Shasta Tarpana mit neun Wassergaben
Shasta Tarpana mit neun Wassergaben ist eine mittägliche Wasserdarbringung an Shasta und acht namentlich genannte Begleiter. Das Ritual nimmt die gastfreundliche Geste auf, einer nach Wasser verlangenden göttlichen Gestalt zu trinken zu geben.

Umfang: Eine Wassergabe an Shasta und acht an sein Gefolge; alle neun Sprechtexte sind angegeben.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für mit Puja und Sanskritaussprache vertraute Menschen. Benötigt werden frisches Wasser, ein Becher und eine Auffangschale. Dauer: etwa fünf bis zehn Minuten. Ein formeller Japa- oder Homa-Zyklus ist nicht vorausgesetzt.
Auch in der Shiva Puja gehören Wassergaben zur rituellen Gastfreundschaft. Pushpanjali erläutert die Darbringung von Blüten; Mangalacharana bietet Anrufungen für einen glückverheißenden Beginn. Der hier beschriebene Ablauf ist in sich vollständig ausgeschrieben.
1. Die neun Wassergaben vorbereiten
Stelle einen Becher frisches Wasser und eine weite Auffangschale bereit. Wähle nach Möglichkeit die Mittagszeit, die der Quelltext für diese Handlung nennt. Setze dich ruhig hin und fasse die Absicht, die göttliche Gegenwart durch eine einfache, gastfreundliche Gabe zu ehren. Eine Shasta-Darstellung ist hilfreich, aber nicht erforderlich.
2. Shasta vergegenwärtigen
Betrachte Shasta still als reitende Gottheit, von seinem Gefolge umgeben und nach Wasser verlangend. Diese Bildmerkmale gehören zum Beginn des Quellabschnitts. Sprich einmal die dort ausgeschriebene Gayatri:
bhūtādhipāya vidmahe mahādevāya dhīmahi tan naḥ śāstā pracodayāt |
Wir möchten den Herrn der Wesen erkennen; über den großen Gott meditieren wir. Möge Shasta uns anregen.
3. Die erste Wassergabe darbringen
Halte die rechte Hand hohl über die Auffangschale und gieße mit der linken etwas Wasser aus dem Becher hinein. Stelle den Becher ab und lege die linke Hand stützend an die rechte, sodass beide Hände eine nach oben offene Schale bilden. Sprich die Gayatri vollständig und lasse danach das Wasser langsam in die Schale fließen:
bhūtādhipāya vidmahe mahādevāya dhīmahi tan naḥ śāstā pracodayāt |
Wir möchten den Herrn der Wesen erkennen; über den großen Gott meditieren wir. Möge Shasta uns anregen.
Das Wasser gilt hier Shasta. Die Zuordnung dieser Gayatri zur ersten Gabe ist die ausdrückliche redaktionelle Festlegung des Sprechtexts.
4. Acht Gaben an das Gefolge
Fülle für jede Zeile die rechte Hand wie in Schritt 3 beschrieben und lege die linke Hand wieder stützend an. Sprich die Formel einmal vollständig; lasse dann das Wasser in die Schale fließen. Acht Gaben folgen auf die erste Gabe an Shasta.
| Empfänger und Bedeutung | Vollständige Formel |
|---|---|
| Goptri, dem Beschützer | oṃ goptre namaḥ |
| Pingalaksha, dem Goldbraunäugigen | oṃ piṅgalākṣāya namaḥ |
| Virasena, dem mit tapferem Heer | oṃ vīrasenāya namaḥ |
| Shambhava, dem zu Shambhu Gehörenden | oṃ śāmbhavāya namaḥ |
| Trinetra, dem Dreiäugigen | oṃ trinetrāya namaḥ |
| Shulin, dem Dreizackträger | oṃ śūline namaḥ |
| Daksha, dem Geschickten | oṃ dakṣāya namaḥ |
| Bhimarupa, dem mit gewaltiger Gestalt | oṃ bhīmarūpāya namaḥ |
5. Dank und Abschluss
Lege die Hände vor dem Herzen zusammen und neige den Kopf. Danke Shasta und seinem Gefolge still. Verweile einen Augenblick bei der Bedeutung der Wassergabe: Durst wahrnehmen, Gutes bereitstellen und bereitwillig teilen. Gieße das gesammelte reine Wasser anschließend an eine Pflanze oder an eine geeignete saubere Stelle im Freien.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag über die sammelnde und reinigende Wirkung des Japa. Der Beitrag ergänzt die Anleitung; der konkrete Ritualablauf steht oben.
Siehe auch
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Mantramahodadhi von Mahīdhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesonderten Erläuterungen aus der Naukā. 19.54–55: Bild der reitenden, Wasser suchenden Gottheit; 19.59–62: acht Gefolgsnamen und ausdrücklich eine Wassergabe an Shasta sowie acht an sein Gefolge; 19.63–65: Gayatri. Der hier nicht verwendete Hauptmantra 19.54–55 enthält eine unsichere Lesung. Die Wasserhandlung aus 19.61 wird deshalb mit der sicheren Gayatri sowie vollständig ausformulierten Namensgrüßen ausgeführt. Diese Zuordnung der Sprechtexte ist redaktionell. Die Auffangschale konkretisiert die Anjali-Gabe für den häuslichen Vollzug.