Pancagama: Unterschied zwischen den Versionen
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Pancagama ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der wörtlich „fünf-agama“ bedeutet — also etwa „die fünf Agamen“ oder „fünf Überlieferungen/Schriften“. | |||
* [[Agama]] bezeichnet in der [[indisch]]en [[religiös]]en Literatur eine Gruppe von normativen Texte und Traditionen, die rituelle Vorschriften, theologische Lehren, sakrale Praktiken und oft auch [[philosophisch]]e Auslegungen enthalten. Das Präfix | |||
* [[panca]] (fünf) weist darauf hin, dass es sich um eine Sammlung oder Klassifikation von fünf solchen Texten oder Strömungen handelt. | |||
Je nach religiösem und regionalem Kontext kann pancagama unterschiedliche Konkretisierungen bekommen. Im [https://www.yoga-vidya.de/ hinduistischen] Zusammenhang werden Agama-Texte besonders in den [[tantrisch]]en, Tempel-orientierten Traditionen geschätzt; sie regeln Tempelrituale, Bildhauerei, [[Architektur]], Mantra- und Puja-Praxis sowie Initiationsriten. Wenn von pancagama die Rede ist, kann das heißen, dass fünf spezialisierte Agama-Werke oder fünf Zweige einer Agama-Tradition zusammen betrachtet werden — zum Beispiel fünf kanonische Agama-Sammlungen, die in einer bestimmten Schule als autoritativ gelten. Welche fünf genau gemeint sind, variiert: in manchen Konstellationen beziehen sich die „fünf“ auf bestimmte Agama-Gattungen, in anderen auf regional kanonisierte Textgruppen oder auf praktische Disziplinen (etwa [[Ritual]], Tempelbau, Mantra, [[Meditation]], initiatorische Praxis). | |||
Historisch sind Agama-Texte nicht monolithisch; sie entstanden in unterschiedlichen Zeiten und Orten, wurden kommentiert und lokal angepasst. Pancagama als Begriff signalisiert daher oft eine systematische, kanonische Zusammenstellung — eine Orientierungshilfe für Gelehrte, [[Priester]] oder Praktizierende, die sich an fünf zentralen Autoritäten oder Lehrzweigen ausrichten. Ohne weiteren Kontext lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, welche fünf Werke genau gemeint sind; häufig muss man die betreffende religiöse Schule, Region oder den historischen Hintergrund heranziehen, um die genaue Bedeutung von pancagama festzulegen. | |||
=Siehe auch= | |||
* [[Mantra]] | |||
* [[Puja]] | |||
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Aktuelle Version vom 10. Februar 2026, 01:32 Uhr

pancagama (Sanskrit: pancagama adj) = die fünf Lehrtexte
Pancagama ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der wörtlich „fünf-agama“ bedeutet — also etwa „die fünf Agamen“ oder „fünf Überlieferungen/Schriften“.
- Agama bezeichnet in der indischen religiösen Literatur eine Gruppe von normativen Texte und Traditionen, die rituelle Vorschriften, theologische Lehren, sakrale Praktiken und oft auch philosophische Auslegungen enthalten. Das Präfix
- panca (fünf) weist darauf hin, dass es sich um eine Sammlung oder Klassifikation von fünf solchen Texten oder Strömungen handelt.
Je nach religiösem und regionalem Kontext kann pancagama unterschiedliche Konkretisierungen bekommen. Im hinduistischen Zusammenhang werden Agama-Texte besonders in den tantrischen, Tempel-orientierten Traditionen geschätzt; sie regeln Tempelrituale, Bildhauerei, Architektur, Mantra- und Puja-Praxis sowie Initiationsriten. Wenn von pancagama die Rede ist, kann das heißen, dass fünf spezialisierte Agama-Werke oder fünf Zweige einer Agama-Tradition zusammen betrachtet werden — zum Beispiel fünf kanonische Agama-Sammlungen, die in einer bestimmten Schule als autoritativ gelten. Welche fünf genau gemeint sind, variiert: in manchen Konstellationen beziehen sich die „fünf“ auf bestimmte Agama-Gattungen, in anderen auf regional kanonisierte Textgruppen oder auf praktische Disziplinen (etwa Ritual, Tempelbau, Mantra, Meditation, initiatorische Praxis).
Historisch sind Agama-Texte nicht monolithisch; sie entstanden in unterschiedlichen Zeiten und Orten, wurden kommentiert und lokal angepasst. Pancagama als Begriff signalisiert daher oft eine systematische, kanonische Zusammenstellung — eine Orientierungshilfe für Gelehrte, Priester oder Praktizierende, die sich an fünf zentralen Autoritäten oder Lehrzweigen ausrichten. Ohne weiteren Kontext lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, welche fünf Werke genau gemeint sind; häufig muss man die betreffende religiöse Schule, Region oder den historischen Hintergrund heranziehen, um die genaue Bedeutung von pancagama festzulegen.