Durga Sukta

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Durga Sukta (Sanskrit: दुर्गासूक्तम्, IAST: durgāsūktam, n.) – eine Gebetsfolge der Taittiriya-Tradition des Yajurveda mit Anrufungen an Agni und Durga. Wie ein Boot über gefährliches Wasser möge die göttliche Kraft uns durch Bedrängnis tragen. In der Durga-Verehrung kann dieses Bild ein Gebet begleiten, wenn der nächste Schritt noch ungewiss ist.

Durga – eine spätere Bildgestalt der göttlichen Mutter.

Ein Boot trägt uns über gefährliche Wasser. Dieses Bild begleitet das Durga Sukta. Die Hymne ruft Agni an, das göttliche Feuer, und wendet sich an Durga, die im Feuer des Tapas leuchtet. Wir bitten um Schutz, um Kraft für unseren Weg und um Wohlergehen für die Menschen, die uns anvertraut sind. Durga verehren wir bei Yoga Vidya besonders an Navaratri. Mit dieser Hymne können wir ihr auch mitten in einer schwierigen Lebenslage unser Herz öffnen.

Herkunft und Verwendung

Krishna-Yajurveda, Taittiriya-Aranyaka 10.2, sieben Mantras. Der erste Vers steht auch in RV 1.99.1. Anschlussmantra: Durga-Gayatri, Taittiriya-Aranyaka 10.1.7. Om und der Shanti-Ruf gehören zum Rezitationsrahmen.

Die Folge enthält Anrufungen Agnis, eine ausdrückliche Zuflucht zur Göttin Durga und einen Abschluss mit der Durga-Gayatri. Der erste Vers steht auch in Rigveda 1.99.1. Die gemeinsame spätere Durga-Rezitation hebt diese verschiedenen Textzusammenhänge nicht auf.

Vollständiger Sanskrittext in IAST

oṃ jātavedase sunavāma somamarātīyato nidahāti vedaḥ |
sa naḥ parṣadati durgāṇi viśvā nāveva sindhuṃ duritā'tyagniḥ ||

tāmagnivarṇāṃ tapasā jvalantīṃ vairocanīṃ karmaphaleṣu juṣṭām |
durgāṃ devīṃ śaraṇamahaṃ prapadye sutarasi tarase namaḥ ||

agne tvaṃ pārayā navyo asmānsvastibhirati durgāṇi viśvā |
pūśca pṛthvī bahulā na urvī bhavā tokāya tanayāya śaṃyoḥ ||

viśvāni no durgahā jātavedaḥ sindhunna nāvā duritā'tiparṣi |
agne atrivanmanasā gṛṇāno'smākaṃ bodhyavitā tanūnām ||

pṛtanā jitaṃ sahamānamugramagniṃ huvema paramātsadhasthāt |
sa naḥ parṣadati durgāṇi viśvā kṣāmaddevo ati duritā'tyagniḥ ||

pratnoṣi kamīḍyo adhvareṣu sanācca hotā navyaśca satsi |
svāñcā'gne tanuvaṃ piprayasvāsmabhyaṃ ca saubhagamāyajasva ||

gobhirjuṣṭamayujo niṣiktaṃ tavendra viṣṇoranusañcarema |
nākasya pṛṣṭhamabhi saṃvasāno vaiṣṇavīṃ loka iha mādayantām ||

oṃ kātyāyanāya vidmahe kanyakumāri dhīmahi |
tanno durgiḥ pracodayāt ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Vollständige deutsche Übersetzung

Die Zahlen in der deutschen Übersetzung gliedern die Rezitation in Sinnabschnitte. Der Sanskrittext selbst ist nicht nummeriert.

1 Om. Für Jatavedas pressen wir Soma. Er möge den Besitz der feindlichen Macht verbrennen. Agni führe uns durch alle Gefahren, wie ein Boot über den Strom, über alles Unheil hinweg.

2 Zu Durga, der Göttin, nehme ich Zuflucht: feuerfarben, durch Tapas leuchtend, aus göttlichem Licht erstrahlend, in den Früchten des Handelns verehrt. Du führst sicher hinüber. Deiner rettenden Kraft sei Verehrung.

3 Agni, du stets Erneuerter, führe uns mit deinem Segen durch alle Gefahren. Sei uns eine weite, große, schützende Burg, ein weiter Raum des Heils für unsere Kinder und Nachkommen.

4 Jatavedas, trage uns über alle Hindernisse und alles Unheil, wie in einem Boot über den Strom. Agni, mit unserem Geist preisen wir dich wie Atri. Wache über uns und schütze unser leibliches Leben.

5 Den Sieger in den Kämpfen, den Standhaften, Gewaltigen, Agni, rufen wir aus seiner höchsten Wohnstatt. Er, der Deva, führe uns durch alle Gefahren, über Bedrängnis und alles Unheil hinweg.

6 Seit alters wirst du beim Yajna gepriesen; als Hotri wirkst du von jeher und bist doch stets neu. Agni, erfreue deinen eigenen Leib und erwirke uns durch das Yajna Glück und Segen.

7 Ungebunden mögen wir, Indra, deinem und Vishnus Weg folgen, der von Kühen gesegnet und mit Fülle benetzt ist. Auf der Höhe des Himmels wohnend, mögen sie uns hier an Vishnus Welt Anteil und Freude geben.

8 Om. Mögen wir Katyayana erkennen. Über Kanyakumari, die jungfräuliche Göttin, meditieren wir. Möge Durga unseren Geist erleuchten und führen.

Om. Shanti, Shanti, Shanti. Frieden, Frieden, Frieden.

Vollständiger Sanskrittext in Devanagari

ॐ जातवेदसे सुनवाम सोममरातीयतो निदहाति वेदः ।
स नः पर्षदति दुर्गाणि विश्वा नावेव सिन्धुं दुरिताऽत्यग्निः ॥

तामग्निवर्णां तपसा ज्वलन्तीं वैरोचनीं कर्मफलेषु जुष्टाम् ।
दुर्गां देवीं शरणमहं प्रपद्ये सुतरसि तरसे नमः ॥

अग्ने त्वं पारया नव्यो अस्मान्स्वस्तिभिरति दुर्गाणि विश्वा ।
पूश्च पृथ्वी बहुला न उर्वी भवा तोकाय तनयाय शंयोः ॥

विश्वानि नो दुर्गहा जातवेदः सिन्धुन्न नावा दुरिताऽतिपर्षि ।
अग्ने अत्रिवन्मनसा गृणानोऽस्माकं बोध्यविता तनूनाम् ॥

पृतना जितं सहमानमुग्रमग्निं हुवेम परमात्सधस्थात् ।
स नः पर्षदति दुर्गाणि विश्वा क्षामद्देवो अति दुरिताऽत्यग्निः ॥

प्रत्नोषि कमीड्यो अध्वरेषु सनाच्च होता नव्यश्च सत्सि ।
स्वाञ्चाऽग्ने तनुवं पिप्रयस्वास्मभ्यं च सौभगमायजस्व ॥

गोभिर्जुष्टमयुजो निषिक्तं तवेन्द्र विष्णोरनुसञ्चरेम ।
नाकस्य पृष्ठमभि संवसानो वैष्णवीं लोक इह मादयन्ताम् ॥

ॐ कात्यायनाय विद्महे कन्यकुमारि धीमहि ।
तन्नो दुर्गिः प्रचोदयात् ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

Vertiefende Erläuterungen

Rigveda-Handschrift: Bildbeispiel vedischer Textüberlieferung; ein Beispiel für die handschriftliche Überlieferung.

Wenn du Durga anrufst, darfst du auch deine Angst aussprechen. Die Hymne setzt voraus, dass der Weg Gefahren kennt. Ihr Bild vom Boot gibt Vertrauen: Es gibt eine Kraft, die dich tragen kann, während du deinen Teil tust.

Agni verbrennt, erhellt und verwandelt. Durga leuchtet im Tapas. In unserer Praxis kann das heißen, eine notwendige Entscheidung zu treffen, eine schädliche Gewohnheit aufzugeben oder eine Aufgabe mit Geduld weiterzuführen. Bitte die Göttin um die Kraft dazu.

Die Verse verbinden die eigene Rettung mit dem Wohlergehen der Kinder und Nachkommen. Schutz hat damit auch eine gemeinschaftliche Seite. Ein offenes Ohr, verlässliche Hilfe und der Mut, für einen anderen einzustehen, können Ausdruck von Durgas Segen werden. Nach der Rezitation sitze einen Augenblick still. Vertraue ihr an, was dich bewegt.

Video zur Vertiefung

Durga - Unbesiegbare Goettin - Lexikon zur Indischen Mythologie

Anregungen für die eigene Praxis

Swami Sivananda mit einer Mala: Rezitation, Sammlung und Hingabe können einander vertiefen.
  1. Wende dich in einem kurzen Gebet an die göttliche Mutter und benenne deine tatsächliche Freude oder Sorge.
  2. Lies die Bilder der Hymne aufmerksam; lasse auch ihre kraftvollen oder ungewohnten Seiten stehen.
  3. Wähle ein Bild des Schutzes oder des Nährens für einige Minuten stiller Betrachtung.
  4. Bringe deine Dankbarkeit in einer fürsorglichen Handlung zum Ausdruck, etwa durch Teilen einer Mahlzeit.
  5. Schließe mit einem Friedenswunsch, der auch andere Menschen, Tiere und ihre Lebensräume einschließt.

Video zur begleitenden Praxis und Auslegung

Die 9 Bhakti Praktiken: Wie man Hingabe entwickelt

Abschließende Worte

Nimm das Bild des Bootes mit. Wem kannst du heute bei einer schwierigen Überfahrt zur Seite stehen?

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Sukadev Bretz (Hrsg.): Veden – Offenbarungen der Rishis. Hymnen zur Rezitation, Übersetzungen, Erläuterungen. Yoga Vidya Verlag, Bad Meinberg. Abschnitt „Durga Sukta“.
  • Hymnen aus den Veden, Rezitationssammlung, Nr. 21: „Durgā Sūktam“.
  • Krishna-Yajurveda, Taittiriya-Aranyaka 10.2, sieben Mantras. Der erste Vers steht auch in RV 1.99.1. Anschlussmantra: Durga-Gayatri, Taittiriya-Aranyaka 10.1.7. Om und der Shanti-Ruf gehören zum Rezitationsrahmen.

Die Durga-Gayatri erklingt hier mit den Worten „kātyāyanāya … kanyakumāri … durgiḥ“. So wird sie auch im Arunachala Ashrama rezitiert.

Die Zahlen in der deutschen Übersetzung gliedern die Rezitation in Sinnabschnitte. Der Sanskrittext selbst ist nicht nummeriert.

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