Apaka Dana
Apaka Dana – einen Töpferbrand für viele Haushalte stiften und verschenken: Das Apaka Dana verwandelt einen ganzen Töpferbrand in ein Fest der Freigebigkeit: Tausend irdene Gefäße werden angefertigt, nach einer Nachtwache geschmückt und zur freien Auswahl verschenkt. Wer die Feier stiftet, bittet um eine gedeihende Familie und tragfähige menschliche Beziehungen. Im Bhavishya Purana lehrt Pippalada dieses Ritual einer Königsfamilie; Frauen wie Männer können es ausführen. Der Töpfer wird als Träger der schöpferischen Kunst Vishvakarmans geehrt.
Vorbereitung
Diese große Stiftung der puranischen Tradition braucht eine Töpferwerkstatt, einen geeigneten Brennofen und einen Platz für die spätere Ausgabe. Wähle mit einer kalendarisch kundigen Person einen günstigen Tag mit passender Stellung von Planeten und Sternen. Der eigentliche Brand beginnt nach der Quelle abends, die Ausgabe folgt nach der Nachtwache und dem Abkühlen. Die Brenn- und Abkühlzeiten des verwendeten Ofens richten sich in der praktischen Durchführung nach dem fachkundigen Töpfer.
Lass tausend verwendbare Tongefäße verschiedener Formen und Größen herstellen: Vorratsgefäße, Kochtöpfe, Krüge, Ausgussgefäße, Schalen und Geschirr. Hinzu kommen sechzehn weitere Gefäße nach den Mitteln aus den im Text genannten Metallen Gold, Silber, Kupfer und Eisen, rote und weiße Tücher, Blumen, Girlanden, Duft sowie Kleidung und Schmuckgaben zur Ehrung der Beteiligten. Lade Brahmanen und die in der Quelle vorgesehenen verheirateten Frauen ein. Eine heutige Öffnung der Verteilung für weitere Haushalte ist eine soziale Anpassung und verändert nicht die Gefäßherstellung oder die Gebete.
Durchführung
1. Den Töpfer beauftragen und ehren
Begrüße den Töpfer mit Kleidung, Schmuck, Blumen sowie Adlerholz- oder Sandelduft. Sprich die überlieferte Bitte zur Anfertigung:
kuruṣva tvaṃ me bhāṃḍāni gurūṇi ca laghūni ca |
maṇikādīni śubhrāṇi sthālyaśca sumanoharāḥ ||
ghaṭakāḥ karakāścaiva galaṃtyaḥ kuṃḍalāni ca |
śarāvādīni pātrāṇi bhāṃḍamuccāvacaṃ bahu |
saṃpādaya mahābhāga viśvakarmā tvameva hi ||
Übersetzung: Fertige mir große und kleine Gefäße an: schöne Vorratsgefäße und ansehnliche Kochtöpfe, Krüge, Wassergefäße, Ausgussgefäße, runde Gefäße und Schalen, vielerlei großes und kleines Geschirr. Stelle sie bereit, Hochgeehrter, denn du bist Vishvakarman selbst.
Vereinbare die Arbeit und ihre angemessene Vergütung. Das Kapitel stellt den Respekt vor dem Handwerker an den Anfang.
2. Den gemeinsamen Brand beginnen
Der Töpfer setzt die tausend fertig geformten und getrockneten Tongefäße fachgerecht in den Ofen. Am gewählten Abend beginnt er den Brand. Dies ist der wirkliche Keramikbrand, kein zusätzliches Feueropfer. Nur fachkundige Personen bedienen den Ofen.
3. Die Nacht gemeinsam wachend verbringen
Begleite die Nacht mit Gesang und glückverheißender Musik. Die Quelle ordnet ein Wachen an, aber keinen bestimmten Hymnus. Geeigneter Kirtan kann nach der eigenen Überlieferung gewählt werden. Der Aufenthaltsbereich bleibt vom Arbeits- und Gefahrenbereich des Brennofens getrennt.
4. Die fertig gebrannten Gaben schmücken
Lass den Brand beenden und die Gefäße vollständig abkühlen. Die Quelle setzt dies am folgenden Morgen voraus; ein noch heißer Ofen wird nicht für den Ritualtermin geöffnet. Schmücke die fertige Anordnung mit roten Tüchern und Blumengirlanden. Bade und ziehe saubere weiße beziehungsweise helle Kleidung an. Stelle die sechzehn zusätzlichen Metallgefäße darum auf.
5. Beteiligte und Gabe ehren
Ehre die Anordnung mit Blumen und umschreite sie im Uhrzeigersinn. Begrüße und ehre die Brahmanen, den Töpfer sowie die eingeladenen Frauen mit den vorbereiteten Aufmerksamkeiten. Vollziehe anschließend eine weitere Umrundung der Gefäßgabe. Eine Mehrfachzahl für diese beiden Umrundungsschritte wird im Text nicht genannt.
6. Die Gabe als schöpferische Fülle anrufen
Sprich die beiden vollständigen Schenkungsverse:
āpākabrahmarūposi bhāṃḍānīmāni jaṃtavaḥ |
pradānātte prajāpuṣṭiḥ svargaścāstu mamākṣayaḥ ||
Übersetzung: Töpferbrand, du bist eine Gestalt Brahmas; diese Gefäße sind die Lebewesen. Durch deine Schenkung mögen mir das Gedeihen der Nachkommenschaft und unvergänglicher Himmel zuteilwerden.
bhāṃḍarūpāṇi yānyatra kalpitāni mayā kila |
bhūtvā satpātrarūpāṇi upatiṣṭhaṃtu tāni me ||
Übersetzung: Was ich hier in Gestalt von Gefäßen habe anfertigen lassen, möge mir als Gestalt guter Empfänger entgegenkommen.
Das Wort Patra bedeutet sowohl Gefäß als auch Empfänger. Der Vers verbindet die geschenkten Gefäße mit dem Wunsch nach guten menschlichen Beziehungen.
7. Frei auswählen lassen und verschenken
Lass jede eingeladene Frau das von ihr gewünschte Gefäß auswählen und überlasse es ihr. Die Quelle fordert ausdrücklich, diese Wahl nicht zu verhindern. Ermögliche die geordnete, unentgeltliche Übernahme des ganzen vorbereiteten Bestands. Bedanke dich beim Töpfer und den Gästen; sichere Verpackung und Transport, damit die Gefäße im Alltag wirklich dienen können.
Rezitation in Devanagari
कुरुष्व त्वं मे भांडानि गुरूणि च लघूनि च ।
मणिकादीनि शुभ्राणि स्थाल्यश्च सुमनोहराः ॥
घटकाः करकाश्चैव गलंत्यः कुंडलानि च ।
शरावादीनि पात्राणि भांडमुच्चावचं बहु ।
संपादय महाभाग विश्वकर्मा त्वमेव हि ॥
आपाकब्रह्मरूपोसि भांडानीमानि जंतवः ।
प्रदानात्ते प्रजापुष्टिः स्वर्गश्चास्तु ममाक्षयः ॥
भांडरूपाणि यान्यत्र कल्पितानि मया किल ।
भूत्वा सत्पात्ररूपाणि उपतिष्ठंतु तानि मे ॥
Bedeutung und Abschluss
Aus derselben Erde entstehen viele Gefäße mit unterschiedlichen Aufgaben. Die Schenkung ehrt diese Vielfalt und lässt den Empfänger selbst bestimmen, was ihm dient. Wer Großzügigkeit übt, darf auch die Vorstellung loslassen, für andere immer schon das Richtige zu wissen.
Quellen und weiterführende Praxis
- Bhavishya Purana, Uttara Parva, Kapitel 167; Sanskritfassung bei Wikisource.
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