Navaratri Ghatasthapana – Durga im keimenden Saatgefäß willkommen heißen
Navaratri Ghatasthapana – Durga im keimenden Saatgefäß willkommen heißen: Die Navaratri Ghatasthapana ist die häusliche Aufstellung eines heiligen Wassergefäßes zu Beginn der neuntägigen Navaratri. Das Gefäß steht in einer Schale mit keimendem Saatgut und wird als Sitz Durgas verehrt. Während aus unscheinbaren Körnern grüne Halme wachsen, bittet die Familie um Schutz, Lebenskraft und einen guten inneren Neubeginn. Die Anleitung folgt der Hausform bei Drik Panchang und verbindet die Ghatasthapana mit ihrer täglichen Betreuung und dem abschließenden Aufheben des Festplatzes.
Zeit, Ort und Materialien
Die Aufstellung findet an Shukla Pratipada zu Frühlings- oder Herbst-Navaratri statt. Drik Panchang bevorzugt das erste Drittel des Tages; als weitere Möglichkeit nennt die Anleitung Abhijit Muhurta. Bestimme das Zeitfenster für deinen Ort. Nach dieser Fassung wird nicht nachts und nicht an Amavasya aufgestellt. Eine erwachsene Person kann die Hausform mit der Familie ausführen.
Bereite einen ruhigen Altarplatz, eine breite Tonschale, saubere Erde und eine keimfähige Mischung aus sieben Getreide- beziehungsweise Saatarten (Sapta Dhanya) vor. Hinzu kommen ein kleines Ton- oder Metallgefäß, Wasser, heiliger Faden, etwas Duftstoff, eine Betelnuss, Münzen, Durva, ungebrochene Reiskörner (Akshata), fünf Mango- oder Ashokablätter, ein Deckel, eine ungeschälte Kokosnuss, roter Stoff, Blumen, eine Lampe, Räucherwerk sowie Früchte oder Süßspeisen. Für die Lampe dient Ghee (bzw. Pflanzenöl); Pflanzenöl wird hier als heutige Alternative angeboten.
Aufstellung
1. Die Saat vorbereiten
Fülle eine erste Erdschicht in die breite Schale und streue Saat darauf. Bedecke sie mit einer zweiten Erdschicht und streue am Rand nochmals Saat. Schließe mit einer dritten Erdschicht ab und befeuchte sie vorsichtig. Die Schale soll feucht, nicht überflutet sein.
2. Das Wassergefäß füllen
Binde den Faden um den Hals des Kalasha. Fülle Wasser bis zum Hals hinein und gib Betelnuss, Duftstoff, Durva, einige Akshata und die Münzen dazu. Ordne fünf Blätter am Rand an. Lege den Deckel auf und gib etwas rohen Reis darauf.
3. Die Kokosnuss aufsetzen
Wickle die ungeschälte Kokosnuss in den roten Stoff und sichere beides mit Faden. Setze sie auf das Gefäß. Stelle den fertigen Kalasha standfest in die Mitte der Saatschale. Schmücke den Platz mit Blumen.
4. Durga einladen
Falte die Hände und bitte Durga, die Verehrung anzunehmen und für die neun Festtage im Kalasha gegenwärtig zu sein. Die Installationsbeschreibung schreibt hierfür keinen festen Sanskritvers vor. Eine freie deutsche Formulierung lautet: „Durga, göttliche Mutter, sei in diesen neun Tagen in unserem Haus verehrt. Nimm unsere Hingabe an und stärke in uns Mut und Mitgefühl.“
5. Fünf Gaben reichen
Führe die in dieser Quelle beschriebene Panchopachara Puja in ihrer Reihenfolge aus: Zeige zuerst die entzündete Lampe vor dem Gefäß. Bringe danach Räucherduft dar, lege Blumen hin, reiche einen geeigneten Duftstoff und stelle schließlich Früchte oder Süßspeisen als Naivedya davor. Verneige dich und teile die Speise anschließend als Prasad.
Während der Festtage
Betreue den Platz täglich: Halte die Erde maßvoll feucht, erneuere verwelkte Blumen und wiederhole die fünf Gaben. Eine dauerhaft unbeaufsichtigte Flamme gehört nicht zu dieser Anleitung. Das wachsende Grün erinnert an die Geduld, mit der auch eine hilfreiche Gewohnheit gepflegt wird.
Verehre Durga und den Kalasha nochmals mit den fünf Gaben. Sprich dann die vollständige Kshama Prarthana, die Drik Panchang für den Festabschluss nennt:
aparādhasahasrāṇi kriyante 'harniśaṃ mayā |
dāso 'yam iti māṃ matvā kṣamasva parameśvari || 1 ||
Übersetzung: Tausende Fehler begehe ich bei Tag und Nacht. Sieh mich als deinen Diener an und vergib mir, höchste Herrin.
āvāhanaṃ na jānāmi na jānāmi visarjanam |
pūjāṃ caiva na jānāmi kṣamyatāṃ parameśvari || 2 ||
Übersetzung: Ich verstehe das Einladen nicht, nicht das Verabschieden und auch nicht die Verehrung. Möge mir verziehen sein, höchste Herrin.
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ sureśvari |
yat pūjitaṃ mayā devi paripūrṇaṃ tad astu me || 3 ||
Übersetzung: Was ich ohne hinreichende Mantras, Handlungen und Hingabe verehrt habe, Herrin der Götter, möge durch dich vollständig werden.
aparādhaśataṃ kṛtvā jagadambeti coccaret |
yāṃ gatiṃ samavāpnoti na tāṃ brahmādayaḥ surāḥ || 4 ||
Übersetzung: Wer nach hundert Fehlern „Mutter der Welt“ ruft, erreicht eine Zuflucht, die selbst Brahma und die anderen Götter so nicht erreichen.
sāparādho 'smi śaraṇaṃ prāptas tvāṃ jagadambike |
idānīm anukampyo 'haṃ yathecchasi tathā kuru || 5 ||
Übersetzung: Ich bin mit Fehlern behaftet und habe bei dir Zuflucht gesucht, Mutter der Welt. Erbarme dich nun meiner; handle, wie du es für richtig hältst.
ajñānād vismṛter bhrāntyā yan nyūnam adhikaṃ kṛtam |
tat sarvaṃ kṣamyatāṃ devi prasīda parameśvari || 6 ||
Übersetzung: Was aus Unwissenheit, Vergessen oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, möge alles verziehen werden. Sei gnädig, Göttin, höchste Herrin.
kāmeśvari jaganmātaḥ saccidānandavigrahe |
gṛhāṇārcām imāṃ prītyā prasīda parameśvari || 7 ||
Übersetzung: Kameshvari, Mutter der Welt, Verkörperung von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, nimm diese Verehrung liebevoll an. Sei gnädig, höchste Herrin.
guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt sureśvari || 8 ||
Übersetzung: Du Hüterin des Geheimsten, nimm unsere Rezitation an. Möge sie durch deine Gnade gelingen, Göttin, Herrin der Götter.
śrīdurgārpaṇam astu |
Übersetzung: Es sei der heiligen Durga dargebracht.
Nimm anschließend die Kokosnuss ab. Besprenge das Haus mit etwas Kalashawasser und den Blättern; gib das übrige Wasser an die Wurzeln einer geeigneten Pflanze. Bewahre die Münzen am Ort der Haushaltsmittel auf. In der hier gewählten, ebenfalls bei Drik Panchang genannten Variante wird die frische Kokosnuss als Prasad geteilt. Einige Halme können als Segenszeichen aufbewahrt werden. Gib verbleibende Pflanzenreste würdig zurück an die Erde; dies ist eine heutige örtliche Anpassung der überlieferten Übergabe an ein heiliges Gewässer. Reinige und bewahre die Gefäße auf.
Devanagari der Abschlussrezitation
अपराधसहस्राणि क्रियन्तेऽहर्निशं मया ।
दासोऽयमिति मां मत्वा क्षमस्व परमेश्वरि ॥१॥
आवाहनं न जानामि न जानामि विसर्जनम् ।
पूजां चैव न जानामि क्षम्यतां परमेश्वरि ॥२॥
मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं सुरेश्वरि ।
यत्पूजितं मया देवि परिपूर्णं तदस्तु मे ॥३॥
अपराधशतं कृत्वा जगदम्बेति चोच्चरेत् ।
यां गतिं समवाप्नोति न तां ब्रह्मादयः सुराः ॥४॥
सापराधोऽस्मि शरणं प्राप्तस्त्वां जगदम्बिके ।
इदानीमनुकम्प्योऽहं यथेच्छसि तथा कुरु ॥५॥
अज्ञानाद्विस्मृतेर्भ्रान्त्या यन्न्यूनमधिकं कृतम् ।
तत्सर्वं क्षम्यतां देवि प्रसीद परमेश्वरि ॥६॥
कामेश्वरि जगन्मातः सच्चिदानन्दविग्रहे ।
गृहाणार्चामिमां प्रीत्या प्रसीद परमेश्वरि ॥७॥
गुह्यातिगुह्यगोप्त्री त्वं गृहाणास्मत्कृतं जपम् ।
सिद्धिर्भवतु मे देवि त्वत्प्रसादात्सुरेश्वरि ॥८॥
श्रीदुर्गार्पणमस्तु ।
Quellen
- Drik Panchang: Ghatasthapana Puja Vidhi; vollständige Aufstellung und fünf Gaben.
- Drik Panchang: Navratri FAQ, Fragen 14–15 und 18–20; Saatpflege und Festabschluss.
- Drik Panchang: Durga Saptashati Kshama Prarthana, vollständiger überlieferter Sanskrittext in acht Versen.
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