Santoshi Mata Vrata
Santoshi Mata Vrata – sechzehn Freitage für Zufriedenheit und friedliches Familienleben: Das Santoshi Mata Vrata verbindet ein sechzehnwöchiges Gelübde mit einer einfachen süßen Gabe: Jaggery und gerösteten Kichererbsen. An jedem Freitag wird Santoshi Mata verehrt, ihre Geschichte gehört und eine einzige Mahlzeit ohne saure oder bittere Speisen eingenommen. Das Anliegen ist Zufriedenheit, die sich im Familienleben durch Wahrhaftigkeit, friedliche Sprache und geteilte Nahrung ausdrücken soll.
Die folgende häusliche Form folgt den Anleitungen des Shri Santoshi Mata Mandir Hari Nagar in Neu-Delhi. Das Vrata gehört zur nordindischen Santoshi-Mata-Verehrung und kann von Frauen und Männern ausgeführt werden. Man beginnt an einem Freitag und führt es an sechzehn aufeinanderfolgenden Freitagen fort; die Tempelquelle nennt daneben die Fortsetzung bis zur Erfüllung eines Anliegens. Für die hier beschriebene feste Folge ist der letzte Freitag mit dem Abschlussfest zu verbinden. Ein Priester wird für das häusliche Lesen der Vrata Katha nicht gefordert.
Vorbereitung
Bereite einen sauberen Platz mit einem Bild der Göttin vor. Benötigt werden Blumen, Räucherwerk, eine Lampe mit Ghee (bzw. Pflanzenöl), ein mit Wasser gefüllter Kalasha, eine darauf passende Schale sowie Jaggery und geröstete Kichererbsen. Halte eine kleine zusätzliche Portion der beiden Speisen zum Tragen während der Erzählung bereit. Die Anleitung sieht außerdem eine Tulasi-Pflanze für das verbleibende Wasser vor. Pflanzenöl anstelle von Ghee ist eine heutige Praxisalternative.
Plane die eine Mahlzeit des Freitags ohne saure und bittere Speisen. Zum Gelübde gehört, an diesem Tag auch anderen nichts Saures oder Bitteres zu servieren. Wer die Mahlzeitenregel nicht einhalten kann, kann die Verehrung ohne Fastengelübde ausführen; dies ist dann eine persönliche Anpassung. Bereite für den letzten Freitag rechtzeitig das unten beschriebene Gastmahl vor.
Durchführung
Stehe am Freitag früh auf und beginne den Tag mit dem Gedenken an die Göttin. Richte die Blumen vor ihrem Bild her, entzünde Räucherwerk und die Lampe und stelle den Wasserkrug mit der Schale Jaggery und Kichererbsen auf. Formuliere dein Anliegen in eigenen Worten. Nimm während des Lesens oder Hörens der folgenden Geschichte etwas Jaggery und Kichererbsen in die Hand. Wiederhole zwischendurch den überlieferten Hindi-Ruf; eine feste Anzahl nennt die Tempelanleitung nicht.
1. Die Göttin anrufen
Der folgende Ruf ist Hindi. Er begleitet die Erzählung und kann gemeinsam von den Zuhörenden gesprochen werden.
1
pragaṭa saṃtoṣī mātā kī jaya |
Preis der gegenwärtigen Mutter Santoshi!
2. Die Vrata Katha hören
Lies oder höre die folgende eigene deutsche Nacherzählung des vollständigen Handlungsbogens der Tempelfassung:
Ein Mann erfuhr, dass seine Mutter ihm nur die Reste seiner sechs Brüder gab, und zog zum Arbeiten fort. Seiner Frau ließ er einen Ring; sie zeichnete einen Handabdruck auf seinen Rücken. Er wurde wohlhabend, während seine Frau zwölf Jahre lang im Haus seiner Mutter bedrängt wurde und Holz sammeln musste.
Von anderen Frauen lernte sie Santoshi Matas Freitagsgelübde. Sie kaufte Jaggery und Kichererbsen, betete und erhielt erst einen Brief, dann Geld. Doch sie wünschte die Rückkehr ihres Mannes. Die Göttin erschien ihm im Traum. Nach Bad, Gebet und Lichtgabe konnte er seine Geschäfte abschließen.
Die Göttin leitete das Wiedersehen durch drei Holzbündel. Der Mann erkannte den Ring, durchschaute die Beschuldigungen seiner Mutter und bezog mit seiner Frau eigene Räume.
Beim Abschlussmahl verlangten die eingeladenen Jungen auf Anstiftung ihrer Mütter Saures. Die Frau gab ihnen Geld; sie kauften Tamarinde. Ihr Mann wurde daraufhin festgenommen. Sie bat um Vergebung, wiederholte den Abschluss und bewirtete andere Jungen ohne saure Speisen. Ihr Mann kehrte zurück; später wurde ein Sohn geboren.
Als die Göttin in erschreckender Gestalt erschien, erkannte die Frau sie dennoch. Schließlich verneigte sich auch die Familie und bat um Vergebung.
3. Lichtgabe und Speisen teilen
Schwinge nach der Erzählung die Lampe vor dem Bild der Göttin als Arati und singe dabei ihren Preisruf: „pragaṭa saṃtoṣī mātā kī jaya“ – „Preis der gegenwärtigen Mutter Santoshi!“ Verneige dich. Die kleine Portion aus der Hand ist nach der Tempelanleitung für eine Kuh bestimmt; stimme eine solche Fütterung mit der betreuenden Person ab. Die Speisen aus der Schale werden als Prasada an die Anwesenden verteilt.
Besprenge die Räume leicht mit etwas Wasser aus dem Kalasha und gib das restliche Wasser an die Tulasi-Pflanze. Iss deine vorgesehene einfache Mahlzeit. Bewahre im weiteren Tagesverlauf den Vorsatz, Streit, verletzende Worte und Unwahrheit zu vermeiden.
Abschlussfest
4. Das Gelübde mit einem Gastmahl abschließen
Am letzten Freitag führe dieselbe Verehrung mit Geschichte, Licht und Prasada durch. Für den Abschluss nennt die Tempelanleitung Puris aus 2,5 kg Mehl, Kheer aus 2,5 kg Milch sowie ein Gericht aus dunklen Kichererbsen. Verwende Milch (bzw. Pflanzenmilch als moderne Anpassung) für den Milchreis. Entzünde die Lampe und öffne eine Kokosnuss als Festgabe.
Bewirte acht Jungen aus der Verwandtschaft oder Nachbarschaft; die Quelle nennt auch Brahmanenjungen. Sorge gemeinsam mit ihren Eltern dafür, dass das Essen ohne saure Zutaten bereitet und gereicht wird. Gib nach deinen Möglichkeiten kleine Sachgeschenke, keine Geldgeschenke. Eine heute gelegentlich gewählte Einladung von acht Kindern unabhängig vom Geschlecht ist als moderne Anpassung zu verstehen. Nimm selbst Prasada und die eine Mahlzeit zu dir und danke der Göttin. Damit ist die feste sechzehnwöchige Folge vollendet.
Devanagari-Fassung des Hindi-Rufs
Der Preisruf in Devanagari:
प्रगट संतोषी माता की जय ।
Quellen und verwandte Artikel
- Shri Santoshi Mata Mandir Hari Nagar: Normal Pooja, sechzehn Freitage, Speiseregeln und friedliche Lebensführung.
- Derselbe Tempel: Vrat Vidhi, Kalasha, Preisruf, Katha, Arati, Verteilung und Wasserhandlung.
- Derselbe Tempel: Vrat Katha, Grundlage der eigenen deutschen Nacherzählung.
- Derselbe Tempel: Udhyapan, Abschlussmahl, acht Gäste, Kokosnuss und Sachgaben.
Siehe auch: Santoshi Mata, Santosha, Vrata, Udyapana, Prasada.
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