Agnihotra in der Kupferpyramide – zwei Reisgaben zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang

Aus Yogawiki

Agnihotra in der Kupferpyramide – zwei Reisgaben zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang: Das Agnihotra in der Kupferpyramide ist ein tägliches Feueropfer, mit dem Praktizierende den Tag in Hingabe beginnen und abschließen. In einer kleinen Kupferpyramide brennt ein vorbereitetes Feuer; zum örtlich berechneten Sonnenaufgang beziehungsweise Sonnenuntergang werden genau zwei Reisgaben mit kurzen Mantras dargebracht. Die wiederkehrenden Worte „Dies ist nicht mein“ richten die Aufmerksamkeit auf Loslassen und Hingabe.

Beschrieben wird die heute von der Fivefold-Path-Tradition und dem Homa-Hof Heiligenberg vermittelte Form des Agnihotra. Sie unterscheidet sich in Gefäß, Material und Ablauf vom umfangreichen Shrauta Agnihotra und vom häuslichen Aupasana. Die Praxis ist täglich morgens und abends möglich. Eine Person spricht die Mantras und gibt die beiden Portionen ins Feuer; ein Priesteramt ist in der veröffentlichten Anleitung nicht vorausgesetzt. Ein geeigneter Platz zu Hause oder im Freien muss einen sicheren Umgang mit dem kleinen Feuer erlauben.

Vorbereitung

Bereite eine für dieses Agnihotra bestimmte Kupferpyramide, gut getrocknete Kuhdungstücke, ungebrochene rohe Vollkornreiskörner, wenig Ghee (bzw. Pflanzenöl in einer ausdrücklich modernen veganen Anpassung), eine kleine Schale, Streichhölzer und eine genau gehende Uhr vor. Die hier genannten Traditionszentren verlangen für ihre Originalform Kuh-Ghee; die Pflanzenöl-Variante ist daher als Anpassung zu verstehen.

Ermittle für den tatsächlichen Ort und Tag die Agnihotra Zeiten, beispielsweise über den Zeitenrechner des Homa-Hofs. Morgen- und Abenddurchführung sind zwei getrennte Termine. Stelle die Pyramide standsicher auf eine hitzefeste Unterlage, mit genügend Abstand zu brennbaren Gegenständen und freiem Rauchabzug.

Durchführung

Lege zwei kleine Portionen Reis bereit und befeuchte sie mit etwas Ghee (bzw. Pflanzenöl). Schichte die trockenen Dungstücke locker, sodass Luft zwischen ihnen zirkulieren kann; bestreiche sie sparsam mit Ghee (bzw. Pflanzenöl). Entzünde einige Minuten vor dem Termin ein schmales vorbereitetes Stück und lege es in die Mitte. Das Feuer soll zur berechneten Zeit bereits gut brennen.

Beginne genau zur angegebenen Zeit mit dem ersten Mantra des jeweiligen Termins. Gib unmittelbar nach „svāhā“ die erste Portion ins Feuer und sprich danach „idam na mama“. Anschließend folgt einmal das zweite Mantra mit der zweiten Portion. Morgens werden nur die beiden Morgenformeln, abends nur die beiden Abendformeln verwendet.

Sonnenaufgang: erste Gabe an Surya
Beginne zur berechneten Sonnenaufgangszeit. Nach dem ersten „svāhā“ fällt die erste Reisportion ins Feuer.

1
sūryāya svāhā |
sūryāya idaṃ na mama |

Dem Sonnengott sei diese Gabe dargebracht. Dies gehört Surya, nicht mir.

Sonnenaufgang: zweite Gabe an Prajapati
Bringe die zweite Portion nach „svāhā“ dar. Damit sind die beiden morgendlichen Feuergaben vollständig.

2
prajāpataye svāhā |
prajāpataye idaṃ na mama |

Dem Herrn der Geschöpfe sei diese Gabe dargebracht. Dies gehört Prajapati, nicht mir.

Sonnenuntergang: erste Gabe an Agni
Für die Abenddurchführung bereite ein neues Feuer und zwei neue Portionen vor. Beginne zur berechneten Sonnenuntergangszeit. Nach „svāhā“ bringe die erste Portion dar.

3
agnaye svāhā |
agnaye idaṃ na mama |

Dem Feuergott sei diese Gabe dargebracht. Dies gehört Agni, nicht mir.

Sonnenuntergang: zweite Gabe an Prajapati
Bringe die zweite Portion nach „svāhā“ dar. Damit sind die beiden abendlichen Feuergaben vollständig.

4
prajāpataye svāhā |
prajāpataye idaṃ na mama |

Dem Herrn der Geschöpfe sei diese Gabe dargebracht. Dies gehört Prajapati, nicht mir.

Abschluss und Vertiefung

Lasse nach den beiden Gaben das Feuer in Ruhe ausbrennen und bleibe dabei. Nutze die Zeit für stille Meditation. Eine zusätzliche Schlussopferung oder weitere Mantrawiederholung gehört zu dieser Form nicht. Räume die vollständig erkaltete Asche vor der nächsten Vorbereitung aus; bewahre sie, falls gewünscht, in einem geeigneten sauberen Gefäß auf.

Die Genauigkeit des Zeitpunkts und die Beschränkung auf zwei Gaben kennzeichnen diesen Ritus. Die spirituelle Bedeutung kann sich in einem schlichten Entschluss vertiefen: den kommenden Tag aufmerksam beginnen beziehungsweise den vergangenen Tag dankbar loslassen.

Devanagari-Rezitation

Die folgende Fassung enthält sämtliche Sanskrittexte der Durchführung.

सूर्याय स्वाहा ।
सूर्याय इदं न मम ।

प्रजापतये स्वाहा ।
प्रजापतये इदं न मम ।

अग्नये स्वाहा ।
अग्नये इदं न मम ।

प्रजापतये स्वाहा ।
प्रजापतये इदं न मम ।

Quellen und verwandte Artikel

Siehe auch: Agnihotra, Homa, Surya, Agni, Prajapati, Tyaga.

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