Ellappa Navalar
Ellappa Navalar (Tamil: எல்லப்ப நாவலர், Ellappa Nāvalar) war ein tamilischer shivaitischer Dichter, besonders bekannt durch das Arunachala Puranam. Seine Lebenszeit wird unterschiedlich ins 16. oder 17. Jahrhundert gesetzt. Er besang den heiligen Berg Arunachala als Gestalt des unermesslichen göttlichen Lichtes.

Leben und Hintergrund
Auch die Bezeichnung Saiva Ellappa Navalar ist gebräuchlich. Die biografische Überlieferung verbindet ihn mit dem Gebiet um Sirkazhi und Tiruvenkadu. Seine Tempeldichtungen und Hymnen sind besser greifbar als eine lückenlose Lebensgeschichte. Die Tradition des Sri Ramanasramam ordnet das Arunachala Puranam dem 17. Jahrhundert zu, während andere Übersichten eine frühere Datierung nennen.[1]
Der Dichter vor dem Berg
Über Ellappas persönliche Erlebnisse sind nur wenige verlässliche Einzelheiten zugänglich. Seine Stimme wird vor allem in den Werken hörbar. Deshalb stehen hier Geschichten aus seiner Dichtung im Mittelpunkt, ausdrücklich nicht als behauptete eigene Erlebnisse des Autors.
Das Licht, dessen Ende niemand findet
Im Arunachala Puranam geraten Brahma und Vishnu in einen Streit um ihre Größe. Da erscheint zwischen ihnen ein unermesslicher Lichtpfeiler. Brahma sucht seine Höhe, Vishnu seine Tiefe. Keiner findet eine Grenze. Schließlich offenbart sich Shiva als dieses nicht zu umfassende Licht; der heilige Berg Arunachala macht seine Gegenwart für die Welt zugänglich.[2]
Die ausführliche folgende Auslegung ist eine Betrachtung des traditionellen Motivs. Die Suchenden verfügen über große Fähigkeiten. Doch diese Fähigkeiten genügen nicht, um das Unendliche zum Gegenstand eines Sieges zu machen. Das Licht entzieht sich dem Wettbewerb. Es ist nicht einfach ein weiteres mächtiges Ding in der Welt, das man vermessen und dann besitzen könnte.
Gerade das Scheitern der Suche kann zur Öffnung werden. Solange die Frage nur lautet, wer größer sei, bleibt das Herz im Vergleich gefangen. Vor dem unermesslichen Licht verliert dieser Vergleich seine letzte Gültigkeit. Staunen tritt an die Stelle des Anspruchs, das Ganze beherrschen zu müssen.
Die Nähe der göttlichen Mutter
Ein weiterer großer Themenkreis des Werkes erzählt von Parvatis Annäherung an Shiva und ihrer Vereinigung mit ihm in der Gestalt Ardhanarishvaras. Die Reise zum heiligen Berg wird damit auch zu einer Geschichte der wiedergefundenen Einheit. Das Göttliche erscheint in einer Gestalt, die Shiva und Shakti untrennbar zusammen zeigt.[3]
Diese zweite Bewegung ergänzt das Bild des unerreichbaren Lichtes. Der Mensch kann das Göttliche nicht durch Überlegenheit erobern; zugleich darf er sich ihm in Liebe nähern. Die Dichtung hält Ferne und Nähe zusammen. Der Berg steht fest vor den Augen, während seine Bedeutung in die Tiefe des Herzens führt.
Betrachtung: Still werden vor dem Größeren
Ellappas Tiruvarunai Kalambakam bietet einen weiteren poetischen Zugang zu Arunachala. Seine wechselnden Bilder lassen sich wie wiederholte Annäherungen lesen: Kein einzelner Satz erschöpft das Geliebte. Die Sprache kehrt zurück, weil die Beziehung lebendig bleibt.
So kann auch eine heutige Begegnung mit einem heiligen Ort geschehen. Man muss nicht sofort alles erklären. Es kann genügen, still zu werden, den Blick ruhen zu lassen und den Wunsch nach innerer Klarheit wahrzunehmen. Der Berg wird zum Gegenüber, an dem die Unruhe des eigenen Vergleichens sichtbar wird und sich allmählich lösen darf.

Spirituelle Bedeutung
Ellappas Dichtung verbindet die Unermesslichkeit Shivas mit der konkreten Nähe eines heiligen Ortes. Bhakti und Selbsterkenntnis können sich hier gegenseitig vertiefen.
Werke und weiterführende Texte
- Tiruvarunai Kalambakam, tamilischer Volltext.
- Arunachala Puranam: tamilische Audio-Rezitation und Einführung.
- Arunachala Puranam: englische Übersetzung von Robert Butler, Werkbeschreibung.
Weitere Orts-Puranas werden in der Werkübersicht aufgeführt.
Beziehungen zu anderen Persönlichkeiten
Ramana Maharshi gehört zur viel späteren Wirkungsgeschichte Arunachalas, nicht zu Ellappas Zeitgenossen. Paranjothi Munivar und Kachiyappa Munivar erschließen andere heilige Orte durch ähnliche dichterische Formen.
Anregungen für Yoga und Meditation
Im Yoga kann eine ruhige aufrechte Haltung an die Beständigkeit eines Berges erinnern. In der Meditation lass das innere Vergleichen für einige Atemzüge ruhen.

Ein Gedanke für den Alltag
Lass einen Augenblick des Staunens größer sein als das Bedürfnis, alles einzuordnen.
Videos zur Vertiefung
Diese Videos laden dazu ein, die angesprochenen Themen durch eigene Praxis zu vertiefen.
Satsang und Meditation mit Sukadev - Yoga Vidya Live Ritual Kirtan singen 07:00 Uhr 26.07.2020
Anahata Chakra Pendel-Meditation für Liebe und Freude
Siehe auch
Quellen und Literatur
- Tiruvarunai Kalambakam, Primärtext.
- Sri Ramanasramam: Werküberlieferung.
- Tamil Wiki: Lebens- und Werkübersicht.
Seminare
Gemeinsames Üben, Singen und Studieren kann die Inspiration dieser Texte im Alltag lebendig werden lassen.
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