Asana Puja zur Weihe des Meditationssitzes
Asana Puja zur Weihe des Meditationssitzes macht das bewusste Einnehmen des Sitzes zu einem kleinen Ritual. Erde, tragende Shakti, Lehrerfolge und Ganesha werden geehrt, bevor die Hinwendung zu Shiva beginnt.

Umfang: Sitzweihe mit Erdgebet und fünf vollständig ausgeschriebenen Grußformeln.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Menschen mit Grundkenntnissen der Puja. Benötigt werden ein Sitz, eine Blüte, ein kleiner Teller und gegebenenfalls ein Shiva-Bild. Dauer: ungefähr fünf Minuten vor der Meditation.
Die Bhumi Puja entfaltet die Verehrung der tragenden Erde. Zur Dankbarkeit gegenüber der Lehrerfolge passt die Sivananda Guru Paduka Puja; an die Sitzweihe kann sich eine Shiva Manasa Puja anschließen. Der hier beschriebene Ablauf ist in sich vollständig ausgeschrieben.
1. Den Sitz bereiten
Lege ein sauberes Sitzkissen oder eine Matte an einen ruhigen Ort. Stelle ein Shiva-Bild davor, falls du eines verwendest. Lege eine Blüte auf einen kleinen Teller neben den Sitz. Die Matte soll frei von Gegenständen sein und dir einen stabilen, bequemen Sitz ermöglichen.
2. Die tragende Kraft verehren
Berühre den Sitz mit der rechten Hand. Nimm die Blüte und lege sie an den vorderen Rand des Sitzes, während du einmal sprichst:
hrīṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ
Hrim. Verehrung dem Lotussitz der tragenden göttlichen Kraft.
Adhara Shakti ist hier die Kraft, die trägt und einen Ort der Sammlung eröffnet. Die Blüte ist die in dieser Anleitung gewählte äußere Gabe.
3. Das Gebet an die Erde sprechen
Berühre den Sitz wieder leicht mit der rechten Hand und sprich:
oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ kuru cāsanam ||
Om. O Erde, die Welten werden von dir getragen; du selbst, o Göttin, wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und heilige diesen Sitz.
Setze dich danach aufrecht und bequem. Vergegenwärtige, wie die Erde dich trägt, ohne dass du dich verkrampfen musst.
4. Guru, Ganesha und Shiva grüßen
Lege die Hände zusammen. Vergegenwärtige bei den ersten drei Formeln die Lehrerfolge zu deiner Linken. Wende dich bei der vierten Formel innerlich Ganesha zu deiner Rechten zu; betrachte bei der fünften Shiva über deinem Scheitel. Sprich jede Formel einmal:
| Hinwendung | Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Guru | oṃ gurubhyo namaḥ | Om. Verehrung den Lehrern. |
| Lehrer der Lehrer | oṃ paramagurubhyo namaḥ | Om. Verehrung den Lehrern unserer Lehrer. |
| Weiter zurückreichende Lehrerfolge | oṃ parāparagurubhyo namaḥ | Om. Verehrung den Lehrern der davorliegenden Überlieferungsstufe. |
| Ganesha | oṃ gaṇeśāya namaḥ | Om. Verehrung Ganesha. |
| Shiva | oṃ śivāya namaḥ | Om. Verehrung Shiva. |
5. In die Sammlung eintreten
Lass die Hände auf den Oberschenkeln ruhen. Nimm drei natürliche Atemzüge bewusst wahr. Beginne dann deine Meditation oder dein Japa. Wenn du allein die Sitzweihe üben möchtest, bleibe einige Minuten still und schließe mit einer Verneigung. Die Blüte kann anschließend zum Shiva-Bild gelegt werden.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag über Ananda; ein ergänzender Impuls zum dankbaren Beginn des Tages. Der Beitrag ergänzt die Anleitung; der konkrete Ritualablauf steht oben.
Siehe auch
Seminare
Hinduistische Rituale
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die angegebenen Versnummern sind abschnittsinterne Nummern. Abschnitt Kalavati-Diksha-Prayoga, lokale Verse 6 und 11: Sitzformel, Erdgebet sowie Gruß an Guru-Reihe, Ganesha und gewählte Gottheit. Hier ist die Gottheit ausdrücklich Shiva. Die Hinwendung zu Shiva über dem Scheitel folgt der Versanweisung in 11; die dortige Prosa nennt die Mitte. Übernommen wird die Sitzbereitung, nicht die vollständige Diksha. Das Quellen-Viniyoga nennt Meruprishtha, Sutala und Kurma; diese Zuordnungen sind Hintergrundangaben und werden in dieser kurzen Form nicht als weiterer Sprechtext eingesetzt. Drei ruhige Atemzüge und Blütengabe sind praktische Ausgestaltung.