Mandara Saptami Vrata – jährlicher Sonnensegen mit acht goldenen Blüten
Mandara Saptami Vrata – jährlicher Sonnensegen mit acht goldenen Blüten: Mandara Saptami Vrata bittet Surya um einen guten Weg durch die wechselnden Bedingungen des Lebens. Auf einem Lotus aus schwarzem Sesam werden acht goldene Mandara-Blüten in den Himmelsrichtungen dargebracht; in der Mitte steht die Sonne als das Selbst aller. Das puranische Jahresgelübde beginnt im Magha und verbindet diese wiederkehrende Sonnenverehrung mit Fasten, einer schlichten Mahlzeit und der Weitergabe der Ritualgaben.
Anlass und Vorbereitung
Beginne an der hellen Panchami im Magha; die erste Hauptfeier liegt zwei Mondtage später, an Shukla Saptami. Wiederhole sie an den folgenden hellen Saptamis bis zum Jahresabschluss. Die häusliche Feier kann von Gelübdehaltenden selbst geleitet werden; ein eingeladener Brahmane wird bewirtet und empfängt die Gaben.
Bereite eine Kupferplatte, schwarzen Sesam, acht kleine goldene Blüten und eine goldene stehende Sonnengestalt vor. Dazu kommen weiße Tücher, Duft, Girlanden, Früchte, vegetarische Speisen und ein Wasserkrug. Für den Jahresabschluss nennt die Quelle außerdem eine Kuhgabe nach den eigenen Möglichkeiten; die heutige Unterstützung bestehender Tierfürsorge ist als Anpassung möglich. Mandara wird hier mit einem in der Sonnenverehrung verwendeten Arka-Gewächs verbunden. Die rituelle Blumeneinnahme des Textes wird in dieser Hausfassung durch Trinkwasser ersetzt; Blüten dienen allein der Darstellung und Darbringung.
Durchführung
1. Die ersten beiden Tage halten
Iss an der hellen Panchami eine leichte Mahlzeit. Faste an der Shashthi entsprechend deiner gewählten, tragbaren Form. Ehre abends die eingeladenen Gäste. Anstelle der im alten Text genannten Einnahme einer Mandara-Blüte trinke einen kleinen Schluck sauberes Wasser und lege dich zur Ruhe.
2. Die Sonnenplatte am Saptami-Morgen aufbauen
Bewirte den eingeladenen Gast. Reinige dann die Kupferplatte und forme aus schwarzem Sesam einen achtblättrigen Lotus. Setze die Sonnengestalt auf seine Mitte. Lege weiße Tücher und die vorbereiteten Blüten, Früchte und Speisen bereit.
3. Die acht Richtungen verehren
Lege bei jeder der ersten acht Anrufungen eine goldene Mandara-Blüte auf das zugehörige Lotusblatt. Beginne im Osten und folge dem Uhrzeigersinn. Verehre zuletzt mit der neunten Anrufung die Gestalt in der Mitte.
| Ort | Anrufung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Osten | bhāskarāya namaḥ |
Verehrung dem Lichtspender. |
| Südosten | sūryāya namaḥ |
Verehrung der Sonne. |
| Süden | arkāya namaḥ |
Verehrung dem Strahlenden. |
| Südwesten | aryamṇe namaḥ |
Verehrung Aryaman, dem edlen Gefährten. |
| Westen | vedadhāmne namaḥ |
Verehrung dem, dessen Stätte die Veden sind. |
| Nordwesten | caṇḍabhānave namaḥ |
Verehrung dem mit machtvollem Glanz. |
| Norden | pūṣṇe namaḥ |
Verehrung dem Nährenden. |
| Nordosten | ānandāya namaḥ |
Verehrung dem Freudvollen. |
| Mitte | sarvātmane namaḥ |
Verehrung dem Selbst aller. |
4. Duft, Kleidung und Nahrung darbringen
Widme Surya Duft, weiße Kleidung, Girlanden, Früchte und die vorbereitete Speise. Lege die Gaben vor die Gestalt. Die Quelle verlangt hierfür keine weiteren festen Darbringungsformeln. Verweile einen Augenblick beim Wunsch, mit dem Licht der Sonne auch Klarheit und Freigebigkeit wachsen zu lassen.
5. Die Gaben weitergeben und das Fasten lösen
Überreiche die Platte mit ihrem Ensemble und den Gaben dem eingeladenen Empfänger. Iss danach schweigend, nach Osten gewandt, eine Mahlzeit ohne Salz und ohne Öl. Das monatliche Wiederholen betrifft die Saptami-Verehrung; Panchami und Shashthi leiten den ersten Termin ein.
6. Nach einem Jahr vollenden
Stelle bei der letzten Feier das vorbereitete Ensemble über einem Krug auf und vollende die nach deinen Möglichkeiten vereinbarte Kuhgabe beziehungsweise ihre gekennzeichnete moderne Übertragung. Sprich das Abschlussgebet:
namo mandāranāthāya mandārabhavanāya ca |
tvaṃ rave tārayasvāsmānasmāt saṃsārasāgarāt ||
„Verehrung dem Herrn des Mandara und dem, dessen Wohnung Mandara ist. Sonne, führe uns hinüber über diesen Ozean des Samsara.“
Überreiche das Ensemble, bedanke dich bei den Gästen und beende mit der gemeinsamen beziehungsweise anschließenden Mahlzeit das Jahresgelübde.
Sinn und Abschluss
Die acht Richtungen entfalten ein einziges Licht. Im Abschlussgebet wird aus dem Wunsch nach glücklichen Lebensumständen die Bitte, den Samsara, den Kreislauf bedingten Daseins, zu überqueren. Die Gabe an andere gehört zu dieser Ausrichtung ebenso wie die Verehrung des Sonnenbildes.
Rezitationen in Devanagari
Die Reihenfolge entspricht den Gebeten und Anrufungen im Ablauf.
Neun Anrufungen
भास्कराय नमः
सूर्याय नमः
अर्काय नमः
अर्यम्णे नमः
वेदधाम्ने नमः
चण्डभानवे नमः
पूष्णे नमः
आनन्दाय नमः
सर्वात्मने नमः
Gebet am Jahresabschluss
नमो मन्दारनाथाय मन्दारभवनाय च ।
त्वं रवे तारयस्वास्मानस्मात् संसारसागरात् ॥
Quellen und Weiteres
- Matsya Purana, Kapitel beziehungsweise Verse 79.1–13: Sanskritfassung bei Wikisource.
Der Text und das Abschlussgebet folgen der Sanskrit-Hindi-Ausgabe des Matsya Purana, Kapitel 79, bei VedicPeople. Die nicht essbare rituelle Blüte wird in der beschriebenen heutigen Praxis nicht verzehrt; ihr Ersatz durch Trinkwasser ist eine moderne Anpassung.
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