Nila Sukta

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Nila Sukta (Sanskrit: नीलासूक्तम्, IAST: nīlāsūktam, n.) – ein Gebet der Vishnu-Verehrung an die Göttin Nila. Anrufung und Gayatri umrahmen Verse aus der Taittiriya-Samhita. Milch, Ghee und die Weite des Himmels erinnern daran, wie vieles zusammenwirkt, damit Leben Nahrung und Raum findet.

Vishnu und Lakshmi: eine Darstellung der erhaltenden göttlichen Gegenwart.

Das Nila Sukta verehrt Vishnus Gemahlin als tragende, nährende Macht. Gemeinsam mit Shri und Bhu wird Nila in der Verehrung Vishnus angerufen. Die Hymne spricht von Milch und Ghee, von den Himmelsrichtungen und von den Winden, die Leben ermöglichen. Für unseren Yoga Vedanta öffnet sie den Blick auf die göttliche Gegenwart in allem, was uns erhält. Am Anfang steht die Zuflucht zur Göttin, am Ende das Gebet um Erleuchtung unseres Geistes.

Herkunft und Verwendung

Krishna-Yajurveda, Taittiriya-Samhita 4.4.12, Schlussabschnitt mit „ghritavati savitar“, „dhruva disham“ und „vishtambho divo“. Die Anrufung Nilas und die Nila-Gayatri gehören zur liturgischen Gebetsfolge. Die Nummern 1–5 gliedern die hier abgedruckte Rezitation.

Die Anrufung Nilas und die abschließende Gayatri umrahmen einen vedischen Kern. Die spätere Verehrung als Vishnus Gemahlin ist als Traditionszusammenhang zu verstehen; die vollständige liturgische Folge ist nicht ein einziger durchgehend gleich alter Samhita-Abschnitt.

Vollständiger Sanskrittext in IAST

hariḥ oṃ |
nīlāṃ devīṃ śaraṇam ahaṃ prapadye sutarasi tarase namaḥ |
gṛṇāhi |
ghṛtavatī savitar ādhipatyaiḥ payasvatī rantir āśā no astu |
dhruvā diśāṃ viṣṇupatny aghorāsyeśānā sahaso yā manotā ||

bṛhaspatir mātariśvota vāyuḥ sandhuvānā vātā abhi no gṛṇantu |
viṣṭambho divo dharuṇaḥ pṛthivyā asyeśānā jagato viṣṇupatnī ||

viśvavyacā iṣayantī subhūtiḥ śivā no astv aditir upasthe ||

oṃ mahādevyai ca vidmahe viṣṇupatnyai ca dhīmahi |
tanno nīlā pracodayāt ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Vollständige deutsche Übersetzung

Die Zahlen in der deutschen Übersetzung gliedern die Rezitation in Sinnabschnitte. Der Sanskrittext selbst ist nicht nummeriert.

Hari Om.

1 Zur Göttin Nila nehme ich Zuflucht. Du führst sicher hinüber. Deiner rettenden Kraft sei Verehrung. Sei uns gewogen.

2 Savitri, durch deine herrschende Macht sei unser Lebensraum reich an Ghee und Milch, voller Freude. Fest steht sie unter den Himmelsrichtungen, Vishnus Gemahlin, die Gütige, die über diese Kraft herrscht und in der Andacht gesucht wird.

3 Brihaspati, Matarishvan und Vayu und die gemeinsam wehenden Winde mögen uns gewogen sein. Sie ist die Stütze des Himmels, der tragende Grund der Erde, die Herrin dieser Welt, Vishnus Gemahlin.

4 Die alles umfasst, Nahrung spendet und Gedeihen schenkt: Aditi sei uns gütig. In ihrem Schoß mögen wir geborgen sein.

5 Om. Mögen wir die große Göttin erkennen. Über Vishnus Gemahlin meditieren wir. Möge Nila unseren Geist erleuchten und führen.

Om. Shanti, Shanti, Shanti. Frieden, Frieden, Frieden.

Vollständiger Sanskrittext in Devanagari

हरिः ॐ ।
नीलां देवीं शरणम् अहं प्रपद्ये सुतरसि तरसे नमः ।
गृणाहि ।
घृतवती सवितर् आधिपत्यैः पयस्वती रन्तिर् आशा नो अस्तु ।
ध्रुवा दिशां विष्णुपत्न्य् अघोरास्येशाना सहसो या मनोता ॥

बृहस्पतिर् मातरिश्वोत वायुः सन्धुवाना वाता अभि नो गृणन्तु ।
विष्टम्भो दिवो धरुणः पृथिव्या अस्येशाना जगतो विष्णुपत्नी ॥

विश्वव्यचा इषयन्ती सुभूतिः शिवा नो अस्त्व् अदितिर् उपस्थे ॥

ॐ महादेव्यै च विद्महे विष्णुपत्न्यै च धीमहि ।
तन्नो नीला प्रचोदयात् ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

Vertiefende Erläuterungen

Rigveda-Handschrift: Bildbeispiel vedischer Textüberlieferung; ein Beispiel für die handschriftliche Überlieferung.

Nahrung, Atem und ein tragender Grund: Das Gebet lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Gaben, ohne die wir keinen Tag leben könnten. Milch und Ghee sind hier Bilder wirklicher Versorgung und zugleich heilige Opfergaben. Wir empfangen und geben weiter.

Aditi ist die Unbegrenzte. In ihrem Schoß findet das Leben Raum. Wenn du meditierst, kannst du dich zunächst dieser Geborgenheit anvertrauen. Lass den Körper aufrecht und entspannt sein. Nimm wahr, wie der Atem kommt und geht. Du musst das Leben in dir nicht selbst hervorbringen.

Die abschließende Gayatri richtet die Bitte auf Erkenntnis. Wir möchten verstehen, was uns trägt, und aus dieser Einsicht handeln. Daraus kann eine stille Großzügigkeit wachsen: Nahrung teilen, einen Menschen willkommen heißen, für andere einen guten Ort schaffen.

Video zur Vertiefung

Vishnu - Der Alldurchdringende - Hinduismus Wörterbuch

Anregungen für die eigene Praxis

Swami Sivananda mit einer Mala: Rezitation, Sammlung und Hingabe können einander vertiefen.
  1. Sprich die Anrufung mit dem Wunsch, dich der erhaltenden göttlichen Gegenwart zu öffnen.
  2. Lies ein Bild des Textes langsam: Herz, Weite, tragender Grund oder höchste Stätte.
  3. Betrachte dieses Bild in einer kurzen, ruhigen Meditation, ohne besondere Empfindungen zu erzwingen.
  4. Sorge für einen Ort oder einen Menschen, der dir anvertraut ist. Erhaltung wird im Alltag zur Fürsorge.
  5. Lass am Ende den Klang ausklingen und verweile in Dankbarkeit.

Video zur begleitenden Praxis und Auslegung

Rezitation: Narayana Suktam mit Sitaram

Abschließende Worte

Ein gedeckter Tisch kann zum Dank an Nila werden. Wer könnte an deiner Mahlzeit Anteil haben?

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Sukadev Bretz (Hrsg.): Veden – Offenbarungen der Rishis. Hymnen zur Rezitation, Übersetzungen, Erläuterungen. Yoga Vidya Verlag, Bad Meinberg. Abschnitt „Nila Sukta“.
  • Hymnen aus den Veden, Rezitationssammlung, Nr. 25: „Nīlā Sūktam“.
  • Krishna-Yajurveda, Taittiriya-Samhita 4.4.12, Schlussabschnitt mit „ghritavati savitar“, „dhruva disham“ und „vishtambho divo“. Die Anrufung Nilas und die Nila-Gayatri gehören zur liturgischen Gebetsfolge. Die Nummern 1–5 gliedern die hier abgedruckte Rezitation.

Die Zahlen in der deutschen Übersetzung gliedern die Rezitation in Sinnabschnitte. Der Sanskrittext selbst ist nicht nummeriert.

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