Chira Cholaka Dana – ein Gewand mit Bluse als eheliche Segensgabe verschenken

Aus Yogawiki

Chira Cholaka Dana – ein Gewand mit Bluse als eheliche Segensgabe verschenken ist eine Kleiderschenkung von Frau zu Frau am Sonnenfest Makara Sankranti. Eine Frau überreicht einer verheirateten Frau ein Gewand samt Bluse und bittet um das Wohlergehen ihrer eigenen Ehe. Die Quelle nennt dabei besonders den Wunsch, nicht verwitwet zu werden. Die Segensbitte wird zur konkreten Fürsorge: Die Empfängerin erhält Kleidung, die sie tragen und frei verwenden kann.

Chira Cholaka Dana gehört zu den eigenständig benannten Schenkungsriten dieses Handbuchs. Die Anleitung folgt dem Abschnitt über Schenkungen zum Sonnenübergang im Puja Samuccaya von Vasudeva Lakshmana Panshikar. Die dort beschriebene Smarta-Hauspraxis nennt Frauen als Ausführende. Anlass ist der Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Makara; den örtlichen Festtag und die günstige Festzeit entnimmst du einem Panchanga. Eine bestimmte Uhrzeit schreibt dieser Einzelritus nicht vor.

Die Kleiderschenkung verbindet die Bitte um eheliches Wohlergehen mit einer Gabe an eine andere Frau.

Vorbereitung

Die kurze Feier kann zu Hause an einem sauberen Platz stattfinden, an dem die Gabe vorbereitet und übergeben werden kann. Die gebende Frau spricht das Gebet selbst; eine kundige Person kann sie bei der Vorbereitung begleiten. Der Text verlangt für diesen Schenkungsritus keine eigene Priesterleitung. Die Quelle nennt für diese Kleiderschenkung ausdrücklich eine verheiratete Frau als Empfängerin. Eine Schenkung an andere Menschen ist als heutige Erweiterung möglich; sie wird damit nicht zur historischen Empfängerregel erklärt.

Bereite vor: ein neues oder einwandfreies Gewand mit passender Bluse, beispielsweise einen Sari mit Bluse; ein sauberes Tuch als Unterlage; eine frische Blüte und eine Geldgabe.

Vollständiger Ablauf

1. Die Gabe vorbereiten
Wähle das Gewand und die Bluse nach Größe, Bedarf und Vorlieben der Empfängerin. Lege beides sauber zusammen. Ein Sari ist eine passende praktische Ausführung des Gewandes; der Sanskritvers selbst nennt allgemein Stoff beziehungsweise Gewand mit Bluse.

2. Den Entschluss sprechen

Nenne Ort, Datum und das Fest Makara Sankranti. Sprich zunächst den gemeinsamen Anliegensteil des Sankalpa:

mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle

Bedeutung: Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.

Füge das besondere Anliegen dieser Schenkung hinzu:

mamāvaidhavyādiprāptaye

Bedeutung: Damit ich nicht verwitwe und die damit verbundenen Segensfrüchte erlange.

Schließe den Entschluss in dieser heutigen Hausfassung auf Deutsch ab:

„Heute werde ich Chira Cholaka Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für das Wohlergehen meiner Ehe und das lange gemeinsame Leben mit meinem Partner zu beten.“

Der gemeinsame Anliegensteil ist vollständig ausgeschrieben. Die Quelle kürzt den abschließenden Handlungssatz ab; hier wird er deshalb ausdrücklich auf Deutsch gesprochen.

3. Gabe und Empfänger ehren
Begrüße die Empfängerin respektvoll. Ehre die vorbereitete Gabe und die Empfängerin, wie es die gemeinsame Anfangsregel des Handbuchs verlangt. Für diese schlichte Hausausführung kannst du eine frische Blüte dazulegen und die Empfängerin freundlich willkommen heißen; dies konkretisiert die nicht näher ausgeschriebene Ehrung. Halte die Kleidung sauber und bringe keine färbenden Stoffe auf das Gewebe.

4. Mit dem vollständigen Gebet schenken
Sprich den vollständigen Schenkungsvers und überreiche Gewand und Bluse gemeinsam an die eingeladene verheiratete Frau.

sakaṃcukamidaṃ vastramanarghatuṣṭidaṃ raveḥ|
puraṃdhryaite pradāsyāmi saubhāgyaṃ vardhatāṃ mama||

Bedeutung: Dieses Gewand samt Bluse, das Ravi kostbare Freude bereitet, werde ich dir, verheirateter Frau, schenken. Möge mein eheliches Wohlergehen wachsen.

5. Die Schenkung abschließen
Überreiche die gesonderte Dakshina als Geldgabe; bei mehreren Empfängern verteilst du sie passend. Die Quelle stellt diese Ergänzung an das Ende der gemeinsamen Schenkungsordnung. Danke für die Annahme. Die übergebenen Gegenstände bleiben bei der Empfängerin. Räume den Platz auf und kompostiere die verwendeten Blüten.

Nimm dir nach dem Fest Zeit für eine konkrete freundliche Handlung in deiner Partnerschaft. Das Gebet um gemeinsames Wohlergehen gewinnt im Alltag Gestalt, wenn beide einander zuhören und Entlastung schenken. Die beschenkte Frau soll sich an der Kleidung freuen können, ohne dadurch eine Verpflichtung einzugehen.

Zusammenhängende Rezitation

Die folgenden Fassungen enthalten den gemeinsamen Anliegensteil, das besondere Anliegen und die Schenkungsgebete. Die ausdrücklich angegebenen deutschen Schlussworte gehören an den bezeichneten Stellen dazu; abgekürzte Sanskritenden werden nicht ergänzt.

IAST

Gemeinsamer Anliegensteil

mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle

Besonderes Anliegen

mamāvaidhavyādiprāptaye

Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Chira Cholaka Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für das Wohlergehen meiner Ehe und das lange gemeinsame Leben mit meinem Partner zu beten.“

Schenkungsgebet
sakaṃcukamidaṃ vastramanarghatuṣṭidaṃ raveḥ|
puraṃdhryaite pradāsyāmi saubhāgyaṃ vardhatāṃ mama||

Devanagari

Gemeinsamer Anliegensteil

मम श्रीसवितृप्रीतिद्वारा सकलपापक्षयपूर्वकं इह जन्मनि जन्मांतरे च स्थिरसौभाग्यकुलाभिवृद्धिधनधान्यसमृद्धिदीर्घायुः पुष्टिमहैश्वर्यमंगलाभ्युदयसुखसंपदादिकल्पोक्तफलसिद्धये अस्मिन्मकरसंक्रमपुण्यपर्वकाले

Besonderes Anliegen

ममावैधव्यादिप्राप्तये

Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Chira Cholaka Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für das Wohlergehen meiner Ehe und das lange gemeinsame Leben mit meinem Partner zu beten.“

Schenkungsgebet
सकंचुकमिदं वस्त्रमनर्घतुष्टिदं रवेः।
पुरंध्र्यैते प्रदास्यामि सौभाग्यं वर्धतां मम॥

Deutsche Bedeutung

Gemeinsamer Anliegensteil

Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.

Besonderes Anliegen

Damit ich nicht verwitwe und die damit verbundenen Segensfrüchte erlange.

Abschluss auf Deutsch: „Heute werde ich Chira Cholaka Dana vollziehen, um Surya zu ehren und für das Wohlergehen meiner Ehe und das lange gemeinsame Leben mit meinem Partner zu beten.“

Schenkungsgebet
Dieses Gewand samt Bluse, das Ravi kostbare Freude bereitet, werde ich dir, verheirateter Frau, schenken. Möge mein eheliches Wohlergehen wachsen.

Quelle und weitere Praxis

Die gemeinsame Anfangsregel dieses Kapitels gilt ausdrücklich auch für die folgenden Einzelgaben: Entschluss, Ehrung von Gabe und Empfänger sowie abschließende Dakshina. Die vollständig angegebenen Sanskritverse sind die jeweiligen Schenkungsgebete. Die ausdrücklich bezeichneten deutschen Schlussworte, der einfache Blumengruß und die Hinweise zum häuslichen Umgang mit den Gaben sind heutige praktische Ausführungen dieser Ordnung.

Siehe auch: Dana, Makara Sankranti, Surya, Karma Yoga.

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