Narayana Naivedya mit fünf Prana Mudras
Narayana Naivedya mit fünf Prana Mudras führt durch eine Vaishnava-Speisedarbringung, bei der die fünf Lebenskräfte mit Mudras geehrt werden. Die Gabe wird zu einer Erinnerung daran, dass Nahrung, Lebenskraft und göttliche Gegenwart zusammengehören.

Umfang: In sich abgeschlossene Speisedarbringung mit vollständig ausgeschriebenen Formeln, fünf Prana-Mudras und Abschlusswasser.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für mit Puja und Mantra vertraute Menschen. Benötigt werden ein Narayana-Bild, eine kleine vegetarische Speise, Wasser, Blüte, Teller und Auffangschale. Dauer: ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten. Diese Darbringung kann eigenständig oder als Speiseteil einer Puja vollzogen werden.
Die Speisedarbringung kann einen entsprechenden Teil der Krishna Puja oder der Großen Yoga Vidya Puja ergänzen. Das Narayana Sukta vertieft die Betrachtung Narayanas. Der hier beschriebene Ablauf ist in sich vollständig ausgeschrieben.
1. Speise und Wasser bereitstellen
Stelle eine kleine Portion frisch zubereiteter vegetarischer Speise auf einen sauberen Teller vor das Narayana-Bild. Bereite eine eigene Tasse frisches Wasser für die symbolischen Trinkgaben und eine Auffangschale vor. Lege eine Blüte bereit. Für die rituellen Wassertropfen genügen sehr kleine Mengen; Speise und Trinkwasser sollen sauber bleiben. Vergegenwärtige Narayana als den, der das Leben trägt.
Bringe vor der Speise drei kleine Wassergaben in die Auffangschale dar. Sprich bei jeder Gabe die zugehörige Formel vollständig:
| Gabe | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Wasser für die Füße | oṃ namo nārāyaṇāya | etat pādyaṃ nārāyaṇāya namaḥ | | Om. Verehrung Narayana. Dieses Fußwasser gilt Narayana. |
| Ehrenwasser | oṃ namo nārāyaṇāya | idam arghyaṃ nārāyaṇāya namaḥ | | Om. Verehrung Narayana. Dieses Ehrenwasser gilt Narayana. |
| Wasser zum Mundspülen | oṃ namo nārāyaṇāya | idam ācamanīyaṃ nārāyaṇāya namaḥ | | Om. Verehrung Narayana. Dieses Mundspülwasser gilt Narayana. |
2. Die Speise rituell vorbereiten
Besprenge den Rand des Speisetellers mit wenigen Tropfen Wasser und sprich:
phaṭ
Phat: rituelle Abgrenzung.
Führe die rechte Hand als einfache Schutzgeste über den Teller. Sprich nacheinander:
yaṃ
raṃ
vaṃ
Yam, Ram und Vam sind die Bijas von Wind, Feuer und Wasser beziehungsweise Nektar.
Stelle dir bei Yam vor, dass störende Eindrücke verwehen; bei Ram, dass sie im Licht vergehen; bei Vam, dass die Gabe von Nektar durchdrungen wird. Diese Betrachtung ist rituell, keine Veränderung der Lebensmittelhygiene. Sprich danach achtmal:
oṃ namo nārāyaṇāya
Om. Verehrung Narayana.
Zeige die Dhenu-Mudra: Berühre mit der linken Zeigefingerspitze die rechte Mittelfingerspitze und mit der rechten Zeigefingerspitze die linke Mittelfingerspitze. Verbinde außerdem den linken Ringfinger mit dem rechten kleinen Finger und den rechten Ringfinger mit dem linken kleinen Finger. Halte die Daumen voneinander frei und die verbundenen Fingerspitzen nach unten. Halte die Hände kurz über den Teller und sprich vaṃ. Löse die Hände wieder.
3. Die Gabe Narayana überreichen
Lege die Blüte vor Narayana und sprich:
oṃ namo nārāyaṇāya
Om. Verehrung Narayana.
Stelle dir vor, dass Licht vom Angesicht Narayanas zur Gabe gelangt. Gib einen Wassertropfen neben den Speiseteller in die Auffangschale und sprich:
oṃ namo nārāyaṇāya svāhā
Om. Verehrung Narayana. Ihm sei diese Gabe dargebracht.
Sprich anschließend:
oṃ namo nārāyaṇāya | etan naivedyaṃ nārāyaṇāya namaḥ |
Om. Verehrung Narayana. Diese Speisegabe gilt Narayana; Verehrung sei ihm.
Hebe den Teller etwas an und sprich:
oṃ nivedayāmi bhavate juṣāṇedaṃ havir hare |
Om. Ich bringe es dir dar. Nimm diese Opfergabe an, o Hari.
Stelle den Teller wieder ab. Überreiche symbolisch etwas Wasser, indem du es in die Auffangschale gibst, und sprich:
nārāyaṇāya etaj jalam amṛtopastaraṇam asi |
Dieses Wasser ist für Narayana bestimmt. Du, Wasser, bist die Unterlage aus Nektar.
4. Die fünf Prana-Mudras zeigen
Halte die linke Hand geöffnet wie eine Lotusschale; dies ist hier die Grasa-Geste des Empfangens. Bilde mit der rechten Hand nacheinander die fünf angegebenen Mudras und sprich jeweils die ganze Formel.
| Prana | Handlung der rechten Hand | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Prana | Kleinen Finger und Ringfinger an die Daumenspitze führen. | oṃ prāṇāya svāhā | Om. Der aufnehmenden Lebenskraft sei diese Gabe dargebracht. |
| Apana | Zeigefinger und Mittelfinger an die Daumenspitze führen. | oṃ apānāya svāhā | Om. Der abwärts gerichteten Lebenskraft sei diese Gabe dargebracht. |
| Vyana | Mittelfinger und Ringfinger an die Daumenspitze führen. | oṃ vyānāya svāhā | Om. Der sich im Körper verteilenden Lebenskraft sei diese Gabe dargebracht. |
| Udana | Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger an die Daumenspitze führen. | oṃ udānāya svāhā | Om. Der aufwärts gerichteten Lebenskraft sei diese Gabe dargebracht. |
| Samana | Alle vier Fingerspitzen an die Daumenspitze führen. | oṃ samānāya svāhā | Om. Der ausgleichenden Lebenskraft sei diese Gabe dargebracht. |
Die Zuordnung von Vyana und Udana folgt bewusst dem Brihat Tantrasara; andere Ritualquellen ordnen diese beiden Handformen anders zu.
5. Die Gabe vollenden
Berühre an beiden Händen jeweils die Ringfingerspitze mit dem Daumen. Halte die Hände zur Speise und sprich:
ṭhrauṃ namaḥ parāya antarātmane aniruddhāya naivedyaṃ kalpayāmi |
Thraum. Verehrung dem Höchsten, dem inneren Selbst, Aniruddha: Ich bereite die Speisegabe.
Gib anschließend vier kleine Wassergaben in die Auffangschale. Sprich vor jeder Gabe vollständig:
oṃ namo nārāyaṇāya | nārāyaṇaṃ tarpayāmi |
Om. Verehrung Narayana. Ich erfreue Narayana durch diese Gabe.
Gib eine weitere kleine Wassergabe und sprich:
nārāyaṇāya etaj jalam amṛtāpidhānam asi |
Dieses Wasser ist für Narayana bestimmt. Du, Wasser, bist die Bedeckung aus Nektar.
Vergegenwärtige, wie das zur Gabe ausgestrahlte Licht in Narayanas Angesicht zurückkehrt. Biete abschließend symbolisch Wasser zum Spülen des Mundes an und sprich:
oṃ namo nārāyaṇāya | idam ācamanīyaṃ nārāyaṇāya namaḥ |
Om. Verehrung Narayana. Dieses Wasser zum Mundspülen gilt Narayana; Verehrung sei ihm.
6. Dank und Prasad
Verweile einen Augenblick in der Vorstellung, dass Narayana die Gabe annimmt. Verneige dich mit zusammengelegten Händen. Die Speise kann nun als Prasad geteilt und achtsam gegessen werden. Wenn die Darbringung Teil einer größeren Puja war, kehre zu deren bereits festgelegtem Abschluss zurück; für sich ist diese Speiseandacht mit dem Dank beendet.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag über die Einheit von Atman und Brahman. Der Beitrag ergänzt die Anleitung; der konkrete Ritualablauf steht oben.
Siehe auch
Seminare
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die angegebenen Versnummern sind abschnittsinterne Nummern. Vishnu-/Ashtakshara-Abschnitt, lokaler Vers 99 und anschließende Prosa: Besprechung der Speise, fünf Prana-Mudras, Aniruddha-Formel, vier Tarpana-Gaben und abschließendes Wasser. Die im Text verwendeten Stellvertreter amukadevatā sind durch Narayana ersetzt; jede Formel steht vollständig. Die Druckformen „apānāyā“ und „svāha“ sind zu apānāya und svāhā normalisiert. Die ungewöhnliche Bija-Lesung ṭhrauṃ wird beibehalten. Statt der im Quellablauf zusätzlich genannten Chakra-Mudra wird eine einfache Schutzgeste ausdrücklich als praktische Vereinfachung beschrieben. Die vorangehende vollständige äußere Vishnu-Puja mit Gefolge gehört nicht zu diesem Speiseritual. Die Handzuordnungen folgen dieser Quelle; sie sind nicht mit Mantramahodadhi 22.132–134 vereinheitlicht.