Upādānakārana: Unterschied zwischen den Versionen

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'''upādānakārana''' ([[Sanskrit]]: upādānakārana ''n'') unmittelbare Ursache.
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'''upadanakarana''' ([[Sanskrit]]: upādānakārana ''n'') = unmittelbare Ursache.
 
Der Sanskrit-Ausdruck „upadanakarana“ besteht aus zwei Bestandteilen: „upadana“ und „karana“.
* „[[Upadana]]“ bedeutet unter anderem „[[Unterstützung]]“, „Nährstoff“, „Grundlage“, „Anhaftung“ oder in philosophischem Kontext „Anhaftung/Gebrauch von etwas als Mittel zur Erfahrung“; es wird auch als „das, woraus etwas entsteht“ oder „das, woran man sich hält“ gebraucht.
* „[[Karana]]“ heißt „[[Ursache]]“, „Mittel“, „Instrument“ oder „das, was etwas bewirkt“.
 
Zusammengenommen bezeichnet „upadanakarana“ wörtlich die „Ursache durch das Aufnehmen/Anhaften“ oder allgemeiner „die Ursache beziehungsweise Bedingung, die durch ein Trägermaterial oder eine Grundlage gegeben ist“.
 
In der [https://www.yoga-vidya.de/ Philosophie] kann der Begriff verschiedene Nuancen annehmen. In [[abhinavagupta]]- oder buddhistisch beeinflussten Kontexten etwa wird er verwendet, um eine Art von Ursache zu benennen, die nicht primär schöpferisch ist, sondern als die materiell-tragende oder konditionierende Grundlage fungiert — dasjenige, an dem sich etwas festmacht oder durch das etwas zur Erscheinung kommt. Dadurch unterscheidet sich upadanakarana etwa von [[karanakarana]] (wirklicher Ursache) oder [[nimitta]] (Instrument), indem es die Rolle der Substanz, der Bedingung oder des Trägers betont, die das Entstehen oder Fortbestehen eines Phänomens ermöglicht.
 
Praktisch bedeutet das: upadanakarana verweist auf jene Faktoren, die als Grundlage, Nährboden oder Träger dienen — sei es materiell (etwa Stoffe, Substrate), psychologisch (Anhaftungen, Eindrücke) oder rituell (Voraussetzungen, Hilfsmittel) — und ohne die das betreffende Phänomen nicht in derselben Weise erscheinen würde. Der Begriff spielt deshalb in Diskussionen über Kausalität, Ontologie und die Bedingungen des Erkennens eine Rolle, weil er auf die Rolle des „Gegenstands/Materials“ als konstitutive Bedingung hinweist.
 
=Siehe auch=
* [[Kausalität]]
* [[Ontologie]]


[[Kategorie:Glossar]]  
[[Kategorie:Glossar]]  
[[Kategorie:Spiritualität]]
[[Kategorie:Spiritualität]]
[[Kategorie:Sanskrit]]
[[Kategorie:Sanskrit]]

Aktuelle Version vom 10. Januar 2026, 01:46 Uhr

upadanakarana

upadanakarana (Sanskrit: upādānakārana n) = unmittelbare Ursache.

Der Sanskrit-Ausdruck „upadanakarana“ besteht aus zwei Bestandteilen: „upadana“ und „karana“.

  • Upadana“ bedeutet unter anderem „Unterstützung“, „Nährstoff“, „Grundlage“, „Anhaftung“ oder in philosophischem Kontext „Anhaftung/Gebrauch von etwas als Mittel zur Erfahrung“; es wird auch als „das, woraus etwas entsteht“ oder „das, woran man sich hält“ gebraucht.
  • Karana“ heißt „Ursache“, „Mittel“, „Instrument“ oder „das, was etwas bewirkt“.

Zusammengenommen bezeichnet „upadanakarana“ wörtlich die „Ursache durch das Aufnehmen/Anhaften“ oder allgemeiner „die Ursache beziehungsweise Bedingung, die durch ein Trägermaterial oder eine Grundlage gegeben ist“.

In der Philosophie kann der Begriff verschiedene Nuancen annehmen. In abhinavagupta- oder buddhistisch beeinflussten Kontexten etwa wird er verwendet, um eine Art von Ursache zu benennen, die nicht primär schöpferisch ist, sondern als die materiell-tragende oder konditionierende Grundlage fungiert — dasjenige, an dem sich etwas festmacht oder durch das etwas zur Erscheinung kommt. Dadurch unterscheidet sich upadanakarana etwa von karanakarana (wirklicher Ursache) oder nimitta (Instrument), indem es die Rolle der Substanz, der Bedingung oder des Trägers betont, die das Entstehen oder Fortbestehen eines Phänomens ermöglicht.

Praktisch bedeutet das: upadanakarana verweist auf jene Faktoren, die als Grundlage, Nährboden oder Träger dienen — sei es materiell (etwa Stoffe, Substrate), psychologisch (Anhaftungen, Eindrücke) oder rituell (Voraussetzungen, Hilfsmittel) — und ohne die das betreffende Phänomen nicht in derselben Weise erscheinen würde. Der Begriff spielt deshalb in Diskussionen über Kausalität, Ontologie und die Bedingungen des Erkennens eine Rolle, weil er auf die Rolle des „Gegenstands/Materials“ als konstitutive Bedingung hinweist.

Siehe auch