Sammanasya Sukta

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Sammanasya Sukta (Sanskrit: सांमनस्यसूक्तम्, IAST: sāṃmanasyasūktam, n.) – ein Haus- und Gemeinschaftssegen des Atharvaveda (3.30). Die Zuwendung einer Kuh zu ihrem Kalb eröffnet die Hymne; das Bild von Speichen an einer Nabe führt die vielen Menschen zusammen. Das Gebet kann eine gemeinsame Mahlzeit oder einen neuen Anfang nach einem Streit begleiten.

Gemeinsames Dienen bringt die Bitte um Verbundenheit in den Alltag.

Diese Hymne segnet das Zusammenleben. Eltern, Kinder, Geschwister und Ehepartner werden angesprochen; dann weitet sich der Blick auf die ganze Gemeinschaft. Gemeinsame Nahrung, freundliche Worte und die Verehrung Agnis verbinden die Menschen. Der Text berührt eine Grundaufgabe unserer Religionsgemeinschaft: den Yoga auch im Umgang miteinander zu leben.

Herkunft und Verwendung

Atharvaveda, Shaunaka-Samhita 3.30.1–7.

Die Bitte um Eintracht spricht aus einer alten Familien- und Hausordnung. Die nachfolgende heutige Anwendung auf gegenseitige Würde und respektvollen Austausch ist als Anwendung erkennbar und verändert den übersetzten Wortlaut nicht.

Vollständiger Sanskrittext in IAST

oṃ sahṛdayaṃ sāṃmanasyam avidveṣaṃ kṛṇomi vaḥ |
anyo anyam abhi haryata vatsaṃ jātam ivāghnyā || 1 ||

anuvrataḥ pituḥ putro mātrā bhavatu saṃmanāḥ |
jāyā patye madhumatīṃ vācaṃ vadatu śantivām || 2 ||

mā bhrātā bhrātaraṃ dvikṣan mā svasāram uta svasā |
samyañcaḥ savratā bhūtvā vācaṃ vadata bhadrayā || 3 ||

yena devā na viyanti no ca vidviṣate mithaḥ |
tat kṛṇmo brahma vo gṛhe saṃjñānaṃ puruṣebhyaḥ || 4 ||

jyāyasvantaś cittino mā vi yauṣṭa saṃrādhayantaḥ sadhurāś carantaḥ |
anyo anyasmai valgu vadanta eta sadhrīcīnān vaḥ saṃmanasas kṛṇomi || 5 ||

samānī prapā saha vo 'nnabhāgaḥ samāne yoktre saha vo yunajmi |
samyañco 'gniṃ saparyatārā nābhim ivābhitaḥ || 6 ||

sadhrīcīnān vaḥ saṃmanasas kṛṇomy ekaśnuṣṭīnt saṃvananena sarvān |
devā ivāmṛtaṃ rakṣamāṇāḥ sāyaṃprātaḥ saumanaso vo astu || 7 ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Vollständige deutsche Übersetzung

Om.

1 Einheit des Herzens und des Geistes, Freiheit von Hass schaffe ich unter euch. Habt einander lieb, wie eine Kuh ihr neugeborenes Kalb liebt.

2 Der Sohn folge dem guten Willen des Vaters und sei mit der Mutter eines Sinnes. Die Frau spreche zu ihrem Mann süße Worte, die Frieden bringen.

3 Kein Bruder hasse seinen Bruder, keine Schwester ihre Schwester. Seid einander zugewandt, verbunden in eurem Gelübde, und sprecht freundliche Worte.

4 Das heilige Gebet, durch das die Devas sich nicht trennen und einander keinen Hass entgegenbringen, vollziehen wir in eurem Haus: Es möge den Menschen gegenseitiges Verstehen schenken.

5 Achtet die Älteren, seid verständig, trennt euch nicht. Vollbringt gemeinsam euer Werk, tragt zusammen das Joch. Kommt und sprecht freundlich zueinander. Ich verbinde euch in gemeinsamer Ausrichtung und Gesinnung.

6 Gemeinsam sei eure Wasserstelle, gemeinsam euer Anteil an der Nahrung. Unter ein gemeinsames Joch spanne ich euch. Verehrt Agni in Eintracht, wie die Speichen sich um die Nabe sammeln.

7 Ich verbinde euch in gemeinsamer Ausrichtung und Gesinnung; durch die Kraft der Eintracht vereinige ich euch alle. Wie die Devas die Unsterblichkeit hüten, so möge guter Wille unter euch sein, am Abend und am Morgen.

Om. Shanti, Shanti, Shanti. Frieden, Frieden, Frieden.

Vollständiger Sanskrittext in Devanagari

ॐ सहृदयं सांमनस्यम् अविद्वेषं कृणोमि वः ।
अन्यो अन्यम् अभि हर्यत वत्सं जातम् इवाघ्न्या ॥ १ ॥

अनुव्रतः पितुः पुत्रो मात्रा भवतु संमनाः ।
जाया पत्ये मधुमतीं वाचं वदतु शन्तिवाम् ॥ २ ॥

मा भ्राता भ्रातरं द्विक्षन् मा स्वसारम् उत स्वसा ।
सम्यञ्चः सव्रता भूत्वा वाचं वदत भद्रया ॥ ३ ॥

येन देवा न वियन्ति नो च विद्विषते मिथः ।
तत् कृण्मो ब्रह्म वो गृहे संज्ञानं पुरुषेभ्यः ॥ ४ ॥

ज्यायस्वन्तश् चित्तिनो मा वि यौष्ट संराधयन्तः सधुराश् चरन्तः ।
अन्यो अन्यस्मै वल्गु वदन्त एत सध्रीचीनान् वः संमनसस् कृणोमि ॥ ५ ॥

समानी प्रपा सह वो ऽन्नभागः समाने योक्त्रे सह वो युनज्मि ।
सम्यञ्चो ऽग्निं सपर्यतारा नाभिम् इवाभितः ॥ ६ ॥

सध्रीचीनान् वः संमनसस् कृणोम्य् एकश्नुष्टीन्त् संवननेन सर्वान् ।
देवा इवामृतं रक्षमाणाः सायंप्रातः सौमनसो वो अस्तु ॥ ७ ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

Vertiefende Erläuterungen

Rigveda-Handschrift: Bildbeispiel vedischer Textüberlieferung; ein Beispiel für die handschriftliche Überlieferung.

Die Liebe der Kuh zu ihrem Kalb ist das erste Bild dieser Hymne. So unmittelbar und warm darf Zuneigung sein. Dann wird das Gebet sehr konkret: Welche Worte sprechen wir? Wie teilen wir Nahrung und Arbeit? Wie ehren wir diejenigen, die vor uns gegangen sind?

Der Text spricht aus einer alten Familienordnung. Für unser Zusammenleben nehmen wir die Verantwortung aller füreinander auf. Respekt und liebevolle Sprache gehören in jede Beziehung. Auch bei Meinungsverschiedenheiten kannst du die Würde des anderen achten.

Das Rad bleibt durch seine Nabe zusammen. Für Yoga Vidya ist die gemeinsame spirituelle Ausrichtung eine solche Mitte. Wenn wir zusammen meditieren, Mantras singen und dienen, nähren wir die Verbindung, die uns trägt.

Video zur Vertiefung

Seva spiritueller Dienst Sanskrit Lexikon

Anregungen für die eigene Praxis

Swami Sivananda mit einer Mala: Rezitation, Sammlung und Hingabe können einander vertiefen.
  1. Rezitiere allein oder gemeinsam mit dem Wunsch, einander besser zu verstehen.
  2. Höre in einem Gespräch zu Ende zu, bevor du antwortest.
  3. Suche ein gemeinsames Anliegen, ohne Unterschiede zu übergehen.
  4. Teile heute Nahrung, Zeit oder eine Fähigkeit so, dass der andere sich geachtet fühlt.
  5. Betrachte am Abend eine Begegnung: Wo haben freundliche Worte oder verlässliche Hilfe Verbundenheit geschaffen?

Video zur begleitenden Praxis und Auslegung

Meditation der Liebenden Güte - Maitri Bhavana

Abschließende Worte

Am selben Tisch zu sitzen ist noch keine Eintracht. Welches freundliche Wort könnte heute den Anfang machen?

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Sukadev Bretz (Hrsg.): Veden – Offenbarungen der Rishis. Hymnen zur Rezitation, Übersetzungen, Erläuterungen. Yoga Vidya Verlag, Bad Meinberg. Abschnitt „Sammanasya Suktam“.
  • Hymnen aus den Veden, Rezitationssammlung, Nr. 48: „Sāṃmanasya Sūktam“.
  • Atharvaveda, Shaunaka-Samhita 3.30.1–7.

Das Wort kṛṇomi in Vers 5 heißt „ich mache“; so spricht der Betende von seinem eigenen Beitrag zur Eintracht.

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