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'''Nihsangatva''' ([[Sanskrit]]: nihsangatva ''n.'') der Zustand, in dem man ganz ohne Bindungen ([[sanga]]) ist.
'''Nihsangatva''' ([[Sanskrit]]: nihsangatva ''n.'') = der Zustand, in dem man ganz ohne Bindungen ([[sanga]]) ist.


Nihsangatva ist ein Sanskrit-Begriff, der im Kontext [[hinduistisch]]er und insbesondere [[vedantisch]]er bzw. [[advaita]]-philosophischer Texte verwendet wird und wörtlich etwa „Zustand des Nicht-Anhängens“ oder „Freiheit von Bindung“ bedeutet. Er setzt sich zusammen aus
* [[nihsanga]], was Losgelöstheit oder Unverbundenheit meint, und der Nominalendung -[[tva]], die einen Zustand oder eine Qualität bezeichnet. Nihsangatva beschreibt also die innere Haltung, in der du dich nicht an Personen, Dinge, Vorstellungen oder Ergebnisse klammerst und nicht von ihnen abhängig bist.
In spirituellen Lehren gilt dieser Zustand nicht als kalte Gefühlslosigkeit, sondern als reife, klare [[Gelassenheit]]: du handelst verantwortungsbewusst und mit Mitgefühl, aber ohne egoistische [[Anhaftung]] an den Erfolg deiner Handlungen oder an das, was sie hervorbringen. Psychologisch entspricht es einer Form von innerer [[Freiheit]], in der deine Identität und dein Wohlbefinden nicht von äußeren Umständen bestimmt werden.
In praktischer Hinsicht wird nihsangatva oft durch Meditation, Selbstuntersuchung und das Üben von Unterscheidungsvermögen (viveka) kultiviert, sodass dein Handeln aus Einsicht erfolgt und nicht aus zwanghafter Bedürftigkeit. In advaita-Texten ist nihsangatva auch eng verbunden mit der Erkenntnis der eigenen wahren Natur als reines Bewusstsein, das jenseits von Bindungen und Veränderungen steht; wer diese Erkenntnis erlangt, erlebt dauerhafte Ungebundenheit, weil das Selbst nicht mehr mit vergänglichen Erscheinungen identifiziert wird.
=Siehe auch=
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Version vom 7. Februar 2026, 06:27 Uhr

Nihsangatva (Sanskrit: nihsangatva n.) = der Zustand, in dem man ganz ohne Bindungen (sanga) ist.

Nihsangatva ist ein Sanskrit-Begriff, der im Kontext hinduistischer und insbesondere vedantischer bzw. advaita-philosophischer Texte verwendet wird und wörtlich etwa „Zustand des Nicht-Anhängens“ oder „Freiheit von Bindung“ bedeutet. Er setzt sich zusammen aus

  • nihsanga, was Losgelöstheit oder Unverbundenheit meint, und der Nominalendung -tva, die einen Zustand oder eine Qualität bezeichnet. Nihsangatva beschreibt also die innere Haltung, in der du dich nicht an Personen, Dinge, Vorstellungen oder Ergebnisse klammerst und nicht von ihnen abhängig bist.

In spirituellen Lehren gilt dieser Zustand nicht als kalte Gefühlslosigkeit, sondern als reife, klare Gelassenheit: du handelst verantwortungsbewusst und mit Mitgefühl, aber ohne egoistische Anhaftung an den Erfolg deiner Handlungen oder an das, was sie hervorbringen. Psychologisch entspricht es einer Form von innerer Freiheit, in der deine Identität und dein Wohlbefinden nicht von äußeren Umständen bestimmt werden.

In praktischer Hinsicht wird nihsangatva oft durch Meditation, Selbstuntersuchung und das Üben von Unterscheidungsvermögen (viveka) kultiviert, sodass dein Handeln aus Einsicht erfolgt und nicht aus zwanghafter Bedürftigkeit. In advaita-Texten ist nihsangatva auch eng verbunden mit der Erkenntnis der eigenen wahren Natur als reines Bewusstsein, das jenseits von Bindungen und Veränderungen steht; wer diese Erkenntnis erlangt, erlebt dauerhafte Ungebundenheit, weil das Selbst nicht mehr mit vergänglichen Erscheinungen identifiziert wird.

Siehe auch

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