Ajita Agama 108 Verse und Mantras

Aus Yogawiki

Ajita Agama 108 Verse und Mantras versammelt 108 deutsche Verse aus dem Ajita Agama sowie ausgeschriebene Gebete und Rezitationsformeln seiner Sanskritgrundlage. Die Auswahl führt von Shivas Allgegenwart über Shakti, Mantra und innere Verehrung zu Hingabe, Initiation, Guru und Befreiung.

Die Übersetzungen sind der vollständigen Ausgabe unverändert entnommen. Einige Sätze laufen über mehrere Verse; zusammenhängende Gruppen sollen deshalb zusammen gelesen werden. Die Zahlen 1–108 dienen nur der Auswahl. Die ursprünglichen Kapitel- und Versnummern stehen gesammelt am Ende. Der Dialog zwischen dem göttlichen Lehrer und Vishnu bleibt ebenso erhalten wie der jeweilige Ritualzusammenhang.

Hinweise zur besinnlichen Lektüre

Lies einen kurzen zusammenhängenden Abschnitt langsam und lasse eine seiner Aussagen nachklingen. Die Verknüpfung von Erkenntnis, Hingabe und Mitgefühl eignet sich besonders zur Selbstbesinnung. Die folgenden Verse sind eine Leseauswahl, keine neu zusammengestellte Initiation oder vollständige Puja-Anleitung. Die ausführliche historische und sachliche Einordnung steht im Hauptartikel Ajita Agama.

108 deutsche Verse

1 Das Wissen Shivas entfaltet sich in den verschiedenen Wissensformen, angefangen bei den Veden. Deshalb, Vishnu, heißt es befreiendes Wissen: Es ist ihre Ursache und führt hinüber.

2 Sein geheimer einzelner Laut wird Pranava genannt. Er umfasst die drei Gunas, die drei Welten, die drei Veden und die drei Götter,

3 die drei Kalas und die drei Tattvas. So erkenne ihn, Janardana. Zweierlei Brahman wird gelehrt: das Klang-Brahman und das höchste Brahman.

4 Das Höchste, das mit dem Wort Brahman bezeichnet wird, ist Shiva. Dasjenige, dessen Wesen Klang-Brahman ist, wird Sadashiva genannt.

5 Der Pranava ist unmittelbar der Leib Sadashivas, Janardana. Sadashiva, der Gott der Götter, ist der Ursprung aller Ursachen.

6 Doch auch ihm liegt als Ursache der höchste Shiva zugrunde. Weil dessen Wesen über Sprache und Denken hinausgeht, wird er der Höchste genannt.

7 Dieser ursprüngliche Grund wird hier Shiva genannt. Sadashiva hingegen ist als höchster Herr der Schöpfer und Erhalter.

8 Shiva steht über allem. Er ist der Unerschütterliche, das höchste Selbst, Maheshvara. Sein Wesen ist Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit; er ist frei von der Begrenzung durch offenbarte und nicht offenbarte Erscheinungsformen.

9 Er allein durchdringt alles und wird von den Weisen Brahman genannt. Das Grobe, das Feine und das Höchste, das Offenbare, das Unoffenbare und beides zusammen;

10 das Äußere, das Innere und beides zusammen, das Ewige, das Vergängliche und das, was an beidem Anteil hat;

11 das Männliche, das Weibliche und als Drittes das Geschlechtslose; Wachen, Träumen und Tiefschlaf, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft;

12 das Unsichtbare, das Sichtbare und beides zusammen; das Tun in Worten und Gedanken; das Erkenntnismittel, der Erkennende und das zu Erkennende;

13 die Bereiche Atman, Vidya und Shiva; der Erfahrende, das zu Erfahrende und der Gegenstand des Genusses; das durch Maya Bedingte, die Anava-Bindung, das Karma, Wissen und Nichtwissen;

14 Licht und Dunkelheit, Grobes und Feines, Nähe und Ferne, das Aufzugebende und das Anzunehmende;

15 die regelmäßigen und die anlassgebundenen Handlungen, das Höhere und das Niedere, das Zusammengezogene und das Ausgebreitete, Wahrheit und Unwahrheit;

16 Sein und Nichtsein, o Bester der Götter, Schöpfer und Erhalter, das Erfreuliche, das Unerfreuliche und das Gemischte;

17 das Bezeichnete und das Bezeichnende, das Tragende und das Getragene, Kälte und Hitze, Freude und Schmerz;

18 Reinheit und Unreinheit, Sanftheit und Schärfe, Zuneigung und Abneigung der Lebewesen, Anstrengung und Trägheit;

19 das Hohe und das Niedrige, Gedeihen und Misslingen, gute und schlechte Verfassung, das Bewegliche und das Unbewegliche:

20 Dies alles ist der Herr selbst. Außer ihm gibt es nichts. Er ist Prakriti, Mahat und Ahamkara,

21 die feinen Grundlagen von Klang, Berührung und sichtbarer Gestalt, von Geschmack und Geruch sowie Gehör, Haut und Auge,

22 Zunge und Geruchssinn, Sprechorgan, Hände und Füße, Ausscheidungs- und Zeugungsorgan, der Geist, die fünf Elemente von der Erde an und Purusha.

23 Er ist Raga, Maya, Vidya, Kala und Niyati, der Herr des Wissens, Shakti und die reine Maya.

24 Als reine Erkenntnis, reine Kala, Sadashiva und Shiva wird er erkannt. Er ist Ishvara; er ist auch ich und du.

25 Er ist Brahma und die Schöpfer der Geschöpfe, angefangen bei Kashyapa. Er ist die sieben Weisen, Mond und Sonne, die Herren der Gestirne.

26 Er ist der König der Götter, Kubera und Varuna, Yama, Agni, der Herr der Nagas, Nirriti und Vayu.

27 Er ist Ishana, alle Anführer der Scharen, die acht Vasus und die elf Rudras sowie die übrigen vorzüglichen Götter und Danavas.

28 Die acht Arten göttlicher Wesen, die fünf Arten tierischer Geburt, die Menschen und die gesamte Welt: All dies wird Shiva genannt.

29 Die vier Veden sprechen in ihrer geheimen Lehre von ihm. Im Siddhanta und im Bhutatantra, im linken und im rechten Überlieferungsstrom,

30 in den Bhairava-Lehren und anderen Lehren, etwa denen über Pashu und Pashupati, in den Vishnu-Tantras, im Buddhismus und in der Lehre von den Welthütern,

31 in den achtzehn Puranas, den sechs Hilfswissenschaften und weiteren Wissenschaften, in allen Yoga-Schriften, in Nyaya, Vaisheshika und anderen Lehrsystemen:

32 Was immer die Weisen dort prüfen und als Wirklichkeit bezeichnen, das ist dieser ewige Herr der Götter, der Shiva genannt wird.

33 Frei von Anfang, Mitte und Ende, von Natur aus makellos, allwissend und vollkommen: So soll man Shiva gemäß den Shiva-Agamas erkennen.

34 Er ist durch Raumrichtungen, Zeit und andere Bestimmungen nicht begrenzt. Er liegt jenseits von Sprache und Denken, ist ohne Teile und ohne Tätigkeit, durchdringt alles und sieht immer alles.

35 Ihn zu verehren ist das innere Opfer. Es wird von Yogis vollzogen, von Menschen, die sich der Yoga-Praxis widmen, in der Mitte des Herzenslotus.

36 Dort verehren ihn jene, deren Geist durch den achtgliedrigen Yoga, beginnend mit Yama, gereinigt ist. Anderen ist diese Form der Verehrung nicht zugänglich. Sie zeichnet sich vor anderen Verehrungshandlungen aus.

37 Ohne seine Verehrung gewinnen die verkörperten Wesen durch andere Handlungen nicht das höchste Heil. Doch die Befähigung zu diesem inneren Opfer entsteht nur bei einzelnen Menschen.

38 Zur äußeren Verehrung hingegen können auch diejenigen befähigt sein, deren Erkenntnis noch begrenzt ist. Dies erkannte Shiva, der Herr der Götter, der im Inneren aller Wesen wohnt.

39 Um der Welt seine Gnade zu schenken und den Lebewesen Erfahrungserfüllung und Befreiung zu gewähren, wurde Shiva unmittelbar zu Sadashiva, dessen Leib aus den fünf Brahma-Formen besteht.

40 Aus dem Lotus deines Nabels entstand der ungeborene Brahma, der Urvater der Welt. Die in Shiva gründende Erkenntniskraft wird auch Maya genannt.

41 Andere nennen sie Mula-Prakriti, die Urnatur. Auch sie besteht in fünf Gestalten, die als Ursache und Wirkung miteinander verbunden sind. Höre, wie sie sich entfaltet.

42 Ihre Gestalt als Göttin Manonmani ist mit Sadashiva verbunden. Aus ihr ging Gauri hervor, die mit Maheshvara verbunden ist.

43 Aus Gauri entstand Uma, meine geliebte Gefährtin. Aus ihr ging Padma hervor, die mit dir, Vishnu, verbunden ist.

44 Aus Padma entstand Vani, die mit Brahma verbunden ist. Brahma erschuf diese ganze Welt, ohne etwas auszulassen.

45 Du erhältst sie, und ich löse sie wieder auf. So besteht unter uns der Zusammenhang von Ursache und Wirkung.

46 In Sadashiva und den weiteren Gestalten ist Shiva als ihr eigentliches Wesen gegenwärtig. In ihm allein besteht die reine Ursächlichkeit.

47 Diesen unvergänglichen Sadashiva verehren wir, angefangen bei Maheshvara, und alle Lebewesen dieser Welt im Linga.

48 Nun will ich dir die Entstehung des Linga erklären. Höre, Lotusäugiger: Das Zeichen eines Wesens lässt dieses Wesen erkennbar werden.

49 Das Zeichen Sadashivas wird Shiva-Linga genannt. Mahadeva ist der unveränderliche Grund, die Ursache aller Ursachen.

50 Als Shiva, der Ursprung aller Götter, dessen Leib das Klang-Brahman ist, diese Verblendung bei euch beiden Götterherrschern sah,

51 nahm der höchste Herr die Gestalt einer flammenden Säule an. Um euch Erkenntnis zu schenken, stand er wundersam zwischen euch.

52 Ihr beiden hervorragenden Götter stauntet über alle Maßen. „Was ist das?“, dachtet ihr und machtet euch daran, es zu erforschen.

53 In Gestalt eines Schwans und eines Ebers bewegtet ihr euch nach oben und nach unten, um das Ende dieser Linga-Gestalt zu finden.

54 Doch ihr beiden Herren aller Welten kehrtet erfolglos zurück. Ihr verneigtet euch vor dem Herrn der Götter, prieset ihn und stelltet euch zu seinen beiden Seiten.

55 Ich werde die Weihe des Linga erklären, die den Menschen Lebensgenuss und Befreiung gewährt. Der Herr ist ohne Anfang, Mitte und Ende und seinem Wesen nach makellos.

56 Im Shiva-Agama ist Shiva als allwissend und vollkommen zu erkennen. Weder Raumrichtungen noch Zeit oder andere Grenzen schränken ihn ein; er liegt jenseits der Reichweite von Sprache und Denken.

57 Auch seine Verehrung gewährt Früchte wie den Rang Indras. Verehrt man den Gott der Götter, schenkt er Hingabe und Erkenntnis.

58 Ohne Erkenntnis und den Yoga der Hingabe lässt sich Befreiung durch keine noch so vielen anderen Handlungen erlangen. Deshalb ist die Verehrung des Linga von höchstem Rang.

59 Die Weihe erfolgt ohne dessen handwerkliches Mitwirken; sie geschieht durch Mantra allein. Mahadeva, Shiva, die höchste Ursache, hat die Gestalt des Mantra.

60 Mantra ist höchste Erkenntnis; Sadashiva ist der durch den Mantra bezeichnete Wirkliche. Zwischen diesem und dem Mantra besteht die Beziehung von Bezeichnetem und Bezeichnendem.

61 Für den so bezeichneten Gott der Götter, der den Welten Gnade erweist, werden hier die Ausdrücke Linga, Kennzeichen und Leib gebraucht, o Janardana.

62 Ein Leib ist der Mantra, der als Klang-Brahman bezeichnet wird. Zunächst wird jedoch der andere Leib in offenbarter, unbildlicher oder beide Formen vereinender Gestalt hergestellt.

63 Diese drei Formen dienen seiner beständigen Verehrung, o Bester der Götter. Das Einsetzen des Mantra in das jeweilige Linga wird Weihe genannt.

64 „Du, der du die ursprüngliche Gestalt aller Mantras bist: Sei in diesem Linga allezeit gegenwärtig, Mahadeva, aus dem Wunsch, der Welt Gnade zu erweisen.

65 Solange Mond und Sonne bestehen, solange die Erde fortbesteht, so lange mögest du aus freiem Willen hier verweilen, Herr der Götter, Allgegenwärtiger.

66 Was gemäß der Lehre wissentlich oder unwissentlich ausgeführt wurde, möge durch deine Gnade ganz und vollkommen sein, Maheshvara.“

67 Bei Tagesanbruch erhebe sich der Kundige von seinem Lager und vollziehe die Verehrung. In sich selbst schaue er das höchste Licht, dessen Wesen Shiva ist.

68 „Verehrung dir, Shiva, Sharva, Gott und höchstem Selbst, dir, der du stets von einem einzigen, unveränderlichen Wesen und frei von begrenzender Unterscheidung bist.“

69 Dann vergegenwärtige man den Körper als rein und leuchtend wie den fleckenlosen Vollmond am klaren Himmel.

70 Nachdem Körper und Selbst auf diese Weise gereinigt wurden, ist der Leib zu Shiva geworden und ebenso das in ihm verkörperte Wesen.

71 In dessen Herzen bilde man einen Sitz als achtblättrigen Lotus mit Fruchtboden. Dorthin bringe man das leidfreie, ungestörte Selbst,

72 in Bija-Gestalt und von einem strahlenden Kranz von Licht umgeben, aus dem im Raum gelegenen Dvadashanta herab und setze es als Shiva ein.

73 Man nehme Arghya-Wasser in die hohle rechte Hand und vergegenwärtige die mit Duftstoffen, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrte Gottheit im Herzen.

74 Der Mantrakundige spreche diesen Mantra; höre aufmerksam: „Du höchst geheimer Hüter des Geheimen, nimm die von uns vollzogene Mantrawiederholung an.

75 Möge durch sie, dank deiner Gnade, Vollkommenheit in mir entstehen und beständig bleiben. Was immer ich tue, o Gott, Gutes oder Schlechtes,

76 nimm es von mir an und lass es vergehen, Shankara, während ich in Shivas Zustand verweile. Shiva ist der Geber, Shiva der Empfangende; Shiva ist diese ganze Welt.

77 Shiva vollzieht überall die Verehrung. Derjenige, der Shiva ist, bin ich selbst.“ Nachdem man diesen Mantra gesprochen hat, füge man den eigenen Namen und den Wurzelmantra hinzu,

78 bringe das Wasser am Fuß des Linga dar und entlasse es mit der Bitte „Verzeihe“. Nach diesem Abschluss der morgendlichen Sandhya beginne man die zusätzliche Sandhya.

79 Bei der Umrundung gehe man langsam und gesammelt. Man schaue zunächst auf den Weg und setze dann den Fuß auf. Gespräche über andere Dinge lasse man beiseite.

80 Man vollziehe sie unter der Rezitation eines vedischen Mantras oder eines Lobgesangs. Die erste Form, Shiva dargebracht, ist für alle geeignet.

81 Was immer man Shiva widmet, sei es eine Gabe oder eine Handlung: Wird es mit Hingabe vollzogen, so gilt seine Frucht als unendlich vervielfacht.

82 Darum: Wer sich täglich einmal mit Hingabe vor dem Linga verneigt, erlangt alle Wünsche und freut sich in Gemeinschaft mit Shiva.

83 Wie ein loderndes Feuer trockenes und feuchtes Holz verbrennt, so werden gutes und schlechtes Karma durch das Feuer der Erkenntnis verbrannt.

84 Initiation durch den Blick, durch Berührung, durch das Wort, durch den Geist, durch die Lehrschrift, durch Yoga und durch das Feueropfer: Sie ist von vielerlei Art.

85 Wenn der Guru die Augen öffnet, über die Wirklichkeit meditiert und den Schüler zur Befreiung von den Fesseln anschaut, ist dies die Initiation durch den Blick.

86 Er legt Shiva samt den Brahma- und Gliedermantras in seine rechte Hand und berührt damit den Kopf und die weiteren Körperstellen des Schülers. Dies ist die Initiation durch Berührung.

87 Er sammelt den Geist in der Wirklichkeit und spricht, mit gesteigerter innerer Leuchtkraft, die Samhita-Mantras. Dies gilt als Initiation durch das Wort.

88 Erfolgt sie durch ein rein geistiges Verfahren, heißt sie geistige Initiation. Durch die Übermittlung der Lehrschrift wird die Initiation durch die Schrift vollzogen.

89 Durch Yoga geschieht die Yoga-Initiation, die im Shiva-Sein gegründet ist. Die Opferinitiierung verwendet das Mandala aus farbigem Pulver und die Feuergrube; sie wird als zweifach beschrieben.

90 Zusammenfassend wird die Initiation von den Kundigen in zwei Arten gegliedert: Die eine besteht in Erkenntnis, die andere in ritueller Handlung.

91 Die allein durch geistige Tätigkeit vollzogene Initiation, ohne Verehrungs- und Feuerriten, heißt erkenntnisgetragen. Sie entsteht aus dem unmittelbaren Erfassen der Wirklichkeit.

92 Diejenige mit Verehrung und Feueropfer, die aus der Kunst des rituellen Vollzugs hervorgeht, heißt handlungsgetragen. Sie wiederum hat viele Formen: ohne Samen und mit Samen.

93 Ich werde die Merkmale des Acharya erklären. Sie werden in zwei Arten unterschieden: grobe und feine. Ich lege sie kurz dar.

94 Die groben betreffen den Körper, die feinen das innere Wesen. Die mit dem Selbst vollzogene Verehrung gewährt Befreiung, du Treuer im Gelübde.

95 Man erkenne deshalb den von großer Weisheit erfüllten Lehrer und verehre ihn beständig. Erkenntnis, Meditation, eigenes Studium, Askese und rituelles Handeln:

96 Diese fünf großen Opfer habe ich der Reihe nach genannt. Unter diesen fünf habe ich die ersten beiden

97 als aus dem Selbst hervorgehende Qualitäten erklärt. Die übrigen, die durch Anstrengung der verkörperten Wesen entstehen, sind als von begrenzter Frucht zu erkennen.

98 Der Körper heißt deshalb grob, das Selbst fein. Darum soll der Weise nicht vor allem die äußeren Merkmale beachten.

99 Mit dem zufrieden, was ihm von selbst zukommt, sei er im Schreiben geschickt, aufrichtig, freundlich im Sprechen, dankbar und frohen Herzens.

100 Er kenne die Unterscheidung der drei Gunas und freue sich am Wohl aller Wesen. Er sei von Würde, ohne Hochmut, fähig und den Shiva-Verehrern zugetan.

101 Er sei ohne Begehrlichkeit, rein, bescheiden und liebevoll. Er kenne die Wirklichkeit, besitze Erkenntnis und Einsicht und kenne die Merkmale der kosmischen Wege.

102 Er kenne die rechte Zeit, sei im Ritual erfahren und in Veden und Vedangas bewandert. Er verstehe die Weihelehren und habe Erfahrung mit den Arbeiten am Baugrund.

103 Er sei seinem Guru ergeben, standhaft und mutig, mit Erkenntnis, rechtem Lebenswandel und rituellem Können ausgestattet. Er strebe nach dem Unsichtbaren, besitze vielseitiges Wissen, sei ohne Missgunst und fest in seinen Gelübden.

104 Ein solcher hochweiser Lehrer wird der Beste genannt. Wessen Herz ohne Unterschied allen Lebewesen gegenüber von Mitgefühl bewegt ist,

105 den nenne ich einen Lehrer, der den Sinn der Wirklichkeit kennt. Den Acharya nennt man Shiva selbst, und Shiva wird Acharya genannt.

106 Wozu noch mehr Worte? Auf die Beschaffenheit des Körpers kommt es nicht an. Die Kenner der Wirklichkeit sollen hier allein die Merkmale des inneren Wesens erfassen.

107 Darum verehre der Verständige mit aller Sorgfalt beständig einen Lehrer, der inneren Reichtum besitzt, so wie es die Lehrschrift zeigt.

108 Haut, Blut, Fleisch, Mark und dergleichen gibt es im höchsten Herrn jedoch nicht. Beim Wesen aus Mantras und verdichtetem Bewusstsein werden solche Begriffe nur übertragen gebraucht.

Belegte Mantras und Rezitationsformeln

Die folgenden Formeln sind in der verwendeten Sanskritgrundlage ausgeschrieben. Die Bedeutungsangaben erleichtern das Verständnis; bei längeren Gebeten geben sie den Sinn zusammenfassend wieder. Bija-Laute werden nicht mit erfundenen Wortbedeutungen versehen. Die Schreibung folgt der Vorlage; eine Anfügung von Om oder weiteren Silben erfolgt nur, wenn sie dort steht. Ein abschließendes iti („so“) wird als Redemarkierung von der gesprochenen Formel getrennt.

Die Gayatris und kurzen Anrufungen gehören teilweise zu bestimmten Tempel- und Weiheriten. Ihre Aufnahme dokumentiert den Text und ersetzt nicht die Unterweisung in den zugehörigen Ritualvollzug. Bei den Tiergestalten handelt es sich um göttliche Träger oder Erscheinungsformen im Festzusammenhang. Die beschreibenden Namen folgen der vorliegenden Lesung.

Gebete zu Shiva und Shakti

Morgendliche Verehrung Shivas

<poem> namaḥ śivāya śarvāya devāya paramātmane sadaikarūparūpāya vikalparahitāya te </poem>

Verehrung dir, Shiva, Sharva, Gott und höchstes Selbst, dessen Gestalt stets dieselbe ist und der frei von begrenzenden Vorstellungen ist.

Beleg: 19.7.

An die tragende Shakti

<poem> tvameva paramā śaktistvamevāsanadhārikā śivājñayā tvayā devi sthātavyamiha sarvadā </poem>

Du selbst bist die höchste Shakti; du selbst trägst den Sitz. Auf Shivas Geheiß, o Göttin, sollst du hier allezeit gegenwärtig bleiben.

Beleg: 18.201–202, die dort ausdrücklich gesprochenen Gebetsworte.

Bitte um Gegenwart und Vollendung

<poem> sarvamantrādirūpa tvaṃ lokānugrahakāmyayā atra liṅge mahādeva saṃnidhiṃ kuru sarvadā yāvaccandraśca sūryaśca yāvattiṣṭhati medinī tāvattvayātra deveśa sthātavyaṃ svecchayā vibho jñānato’jñānato vāpi śāstroktaṃ ca kṛtaṃ hi yat tatsarvaṃ pūrṇamevāstu tvatprasādānmaheśvara </poem>

Du, dessen ursprüngliche Gestalt alle Mantras ist: Sei aus Gnade für die Welt in diesem Linga gegenwärtig. Bleibe hier, solange Mond, Sonne und Erde bestehen. Was wissentlich oder unwissentlich getan wurde, möge durch deine Gnade vollkommen sein.

Beleg: 18.264–266.

Übergabe der Mantrawiederholung

<poem> guhyātiguhya goptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam siddhirbhavatu me yena tvatprasādānmayi sthirā yatkiṃcitkarma he deva sadā sukṛtaduṣkṛtam tanme śivapadasthasya bhuṅkṣva kṣapaya śaṃkara śivo dātā śivo bhoktā śivaḥ sarvamidaṃ jagat śivo yajati sarvatra yaḥ śivaḥ so’hameva tu </poem>

Nimm die Mantrawiederholung an; möge durch deine Gnade Vollkommenheit entstehen. Nimm mein Handeln an und lass es vergehen. Shiva gibt, Shiva empfängt, Shiva ist die Welt und vollzieht die Verehrung; derjenige, der Shiva ist, bin ich selbst.

Beleg: 20.241–244, ohne die einleitende und abschließende Ritualanweisung.

Verehrung von Shakti und Shambhu

<poem> namo’stu śaktiśaṃbhubhyām </poem>

Verehrung sei Shakti und Shambhu.

Beleg: 21.90, direkte Formel vor ityudīrya.

Bitte um Vergebung

<poem> kṣamasva </poem>

Verzeihe.

Beleg: 20.245, ausdrücklich gesprochene Bitte.

Ausgeschriebene Gayatri-Formeln

Vrisha, Shivas Stier

<poem> tīkṣṇaśṛṅgāya vidmahe vedapādāya dhīmahi tanno vṛṣaḥ pracodayāt </poem>

Den Spitzhörnigen wollen wir erkennen; über den, dessen Füße die Veden sind, meditieren wir. Möge der Stier uns anregen.

Beleg: 46.5; nochmals unnummeriert nach 97.16.

Ganesha

<poem> gaṇeśvarāya vidmahe hastivaktrāya dhīmahi tanno dantī pracodayāt </poem>

Den Herrn der Scharen wollen wir erkennen; über den Elefantengesichtigen meditieren wir. Möge der Stoßzahnträger uns anregen.

Beleg: 49.13–14.

Skanda

<poem> subrahmaṇyāya vidmahe śaktihastāya dhīmahi tannaḥ skandaḥ pracodayāt </poem>

Subrahmanya wollen wir erkennen; über den mit der Lanze in der Hand meditieren wir. Möge Skanda uns anregen.

Beleg: 50.12–13.

Chandesha

<poem> caṇḍeśvarāya vidmahe ṭaṅkahastāya dhīmahi tannaścaṇḍaḥ pracodayāt </poem>

Chandeshvara wollen wir erkennen; über den mit dem Beil in der Hand meditieren wir. Möge Chanda uns anregen.

Beleg: 51.4–5.

Jyeshtha

<poem> phalapradāyai vidmahe pāpahantryai ca dhīmahi tanno jyeṣṭhā pracodayāt </poem>

Die Fruchtgewährende wollen wir erkennen; über die Tilgerin der Verfehlungen meditieren wir. Möge Jyeshtha uns anregen.

Beleg: 52.6–7.

Surya

<poem> padmahastāya vidmahe rathārūḍhāya dhīmahi tannaḥ sūryaḥ pracodayāt </poem>

Den mit dem Lotus in der Hand wollen wir erkennen; über den auf dem Wagen meditieren wir. Möge Surya uns anregen.

Beleg: 54.9.

Kshetrapala

<poem> śvānavāhāya vidmahe tīkṣṇadaṃṣṭrāya dhīmahi tanno rudraḥ pracodayāt </poem>

Den auf dem Hund Fahrenden wollen wir erkennen; über den mit den scharfen Fangzähnen meditieren wir. Möge Rudra uns anregen.

Beleg: 56.9.

Sara, die Antilope

<poem> tigmaśṛṅgāya vidmahe vedapādāya dhīmahi tannaḥ sāraḥ pracodayāt </poem>

Die Spitzhörnige wollen wir erkennen; über die mit den Veden als Füßen meditieren wir. Möge die Sara-Antilope uns anregen.

Beleg: unnummeriert nach 97.9, erste Formel.

Ena, die Antilope

<poem> tīkṣṇakarṇāya vidmahe vedapādāya dhīmahi tannaḥ eṇaḥ pracodayāt </poem>

Die Spitzohrige wollen wir erkennen; über die mit den Veden als Füßen meditieren wir. Möge die Ena-Antilope uns anregen.

Beleg: unnummeriert nach 97.9, zweite Formel.

Vrishani, die Shakti des Stiers

<poem> śāntikarṇāyai vidmahe vedapādāyai dhīmahi tanno vṛṣāṇī pracodayāt </poem>

Die mit friedvollen Ohren wollen wir erkennen; über die mit den Veden als Füßen meditieren wir. Möge Vrishani uns anregen.

Beleg: unnummeriert nach 97.18.

Simha, der Löwe

<poem> tīvrakarṇāya vidmahe dharmapiṇḍāya dhīmahi tannaḥ siṃhaḥ pracodayāt </poem>

Den mit scharfen Ohren wollen wir erkennen; über den, dessen Leib Dharma ist, meditieren wir. Möge der Löwe uns anregen.

Beleg: unnummeriert nach 97.19.

Ahnen und Lehrer

Verehrung der Gottheiten, Ahnen und Lehrer (1)

<poem> devatābhyaḥ pitṛbhyaśca mahāyogibhya eva ca namaḥ svadhāyai svāhāyai nityameva namo namaḥ </poem>

Den Gottheiten, den Ahnen und den großen Yogis Verehrung! Der Svadha und der Svaha immer wieder Verehrung, Verehrung!

Beleg: 103.42.

Verehrung der Gottheiten, Ahnen und Lehrer (2)

<poem> sāyujyādipadaprāptamīśādipitṛdaivatam vaṃśavṛddhikaraṃ devaṃ nityameva namo namaḥ </poem>

Den Ahnen-Gottheiten, beginnend mit Isha, die Vereinigung und die weiteren Stufen erreicht haben, der Gottheit, die die Familie gedeihen lässt, immer wieder Verehrung, Verehrung!

Beleg: 103.43.

Verehrung der Gottheiten, Ahnen und Lehrer (3)

<poem> śivajñānapratīkāśaṃ śivaṃ saptagurūnsadā ahaṃ vande mahādevaṃ nityameva namo namaḥ </poem>

Shiva, der Shivas Erkenntnis sichtbar macht, und die sieben Gurus verehre ich beständig. Vor Mahadeva verneige ich mich: immer wieder Verehrung, Verehrung!

Beleg: 103.44.

Verehrung der Gottheiten, Ahnen und Lehrer (4)

<poem> devānāṃ ca pitṝṇāṃ ca gurūṇāṃ śivayoginām pradakṣiṇatrayaṃ kurve nityameva namo namaḥ </poem>

Die Götter, Ahnen, Gurus und Shiva-Yogis umschreite ich dreimal: immer wieder Verehrung, Verehrung!

Beleg: 103.45.

Segen für Vertrauen und Freigebigkeit

<poem> dātāro no’bhivardhantāṃ śaivasaṃtatireva ca śraddhā ca no mā vyapagādbahu deyaṃ ca no’stu </poem>

Mögen unsere Geber gedeihen und ebenso die shaivitische Überlieferung. Möge unser Vertrauen nicht schwinden, und mögen wir viel zu geben haben.

Beleg: 103.81–82, direkte Segensworte; abschließendes iti als Redemarkierung abgetrennt.

Kurze Anrufungen

Anrufung beim Schutzband (1)

<poem> oṃ hāṃ ādhāraśaktaye namaḥ </poem>

Verehrung der tragenden Grundkraft.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Anrufung beim Schutzband (2)

<poem> triyambakāya namaḥ </poem>

Verehrung dem Dreiäugigen; die Schreibung triyambaka folgt dieser Vorlage.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Anrufung beim Schutzband (3)

<poem> pṛthivītattvāya namaḥ </poem>

Verehrung dem Erdprinzip.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Anrufung beim Schutzband (4)

<poem> saptakoṭimahāmantrebhyo namaḥ </poem>

Verehrung den sieben Zehnmillionen großen Mantras.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Anrufung beim Schutzband (5)

<poem> ātmatattvāya namaḥ </poem>

Verehrung dem Atman-Prinzip.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Anrufung beim Schutzband (6)

<poem> vidyātattvāya namaḥ </poem>

Verehrung dem Vidya-Prinzip.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Anrufung beim Schutzband (7)

<poem> śivatattvāya namaḥ </poem>

Verehrung dem Shiva-Prinzip.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Anrufung beim Schutzband (8)

<poem> māyāśaktyai namaḥ </poem>

Verehrung der Maya-Shakti.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Anrufung beim Schutzband (9)

<poem> lakulīśvarāya namaḥ </poem>

Verehrung Lakulishvara.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Ritualprosa nach A1.4.

Verehrung Brahmans

<poem> oṃ namo brahmaṇe karomi </poem>

Om, ich vollziehe die Verehrung Brahmans.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Prosa nach A1.4; dort dreimal vorgesehen.

Segenswort zum Schutzband

<poem> rakṣābandhanamuhūrtaḥ sumuhūrto’stu </poem>

Möge die Zeit des Anbindens des Schutzbandes eine gute Zeit sein.

Beleg: Anhang 1, unnummerierte Prosa vor A1.5.

caṇḍikāyai namaḥ

<poem> caṇḍikāyai namaḥ </poem>

Verehrung Chandika.

Beleg: Kapitel 100, unnummerierte Formeln nach 100.16; jeweils vollständig abgegrenzte Einzelanrufung.

sarvavāhanebhyaḥ svāhā

<poem> sarvavāhanebhyaḥ svāhā </poem>

Allen göttlichen Reittieren sei diese Gabe dargebracht.

Beleg: Kapitel 100, unnummerierte Formeln nach 100.16; jeweils vollständig abgegrenzte Einzelanrufung.

sarvāyudhebhyaḥ svāhā

<poem> sarvāyudhebhyaḥ svāhā </poem>

Allen göttlichen Waffen sei diese Gabe dargebracht.

Beleg: Kapitel 100, unnummerierte Formeln nach 100.16; jeweils vollständig abgegrenzte Einzelanrufung.

Anrufungen Bhairavas und seines Kreises

āpaduddhāraṇāya namaḥ

<poem> āpaduddhāraṇāya namaḥ </poem>

Verehrung dem aus Not Befreienden.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

kālabhairavāya namaḥ

<poem> kālabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Kala-Bhairava.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

baḍabānalabhairavāya namaḥ

<poem> baḍabānalabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Badabanala-Bhairava.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

raṇaraṅgabhairavāya namaḥ

<poem> raṇaraṅgabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Ranaranga-Bhairava.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

vīrabhairavāya namaḥ

<poem> vīrabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Vira-Bhairava.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

mahākālabhairavāya namaḥ

<poem> mahākālabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Mahakala-Bhairava.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

bhīṣaṇabhairavāya namaḥ

<poem> bhīṣaṇabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Bhishana-Bhairava.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

śaṃkarabhairavāya namaḥ

<poem> śaṃkarabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Shankara-Bhairava.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

ugrabhairavāya namaḥ

<poem> ugrabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Ugra-Bhairava.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

hetughnāya namaḥ

<poem> hetughnāya namaḥ </poem>

Verehrung Hetughna.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

tripuraghnāya namaḥ

<poem> tripuraghnāya namaḥ </poem>

Verehrung Tripuraghna.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

vahnaye namaḥ

<poem> vahnaye namaḥ </poem>

Verehrung Vahni.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

yamajihvāya namaḥ

<poem> yamajihvāya namaḥ </poem>

Verehrung Yamajihva.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

kālāya namaḥ

<poem> kālāya namaḥ </poem>

Verehrung Kala.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

karālāya namaḥ

<poem> karālāya namaḥ </poem>

Verehrung Karala.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

ekāṅghraye namaḥ

<poem> ekāṅghraye namaḥ </poem>

Verehrung Ekanghri.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

bhīmāya namaḥ

<poem> bhīmāya namaḥ </poem>

Verehrung Bhima.

Beleg: Anhang 3, unnummerierte Puja-Anrufungen nach A3.2.

Die acht Vidyeshvara-Bhairavas

Ananta-Bhairava

<poem> oṃ hāṃ bhāṃ anantabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Ananta-Bhairava; Om, Ham und Bham sind hier die vorangestellten heiligen Laute.

Beleg: Anhang 3, acht Vidyeshvara-Bhairava-Anrufungen vor A3.3.

Sukshma-Bhairava

<poem> oṃ hāṃ bhāṃ sūkṣmabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Sukshma-Bhairava; Om, Ham und Bham sind hier die vorangestellten heiligen Laute.

Beleg: Anhang 3, acht Vidyeshvara-Bhairava-Anrufungen vor A3.3.

Shivottama-Bhairava

<poem> oṃ hāṃ bhāṃ śivottamabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Shivottama-Bhairava; Om, Ham und Bham sind hier die vorangestellten heiligen Laute.

Beleg: Anhang 3, acht Vidyeshvara-Bhairava-Anrufungen vor A3.3.

Ekanetra-Bhairava

<poem> oṃ hāṃ bhāṃ ekanetrabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Ekanetra-Bhairava; Om, Ham und Bham sind hier die vorangestellten heiligen Laute.

Beleg: Anhang 3, acht Vidyeshvara-Bhairava-Anrufungen vor A3.3.

Ekarudra-Bhairava

<poem> oṃ hāṃ bhāṃ ekarudrabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Ekarudra-Bhairava; Om, Ham und Bham sind hier die vorangestellten heiligen Laute.

Beleg: Anhang 3, acht Vidyeshvara-Bhairava-Anrufungen vor A3.3.

Trimurti-Bhairava

<poem> oṃ hāṃ bhāṃ trimūrtibhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Trimurti-Bhairava; Om, Ham und Bham sind hier die vorangestellten heiligen Laute.

Beleg: Anhang 3, acht Vidyeshvara-Bhairava-Anrufungen vor A3.3.

Shrikantha-Bhairava

<poem> oṃ hāṃ bhāṃ śrīkaṇṭhabhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Shrikantha-Bhairava; Om, Ham und Bham sind hier die vorangestellten heiligen Laute.

Beleg: Anhang 3, acht Vidyeshvara-Bhairava-Anrufungen vor A3.3.

Shikhandi-Bhairava

<poem> oṃ hāṃ bhāṃ śikhaṇḍibhairavāya namaḥ </poem>

Verehrung Shikhandi-Bhairava; Om, Ham und Bham sind hier die vorangestellten heiligen Laute.

Beleg: Anhang 3, acht Vidyeshvara-Bhairava-Anrufungen vor A3.3.

Grenzen der Rezitationsauswahl

Die Auswahl umfasst die klar abgegrenzten Gebete, ausgeschriebenen Gayatris und verständlichen kurzen Anrufungen für diese Lektüre. Wiederholungen derselben Formel sind zusammengeführt. Nicht als eigenständige Rezitationstexte aufgenommen sind bloße Mantranamen und Anfänge, aus Buchstabenregeln erst zusammenzusetzende Formeln, die gestörte Löwin-Gayatri nach 97.21 und die beschädigten beziehungsweise auf Schädigung oder Zwang gerichteten längeren Beschwörungen in Kapitel 100. Der technisch voraussetzungsreiche Nyasa-Komplex in Anhang 3 bleibt im vollständigen Sanskritartikel zugänglich; seine teilweise unsicheren Lautketten werden hier nicht als geprüfte Praxisfolge ausgegeben.

Insbesondere werden aus den Namen der Brahma- und Anga-Mantras, dem in Anhang 1 nur begonnenen vedischen Gayatri und dem dort nur begonnenen Tryambaka-Mantra keine Vollfassungen ergänzt. Die Durga-Gayatri in 53.13–15 ist als grammatische Bildungsanweisung überliefert und wird deshalb hier nicht zu einem zusätzlich ausgeschriebenen Mantra umgeformt.

Konkordanz der 108 Verse

Die folgende Zuordnung nennt die ursprünglichen Kapitel- und Versnummern der vollständigen Ausgabe. Die Zählung links gehört ausschließlich zur Praxisauswahl.

Auswahl Ajita Agama
1 1.23
2 1.24
3 1.25
4 1.26
5 1.27
6 1.28
7 1.29
8 2.1
9 2.2
10 2.3
11 2.4
12 2.5
13 2.6
14 2.7
15 2.8
16 2.9
17 2.10
18 2.11
19 2.12
20 2.13
21 2.14
22 2.15
23 2.16
24 2.17
25 2.18
26 2.19
27 2.20
28 2.21
29 2.22
30 2.23
31 2.24
32 2.25
33 2.26
34 2.27
35 2.28
36 2.29
37 2.30
38 2.31
39 2.32
40 2.34
41 2.35
42 2.36
43 2.37
44 2.38
45 2.39
46 2.40
47 2.41
48 3.1
49 3.2
50 3.6
51 3.7
52 3.8
53 3.9
54 3.10
55 18.1
56 18.2
57 18.4
58 18.5
59 18.8
60 18.9
61 18.10
62 18.11
63 18.12
64 18.264
65 18.265
66 18.266
67 19.6
68 19.7
69 20.68
70 20.69
71 20.70
72 20.71
73 20.240
74 20.241
75 20.242
76 20.243
77 20.244
78 20.245
79 67.8
80 67.9
81 67.25
82 67.27
83 80.1
84 80.2
85 80.3
86 80.4
87 80.5
88 80.6
89 80.7
90 80.8
91 80.9
92 80.10
93 84.1
94 84.2
95 84.3
96 84.4
97 84.5
98 84.6
99 84.23
100 84.24
101 84.25
102 84.26
103 84.27
104 84.28
105 84.29
106 84.56
107 84.57
108 102.12

Quelle und weiterführende Lektüre

Die Auswahl beruht auf der deutschen Übersetzung und dem IAST-Text der bereitgestellten Sanskritgrundlage, 103 Kapitel und fünf Anhänge. Quellenbeschreibung und Literatur: Ajita Agama.