Pravrittisatya

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Pravrittisatya

Pravrittisatya (Sanskrit: pravrittisatya n.) = die Wahrheit im Tun.

Pravrittisatya ist ein zusammengesetztes Sanskrit-Wort, das aus zwei Teilen besteht: pravritti und satya.

  • Pravritti bedeutet in etwa Hinwendung zur Tätigkeit, das aktive, nach außen gerichtete Wirken oder das Befolgen weltlicher Pflichten und Verpflichtungen. Es steht im Gegensatz zu nivritti, die Abkehr von äußeren Handlungen, Rückzug oder Hinwendung zur inneren Kontemplation und Zurückgezogenheit.
  • Satya heißt Wahrheit, Wahrhaftigkeit oder das, was wirklich ist. Zusammengesetzt lässt sich pravrittisatya daher als die Wahrheit oder Wahrhaftigkeit der Tätigkeit, als das Wahrheitsprinzip, das sich in aktivem Handeln zeigt, verstehen.

Inhaltlich betont der Ausdruck, dass Wahrheit nicht nur ein abstraktes, intellektuelles Prinzip ist, sondern sich konkret in den Handlungen und Lebensvollzügen eines Menschen manifestiert. Pravrittisatya verweist auf die Übereinstimmung zwischen innerer Einsicht und äußerem Tun: wahrhaftiges Handeln bedeutet, dass das, was jemand innerlich erkennt oder überzeugt ist, sich auch in seinem Verhalten, seinen Pflichten und seiner Rolle in der Welt zeigt. Es geht also um Authentizität im praktischen Leben—dass Wissen, ethische Orientierung oder spirituelle Einsicht nicht bloß Gedankengut bleiben, sondern in alltäglichen Entscheidungen, sozialen Beziehungen und Verantwortungen gelebt werden.

Je nach philosophischem oder religiösem Kontext kann pravrittisatya verschiedene Akzente bekommen. In einer eher weltzugewandten Auslegung wird es als Aufforderung verstanden, die gesellschaftlichen Pflichten Pflichtbewusst und wahrhaftig zu erfüllen; in einem spirituellen Kontext kann es bedeuten, dass der Weg der aktiven Teilnahme an der Welt ebenfalls ein Weg zur Verwirklichung der Wahrheit sein kann, solange die Handlungen von Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und innerer Klarheit getragen sind. Damit hebt der Begriff eine Brücke zwischen Ethik und Ontologie: die Wahrheit zeigt sich nicht nur in metaphysischen Aussagen, sondern im gelebten Tun, in Verantwortung und im Zusammenspiel mit der Welt.

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