Netra Dana – ein Spiegelpaar für Klarheit und guten Ruf schenken
Netra Dana – ein Spiegelpaar für Klarheit und guten Ruf schenken bezeichnet in dieser Festordnung die Schenkung von zwei Spiegeln. Eine Frau überreicht an Makara Sankranti das saubere Spiegelpaar und verbindet es mit dem Wunsch, klar zu sehen und selbst mit einem guten Ruf in Erscheinung zu treten. Der Name Netra bedeutet Auge; hier wird ausdrücklich das „Augen“ genannte Spiegelpaar verschenkt. Sein heller, unverstellter Widerschein gibt dem kurzen Gebet seine besondere Bildsprache.
Netra Dana gehört zu den eigenständig benannten Schenkungsriten dieses Handbuchs. Die Anleitung folgt dem Abschnitt über Schenkungen zum Sonnenübergang im Puja Samuccaya von Vasudeva Lakshmana Panshikar. Die dort beschriebene Smarta-Hauspraxis nennt Frauen als Ausführende. Anlass ist der Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Makara; den örtlichen Festtag und die günstige Festzeit entnimmst du einem Panchanga. Eine bestimmte Uhrzeit schreibt dieser Einzelritus nicht vor.

Vorbereitung
Die kurze Feier kann zu Hause an einem sauberen Platz stattfinden, an dem die Gabe vorbereitet und übergeben werden kann. Die gebende Frau spricht das Gebet selbst; eine kundige Person kann sie bei der Vorbereitung begleiten. Der Text verlangt für diesen Schenkungsritus keine eigene Priesterleitung. Die allgemeine Anfangsregel dieses Quellenabschnitts nennt einen Brahmanen als Empfänger. Eine Schenkung an andere Menschen ist als heutige Erweiterung möglich; sie wird damit nicht zur historischen Empfängerregel erklärt.
Bereite vor: zwei saubere, unbeschädigte Spiegel; eine standfeste Unterlage und sichere Verpackung für die Übergabe; eine frische Blüte, etwas Sandelpaste und eine kleine Geldgabe.
Vollständiger Ablauf
1. Die Gabe vorbereiten
Reinige beide Spiegel und stelle sie sicher nebeneinander. Die verehrte Gabe ist das Paar; es wird gemeinsam übergeben. Bringe keine Farbe oder Sandelpaste auf die Spiegelflächen, sondern gegebenenfalls auf den Rahmen.
2. Den Entschluss sprechen
Nenne Ort, Datum und das Fest Makara Sankranti. Sprich zunächst den gemeinsamen Anliegensteil des Sankalpa:
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle
Bedeutung: Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.
Füge das besondere Anliegen dieser Schenkung hinzu:
sakalārthadarśananirmalakīrtirūpādimaṃgalāvāptaye
Bedeutung: Um alle Dinge klar zu sehen und lauteren Ruf, Schönheit und weitere glückverheißende Gaben zu erlangen.
Schließe den Entschluss in dieser heutigen Hausfassung auf Deutsch ab:
„Heute werde ich Netra Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für klare Wahrnehmung, einen lauteren Ruf und Wohlergehen zu beten.“
Der gemeinsame Anliegensteil ist vollständig ausgeschrieben. Die Quelle kürzt den abschließenden Handlungssatz ab; hier wird er deshalb ausdrücklich auf Deutsch gesprochen.
3. Gabe und Empfänger ehren
Begrüße die empfangende Person respektvoll. Ehre die vorbereitete Gabe und die Person, wie es die gemeinsame Anfangsregel des Handbuchs verlangt. Für diese schlichte Hausausführung kannst du eine frische Blüte dazulegen und die empfangende Person freundlich willkommen heißen; dies konkretisiert die nicht näher ausgeschriebene Ehrung. Halte Nahrung und Gebrauchsflächen sauber.
4. Mit dem vollständigen Gebet schenken
Sprich vor dem Spiegelpaar den vollständigen Vers. Überreiche danach beide Spiegel zusammen an die empfangende Person; sichere die Kanten und das Glas für den Transport.
sarvārthadarśanaṃ puṇyaṃ rūpakīrtivivardhanaṃ|
kṣemapradaṃ prayacchāmi nirmalaṃ darpaṇadvayaṃ||
Bedeutung: Ich überreiche dieses reine Spiegelpaar: Es zeigt die Dinge, ist heilvoll, lässt Schönheit und guten Ruf gedeihen und schenkt Wohlergehen.
5. Die Schenkung abschließen
Überreiche die gesonderte Dakshina als Geldgabe; bei mehreren Empfängern verteilst du sie passend. Die Quelle stellt diese Ergänzung an das Ende der gemeinsamen Schenkungsordnung. Danke für die Annahme. Die übergebenen Gegenstände bleiben beim Empfänger. Räume den Platz auf und kompostiere die verwendeten Blüten.
Nimm dir als persönliche Vertiefung vor, einen anderen Menschen heute aufmerksam und ohne vorschnelle Bewertung anzusehen. Diese Anregung ergänzt das überlieferte Schenkungsgebet.
Zusammenhängende Rezitation
Die folgenden Fassungen enthalten den gemeinsamen Anliegensteil, das besondere Anliegen und die Schenkungsgebete. Die ausdrücklich angegebenen deutschen Schlussworte gehören an den bezeichneten Stellen dazu; abgekürzte Sanskritenden werden nicht ergänzt.
IAST
Gemeinsamer Anliegensteil
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle
Besonderes Anliegen
sakalārthadarśananirmalakīrtirūpādimaṃgalāvāptaye
Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Netra Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für klare Wahrnehmung, einen lauteren Ruf und Wohlergehen zu beten.“
Schenkungsgebet
sarvārthadarśanaṃ puṇyaṃ rūpakīrtivivardhanaṃ|
kṣemapradaṃ prayacchāmi nirmalaṃ darpaṇadvayaṃ||
Devanagari
Gemeinsamer Anliegensteil
मम श्रीसवितृप्रीतिद्वारा सकलपापक्षयपूर्वकं इह जन्मनि जन्मांतरे च स्थिरसौभाग्यकुलाभिवृद्धिधनधान्यसमृद्धिदीर्घायुः पुष्टिमहैश्वर्यमंगलाभ्युदयसुखसंपदादिकल्पोक्तफलसिद्धये अस्मिन्मकरसंक्रमपुण्यपर्वकाले
Besonderes Anliegen
सकलार्थदर्शननिर्मलकीर्तिरूपादिमंगलावाप्तये
Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Netra Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für klare Wahrnehmung, einen lauteren Ruf und Wohlergehen zu beten.“
Schenkungsgebet
सर्वार्थदर्शनं पुण्यं रूपकीर्तिविवर्धनं।
क्षेमप्रदं प्रयच्छामि निर्मलं दर्पणद्वयं॥
Deutsche Bedeutung
Gemeinsamer Anliegensteil
Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.
Besonderes Anliegen
Um alle Dinge klar zu sehen und lauteren Ruf, Schönheit und weitere glückverheißende Gaben zu erlangen.
Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Netra Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für klare Wahrnehmung, einen lauteren Ruf und Wohlergehen zu beten.“
Schenkungsgebet
Ich überreiche dieses reine Spiegelpaar: Es zeigt die Dinge, ist heilvoll, lässt Schönheit und guten Ruf gedeihen und schenkt Wohlergehen.
Quelle und weitere Praxis
- Vasudeva Lakshmana Panshikar: Puja Samuccaya, Abschnitt 79, „Saṅkrāntidānāni“, Einzelabschnitt „नेत्रदानं“; Sanskritvolltext.
Die gemeinsame Anfangsregel dieses Kapitels gilt ausdrücklich auch für die folgenden Einzelgaben: Entschluss, Ehrung von Gabe und Empfänger sowie abschließende Dakshina. Die vollständig angegebenen Sanskritverse sind die jeweiligen Schenkungsgebete. Die ausdrücklich bezeichneten deutschen Schlussworte, der einfache Blumengruß und die Hinweise zum häuslichen Umgang mit den Gaben sind heutige praktische Ausführungen dieser Ordnung.
Siehe auch: Dana, Makara Sankranti, Surya, Karma Yoga.
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