wasser werden als Träger göttlicher Hilfe angerufen. Am Ende stehen die Hände und die Stimme. Ein freundliches Wort, aufmerksame Gegenwart und eine behutsame Berührung können Gebet und Fürsorge miteinander verbinden.

Die Heilungsworte sind Ausdruck des Vertrauens. Bei Yoga Vidya begleiten wir sie mit Mitgefühl, praktischer Hilfe und der Achtung vor der notwendigen Behandlung. Sprich das Mantra mit einem offenen Herzen. Schließe den leidenden Menschen in dein Gebet ein und wünsche ihm Kraft, Geborgenheit und Frieden.

Video zur Vertiefung

Vortrag: "Ahimsa, Karma Yoga und Bhakti Yoga" mit Leela Mata

Anregungen für die eigene Praxis

Swami Sivananda mit einer Mala: Rezitation, Sammlung und Hingabe können einander vertiefen.
  1. Schließe einen leidenden Menschen mit seinem Einverständnis in dein Gebet ein.
  2. Sprich die Worte ruhig und in einer Form, die dem Betroffenen wohltut.
  3. Höre zu, statt eine bestimmte innere Erfahrung oder Heilwirkung zu erwarten.
  4. Verbinde dein Gebet mit praktischer Unterstützung und achte erforderliche medizinische Behandlung.
  5. Schließe mit dem Wunsch nach Kraft, Geborgenheit und Frieden, ohne einen bestimmten Krankheitsverlauf zu versprechen.

Video zur begleitenden Praxis und Auslegung

Die 9 Bhakti Praktiken: Wie man Hingabe entwickelt

Abschließende Worte

Manchmal ist das Wort, das am meisten hilft, eine Frage: Was brauchst du jetzt von mir?

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Sukadev Bretz (Hrsg.): Veden – Offenbarungen der Rishis. Hymnen zur Rezitation, Übersetzungen, Erläuterungen. Yoga Vidya Verlag, Bad Meinberg. Abschnitt „Bheshaja Suktam“.
  • Hymnen aus den Veden, Rezitationssammlung, Nr. 63: „Bheṣaja Sūktam“.
  • Rigveda, Shakala-Samhita 10.137.1–7.

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