Matanga Parameshwara Agama 108 Verse für die spirituelle Praxis

Aus Yogawiki

Matanga Parameshwara Agama 108 Verse für die spirituelle Praxis versammelt 108 unterschiedliche Originalstrophen in deutscher Übersetzung. Sie führen von Matangas Hingabe über Erkenntnis und Sammlung zu Mitgefühl und bewusster Lebensführung. Für Yoga und Meditation kann die zusammenhängende Lektüre den Blick auf das Verhältnis von Einsicht, Übung und Alltag vertiefen.

Die Auswahl folgt dem überlieferten Sinn; benachbarte Nummern können gemeinsam einen Satz bilden. Religiöse Verheißungen und historische Übungsregeln bleiben Aussagen der Schrift. Offene Einzelwortlesungen sind gesammelt nachgewiesen. Die Auswahl ersetzt nicht den vollständigen Matanga Parameshwara Agama; der gleiche Grundtext steht auch unter Matanga Parameshwara Agama Sanskrit Devanagari.

Shiva, auf den Matangas Hingabe gerichtet ist.

Alle Wiki Artikel zum Matanga Parameshwara Agama:

108 Verse für die spirituelle Praxis

1. Seine Unreinheit war im Feuer der Erkenntnis verbrannt, sein Leben im Wasser rechten Handelns gereinigt. Ganz auf Shiva ausgerichtet, ruhte der Weise in tiefer Versenkung.

2. Als Matanga bemerkte, dass sein Geist sich von Shiva entfernt hatte, nahm er sogleich ein gerades, ebenmäßiges und unbeschädigtes Bambusrohr.

3. Sorgfältig glättete und reinigte er es und bohrte die Öffnungen hinein. Bald ließ er darauf einen Klang ertönen, der alle sieben Töne umfasste.

4. Mit freudigem Herzen trat der Weise vor den Dreiäugigen und spielte ihm voller Hingabe auf der Flöte vor.

5. Da offenbarte Hara dem Asketen Matanga seine eigene Gestalt, begleitet von Parvati.

6. Unvermittelt sah der Brahmane Shrikantha, den Lenker des Alls. Er verehrte seine Füße und warf sich vor ihm auf die Erde.

7. Die Hingabe überwältigte ihn. Mit den klaren Tränen seiner Augen wusch er die Füße des Herrn, verneigte sich und begann seinen Lobpreis.

8. Erhabener, du Herr über Vergangenheit und Zukunft, Gebieter über Brahma, Vishnu und Indra! Die Gottheiten des Himmels leuchten durch die Kraft deiner Gnade.

9. Die ganze Welt durchdringst du, alles Bewegliche und Unbewegliche. Selbst jene, die Unrecht getan haben, brauchen nur der Macht deiner Lotosfüße zu gedenken:

10. Ihre angehäuften Verfehlungen werden getilgt, und sie gelangen zur Vollendung. Um wie viel mehr gilt dies für standhafte Weise, deren Geist sich ganz dir überlassen hat!

11. Frei von Verfehlung und Verlangen, ohne Leidenschaft und Kummer, haben diese Yogis den Ozean des Werdens durchquert.

12. Durch deine Gnade, Herr der Götter, ist mein Ziel erfüllt. Was ist daran erstaunlich? Was immer durch eigenes Bemühen erreichbar ist, habe ich erlangt,

13. seit ich dich, den Herrn der Welt, schauen durfte. Lehre mich zum Wohle aller Wesen das herrliche Wissen, das beide Ziele gewährt und mit dem Juwel der Wahrheit geschmückt ist:

14. Wissen, das Unwissenheit auflöst und hinüberführt, verständlich, wohlgeordnet, bedeutungsvoll und ohne Zweifel. Lege es mir in zusammengefasster Form dar.

15. Nun wird von einem nach Erfahrung Strebenden das Wissen dargelegt: Es soll die Folge der Bindungen der Seele aufheben und ihr wahres Sein enthüllen.

16. Dieser höchste, unvergleichliche Nektar der Erkenntnis ist heilsam und frei von Zweifel. Die sechs Grundgegenstände sind seine Edelsteine, gereiht auf den Faden der Sprache.

17. Die Kette leuchtet mit tausend Strahlen der Wirklichkeit und dem Glanz gründlichen Nachdenkens. Sie wurde herabgebracht, um die schöne Einsicht zu schmücken.

18. So gelangen jene vorzüglichen Menschen zur Vollendung, die den großen Herrn beständig durch unterschiedliche Formen der Hingabe und durch rechtschaffene Werke verehren.

19. Sie überschreiten den Bereich der ursprünglichen Natur, sind frei von Leiden und erfahren das Ersehnte. Ihre Tätigkeit lässt sie nicht zurücksinken.

20. Durch Yoga, rechten Lebenswandel oder Einweihung wird, der inneren Ausrichtung entsprechend, die Stätte Sadashivas erreicht. Das Zusammenwirken der vier Wege führt zur Befreiung.

21. Beim unterscheidenden Menschen gelangt die höhere Erkenntnis an ihre höchste Grenze. Darin liegt sein Ziel, das sich durch das Hervortreten einer anderen Eigenschaft zu erkennen gibt.

22. Die Erkenntnis, die aus der Bestimmung des Erfahrenden hervorgeht, heißt in übertragener Rede Shiva-Erkenntnis. Der Schöpfer richtet sie für dessen Bestehen ein: Aus völligem Nichtsein tritt nichts hervor.

23. Nicht einmal das Geringste in der Welt entsteht aus solchem Nichtsein, um wie viel weniger das höchste Shiva-Sein. Der Weg zum höchsten Selbst bringt dieses nicht erst hervor.

24. Damit Erkenntnis offenbar werden kann, erschließt sich der Seele das Shiva-Prinzip. Nun leuchtet sie wie Shiva; mit dem Ende des Körpers ist sie Shiva.

25. So verläuft Erkenntnis für die noch nicht Befreiten. Ist die Seele zu Shiva erwacht, ist sie vollkommen, ganz zur Ruhe gekommen und selbst Herr, ohne Zweifel.

26. Was sich als Verlangen und als „mein“ im Selbst festsetzt, heißt Unwissenheit: der Keim der Seele und die Ursache des Kreislaufs des Werdens.

27. Mit ihr ist die feine, von anfangslosem Karma geprägte Kalā verbunden. Wenn Erkenntnis wie Feuer die Unwissenheit mitsamt Kalā verbrennt,

28. schwinden auch Berauschtheit und die anderen Zustände samt ihren Prägungen. Bei dem Menschen, dessen Karma erschöpft ist, wird im selben Augenblick das grenzenlose Shiva-Sein überall offenbar.

29. Aus Mitgefühl mit allen Wesen werde ich nun das unübertreffliche Verfahren der Einweihung vollständig und mit allen seinen Gliedern darlegen.

30. Für die Einweihung in dieses Tantra eignen sich Menschen, deren Herz Shiva zugewandt ist: standhaft, guter Gemeinschaft zugetan und schädlicher Gemeinschaft abgewandt.

31. Sie dienen mit Freude, sind friedvoll, geduldig und über längere Zeit erprobt. Mit ihrem ganzen Wesen bleiben sie dem Guru verbunden.

32. Die äußeren Regeln der Lebensführung sollen ihnen vertraut sein, und sie sollen ihre eigenen Aufgaben erfüllen. Ihre innere Haltung ist sorgfältig an ihrem Verhalten zu erkennen.

33. Wer die volle rituelle Vollendung sucht, führe das ganze Verfahren aus. Als Räucherstoff dient schwarzes Adlerholz; fehlt es, verwende man Guggulu.

34. Geeignet sind auch andere gut zubereitete Räucherstoffe ohne tierische Körperteile. Man verehre den Herrn mit blauen Wasserlilien oder weißen und roten Lotosblüten.

35. Auch frische, unversehrte Malati-, Mallika- und andere Blüten sind passend. Stehen sie nicht zur Verfügung, bringe man dem höchsten Herrn feste, saftige, zarte Blätter dar.

36. Mit Bilva-Blättern verehre man ihn hingebungsvoll nach den eigenen Möglichkeiten. Das Verfahren dient der rituellen Vollendung; was Befreiung bewirkt, ist Hingabe.

37. Wenn der Wille des Herrn die Seele im Innersten berührt, erwacht ihr Verlangen nach Erkenntnis: Jenseits dieses unreinen Zustands,

38. jenseits des Leidens im Kreislauf des Werdens muss es einen vollkommenen Zustand höchsten Heils geben. Von der höchsten Ursache bewegt, zeigt ihr daraufhin jemand den Weg.

39. Er unterweist sie mit Freude, oder die Einsicht erwacht von selbst. Durch das in ihr wirksame Wissen lässt sie die sieben begrenzenden Glieder hinter sich.

40. Diese Erkenntnis zieht die Seele aus jener Unwissenheit heraus, die sich als begehrendes Verlangen zeigt, und führt sie einem untadeligen Lehrer zu.

41. Erfüllt vom Wunsch nach Freiheit macht sie sich zu ihm auf. Wenn sie seine Wohnstätte erreicht, vollzieht der mit Erkenntniskraft begabte Guru

42. die Einweihung des Schülers, durch die dieser den höchsten Zustand erlangt. Im Grunde ist die Seele schon befreit, sobald Shivas Wille sie trifft.

43. Auch dies ist offenbar das Wirken der Shakti, das in der Einweihung des Menschen seinen Abschluss findet: jene Shiva-wesentliche Erkenntnis, die der Unwissenheit entgegensteht.

44. Dass ein Mensch sich vom schwer zu überwindenden Kreislauf des Werdens abkehrt und dem Höchsten zuwendet, ist das ungehinderte Wirken des Herrn, der allen Gnade schenkt.

45. Unter allen Wesen, von Brahma bis zu den unbeweglichen Lebensformen, kann er der Seele rasch eine Kraft gleich seiner eigenen verleihen, unabhängig von äußeren Bedingungen.

46. So habe ich die Wirklichkeit in ihrer Beziehung zu den übrigen Dingen erläutert. Darum soll Yoga geübt werden: Das Licht von unermesslichem Glanz soll offenbar werden.

47. Ungehindert dient er auch dem Gedeihen der hervorragenden Übenden. Er erwächst aus der Beruhigung des Bewusstseins und der eingeübten Führung des Atems,

48. ferner aus Entschlossenheit, Zeit, beständigem Bemühen und Leidenschaftslosigkeit, bester Weiser, wenn das Leben dem in den Agamas empfangenen Verfahren folgt. Anders wird er nicht offenbar; dies ist meine feste Überzeugung.

49. Vom Verlangen bewegt und von ihrem inneren Träger angetrieben, wenden sich die Sinne ihren jeweiligen Gegenständen zu: dem Klang und den anderen Wahrnehmungen.

50. Auf denselben Wegen führe man die Sinne wieder zurück. Ihre Bewegung wird umgekehrt und in das Innere des Herzlotus gelenkt: So gelingt die Rückwendung.

51. Die zuvor wahrgenommenen Dinge gleichen Perlen: von der Nadel der Erkenntnis durchbohrt, auf den Faden des Geistes gezogen und in der Hand der Einsicht gehalten.

52. Dies ist die Gebetskette der inneren Betrachtung für den, der im Herzlotus ruht. Den vom Herzensgrund fortgewanderten Geist sammle man wieder ein.

53. Kehrt er ganz in diesen Halt zurück, heißt das Zurücknahme der Sinne. Das Aufnehmen ihrer Gegenstände bringt Nahrung, Befriedigung und heitere Zufriedenheit hervor.

54. Die Zufriedenheit an der Gegenstandswelt wird durch deren Wahrnehmung erhalten. Weil dieses Aufnehmen zurückgenommen und angehalten wird, spricht man von Zurücknahme der Sinne.

55. Meditation ist die unbewegliche Hinwendung des inneren Sehens zur göttlichen Gestalt. Sie ähnelt einer Aufmerksamkeit, die von starker Liebe angezogen wird.

56. Wie ein Liebender seinen zärtlichen Blick trotz Scham und äußerer Hemmung nicht von der Geliebten lösen kann,

57. so ist die Meditation der Meditierenden zu verstehen; sie schenkt die Frucht dieses Weges. Prana bedeutet Lebenswind; auf dem Weg des Kreislaufs des Werdens,

58. wird er als ungetrennt mit dem Bewusstsein verbunden erfahren. Wenn seine Bewegung geregelt und angehalten wird, heißt dies Atemregulierung.

59. Die Brust öffne man, lasse die Arme locker und richte den Rücken aus; seine Bewegung wird als Einziehen beschrieben. Dabei werde der Schulterbereich angehoben.

60. Der Hals bleibe ruhig, fest und gerade, weder verkrampft noch gebeugt. Der Kopf werde eben gehalten.

61. Das Gesicht richte man zwischen Himmel und Erde geradeaus, den Blick zur Nasenspitze. Die Augen seien leicht geschlossen, ohne dass sich die Zahnreihen berühren.

62. Die Zungenspitze ruhe in der Mitte des Gaumens, großer Weiser. Damit ist die Körperausrichtung auf dem Yogaweg sachgemäß dargelegt.

63. Ohne den Geist in Vielheit auseinandergehen zu lassen, werde man dem Meditationsziel gleichartig verbunden. Der so im Yoga Ruhende erscheint nicht mehr davon getrennt.

64. Er nimmt die Eigenschaften dessen an, worüber er meditiert. Gesammelt und über die äußeren Gegenstände hinausgegangen, ruht er, in seinem wahren Wesen offenbar, unverändert in tiefer Versenkung.

65. Bei diesem höchsten Verfahren verschließt er sämtliche Tore der Erfahrung mit zwei Türflügeln aus dem Holz der Zufriedenheit.

66. Diese sind hier fünffach. Auf dem Lager seines Meditationsziels liegend, umarmt er im reinen Licht die liebevolle Gattin seiner Einsicht.

67. Im Tempel des Herzens vertreibt die Lampe des Geistes die Dunkelheit. Dort ruht der König der Yogis, die Augen vom freudigen Yogaschlaf erfüllt.

68. Der Stolz des Denkens ist überwunden. So verweilt er lange, in allen Gliedern erfreut; die äußeren Sinne erwachen nicht.

69. Von den äußeren Gegensätzen unberührt bleibt der Verständige in Versenkung. Wenn der Yogi dadurch Kraft gewinnt und sein Geist nichts begehrt, reifen die bedrängenden Restprägungen sämtlicher Sinnesgegenstände aus.

70. Nun lege ich das Wesentliche des Yoga zusammenfassend dar. Man wähle einen vorzüglichen, stillen Ort, an dem keine Störungen bestehen.

71. Geschützt, eben, rein, unbedrängt und ruhig soll er sein. Dort nehme man eine beständige Yogahaltung ein und richte den Geist auf einen Punkt.

72. Langsam lasse man den Atem aus- und einfließen. So werde der Atemweg nacheinander durch beide Nasenöffnungen gereinigt.

73. Gesammelt und ohne Anhaftung halte man den Atem zur Reinigung zurück und führe ihn weiter. Beständig vollziehe der Übende dieses Verfahren, o Weiser.

74. Ist der Atem gereinigt, verbinde man den Geist nacheinander mit den Stufen. So gelangt der beständig gesammelte Yogi zum höchsten Zustand.

75. Er ist aus dem beklagenswerten Bereich herausgetreten, in dem die Sinne einen leidvollen Strom bilden und vergängliche Gegenstände Mühsal bereiten.

76. Dessen begehrte Dinge sind wie Luftspiegelungen, sein Treiben wie ein ausgespanntes Zaubernetz. Seine Freuden gleichen einem Schattenspiel, sein Leben einer Blase auf dem Wasser.

77. Reichtum ist dort wie ein Blitz; das Leben ist laut und unbeständig wie der Wind. Durch die Kraft des Yoga daraus hervorgetreten, durchdringt der Yogi die Welt, unbewegt und unvergänglich.

78. Mit sicherem Geist schaue man Shiva, den Feinen und Alldurchdringenden. Durch diese Übung wird er überall offenbar.

79. Matanga fragt: Wie lässt sich über den Erhabenen meditieren, wenn er doch jenseits des Geistes ist? Die Antwort lautet: Tritt das gewöhnliche Denken zurück, erscheint dem Meditierenden eine andere, sehr reine Erkenntnis.

80. Durch sie erkennt er diesen Zustand. Sie ist die höchste Vollendung des Meditierenden. Von ihrem Licht erfüllt sieht er das Sichtbare mit seinem Sehen wie im Spiegel, du Gelübdetreuer.

81. Weder übertriebene Unterwürfigkeit noch allzu harte, zornige oder täuschende Rede sei seine Art.

82. Er spreche ohne Unwahrheit und Undeutlichkeit, mit freundlichen, heilsamen Worten, die zum Frieden beitragen; gänzlich nutzlose Rede vermeide er.

83. Wer großzügig ist, helfe mit Arznei, Wasser, einem guten Wort, einer Schlafstatt, Schuhen, einem Schirm oder Nahrung.

84. Auch Gras, Holz, Feuer und persönliche Pflege stelle man auf angemessene Weise bereit. Besonders gilt dies für alte und kranke Menschen, du Gelübdetreuer.

85. Mitgefühl gebietet diese Hilfe auch anderen gegenüber, um wie viel mehr gegenüber Eingeweihten. Nicht einen Augenblick lasse man die Erinnerung an den höchsten Herrn los.

86. Wer auch ohne Verständnis beständig sagt: „So ist es“, heißt der Zustimmende. Wer aber alles, was der Guru sagt, ungeprüft wie Feuer verschlingt,

87. heißt der Feuerartige, der es auf geradem Weg aufnimmt. Wer ohne eigenes Prüfen jedem Weg folgt, auf den man ihn führt,

88. und dabei freudig weitergeht, wird der Wasserartige genannt. Wer hingegen mit seiner Einsicht gründlich prüft und so immer den Sinn des Gurus erfasst,

89. heißt „von prüfender Einsicht“ und gilt als der vorzüglichste Schüler. Damit sind die Schülertypen des großen Gurus beschrieben.

90. Als Menschen, die Befreiung suchen, sind sie für den Tantrakundigen alle gleich. Auf welche Weise der Einzelne zu verstehen vermag,

91. auf eben diese Weise erkläre ihm der Guru die Lehre. Kann jemand den Sinn durch die Gliederung der Wörter erfassen,

92. zerlege man zuerst die Wörter, erläutere danach die Zusammensetzungen und erschließe den Sinn sorgfältig und wohlüberlegt.

93. Der Guru erkläre stets so, dass der zuhörende Schüler ihm wirklich folgen kann.

94. Der Yogi nehme wenig Nahrung und Wasser, hüte seine Rede und beherrsche sich. Gleichmütig, über Gegensätze hinausgewachsen, sei er voller Mitgefühl für alle Wesen.

95. Ob Freund oder Feind, Gewinn oder Verlust, Sieg oder Niederlage: Gleichmut wird in dieser Lehre ausdrücklich vom Yogi verlangt.

96. Der Erkennende bleibe gesammelt und in innerer Vergegenwärtigung verwurzelt. Die ganze äußere Welt, das Bewegliche wie das Unbewegliche, erkennt er als von Maya geprägt.

97. Ohne an ihr zu hängen, wandert der Wissende frei über die Erde. Niemand vermag den aufzuhalten, den Shivas Hinwendung emporgehoben hat.

98. Nun wird die Reinigung erklärt. Zur Reinigung der äußeren Körperteile werden Wasser und Erde empfohlen.

99. Wahrhaftigkeit reinigt den Geist, Selbstbeherrschung und die weiteren Regeln reinigen die Sinne. Der Stolz wird durch das Zur-Ruhe-Kommen gereinigt.

100. Die Einsicht wird durch das Loslassen von Anhaftung gereinigt, bester Weiser; die Lebenswinde durch regelgerecht ausgeführte Atemübung.

101. Für die aus den Gunas bestehende ursprüngliche Natur gilt Meditation als Reinigung. Unterscheidende Erkenntnis reinigt die Seele: So lehrt es der höchste Herr.

102. Oder man bringe zuerst den Lebenswinden von Prana an eine Gabe dar. Danach esse man maßvoll, den eigenen Mitteln entsprechend und im Wissen um die eigene Kraft.

103. Der Asket wie der Haushalter esse nach der Regel so viel, dass seine Kraft ohne Störung erhalten bleibt, du Gelübdetreuer.

104. Er denke: „Niemand ist seinem Wesen nach höher oder niedriger als ich.“ Die ganze Welt betrachte er wie seine eigene Verwandtschaft.

105. Nun erläutere ich dir die Regeln für Shivas Verehrer. Wo Menschen zusammenleben, ist gegenseitige Zuneigung überall zu preisen.

106. Das gilt besonders für die ernsthaft Übenden auf diesem guten Weg. Erhebt sich dabei eine Frage zu einem Gegenstand, der geprüft werden muss,

107. ist es kein Fehler, wenn auch Jüngere mit Älteren darüber sprechen, du Gelübdetreuer. Ein Gespräch zwischen Schüler und Lehrer, das die wahre Wirklichkeit untersucht,

108. höre der verständige Schüler bescheiden an, um selbst zu erkennen. Die Schülerbrüder sollen jedoch nicht vor dem Guru eigenmächtig miteinander debattieren.

Mantras aus dem Matanga Parameshwara Agama

Die sieben folgenden Einträge umfassen ausdrücklich belegte Laut- und Meditationsformeln sowie abgegrenzte Lob- und Dankesworte. Sie sind nicht sämtlich Einweihungsmantras. Die Wiedergabe ergänzt keine unsichere vollständige Formel aus einem Kommentar.

Om – der Pranava

oṃ

Bedeutung: Om; der heilige Laut.

Der Grundtext bezeichnet den Pranava ausdrücklich als einsilbig und Shiva-wesentlich. Das Zeichen ॐ stellt diesen genannten Laut dar; es ist keine aus einem Kommentar ergänzte Formel.

Om Namah Shivaya

ॐ नमः शिवाय

oṃ namaḥ śivāya

Bedeutung: Om, Verehrung Shiva.

Die sechs Silben ergeben sich unmittelbar aus der ausdrücklichen Anweisung des Grundtextes: namaḥ śivāya mit vorangestelltem Pranava. Die offene Kasusendung des erläuternden Satzes betrifft nicht diese Lautfolge.

Shivoham – innere Vergegenwärtigung

शिवोऽहम्

śivo'ham

Bedeutung: Ich bin Shiva.

Im Grundtext eine Meditationsformel: „So vergegenwärtige man“. Das anschließende iti bhāvayet gehört zur Anweisung. Die Formel wird hier nicht als Ersatz für den dort vorausgesetzten Yogaweg dargestellt.

Verehrung, Verehrung Shiva

नमो नमः शिवाय

namo namaḥ śivāya

Bedeutung: Verehrung, nochmals Verehrung Shiva.

Sicher abgrenzbare Schlussformel des Gebets in Caryāpāda 8.19b–21b. Das anschließende iti ist eine Zitatmarkierung; der Sandhi śivāyeti ist entsprechend aufgelöst. Der unsichere vorausgehende Gebetstext wird nicht als vollständige Rezitation ergänzt.

Lobpreis Shivas – zusammenhängender Auszug

भगवन्भूतभव्येश ब्रह्मविष्ण्विन्द्रनायक ।
त्वत्प्रसादगुणाविष्टा दिवि दीव्यन्ति देवताः ॥
भवता निखिलं व्याप्तं जगत्स्थावरजङ्गमम् ।
त्वत्पादाम्बुजसामर्थ्यस्मरणादपि पापिनः ॥
प्रध्वस्तपापनिचयाः सिद्धिभाजो भवन्ति हि ।
किं पुनर्मुनयो धीरास्त्वय्येवार्पितचेतसः ॥
विमुक्ताः सर्वपापेभ्यो योगिनो विगतस्पृहाः ।
विरजस्का विशोकाश्च व्यतिक्रान्तभवार्णवाः ॥

bhagavanbhūtabhavyeśa brahmaviṣṇvindranāyaka |
tvatprasādaguṇāviṣṭā divi dīvyanti devatāḥ ||
bhavatā nikhilaṃ vyāptaṃ jagatsthāvarajaṅgamam |
tvatpādāmbujasāmarthyasmaraṇādapi pāpinaḥ ||
pradhvastapāpanicayāḥ siddhibhājo bhavanti hi |
kiṃ punarmunayo dhīrāstvayyevārpitacetasaḥ ||
vimuktāḥ sarvapāpebhyo yogino vigataspṛhāḥ |
virajaskā viśokāśca vyatikrāntabhavārṇavāḥ ||

Bedeutung: Erhabener, du Herr über Vergangenheit und Zukunft, Gebieter über Brahma, Vishnu und Indra! Die Gottheiten des Himmels leuchten durch die Kraft deiner Gnade. Die ganze Welt durchdringst du, alles Bewegliche und Unbewegliche. Selbst jene, die Unrecht getan haben, brauchen nur der Macht deiner Lotosfüße zu gedenken: Ihre angehäuften Verfehlungen werden getilgt, und sie gelangen zur Vollendung. Um wie viel mehr gilt dies für standhafte Weise, deren Geist sich ganz dir überlassen hat! Frei von Verfehlung und Verlangen, ohne Leidenschaft und Kummer, haben diese Yogis den Ozean des Werdens durchquert.

Vier vollständige Strophen aus Matangas längerer Anrede. Dieser Auszug ist ein Lobpreis, kein im Text als selbstständiger Bija-Mantra bezeichneter Spruch. Religiöse Aussagen über Verfehlung und Befreiung sind Teil seines Gebetskontexts.

Chandesha-Loblied

नमस्ते भूतभव्येश शिवकायात्मने नमः ॥
महोग्ररूपिणे विश्वनाथाय परमात्मने ।
रुद्रायामितवीर्याय पार्वत्यात्मभवाय च ॥
शक्तिगर्भाय चण्डाय विशोकाय महात्मने ।
ज्वलत्परशुहस्ताय दण्डिने सुकपर्दिने ॥
नमस्ते विश्वरूपाय नमस्तेऽग्निवपुष्मते ।
नमस्ते शर्वशर्वाय जगतः कारणाय च ॥

namaste bhūtabhavyeśa śivakāyātmane namaḥ ||
mahograrūpiṇe viśvanāthāya paramātmane |
rudrāyāmitavīryāya pārvatyātmabhavāya ca ||
śaktigarbhāya caṇḍāya viśokāya mahātmane |
jvalatparaśuhastāya daṇḍine sukapardine ||
namaste viśvarūpāya namaste'gnivapuṣmate |
namaste śarvaśarvāya jagataḥ kāraṇāya ca ||

Bedeutung: Verehrung dir, Herr des Vergangenen und Künftigen; Verehrung dir, dessen Wesen Shivas Leib ist. Dem von gewaltig schrecklicher Gestalt, dem Herrn des Alls, dem höchsten Selbst, Rudra von unermesslicher Kraft und dem aus Parvati Hervorgegangenen. Dem im Schoß der Shakti Ruhenden, dem Furchtbaren, dem Kummerlosen, dem Großen; dem mit der leuchtenden Axt, dem Stabträger mit schönem Haar. Verehrung dir von Allgestalt, Verehrung dir mit dem Feuerleib. Verehrung dir, Sharva-Sharva, der Ursache der Welt.

Der Lobpreis beginnt in Kriyāpāda 9.50b und endet mit 9.53. Der vorherige Erzähltext und die anschließende Anweisung zur Verneigung gehören nicht zur Rezitation. Der Name śarvaśarva bleibt entsprechend der erfassten Quelle erhalten.

Dank der Schüler an den Guru

भगवन्धन्या वयं युष्मत्प्रसादतः ॥
प्रध्वस्ताज्ञानकलुषा भवामो हि त्वयि स्थिते ।
प्रसादाभिमुखे नाथे किमन्वेष्यमतः परम् ॥

bhagavandhanyā vayaṃ yuṣmatprasādataḥ ||
pradhvastājñānakaluṣā bhavāmo hi tvayi sthite |
prasādābhimukhe nāthe kimanveṣyamataḥ param ||

Bedeutung: Erhabener, durch deine Gnade sind wir gesegnet. Solange du bei uns bist und uns gnädig zugewandt bleibst, wird die Verunreinigung unserer Unwissenheit zerstört. Was sollten wir darüber hinaus suchen?

Zusammenhängende Dankesworte nach der Unterweisung, Caryāpāda 4.58b ab bhagavan bis 4.59. Ein überlieferter Gebets- und Rezitationstext, kein als eigenständiger Initiationsmantra deklarierter Spruch.

Herkunft und Konkordanz

V = Vidyāpāda, K = Kriyāpāda, Y = Yogapāda, C = Caryāpāda. Die Links führen zur jeweiligen Originalstrophe im Hauptartikel. Die offenen Lesungen der Auswahl sind darunter gesammelt, damit die Versfolge ohne Einzelanmerkungen lesbar bleibt.

Auswahl Originalposition Grundtext Edition / gedruckte Seite / PDF-Seite
1 Vidyāpāda 1.5 Text und Übersetzung Q1977 / 6 / 66
2 Vidyāpāda 1.9 Text und Übersetzung Q1977 / 10 / 70
3 Vidyāpāda 1.10 Text und Übersetzung Q1977 / 10 / 70
4 Vidyāpāda 1.11 Text und Übersetzung Q1977 / 10 / 70
5 Vidyāpāda 1.12 Text und Übersetzung Q1977 / 11 / 71
6 Vidyāpāda 1.13 Text und Übersetzung Q1977 / 11, 12 / 71, 72
7 Vidyāpāda 1.14 Text und Übersetzung Q1977 / 12 / 72
8 Vidyāpāda 1.15 Text und Übersetzung Q1977 / 12 / 72
9 Vidyāpāda 1.16 Text und Übersetzung Q1977 / 12, 13 / 72, 73
10 Vidyāpāda 1.17 Text und Übersetzung Q1977 / 13 / 73
11 Vidyāpāda 1.18 Text und Übersetzung Q1977 / 13 / 73
12 Vidyāpāda 1.24 Text und Übersetzung Q1977 / 15 / 75
13 Vidyāpāda 1.25 Text und Übersetzung Q1977 / 15 / 75
14 Vidyāpāda 1.26 Text und Übersetzung Q1977 / 15 / 75
15 Vidyāpāda 2.1 Text und Übersetzung Q1977 / 21 / 81
16 Vidyāpāda 2.2 Text und Übersetzung Q1977 / 21, 27 / 81, 87
17 Vidyāpāda 2.3 Text und Übersetzung Q1977 / 27 / 87
18 Vidyāpāda 26.61 Text und Übersetzung Q1977 / 566 / 626
19 Vidyāpāda 26.62 Text und Übersetzung Q1977 / 566 / 626
20 Vidyāpāda 26.63 Text und Übersetzung Q1977 / 566 / 626
21 Vidyāpāda 26.69 Text und Übersetzung Q1977 / 571 / 631
22 Vidyāpāda 26.70 Text und Übersetzung Q1977 / 572 / 632
23 Vidyāpāda 26.71 Text und Übersetzung Q1977 / 572 / 632
24 Vidyāpāda 26.72 Text und Übersetzung Q1977 / 573 / 633
25 Vidyāpāda 26.73 Text und Übersetzung Q1977 / 573 / 633
26 Vidyāpāda 26.74 Text und Übersetzung Q1977 / 574 / 634
27 Vidyāpāda 26.75 Text und Übersetzung Q1977 / 574 / 634
28 Vidyāpāda 26.76 Text und Übersetzung Q1977 / 574 / 634
29 Kriyāpāda 1.1 Text und Übersetzung Q1982 / 1 / 146
30 Kriyāpāda 1.146 Text und Übersetzung Q1982 / 32 / 177
31 Kriyāpāda 1.147 Text und Übersetzung Q1982 / 32 / 177
32 Kriyāpāda 1.148 Text und Übersetzung Q1982 / 32 / 177
33 Kriyāpāda 3.75 Text und Übersetzung Q1982 / 61 / 206
34 Kriyāpāda 3.76 Text und Übersetzung Q1982 / 61, 62 / 206, 207
35 Kriyāpāda 3.77 Text und Übersetzung Q1982 / 62 / 207
36 Kriyāpāda 3.78 Text und Übersetzung Q1982 / 62 / 207
37 Kriyāpāda 9.27 Text und Übersetzung Q1982 / 176 / 321
38 Kriyāpāda 9.28 Text und Übersetzung Q1982 / 176, 177 / 321, 322
39 Kriyāpāda 9.29 Text und Übersetzung Q1982 / 177 / 322
40 Kriyāpāda 9.30 Text und Übersetzung Q1982 / 177 / 322
41 Kriyāpāda 9.31 Text und Übersetzung Q1982 / 177 / 322
42 Kriyāpāda 9.32 Text und Übersetzung Q1982 / 177 / 322
43 Kriyāpāda 9.33 Text und Übersetzung Q1982 / 177, 178 / 322, 323
44 Kriyāpāda 9.34 Text und Übersetzung Q1982 / 178 / 323
45 Kriyāpāda 9.35 Text und Übersetzung Q1982 / 178 / 323
46 Yogapāda 1.11 Text und Übersetzung Q1982 / 249 / 394
47 Yogapāda 1.12 Text und Übersetzung Q1982 / 249 / 394
48 Yogapāda 1.13 Text und Übersetzung Q1982 / 250 / 395
49 Yogapāda 2.2 Text und Übersetzung Q1982 / 251 / 396
50 Yogapāda 2.3 Text und Übersetzung Q1982 / 251 / 396
51 Yogapāda 2.4 Text und Übersetzung Q1982 / 251 / 396
52 Yogapāda 2.5 Text und Übersetzung Q1982 / 251 / 396
53 Yogapāda 2.6 Text und Übersetzung Q1982 / 251, 252 / 396, 397
54 Yogapāda 2.7 Text und Übersetzung Q1982 / 252 / 397
55 Yogapāda 2.8 Text und Übersetzung Q1982 / 252 / 397
56 Yogapāda 2.9 Text und Übersetzung Q1982 / 252 / 397
57 Yogapāda 2.10 Text und Übersetzung Q1982 / 252, 253 / 397, 398
58 Yogapāda 2.11 Text und Übersetzung Q1982 / 253 / 398
59 Yogapāda 2.25 Text und Übersetzung Q1982 / 256 / 401
60 Yogapāda 2.26 Text und Übersetzung Q1982 / 256 / 401
61 Yogapāda 2.27 Text und Übersetzung Q1982 / 256 / 401
62 Yogapāda 2.28 Text und Übersetzung Q1982 / 256 / 401
63 Yogapāda 2.79 Text und Übersetzung Q1982 / 267 / 412
64 Yogapāda 2.80 Text und Übersetzung Q1982 / 267 / 412
65 Yogapāda 2.81 Text und Übersetzung Q1982 / 267 / 412
66 Yogapāda 2.82 Text und Übersetzung Q1982 / 267 / 412
67 Yogapāda 2.83 Text und Übersetzung Q1982 / 267 / 412
68 Yogapāda 2.84 Text und Übersetzung Q1982 / 267, 268 / 412, 413
69 Yogapāda 2.85 Text und Übersetzung Q1982 / 268 / 413
70 Yogapāda 3.1 Text und Übersetzung Q1982 / 269 / 414
71 Yogapāda 3.2 Text und Übersetzung Q1982 / 269 / 414
72 Yogapāda 3.3 Text und Übersetzung Q1982 / 270 / 415
73 Yogapāda 3.4 Text und Übersetzung Q1982 / 270 / 415
74 Yogapāda 3.5 Text und Übersetzung Q1982 / 270 / 415
75 Yogapāda 3.17 Text und Übersetzung Q1982 / 271, 272 / 416, 417
76 Yogapāda 3.18 Text und Übersetzung Q1982 / 272 / 417
77 Yogapāda 3.19 Text und Übersetzung Q1982 / 272 / 417
78 Yogapāda 6.60 Text und Übersetzung Q1982 / 319 / 464
79 Yogapāda 6.61 Text und Übersetzung Q1982 / 320 / 465
80 Yogapāda 6.62 Text und Übersetzung Q1982 / 320 / 465
81 Caryāpāda 2.10 Text und Übersetzung Q1982 / 343 / 488
82 Caryāpāda 2.11 Text und Übersetzung Q1982 / 343 / 488
83 Caryāpāda 2.26 Text und Übersetzung Q1982 / 346 / 491
84 Caryāpāda 2.27 Text und Übersetzung Q1982 / 346 / 491
85 Caryāpāda 2.28 Text und Übersetzung Q1982 / 346 / 491
86 Caryāpāda 4.32 Text und Übersetzung Q1982 / 361 / 506
87 Caryāpāda 4.33 Text und Übersetzung Q1982 / 361 / 506
88 Caryāpāda 4.34 Text und Übersetzung Q1982 / 361 / 506
89 Caryāpāda 4.35 Text und Übersetzung Q1982 / 361 / 506
90 Caryāpāda 4.36 Text und Übersetzung Q1982 / 361, 362 / 506, 507
91 Caryāpāda 4.37 Text und Übersetzung Q1982 / 362 / 507
92 Caryāpāda 4.38 Text und Übersetzung Q1982 / 362 / 507
93 Caryāpāda 4.67 Text und Übersetzung Q1982 / 366 / 511
94 Caryāpāda 5.52 Text und Übersetzung Q1982 / 378 / 523
95 Caryāpāda 5.53 Text und Übersetzung Q1982 / 379 / 524
96 Caryāpāda 5.54 Text und Übersetzung Q1982 / 379 / 524
97 Caryāpāda 5.55 Text und Übersetzung Q1982 / 379 / 524
98 Caryāpāda 6.1 Text und Übersetzung Q1982 / 382 / 527
99 Caryāpāda 6.2 Text und Übersetzung Q1982 / 382 / 527
100 Caryāpāda 6.3 Text und Übersetzung Q1982 / 382 / 527
101 Caryāpāda 6.4 Text und Übersetzung Q1982 / 382 / 527
102 Caryāpāda 7.26 Text und Übersetzung Q1982 / 398 / 543
103 Caryāpāda 7.27 Text und Übersetzung Q1982 / 398 / 543
104 Caryāpāda 9.20 Text und Übersetzung Q1982 / 410 / 555
105 Caryāpāda 10.22 Text und Übersetzung Q1982 / 418 / 563
106 Caryāpāda 10.23 Text und Übersetzung Q1982 / 418 / 563
107 Caryāpāda 10.24 Text und Übersetzung Q1982 / 418 / 563
108 Caryāpāda 10.25 Text und Übersetzung Q1982 / 418 / 563

Lesungshinweise zur Auswahl

  • Auswahl 40 (Kriyāpāda 9.30): abhilāṣākhyadajñānāt: Verbindung und Vokallänge zwischen ākhya und ajñāna weiterhin ungesichert; Quelle mit Apparatverweisen stark überlagert.
  • Auswahl 42 (Kriyāpāda 9.32): tadeva/tadaiva: e/ai am Wortbeginn des zweiten Halbverses bleibt graphisch unsicher; yadāghātaḥ bestätigt.
  • Auswahl 51 (Yogapāda 2.4): निर्दृष्टार्थोपला: innere Ligatur nicht abschließend sicher. ज्ञानसूचिसमाविद्ध und मतिहस्तसमास्थिता bestätigt.
  • Auswahl 52 (Yogapāda 2.5): प्रसंख्येयाक्षमालेयं/अप्रसंख्येयाक्षमालेयं: beste Drucklesung jetzt pra ohne a; unmittelbarer Apparatanker erschwert den Anlaut, Frage bleibt offen. हृत्पद्माश्रयवर्तिनः bestätigt.
  • Auswahl 61 (Yogapāda 2.27): किंचित्संमील्येन्नेत्रे: e-Strich/Anschluss weiter offen. द्यावापृथिव्याभिमुखो und दृङ्नासाग्रसमाश्रया bestätigt.
  • Auswahl 68 (Yogapāda 2.84): जितं दर्पां मतिं: Anfang und Verbindung der Wortgruppe bleiben offen; ā/i gegenüber Erstabschrift berichtigt. सर्वाङ्गाह्लादितात्मवान् und कालमप्रबुद्धाक्षगोचरः bestätigt.
  • Auswahl 77 (Yogapāda 3.19): तडित्संपद्विनादाढ्यमरुच्छृचञ्चलात्मकात्: Konsonanten-/Vokalfolge im mittleren Abschnitt, insbesondere dāḍhya/dārḍhya und -cchṛ/-cchri, weiter offen. जगद्व्याप्याचलोऽव्ययः bestätigt.
  • Auswahl 80 (Yogapāda 6.62): दृश्यं दृशा vorläufig.
  • Auswahl 82 (Caryāpāda 2.11): शान्त्यै vorläufig.
  • Auswahl 83 (Caryāpāda 2.26): शस्तया und अप्युदारवान् vorläufig.
  • Auswahl 86 (Caryāpāda 4.32): अजानन्नप्यथैवं स्याद् vorläufig.
  • Auswahl 88 (Caryāpāda 4.34): स पुरोऽम्बुवदास्थितः vorläufig.
  • Auswahl 90 (Caryāpāda 4.36): समास्तन्त्रविदा vorläufig.
  • Auswahl 97 (Caryāpāda 5.55): नानुध्यानाच्छिवेनोत्थं vorläufig.
  • Auswahl 102 (Caryāpāda 7.26): वाद्याः und लेशया vorläufig.
  • Auswahl 103 (Caryāpāda 7.27): तावदद्याद्विधिस्थेन vorläufig.
  • Auswahl 104 (Caryāpāda 9.20): जगद्बन्धुरिव स्थितम् vorläufig.
  • Auswahl 107 (Caryāpāda 10.24): सद्वस्तुप्रविचारणे: Wortgliederung.
  • Auswahl 108 (Caryāpāda 10.25): अकर्ण्यः: schwierige Lesung.


Nachweise der Rezitationen

  • Shivoham – innere Vergegenwärtigung: Yogapāda 2.57 (Q1982, S. 262; PDF 407).


Textgrundlage und historische Einordnung

  • N. R. Bhatt (Hrsg.): Mataṅgapārameśvarāgama. Vidyāpāda, mit dem Kommentar Bhaṭṭa Rāmakaṇṭhas. Pondichéry, Institut Français d’Indologie, 1977, Publications de l’Institut Français d’Indologie 56. Kennung Q1977. Digitalisat der Ausgabe.
  • N. R. Bhatt (Hrsg.): Mataṅgapārameśvarāgama. Kriyāpāda, Yogapāda et Caryāpāda, mit dem überlieferten Kommentar Bhaṭṭa Rāmakaṇṭhas. Pondichéry, Institut Français d’Indologie, 1982, Publications de l’Institut Français d’Indologie 65. Kennung Q1982. Digitalisat der Ausgabe.

Die Bearbeitung folgt diesen Editionen der mittelalterlichen Sanskritüberlieferung. Der Grundtext, seine Kommentierung und die editorischen Gliederungen sind unterschiedliche Textschichten. Eine genaue Entstehungszeit des Grundtextes wird hier nicht neu festgelegt. Die Erzählung von göttlicher Offenbarung und früheren riesigen Fassungen ist die Selbstdarstellung des Werks, keine Datierung nach historischen Dokumenten. Die vorliegende deutsche Übersetzung und Leseausgabe beansprucht weder eine neue Handschriftenedition noch eine externe Fachbegutachtung.

Umfang, Zählung und Grenzen

Erfasst sind 58 Kapitel mit 3.462 originalnummerierten Einträgen: Vidyāpāda 1–26 (1.530), Kriyāpāda 1–15 (998), Yogapāda 1–7 (452), Caryāpāda 1–10 (482). Dazu kommen 162 separat zugeordnete Sprecherzeilen und 22 Grundtextkolophone. Eigenständige Grundtextprosa oder unabhängige Zitatfragmente wurden nicht als zusätzliche Einheiten aufgenommen. Diese Zählung behauptet keine lückenlose Erhaltung jeder Silbe: 684 Einträge tragen offene Lesungs- oder Lückenhinweise. Eine Originalnummer kann einen, drei oder vier Halbverse umfassen; insbesondere Vidyāpāda 20.33 enthält nur einen Halbvers. Die Eintragszahl ist daher keine Zahl vollständig erhaltener gleich langer metrischer Doppelverse. Die traditionellen Umfangsangaben und die nach Halbversen gerechneten Editionssummen sind davon zu unterscheiden.

Die Übersetzung folgt dem Grundtext. Der Kommentar dient der Abgrenzung und stellenweisen Klärung, wird aber nicht als zusätzliche Übersetzung des Werkes eingeschoben. 36 Kommentarkolophone bleiben ausgeschlossen. Die gedruckten Zwischenüberschriften sind zum großen Teil editorisch oder in ihrer Herkunft nicht gesichert; sie werden nicht in vermeintliche Grundtextprosa verwandelt. Erhaltene Kapitelbezeichnungen und gedruckte Schlusszeilen werden als solche übernommen. Zwei editorische Mantra-Synopsen sind im Arbeitsarchiv gesondert erhalten; sie werden nicht als neue Originalverse oder als sicher rekonstruierte vollständige Rezitation ausgegeben.

Zeichen und Lesefassung

† kennzeichnet eine offene Quellenlesung oder einen Lückenhinweis. Die nachstehenden Hinweise nennen die betroffenen Originalpositionen. Eckige Klammern im Sanskrit bewahren gekennzeichnete Ergänzungen; sie sind kein stillschweigend gesicherter Wortlaut. Die IAST-Fassung ist eine automatische Transliteration der Devanagari-Arbeitsfassung. In Kriyāpāda 1.10 trennt ein Leerzeichen g und h, damit die Folge zweier Laute nicht als aspiriertes gh gelesen wird. Bei der Rückprüfung wurden die Schreibungen र्ऋ und रृ als lautgleiche Schreibweisen behandelt; der Devanagari-Wortlaut bleibt unverändert. Beide Schriften wurden technisch auf ihren übereinstimmenden Textumfang und ihre Transliteration abgeglichen; dies ersetzt keine unabhängige Prüfung jeder Lesung oder Deutung. Der Quellenbildabgleich und die kapitelweise Übersetzung wurden im Arbeitsprozess dokumentiert. Die Abschlussprüfung wiederholt keine vollständige Bildkollation und ist keine externe philologische Begutachtung.

Satz und Sprecherwechsel können über eine Originalnummer hinausreichen oder innerhalb eines Verses liegen. Solche Zusammenhänge bleiben erhalten. In der deutschen Fassung erläutern gelegentlich „Einwand“ und „Antwort“ den Dialog; sie sind Lesehilfen, keine zusätzlichen Sanskritwörter.

Bekannte Überlieferungslücken

  • Vidyāpāda 17.150 nach dem ersten Halbvers: Der Editionsapparat meldet einen fehlenden Text zur Viḍambā-tuṣṭi (Q1977, S. 415, PDF-Seite 475, Anm. 15).
  • Yogapāda nach 6.48: Die Edition vermutet einen Ausfall wegen fehlender Textkontinuität (Q1982, S. 318, PDF-Seite 463, Anm. 7).
  • Caryāpāda 10.87–89: Fehlender Text ist stellenweise durch geklammerte Herausgeberergänzungen vertreten (Q1982, S. 427, PDF-Seite 572). Diese Ergänzungen sind keine sicher überlieferten Rezitationsformeln.

Zur heutigen Lektüre

Kosmologische Zahlen, rituelle Wirkungsbehauptungen, Körperlehren und soziale Vorschriften sind historische Aussagen des Matanga Parameshwara Agama. Das gilt auch für aggressive Rituale, soziale Hierarchien und Beschreibungen des Verlassens des Körpers. Die vollständige Wiedergabe macht sie nicht zu heutigen Handlungsempfehlungen. Mitgefühl, Unterscheidungskraft und eine verantwortete Meditation bleiben hilfreiche Gesichtspunkte für die persönliche Auseinandersetzung mit diesem Tantra.

Alle Wiki Artikel zum Matanga Parameshwara Agama:

Ergänzende heutige Medien

Die Bilder und Videos veranschaulichen heutige spirituelle Praxis. Sie dokumentieren keine historischen Verfahren des Matanga Parameshwara Agama.

Moderne Darstellung von Meditation im Herzen.
Shiva und Parvati als allgemeines Motiv der Verehrung.

Anahata-Chakra-Meditation mit Sukadev:

Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev:

Weiterführendes und Seminare

Shaiva Siddhanta · Shiva · Shakti · Agama · Diksha · Guru · Mantra · Meditation · Befreiung

Indische Schriften

26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta

Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…
Vedamurti Dr Olaf Schönert