Dharmapurusha

Aus Yogawiki
Dharamapurusha

Dharmapurusha (Sanskrit: dharmapurusha m.) = Verkörperung des dharma, eine moralische Persönlichkeit.

Der Ausdruck Dharmapurusha setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dharma und purusha.

  • Dharma bedeutet in diesem Zusammenhang Pflicht, Rechtsordnung, sittliche Pflicht oder die Lebensweise, die im Einklang mit dem kosmischen und sozialen Ordnungsprinzip steht.
  • Purusha heißt Mensch, Person oder auch „Mann“ im weiteren Sinn als individuelles Bewusstsein. Zusammengenommen bezeichnet Dharmapurusha also den Menschen, der nach seinem Dharma lebt — jemanden, dessen Handeln, Haltung und Leben von moralischer Pflicht, sozialer Verantwortung und rechtschaffener Ordnung geleitet sind.

Im indischen Denken ist Dharmapurusha nicht nur ein einzelner tugendhafter Mensch, sondern oft auch ein Idealtyp: jemand, der seine Rolle in Familie und Gesellschaft verantwortungsvoll erfüllt, persönliche Neigungen hinter das Gemeinwohl stellt und durch ethisches Verhalten Harmonie mit der Welt schafft. Je nach Kontext kann das Wort konkret einen rechtschaffenen Familienvater, einen ehrbaren Herrscher oder allgemein einen rechtschaffenen Menschen meinen. In religiös-philosophischen Texten wird das Handeln des Dharmapurusha als Stütze der Weltordnung verstanden — wenn Individuen ihren Dharma erfüllen, bleibt die richtige Ordnung bestehen.

Ein kurzes Beispiel aus der klassischen Erzähltradition: In der Mahabharata wird Yudhishthira oft als Dharmapurusha dargestellt — er verkörpert das Ideal des rechtschaffenen Königs und Bruders, dessen Entscheidungen stets nach dem Prinzip von Pflicht und Gerechtigkeit ausgerichtet sind. Ein bekanntes Segment beschreibt seine Zerrissenheit, als er zwischen persönlichem Leid und der Verpflichtung gegenüber dem Dharma wählen muss; trotzdem gilt er als Vorbild dafür, wie man den Dharma über eigennützige Wünsche stellt.

Siehe auch