Nagadashta Uddharana Panchami

Aus Yogawiki

Nagadashta Uddharana Panchami – ein Jahresgedenken für durch Schlangenbiss verstorbene Angehörige ist ein Jahresgelübde zum Gedenken an einen Angehörigen, der durch einen Schlangenbiss gestorben ist. Die monatliche Verehrung der Nagas verbindet Trauer mit Gastfreundschaft und der Bitte um einen guten Weg für den Verstorbenen. Das Bhavishya Purana nennt ausdrücklich Eltern, Geschwister, Kinder und Ehepartner als mögliche Angehörige. Die Handlung wird von einem Hinterbliebenen getragen; eingeladene Brahmanen und zum Jahresabschluss ein kundiger Erzähler nehmen die Gaben entgegen.

Diese Anleitung folgt dem eigenständigen Gedenkabschnitt in Brahmaparvan 32.44–59. Sie ist ein Gelübde der puranischen Überlieferung und keine Behandlung eines Schlangenbisses. Die alte Erzählung spricht von einer Befreiung des Verstorbenen aus einer Schlangenexistenz. Diese religiöse Vorstellung wird hier als Hintergrund der Gedenkhandlung kenntlich gemacht, nicht als feststellbare Aussage über das Schicksal eines geliebten Menschen.

Kalender und Material

Die gewählte Bhavishya-Fassung beginnt an der dunklen Panchami im Monat Bhadrapada. Es folgen insgesamt zwölf monatliche Panchami-Termine derselben Monatshälfte. Der Krityakalpataru überliefert für den Beginn eine abweichende helle Monatshälfte; diese wird nicht mit der hier gewählten Kalenderfolge vermischt. Plane die Termine mit einem örtlichen Panchanga.

Für die Verehrung werden fünf Schlangendarstellungen benötigt. Die Quelle lässt gemalte Bilder, Silber, Holz oder Ton zu. Für diese Anleitung wird die ausdrücklich erlaubte Tonfassung gewählt: Bereite fünf saubere Tonschlangen auf einer Unterlage vor. Der Abschnitt nennt eine Fünfergruppe, während die zwölf folgenden Namen den Monaten zugeordnet sind.

Bereite Blüten, Duft und Räucherwerk sowie eine Gastmahlzeit mit Payasa, einem Milchreis, und Modakas, süßen gefüllten Klößchen, vor. Verwende Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Die pflanzliche Ausführung ist die vegane Praxisfassung. Für die im Text genannten Blüten können die ausdrücklich genannten Jasminblüten gewählt werden; giftiger Oleander muss nicht verwendet werden.

Monatlicher Ablauf

1. Chaturthi: eine Mahlzeit und die innere Widmung
Am vierten Mondtag vor der Panchami sieht die Quelle Ekabhukta, eine Mahlzeit, vor. Lege dafür eine dir mögliche Tageszeit fest; die Quelle bestimmt keine Stunde. Erinnere dich ruhig an den verstorbenen Angehörigen und widme ihm die kommende Handlung in deinen eigenen Worten. Ein Sanskrittext zur Nennung seines Namens wird in diesem Abschnitt nicht vorgeschrieben.

2. Panchami: reinigen und die Bilder bereitstellen
Wasche dich und bereite den Verehrungsplatz vor. Die Tonschlangen werden als Naga-Darstellungen zusammen aufgestellt. Eine Himmelsrichtung und eine feste Form des Aufstellungsbildes nennt der Text nicht. Der Panchami-Tag wird bis zur abendlichen Mahlzeit mit Enthaltsamkeit am Tage begangen. Eine persönliche Ernährungsanpassung ist als solche zu verstehen; sie wird nicht als alte Regel ausgegeben.

3. Duft und Blüten darbringen
Lege Jasminblüten vor die Fünfergruppe, bringe Duft und etwas Räucherwerk dar. Verwende eine geeignete Räucherschale. Die Quelle gibt für diese Handlung keine Zahl von Blüten oder Umrundungen an. Sprich den Monatsnamen der Naga-Verehrung aus der folgenden Folge. Die Namen werden hier als im Text vorgeschriebenes Namensgedenken wiedergegeben, ohne unbelegte Zusätze wie Om, Namah oder Svaha.

Monat 1: Bhadrapada

IAST
ananta |

Devanagari
अनन्त ।

Bedeutung
ananta – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 2: Ashvina

IAST
vāsuki |

Devanagari
वासुकि ।

Bedeutung
vāsuki – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 3: Karttika

IAST
śaṅkha |

Devanagari
शङ्ख ।

Bedeutung
śaṅkha – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 4: Margashirsha

IAST
padma |

Devanagari
पद्म ।

Bedeutung
padma – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 5: Pausha

IAST
kambala |

Devanagari
कम्बल ।

Bedeutung
kambala – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 6: Magha

IAST
karkoṭaka |

Devanagari
कर्कोटक ।

Bedeutung
karkoṭaka – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 7: Phalguna

IAST
aśvatara |

Devanagari
अश्वतर ।

Bedeutung
aśvatara – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 8: Chaitra

IAST
dhṛtarāṣṭra |

Devanagari
धृतराष्ट्र ।

Bedeutung
dhṛtarāṣṭra – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 9: Vaishakha

IAST
śaṅkhapāla |

Devanagari
शङ्खपाल ।

Bedeutung
śaṅkhapāla – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 10: Jyeshtha

IAST
kāliya |

Devanagari
कालिय ।

Bedeutung
kāliya – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 11: Ashadha

IAST
takṣaka |

Devanagari
तक्षक ।

Bedeutung
takṣaka – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

Monat 12: Shravana

IAST
piṅgala |

Devanagari
पिङ्गल ।

Bedeutung
piṅgala – Name des in diesem Monat gedachten Naga.

4. Den Gast bewirten
Bewirte anschließend den eingeladenen Brahmanen mit Milchreis und Modakas, zubereitet mit Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Sorge dafür, dass das Essen als vollständige gastliche Mahlzeit genügt. Die Quelle nennt an dieser Stelle keine zusätzlichen Opfermantras und kein Feueropfer.

5. Abends essen und den Monat abschließen
Iss nach Eintritt des Abends deine eigene Mahlzeit. Reinige die Gefäße und bewahre die wiederverwendbaren Bilder für den nächsten Termin auf. Eine monatliche Vernichtung oder Versenkung der Figuren wird nicht verlangt. Wiederhole im folgenden Monat denselben Ablauf mit dem jeweils nächsten Naga-Namen.

Abschluss nach zwölf Monaten

Bewirte nach Vollendung des Jahres mehrere Brahmanen entsprechend deinen Möglichkeiten. Lade dazu einen Kenner der heiligen Erzählungen beziehungsweise Vorleser ein. Überreiche ihm eine mit rotem Ocker gestaltete Schlangendarstellung und ehre ihn mit einer Gabe. Die gewählte Quellfassung nennt an dieser Stelle ausdrücklich die Ockerdarstellung. Wie groß sie ist und welcher Betrag zusätzlich gegeben wird, bleibt offen.

Für eine konkrete Ausführung kannst du eine neue Tonschlange mit Ocker bemalen und auf einer sauberen kleinen Unterlage überreichen. Das ist eine handwerkliche Konkretisierung der überlieferten Bildgabe. Höre gemeinsam die Erinnerung an Astika, der dem Schlangenopfer Einhalt gebot, oder eine andere passende Naga-Erzählung; die Auswahl dieser Lesung ist eine heutige Ausgestaltung der Ehrung des Erzählers.

Der anschließende Quellbericht nennt für den König eine besonders große goldene Schlangengabe und eine Kuhgabe an Vyasa. Diese königliche Ausführung wird nicht als allgemeine Mindestgabe auf jeden Trauernden übertragen. Mit der vereinbarten Bildgabe, Bewirtung und abschließenden Mahlzeit ist die hier gewählte allgemeine Jahresfassung vollzogen.

Raum für Trauer und Erinnerung

Das Gelübde lässt die Erinnerung über ein Jahr regelmäßig wiederkehren. Als heutige Vertiefung kann bei jedem Termin eine hilfreiche Erinnerung an den Verstorbenen ausgesprochen werden. Die Gabe an andere Menschen hält die Verbindung zum Leben offen. Trauer muss dadurch weder verschwinden noch nach einem vorgeschriebenen Zeitplan abgeschlossen sein.


Quellen

  • Bhavishya Purana, Brahmaparvan 1.32.40–59, besonders 44–52; Sanskrittext. Hauptfassung: dunkle Panchami, fünf Darstellungen, zwölf Monatsnamen, Ockerbildgabe an den Erzähler.
  • Lakshmidhara, Krityakalpataru, Vratakanda, Nagadashtoddharana-panchami, Druckseiten 90–93, als Parallelüberlieferung zum Titel. Die dortige helle Monatshälfte und die abweichenden Abschlussgaben sind nicht Grundlage dieses Ablaufs.