Gharatta Dana – eine Getreidemühle für dauerhafte Versorgung schenken
Gharatta Dana – eine Getreidemühle für dauerhafte Versorgung schenken ist eine Schenkung, die über eine einzelne Mahlzeit hinausreicht. An Makara Sankranti übergibt eine Frau eine Getreidemühle zusammen mit Reis und Weizen; der Schenkungsvers bittet um das Gedeihen aller Feldfrüchte. Die Mühle ermöglicht, vorhandenes Korn selbst zu verarbeiten. Im Mittelpunkt steht deshalb ein brauchbares Arbeitsgerät, das dem beschenkten Haushalt wirklich dient.
Gharatta Dana gehört zu den eigenständig benannten Schenkungsriten dieses Handbuchs. Die Anleitung folgt dem Abschnitt über Schenkungen zum Sonnenübergang im Puja Samuccaya von Vasudeva Lakshmana Panshikar. Die dort beschriebene Smarta-Hauspraxis nennt Frauen als Ausführende. Anlass ist der Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Makara; den örtlichen Festtag und die günstige Festzeit entnimmst du einem Panchanga. Eine bestimmte Uhrzeit schreibt dieser Einzelritus nicht vor.

Vorbereitung
Die kurze Feier kann zu Hause an einem sauberen Platz stattfinden, an dem die Gabe vorbereitet und übergeben werden kann. Die gebende Frau spricht das Gebet selbst; eine kundige Person kann sie bei der Vorbereitung begleiten. Der Text verlangt für diesen Schenkungsritus keine eigene Priesterleitung. Die allgemeine Anfangsregel dieses Quellenabschnitts nennt einen Brahmanen als Empfänger. Eine Schenkung an andere Menschen ist als heutige Erweiterung möglich; sie wird damit nicht zur historischen Empfängerregel erklärt.
Bereite vor: eine funktionsfähige Getreidemühle; sauberen Reis und Weizen; eine feste Unterlage; eine frische Blüte und eine gesonderte Geldgabe.
Vollständiger Ablauf
1. Die Gabe vorbereiten
Prüfe gemeinsam mit dem Empfänger, welche Mühle gebraucht und sicher bedient werden kann. Die Quelle nennt das Mahlgerät ohne technische Bauform. Eine heutige Handmühle ist eine praktische Ausführung; ein modernes Elektrogerät ist eine ausdrücklich heutige Anpassung. Stelle Reis und Weizen in sauberen Gefäßen daneben.
2. Den Entschluss sprechen
Nenne Ort, Datum und das Fest Makara Sankranti. Sprich zunächst den gemeinsamen Anliegensteil des Sankalpa:
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle
Bedeutung: Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.
Füge das besondere Anliegen dieser Schenkung hinzu:
sarvadhānyasamṛddhaye
Bedeutung: Für das Gedeihen aller Getreidearten.
Schließe den Entschluss in dieser heutigen Hausfassung auf Deutsch ab:
„Heute werde ich Gharatta Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für dauerhafte Versorgung und das Gedeihen der Feldfrüchte zu beten.“
Der gemeinsame Anliegensteil ist vollständig ausgeschrieben. Die Quelle kürzt den abschließenden Handlungssatz ab; hier wird er deshalb ausdrücklich auf Deutsch gesprochen.
3. Gabe und Empfänger ehren
Begrüße die empfangende Person respektvoll. Ehre die vorbereitete Gabe und die Person, wie es die gemeinsame Anfangsregel des Handbuchs verlangt. Für diese schlichte Hausausführung kannst du eine frische Blüte dazulegen und die empfangende Person freundlich willkommen heißen; dies konkretisiert die nicht näher ausgeschriebene Ehrung. Halte Nahrung und Gebrauchsflächen sauber.
4. Mit dem vollständigen Gebet schenken
Sprich vor Mühle und Getreide den vollständigen Schenkungsvers. Übergib danach das Gerät zusammen mit Reis und Weizen. Erkläre die Bedienung oder sorge für eine sachkundige Einweisung.
śāligodhūmasaṃyuktaṃ gharaṭṭaṃdhānyapeṣaṇaṃ|
dadāmi sarvasasyānāṃ samṛddhikaramuttamaṃ||
Bedeutung: Ich schenke diese vorzügliche Getreidemühle zusammen mit Reis und Weizen; möge sie das Gedeihen aller Feldfrüchte fördern.
5. Die Schenkung abschließen
Überreiche die gesonderte Dakshina als Geldgabe; bei mehreren Empfängern verteilst du sie passend. Die Quelle stellt diese Ergänzung an das Ende der gemeinsamen Schenkungsordnung. Danke für die Annahme. Die übergebenen Gegenstände bleiben beim Empfänger. Räume den Platz auf und kompostiere die verwendeten Blüten.
Vereinbare, wie die Mühle transportiert und an ihrem neuen Platz aufgestellt wird. Die Gabe ist vollendet, wenn der Empfänger sie benutzen kann. Als persönliche Vertiefung kannst du prüfen, welche andere Fähigkeit oder welches Werkzeug du weitergeben könntest, damit Menschen selbstständig handeln können.
Zusammenhängende Rezitation
Die folgenden Fassungen enthalten den gemeinsamen Anliegensteil, das besondere Anliegen und die Schenkungsgebete. Die ausdrücklich angegebenen deutschen Schlussworte gehören an den bezeichneten Stellen dazu; abgekürzte Sanskritenden werden nicht ergänzt.
IAST
Gemeinsamer Anliegensteil
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle
Besonderes Anliegen
sarvadhānyasamṛddhaye
Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Gharatta Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für dauerhafte Versorgung und das Gedeihen der Feldfrüchte zu beten.“
Schenkungsgebet
śāligodhūmasaṃyuktaṃ gharaṭṭaṃdhānyapeṣaṇaṃ|
dadāmi sarvasasyānāṃ samṛddhikaramuttamaṃ||
Devanagari
Gemeinsamer Anliegensteil
मम श्रीसवितृप्रीतिद्वारा सकलपापक्षयपूर्वकं इह जन्मनि जन्मांतरे च स्थिरसौभाग्यकुलाभिवृद्धिधनधान्यसमृद्धिदीर्घायुः पुष्टिमहैश्वर्यमंगलाभ्युदयसुखसंपदादिकल्पोक्तफलसिद्धये अस्मिन्मकरसंक्रमपुण्यपर्वकाले
Besonderes Anliegen
सर्वधान्यसमृद्धये
Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Gharatta Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für dauerhafte Versorgung und das Gedeihen der Feldfrüchte zu beten.“
Schenkungsgebet
शालिगोधूमसंयुक्तं घरट्टंधान्यपेषणं।
ददामि सर्वसस्यानां समृद्धिकरमुत्तमं॥
Deutsche Bedeutung
Gemeinsamer Anliegensteil
Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.
Besonderes Anliegen
Für das Gedeihen aller Getreidearten.
Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Gharatta Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für dauerhafte Versorgung und das Gedeihen der Feldfrüchte zu beten.“
Schenkungsgebet
Ich schenke diese vorzügliche Getreidemühle zusammen mit Reis und Weizen; möge sie das Gedeihen aller Feldfrüchte fördern.
Quelle und weitere Praxis
- Vasudeva Lakshmana Panshikar: Puja Samuccaya, Abschnitt 79, „Saṅkrāntidānāni“, Einzelabschnitt „घरट्टदानं“; Sanskritvolltext.
Die gemeinsame Anfangsregel dieses Kapitels gilt ausdrücklich auch für die folgenden Einzelgaben: Entschluss, Ehrung von Gabe und Empfänger sowie abschließende Dakshina. Die vollständig angegebenen Sanskritverse sind die jeweiligen Schenkungsgebete. Die ausdrücklich bezeichneten deutschen Schlussworte, der einfache Blumengruß und die Hinweise zum häuslichen Umgang mit den Gaben sind heutige praktische Ausführungen dieser Ordnung.
Siehe auch: Dana, Makara Sankranti, Surya, Karma Yoga.
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