Atmapratikriti Dana
Atmapratikriti Dana – das eigene Bild als Zeichen innerer Hingabe verschenken: Das Atmapratikriti Dana macht das eigene Leben zum Gegenstand einer bewussten Gabe: Ein metallisches Selbstbildnis wird mit Dingen ausgestattet, die dem Stiftenden lieb und nützlich sind, und anschließend verschenkt. Mit dem Bild werden auch die damit verbundenen Wünsche und Bindungen dem Göttlichen gewidmet. Das Bhavishya Purana verbindet dieses Dana mit dem Wunsch nach innerer Zufriedenheit und beständiger Verbundenheit mit geliebten Menschen. Männer und Frauen können es nach der Quelle ausführen, sobald Bereitschaft und Mittel vorhanden sind.
Vorbereitung
Das Kapitel erlaubt die Gabe jederzeit und erinnert an die Unbeständigkeit des Lebens. Es schreibt weder einen Monat noch einen besonderen Ort vor; ein sauberer häuslicher Festplatz ist eine praktische Möglichkeit. Lade einen brahmanischen Empfänger ein, der auch die überlieferte Annahmeformel sprechen kann.
Lass ein ansehnliches metallisches Selbstbild anfertigen, auf deinem bevorzugten Reittier oder Fahrzeug, mit liebem Schmuck und Darstellungen vertrauter Menschen. Für eine stiftende Frau beschreibt die Quelle ein auf einem Bett ruhendes Bild. Lege geschätzte nützliche Gegenstände, Tücher, Schmucksteine, Kumkum sowie Kampfer-, Adlerholz- oder entsprechenden Duft dazu. Stellvertretende Miniaturen sind eine praktische Möglichkeit bei der Bildgestaltung; tatsächliche weitere Wertgaben werden mitübergeben. Bereite außerdem Duft und Blumen zur Ehrung der Lokapala, Graha, Devi und Vinayaka vor.
Durchführung
1. Das eigene Bild und seine Gaben aufstellen
Ordne das Selbstbild, die Darstellungen vertrauter Menschen und die Beigaben so an, wie sie zum eigenen Leben gehören. Umhülle und schmücke das Bild mit Tüchern, Kumkum und Duft. Wähle nicht nur etwas Kostbares, sondern etwas, dessen Bedeutung du bewusst loslassen möchtest.
2. Die göttlichen Begleiter ehren
Bringe den Welthütern, den Grahas, der Göttin und Ganesha Duft und Blumen dar. Das Kapitel schreibt hierfür weder Einzelmantras noch eine bestimmte Zahl von Diensten vor. Du kannst die genannten Gegenwarten daher in einer stillen Blumenehrung würdigen.
3. Rein und mit Blumen herantreten
Bade und ziehe saubere weiße beziehungsweise helle Kleidung an. Nimm Blumen in die gefalteten Hände und stelle dich vor den Empfänger.
4. Das Selbstbild widmen
Sprich die vollständige Übergabeformel:
ātmanaḥ pratimā ceyaṃ sarvopakaraṇairyutā |
sarvaratnasamāyuktā tava vipra niveditā ||
ātmā śaṃbhuḥ śivaḥ śauriḥ śakraḥ suragaṇairvṛtaḥ |
tasmādātmapradānena mamātmā suprasīdatu ||
Übersetzung: Dieses Bild meiner selbst, mit allen Beigaben und allen Schmucksteinen versehen, ist dir, Brahmane, übergeben. Das Selbst ist Shambhu, Shiva, Shauri und Shakra, von den Götterscharen umgeben. Darum möge durch diese Gabe des Selbst mein eigenes Selbst ganz zufrieden werden.
Lege die Blumen bei der Gabe nieder und überreiche das Bild samt Ausstattung. Shauri ist ein Name Krishnas, Shakra ein Name Indras.
5. Die Gabe annehmen
Der brahmanische Empfänger spricht die im Kapitel durch ihren Anfang bezeichnete Annahmeformel. Hier steht ihr vollständiger Wortlaut aus der Vajasaneyi Samhita:
ko'dātkasmā adātkāmo'dātkāmāyādāt |
kāmo dātā kāmaḥ pratigrahītā kāmaitatte ||
Übersetzung: Wer gab? Wem gab er? Kama gab; dem Kama gab er. Kama ist der Geber, Kama der Empfänger. O Kama, dies gehört dir.
Kama bezeichnet hier das Wünschen beziehungsweise die göttliche Kraft, die dem Geben und Empfangen zugrunde liegt.
6. Verneigen und verabschieden
Umschreite den Empfänger ehrerbietig, verneige dich und verabschiede ihn mit den empfangenen Gaben. Die Quelle fordert keine zusätzliche Schlussrezitation.
Rezitation in Devanagari
आत्मनः प्रतिमा चेयं सर्वोपकरणैर्युता ।
सर्वरत्नसमायुक्ता तव विप्र निवेदिता ॥
आत्मा शंभुः शिवः शौरिः शक्रः सुरगणैर्वृतः ।
तस्मादात्मप्रदानेन ममात्मा सुप्रसीदतु ॥
कोऽदात्कस्मा अदात्कामोऽदात्कामायादात् ।
कामो दाता कामः प्रतिग्रहीता कामैतत्ते ॥
Bedeutung und Abschluss
Die Bildgabe lädt dazu ein, Selbstwert nicht an Besitz zu binden. Das Gebet benennt im eigenen Selbst die Gegenwart des Göttlichen. Als persönliche Besinnung kann nach der Übergabe eine stille Meditation darüber folgen, welche Bindung sich gelöst und welche Dankbarkeit sich vertieft hat.
Quellen und weiterführende Praxis
- Bhavishya Purana, Uttara Parva, Kapitel 185; Sanskritfassung bei Wikisource.
- Shukla Yajurveda, Vajasaneyi Samhita 7.48: vollständige Annahmeformel (ohne vedische Akzentzeichen).
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