Prishthodara Dana – zwei Getreideschalen für Geschwister und Kinder verschenken

Aus Yogawiki
Version vom 13. Oktober 2026, 04:45 Uhr von Yoga Vidya (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „'''Prishthodara Dana – zwei Getreideschalen für Geschwister und Kinder verschenken''' ist eine paarige Getreidegabe, mit der eine Frau um das Gedeihen ihrer Geschwister und ihrer Kinder bittet. Zwei gefüllte Schalen werden an Makara Sankranti zusammen verschenkt. Der eigene Schenkungsvers nennt ausdrücklich die Herkunftsfamilie und die leibliche Nachkommenschaft; beide Beziehungen werden in einer gemeinsamen Gabe bedacht. Prishthodara Dana g…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Prishthodara Dana – zwei Getreideschalen für Geschwister und Kinder verschenken ist eine paarige Getreidegabe, mit der eine Frau um das Gedeihen ihrer Geschwister und ihrer Kinder bittet. Zwei gefüllte Schalen werden an Makara Sankranti zusammen verschenkt. Der eigene Schenkungsvers nennt ausdrücklich die Herkunftsfamilie und die leibliche Nachkommenschaft; beide Beziehungen werden in einer gemeinsamen Gabe bedacht.

Prishthodara Dana gehört zu den Schenkungsriten zum Sonnenübergang im Puja Samuccaya von Vasudeva Lakshmana Panshikar. Diese Smarta-Hausfassung nennt Frauen als Ausführende. Der Anlass ist der Eintritt der Sonne in Makara; Festtag und örtliche Festzeit werden dem Panchanga entnommen. Eine zusätzliche feste Uhrzeit schreibt der kurze Einzelritus nicht vor.

Der Sonnenübergang an Makara Sankranti ist der Anlass dieser Festgabe.

Vorbereitung

Ein sauberer Platz zu Hause eignet sich für die Vorbereitung und Übergabe; einen Tempelbesuch schreibt der Einzelabschnitt nicht vor. Die gebende Frau spricht den Entschluss und das Schenkungsgebet; die Ordnung nennt für diesen Einzelritus keine besondere Aufgabe einer Priesterleitung. Die gemeinsame Anfangsregel nennt einen Brahmanen als Empfänger. Die Einbeziehung anderer Empfänger ist als heutige Erweiterung möglich; sie ist von der genannten historischen Empfängerregel zu unterscheiden.

Bereite vor: zwei zusammenpassende saubere Schalen und essbares, trockenes Getreide zum Füllen. Hinzu kommen eine frische Blüte für die schlichte Ehrung und eine gesonderte Geldgabe.

Ablauf der Schenkung

1. Die besondere Gabe bereiten
Fülle beide Schalen mit sauberem Getreide und stelle sie als Paar bereit. Die Quelle schreibt keine bestimmte Getreidesorte vor. Auch wenn der Name der Gabe „Rücken und Bauch“ anklingen lässt, gibt der Einzelabschnitt keine Anweisung, die Schalen übereinanderzustülpen; sie bleiben hier als gefülltes Paar aufgestellt.

2. Ort, Fest und Anliegen nennen
Nenne Ort, Datum und Makara Sankranti. Sprich dann den gemeinsamen Anfang des Sankalpa, mit dem das Handbuch seine Schenkungsordnung eröffnet:

mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle

Bedeutung: Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.

Schließe den Entschluss für diese Gabe in der folgenden deutschen Sinnfassung ab:

„Ich werde diese beiden mit Getreide gefüllten Schalen für den Segen meiner Familie verschenken. Ich bitte um das Gedeihen meiner Geschwister und meiner Kinder.“

Diese deutschen Worte führen das jeweilige Anliegen der Quelle aus. Sie sind eine heutige verständliche Fassung der teilweise abgekürzten Entschlussformeln des Handbuchs.

3. Gabe und empfangende Person ehren
Begrüße die empfangende Person beziehungsweise die eingeladenen Menschen respektvoll. Ehre die Gabe und ihre Empfänger, wie es die gemeinsame Regel verlangt. Als schlichte häusliche Ausführung kannst du die Blüte zur Gabe legen und die Menschen freundlich willkommen heißen. Dieser Blumengruß konkretisiert die nicht näher ausgeführte Ehrung; Lebensmittel und Gebrauchsflächen bleiben sauber.

4. Das Schenkungsgebet sprechen und die Gabe überreichen
Sprich den Vers und überreiche beide Getreideschalen gemeinsam. Überlasse ihm dabei auch die beiden Gefäße.

śarāvayugalaṃ vipradhānyapūrṇamanoharaṃ|
gṛhāṇavidhinā dattaṃ sodaraurasavardhanaṃ||

Bedeutung: Brahmane, nimm dieses schöne, mit Getreide gefüllte Schalenpaar entgegen, nach der Ordnung verschenkt: Es diene dem Gedeihen der Geschwister und der leiblichen Kinder.

5. Mit der Geldgabe abschließen
Überreiche die gesonderte Dakshina; bei mehreren Empfängern verteilst du sie angemessen. Damit wird die gemeinsame Schenkungsordnung des Handbuchs abgeschlossen. Danke für die Annahme. Die übergebenen Gaben gehören den Beschenkten und bleiben ihnen zur Verwendung. Räume den Platz auf; die Blüte kann kompostiert werden.

Erinnere dich nach dem Gebet an einen Menschen aus jeder der beiden Generationen, für die du gebetet hast. Ein Gespräch mit einem Bruder oder einer Schwester und eine aufmerksame Zeit mit einem Kind können die Gabe im Alltag weiterführen. Diese Anregung ist eine persönliche Auslegung des ausdrücklich genannten Familienanliegens.

Zusammenhängende Rezitation

Die folgenden Fassungen enthalten den gemeinsamen Anfang des Entschlusses und das vollständige Schenkungsgebet. Der deutsche Abschluss des Entschlusses und die jeweiligen Handlungen stehen im Ablauf.

IAST

Gemeinsamer Beginn des Entschlusses
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle

Deutscher Abschluss: „Ich werde diese beiden mit Getreide gefüllten Schalen für den Segen meiner Familie verschenken. Ich bitte um das Gedeihen meiner Geschwister und meiner Kinder.“

Schenkungsgebet
śarāvayugalaṃ vipradhānyapūrṇamanoharaṃ|
gṛhāṇavidhinā dattaṃ sodaraurasavardhanaṃ||

Devanagari

Gemeinsamer Beginn des Entschlusses
मम श्रीसवितृप्रीतिद्वारा सकलपापक्षयपूर्वकं इह जन्मनि जन्मांतरे च स्थिरसौभाग्यकुलाभिवृद्धिधनधान्यसमृद्धिदीर्घायुः पुष्टिमहैश्वर्यमंगलाभ्युदयसुखसंपदादिकल्पोक्तफलसिद्धये अस्मिन्मकरसंक्रमपुण्यपर्वकाले

Deutscher Abschluss: „Ich werde diese beiden mit Getreide gefüllten Schalen für den Segen meiner Familie verschenken. Ich bitte um das Gedeihen meiner Geschwister und meiner Kinder.“

Schenkungsgebet
शरावयुगलं विप्रधान्यपूर्णमनोहरं।
गृहाणविधिना दत्तं सोदरौरसवर्धनं॥

Deutsche Bedeutung

Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.

Abschluss: „Ich werde diese beiden mit Getreide gefüllten Schalen für den Segen meiner Familie verschenken. Ich bitte um das Gedeihen meiner Geschwister und meiner Kinder.“

Brahmane, nimm dieses schöne, mit Getreide gefüllte Schalenpaar entgegen, nach der Ordnung verschenkt: Es diene dem Gedeihen der Geschwister und der leiblichen Kinder.

Quelle und weitere Praxis

Der Abschnitt erklärt die gemeinsame Ordnung aus Entschluss, Ehrung der Gabe und der empfangenden Person sowie abschließender Dakshina ausdrücklich auch für die nachfolgenden Einzelgaben. Die deutschen Schlussworte des Entschlusses und die als solche beschriebenen häuslichen Handhabungen sind praktische Ausführungen dieser kurzen Ordnung.

Siehe auch: Dana, Makara Sankranti, Surya, Karma Yoga.

20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti

Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…
Vani Devi Beldzik
26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
01.12.2026 - 01.12.2026 Mantra-Konzert

Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr
Aleah Gandarvika
04.12.2026 - 06.12.2026 Bhakti Yin Yoga meets Metta und Dharma

Tauche ein in eine außergewöhnliche tiefe Praxis des Bhakti Yin Yoga mit der Weisheit des Dharma und der liebenden Güte von Metta vereint. Wir laden …
Marco Büscher, Melanie Bhavani Bergweiler