Haridradi Dana – Kurkuma als Segensgabe von Frau zu Frau verschenken
Haridradi Dana – Kurkuma als Segensgabe von Frau zu Frau verschenken ist eine kleine Festgabe, mit der Frauen einander eheliches Wohlergehen, Freude und Glück wünschen. Im Mittelpunkt steht Haridra, Kurkuma: Der Schenkungsvers verbindet die gelbe Gabe mit Gauri, der göttlichen Gefährtin Shivas. Eine Frau verteilt sie an Makara Sankranti an verheiratete Frauen und bittet dabei auch um Segen für das eigene Leben.
Haridradi Dana gehört zu den Schenkungsriten zum Sonnenübergang im Puja Samuccaya von Vasudeva Lakshmana Panshikar. Diese Smarta-Hausfassung nennt Frauen als Ausführende. Der Anlass ist der Eintritt der Sonne in Makara; Festtag und örtliche Festzeit werden dem Panchanga entnommen. Eine zusätzliche feste Uhrzeit schreibt der kurze Einzelritus nicht vor.

Vorbereitung
Ein sauberer Platz zu Hause eignet sich für die Vorbereitung und Übergabe; einen Tempelbesuch schreibt der Einzelabschnitt nicht vor. Die gebende Frau spricht den Entschluss und das Schenkungsgebet; die Ordnung nennt für diesen Einzelritus keine besondere Aufgabe einer Priesterleitung. Die Quelle nennt für diese Gabe ausdrücklich Suvasinis, verheiratete Frauen, deren Männer leben, als Empfängerinnen. Die Einbeziehung anderer Empfänger ist als heutige Erweiterung möglich; sie ist von der genannten historischen Empfängerregel zu unterscheiden.
Bereite vor: reine, trocken abgefüllte Kurkuma als Pulver oder ganze Wurzel und kleine saubere Gefäße beziehungsweise Päckchen für die beschenkten Frauen. Hinzu kommen eine frische Blüte für die schlichte Ehrung und eine gesonderte Geldgabe.
Ablauf der Schenkung
1. Die besondere Gabe bereiten
Teile die Kurkuma auf die Gefäße oder Päckchen auf. Der Name der Gabe lautet in der Quelle „Kurkuma und Weiteres“; weitere Bestandteile werden dort nicht einzeln vorgeschrieben. Die hier beschriebene schlichte Ausführung verwendet deshalb Kurkuma als Hauptgabe.
2. Ort, Fest und Anliegen nennen
Nenne Ort, Datum und Makara Sankranti. Sprich dann den gemeinsamen Anfang des Sankalpa, mit dem das Handbuch seine Schenkungsordnung eröffnet:
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle
Bedeutung: Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.
Schließe den Entschluss für diese Gabe in der folgenden deutschen Sinnfassung ab:
„Ich werde den eingeladenen verheirateten Frauen Kurkuma als Segensgabe schenken. Ich bitte um Freude, eheliches Wohlergehen und glückverheißendes Gedeihen.“
Diese deutschen Worte führen das jeweilige Anliegen der Quelle aus. Sie sind eine heutige verständliche Fassung der teilweise abgekürzten Entschlussformeln des Handbuchs.
3. Gabe und empfangende Person ehren
Begrüße die empfangende Person beziehungsweise die eingeladenen Menschen respektvoll. Ehre die Gabe und ihre Empfänger, wie es die gemeinsame Regel verlangt. Als schlichte häusliche Ausführung kannst du die Blüte zur Gabe legen und die Menschen freundlich willkommen heißen. Dieser Blumengruß konkretisiert die nicht näher ausgeführte Ehrung; Lebensmittel und Gebrauchsflächen bleiben sauber.
4. Das Schenkungsgebet sprechen und die Gabe überreichen
Sprich das vollständige Gebet vor den vorbereiteten Gaben. Verteile dann die Kurkuma an die eingeladenen Frauen. Die Quelle beschreibt eine Übergabe; ein Auftragen auf Stirn oder Haut gehört nicht zu ihren vorgeschriebenen Handlungen.
gauryā vinirmitaṃ pūrvaṃ sarvamaṃgalakāraṇaṃ|
strīṇāṃ saubhāgyasukhadaṃ haridrādisamarpaye||
Bedeutung: Ich überreiche Kurkuma und die zugehörigen Segensgaben, einst von Gauri bereitet: Ursprung alles Glückverheißenden, den Frauen eheliches Wohlergehen und Freude spendend.
5. Mit der Geldgabe abschließen
Überreiche die gesonderte Dakshina; bei mehreren Empfängern verteilst du sie angemessen. Damit wird die gemeinsame Schenkungsordnung des Handbuchs abgeschlossen. Danke für die Annahme. Die übergebenen Gaben gehören den Beschenkten und bleiben ihnen zur Verwendung. Räume den Platz auf; die Blüte kann kompostiert werden.
Gib jeder Frau Zeit, die Gabe persönlich entgegenzunehmen. Ein aufrichtiger guter Wunsch kann die kleine Begegnung tragen. Als Fortsetzung im Alltag kannst du einer Frau, deren Aufgaben oft ungesehen bleiben, ausdrücklich danken oder ihr eine konkrete Entlastung anbieten.
Zusammenhängende Rezitation
Die folgenden Fassungen enthalten den gemeinsamen Anfang des Entschlusses und das vollständige Schenkungsgebet. Der deutsche Abschluss des Entschlusses und die jeweiligen Handlungen stehen im Ablauf.
IAST
Gemeinsamer Beginn des Entschlusses
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle
Deutscher Abschluss: „Ich werde den eingeladenen verheirateten Frauen Kurkuma als Segensgabe schenken. Ich bitte um Freude, eheliches Wohlergehen und glückverheißendes Gedeihen.“
Schenkungsgebet
gauryā vinirmitaṃ pūrvaṃ sarvamaṃgalakāraṇaṃ|
strīṇāṃ saubhāgyasukhadaṃ haridrādisamarpaye||
Devanagari
Gemeinsamer Beginn des Entschlusses
मम श्रीसवितृप्रीतिद्वारा सकलपापक्षयपूर्वकं इह जन्मनि जन्मांतरे च स्थिरसौभाग्यकुलाभिवृद्धिधनधान्यसमृद्धिदीर्घायुः पुष्टिमहैश्वर्यमंगलाभ्युदयसुखसंपदादिकल्पोक्तफलसिद्धये अस्मिन्मकरसंक्रमपुण्यपर्वकाले
Deutscher Abschluss: „Ich werde den eingeladenen verheirateten Frauen Kurkuma als Segensgabe schenken. Ich bitte um Freude, eheliches Wohlergehen und glückverheißendes Gedeihen.“
Schenkungsgebet
गौर्या विनिर्मितं पूर्वं सर्वमंगलकारणं।
स्त्रीणां सौभाग्यसुखदं हरिद्रादिसमर्पये॥
Deutsche Bedeutung
Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.
Abschluss: „Ich werde den eingeladenen verheirateten Frauen Kurkuma als Segensgabe schenken. Ich bitte um Freude, eheliches Wohlergehen und glückverheißendes Gedeihen.“
Ich überreiche Kurkuma und die zugehörigen Segensgaben, einst von Gauri bereitet: Ursprung alles Glückverheißenden, den Frauen eheliches Wohlergehen und Freude spendend.
Quelle und weitere Praxis
- Vasudeva Lakshmana Panshikar: Puja Samuccaya, Kapitel 79, „Saṅkrāntidānāni“, Einzelabschnitt „हरिद्रादिदानं“; Sanskritvolltext.
Der Abschnitt erklärt die gemeinsame Ordnung aus Entschluss, Ehrung der Gabe und der empfangenden Person sowie abschließender Dakshina ausdrücklich auch für die nachfolgenden Einzelgaben. Die deutschen Schlussworte des Entschlusses und die als solche beschriebenen häuslichen Handhabungen sind praktische Ausführungen dieser kurzen Ordnung.
Siehe auch: Dana, Makara Sankranti, Surya, Karma Yoga.
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