Siva Yogaswami

Aus Yogawiki

Siva Yogaswami (Tamil: சிவ யோகசுவாமி, Civa Yōkacuvāmi) (1872–1964), meist einfach Yogaswami genannt, war ein tamilischer Shiva-Heiliger aus Sri Lanka. Seine Lieder, die Natchintanai, verbinden Guru Bhakti, Selbsterkenntnis und die Aufforderung zu einem von Hingabe getragenen Leben.

Shiva, der göttliche Herr und die Zuflucht seiner Verehrer.

Leben und Hintergrund

Yogaswami lebte und lehrte vor allem im Raum Jaffna. Chellappaswami wurde sein Guru. Nach Jahren intensiver Sammlung empfing Yogaswami Suchende in Columbuthurai. In seiner Nachwirkung gehören Sivathondu, der Dienst an Shiva und seinen Geschöpfen, und Sivadhyanam, die Betrachtung Shivas, zusammen.[1]

Geschichten über Siva Yogaswami

Eine Mahlzeit, die niemand bestellt hatte

Der buddhistische Besucher Sam Wickramasinghe erinnerte sich an einen Besuch mit einem tamilischen Freund. Yogaswami fegte zunächst den Garten. Später saßen sie schweigend beisammen. Als der Besucher hungrig an Idli und Bananen dachte, brachte ein Fremder genau diese Speisen; auch der unausgesprochene Kaffeewunsch seines Freundes wurde erfüllt. Der Bericht deutet dies als ein Zeichen der ungewöhnlichen Wahrnehmung des Heiligen.

Yogaswami bewahrte die Bananenschalen für die Kuh Valli auf. Als sie kam, fütterte er sie und schickte sie anschließend freundlich wieder hinaus. Das Wunderbare und die Fürsorge für ein Tier stehen in dieser Erinnerung unmittelbar nebeneinander.[2]

Mehr als ein Amt

Auch der kanadische Diplomat James George schilderte eine prägende Begegnung. Yogaswami fragte nach dem Hohen Kommissar. George antwortete sinngemäß, dies beschreibe seine Tätigkeit, nicht sein eigentliches Sein. Der Swami lachte und bat ihn, Platz zu nehmen. Aus dem formellen Besuch wurde eine Begegnung über die Frage nach dem Selbst.[3]

Betrachtung: Der Besen und die Stille

An der ersten Geschichte kann gerade ihr Beginn inspirieren. Der Besucher sucht einen Heiligen und trifft einen Menschen, der fegt. Das ist ein kräftiges Gegenbild zu der Erwartung, Spiritualität müsse sich immer durch eine besondere äußere Bühne ankündigen. Eine einfache Arbeit kann aus derselben Sammlung geschehen wie ein Gebet.

Wenn wir eine solche Geschichte lesen, dürfen wir ihre Mitte auch im Unscheinbaren suchen. Die Mahlzeit stillt Hunger. Die Kuh bekommt etwas zu fressen. Menschen sitzen miteinander in Ruhe. Das Herz kann sich an diesen Gesten wärmen, ohne ständig nach der nächsten außerordentlichen Erscheinung zu verlangen.

Die Rolle darf für einen Augenblick ruhen

Die Begegnung mit dem Diplomaten öffnet eine andere Tür. Ein Amt kann wichtig sein und dennoch nicht alles über den Menschen sagen. Dasselbe gilt für unsere eigenen Rollen als Eltern, Lehrende, Lernende oder Verantwortliche. Sie verdienen Sorgfalt; sie müssen aber nicht jede innere Regung bestimmen.

Vielleicht entsteht ein wenig Freiheit, wenn wir einen Augenblick lang nicht erklären, warum wir bedeutsam, erfolgreich oder im Recht sind. Dann kann ein Gespräch von Mensch zu Mensch beginnen. Das bedeutet keine Flucht aus der Verantwortung. Wer weniger an seinem Ansehen festhält, kann sogar freier dienen.

So führen die beiden Erinnerungen zu einer gemeinsamen Anregung: Sammlung und Zuwendung gehören zusammen. Ein stilles Herz kann eine Schale reichen, einen Boden reinigen oder einen Besucher willkommen heißen. Die folgenden Überlegungen sind eine heutige Betrachtung der Berichte; sie ergänzen Yogaswamis Lebensgeschichte nicht um erfundene Ereignisse.

Nataraja: Shivas Tanz als Bild göttlicher Gegenwart und befreiender Gnade.

Spirituelle Bedeutung

Yogaswamis Lieder lassen Gottesliebe und Erkenntnis miteinander klingen. Die Verehrung des Gurus, das Singen und der Dienst gehören zu einem Weg, auf dem die Gegenwart Shivas im eigenen Leben gesucht wird.

Werke und weiterführende Texte

Beziehungen zu anderen Persönlichkeiten

Chellappaswami war sein unmittelbarer Lehrer, Kadaitswami dessen Guru. Sivaya Subramuniyaswami wurde 1949 von Yogaswami initiiert und trug die Tradition weiter. Bodhinatha Veylanswami steht in dieser späteren Lehrerfolge; er war kein persönlicher Schüler Yogaswamis.

Anregungen für Yoga und Meditation

Lass vor einer alltäglichen Arbeit das Bedürfnis nach Anerkennung einen Moment ruhen. Im Yoga lässt sich dies als bewusste Verbindung von Achtsamkeit, Mitgefühl und tätiger Verantwortung üben. Eine kurze Meditation kann damit beginnen, den Atem natürlich fließen zu lassen und die gewählte Anregung ohne Selbstverurteilung zu betrachten. Entscheidend ist anschließend eine kleine, tatsächlich ausgeführte Handlung.

Symbolbild: Hingabe und innere Sammlung lassen das Herz weit werden.

Ein Gedanke für den Alltag

Erfülle heute eine schlichte Aufgabe mit derselben Aufmerksamkeit, die du einer Meditation schenken würdest.

Videos zur Vertiefung

Diese Videos laden dazu ein, die angesprochenen Themen durch eigene Praxis zu vertiefen.

Satsang und Meditation mit Sukadev - Yoga Vidya Live Ritual Kirtan singen 07:00 Uhr 26.07.2020

Anahata Chakra Pendel-Meditation für Liebe und Freude

Siehe auch

Quellen und Literatur

  1. ↑ Hinduism Today: Yogaswami, Juni 1994.
  2. ↑ The Lion of Lanka, darin Sam Wickramasinghes persönlicher Erinnerungsbericht.
  3. ↑ James George, Erinnerungen, wiedergegeben in The Lion of Lanka.

Seminare

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