Kuladvaya Dana – zwei Getreidegaben für beide Familien einer Ehe stiften

Aus Yogawiki

Kuladvaya Dana – zwei Getreidegaben für beide Familien einer Ehe stiften schließt die Herkunftsfamilie einer Frau und die Familie ihres Ehemannes in einen gemeinsamen Segenswunsch ein. An Makara Sankranti werden rechts und links eines Hauseingangs zwei Getreidehaufen angelegt und anschließend verschenkt. Im Gebet stehen die beiden Vorräte für das Wohlergehen beider Familien, die durch die Ehe miteinander verbunden sind.

Kuladvaya Dana gehört zu den Schenkungsriten zum Sonnenübergang im Puja Samuccaya von Vasudeva Lakshmana Panshikar. Diese Smarta-Hausfassung nennt Frauen als Ausführende. Der Anlass ist der Eintritt der Sonne in Makara; Festtag und örtliche Festzeit werden dem Panchanga entnommen. Eine zusätzliche feste Uhrzeit schreibt der kurze Einzelritus nicht vor.

Der Sonnenübergang an Makara Sankranti ist der Anlass dieser Festgabe.

Vorbereitung

Der Quellvers legt den Ort dieser Gabe fest: die beiden Seiten einer Haustür. Bereite sie dort auf sauberen Unterlagen vor. Die gebende Frau spricht den Entschluss und das Schenkungsgebet; die Ordnung nennt für diesen Einzelritus keine besondere Aufgabe einer Priesterleitung. Die gemeinsame Anfangsregel nennt einen Brahmanen als Empfänger. Die Einbeziehung anderer Empfänger ist als heutige Erweiterung möglich; sie ist von der genannten historischen Empfängerregel zu unterscheiden.

Bereite vor: ausreichend trockenes Getreide für zwei deutlich erkennbare Haufen, zwei saubere Unterlagen beziehungsweise flache Wannen und Behälter für die anschließende Übergabe. Hinzu kommen eine frische Blüte für die schlichte Ehrung und eine gesonderte Geldgabe.

Ablauf der Schenkung

1. Die besondere Gabe bereiten
Richte die beiden Getreidehaufen auf sauberen Unterlagen zu beiden Seiten der Tür ein. Halte den Durchgang frei. Die Quelle verlangt zwei große Haufen, legt ihr Volumen jedoch nicht fest; wähle eine im Haushalt sinnvoll zu verschenkende Menge.

2. Ort, Fest und Anliegen nennen
Nenne Ort, Datum und Makara Sankranti. Sprich dann den gemeinsamen Anfang des Sankalpa, mit dem das Handbuch seine Schenkungsordnung eröffnet:

mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle

Bedeutung: Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.

Schließe den Entschluss für diese Gabe in der folgenden deutschen Sinnfassung ab:

„Ich werde die beiden Getreidegaben für das Wohlergehen beider Familien verschenken. Ich bitte um das glückliche Gedeihen meiner Herkunftsfamilie und der Familie meines Ehemannes.“

Diese deutschen Worte führen das jeweilige Anliegen der Quelle aus. Sie sind eine heutige verständliche Fassung der teilweise abgekürzten Entschlussformeln des Handbuchs.

3. Gabe und empfangende Person ehren
Begrüße die empfangende Person beziehungsweise die eingeladenen Menschen respektvoll. Ehre die Gabe und ihre Empfänger, wie es die gemeinsame Regel verlangt. Als schlichte häusliche Ausführung kannst du die Blüte zur Gabe legen und die Menschen freundlich willkommen heißen. Dieser Blumengruß konkretisiert die nicht näher ausgeführte Ehrung; Lebensmittel und Gebrauchsflächen bleiben sauber.

4. Das Schenkungsgebet sprechen und die Gabe überreichen
Stelle dich so hin, dass du beide Gaben sehen kannst, und sprich den Vers. Übergib danach das gesamte Getreide an die empfangende Person. Dafür darfst du es in die vorbereiteten Transportbehälter füllen. Die rituelle Anordnung zu beiden Seiten des Eingangs wird vor der Übergabe ausgeführt.

dvārobhayapradeśasthaṃ dhānyarāśidvayaṃ mahat|
prakarotu mayā dattaṃ pitṛbhartṛkulodayaṃ||

Bedeutung: Diese beiden großen Getreidehaufen zu beiden Seiten der Tür, von mir verschenkt, mögen das Gedeihen der Familie meines Vaters und der Familie meines Ehemannes bewirken.

5. Mit der Geldgabe abschließen
Überreiche die gesonderte Dakshina; bei mehreren Empfängern verteilst du sie angemessen. Damit wird die gemeinsame Schenkungsordnung des Handbuchs abgeschlossen. Danke für die Annahme. Die übergebenen Gaben gehören den Beschenkten und bleiben ihnen zur Verwendung. Räume den Platz auf; die Blüte kann kompostiert werden.

Beide Seiten der Tür erhalten in dieser Feier ihren Platz. Du kannst das zum Anlass nehmen, Dankbarkeit gegenüber beiden Familien auszudrücken, auch wenn Nähe und gemeinsame Gewohnheiten verschieden sind. Nach der Übergabe wird der Eingangsbereich gereinigt; sauber aufgefangenes Getreide bleibt Nahrung.

Zusammenhängende Rezitation

Die folgenden Fassungen enthalten den gemeinsamen Anfang des Entschlusses und das vollständige Schenkungsgebet. Der deutsche Abschluss des Entschlusses und die jeweiligen Handlungen stehen im Ablauf.

IAST

Gemeinsamer Beginn des Entschlusses
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle

Deutscher Abschluss: „Ich werde die beiden Getreidegaben für das Wohlergehen beider Familien verschenken. Ich bitte um das glückliche Gedeihen meiner Herkunftsfamilie und der Familie meines Ehemannes.“

Schenkungsgebet
dvārobhayapradeśasthaṃ dhānyarāśidvayaṃ mahat|
prakarotu mayā dattaṃ pitṛbhartṛkulodayaṃ||

Devanagari

Gemeinsamer Beginn des Entschlusses
मम श्रीसवितृप्रीतिद्वारा सकलपापक्षयपूर्वकं इह जन्मनि जन्मांतरे च स्थिरसौभाग्यकुलाभिवृद्धिधनधान्यसमृद्धिदीर्घायुः पुष्टिमहैश्वर्यमंगलाभ्युदयसुखसंपदादिकल्पोक्तफलसिद्धये अस्मिन्मकरसंक्रमपुण्यपर्वकाले

Deutscher Abschluss: „Ich werde die beiden Getreidegaben für das Wohlergehen beider Familien verschenken. Ich bitte um das glückliche Gedeihen meiner Herkunftsfamilie und der Familie meines Ehemannes.“

Schenkungsgebet
द्वारोभयप्रदेशस्थं धान्यराशिद्वयं महत्।
प्रकरोतु मया दत्तं पितृभर्तृकुलोदयं॥

Deutsche Bedeutung

Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.

Abschluss: „Ich werde die beiden Getreidegaben für das Wohlergehen beider Familien verschenken. Ich bitte um das glückliche Gedeihen meiner Herkunftsfamilie und der Familie meines Ehemannes.“

Diese beiden großen Getreidehaufen zu beiden Seiten der Tür, von mir verschenkt, mögen das Gedeihen der Familie meines Vaters und der Familie meines Ehemannes bewirken.

Quelle und weitere Praxis

Der Abschnitt erklärt die gemeinsame Ordnung aus Entschluss, Ehrung der Gabe und der empfangenden Person sowie abschließender Dakshina ausdrücklich auch für die nachfolgenden Einzelgaben. Die deutschen Schlussworte des Entschlusses und die als solche beschriebenen häuslichen Handhabungen sind praktische Ausführungen dieser kurzen Ordnung.

Siehe auch: Dana, Makara Sankranti, Surya, Karma Yoga.

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