Reisetagebuch eines Philosophen

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Das Reisebuch eines Philosophen war das Hauptwerk von Hermann Graf Keyserling. Es war eines der wichtigen Bücher, das in der Zeit der Weimarer Republik in Deutschland und ganz Europa Menschen öffnete für indische Weisheit im allgemeinen, für Yoga im Speziellen.

Der Autor des Reisetagebuchs eines Philosophen

Hermann Graf Keyserling war ein Spross eines deutschbaltischen Adelsgeschlecht in Livland. Schon in seiner Jugend kam er in Kontakt mit indischem Gedankengut. Viele Jahre reiste er durch Europa und die Welt. 1919 emigrierte Hermann Graf Keyserling nach Deutschland, 1946 starb er. Mehr über Graf Keyserling im Hauptartikel Hermann Graf Keyserling.

Bedeutung des Reisetagebuchs eines Philosophen

Geschrieben während einer Indienreise von Hermann Graf Keyserling 1911/1912 erschien das „Reisebuch eines Philosophen“ wegen der Kriegswirren erst 1919. Dieses Reisebuch eines Philosophen machte Hermann Graf Keyserling über Nacht berühmt und wurde trotz des philosophischen anspruchsvollen Inhalts 50.000 Mal verkauft.

Hermann Hesse schrieb 1920 in „Vivos Voco“: Das Reisebuch eines Philosophen zeigt „eine beinahe beängstigende Einfühlungsfähigkeit in beliebige Welten“. Hermann Hesse meinte, dass Keyserlings Ausführungen zum indischen Weg des Wissens sowie zum Yoga als psychische Technik und Änderung des Bewusstseinszustandes stark wirken werden. „Es wird ungeheuer wirken, denn Joga ist gerade das, wonach Europa den wildesten Hunger hat.“ (Gellner: Hermann Hesse und die Spiritualität des Ostens).

Das Reisetagebuch eines Philosophen zählt zu Keyserlings grundlegenden Werken. Es enthält die philosophischen Eindrücke der Weltreise, die den Autor über das Mittelmeer, den Suezkanal und den Indischen Ozean nach Ceylon, Indien, China, Japan und Nordamerika führte. Fernöstliche Weisheit trifft hier auf die abendländische Weltanschauung. Das Motto lautete Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum. Er schilderte, dass er sich auf der Reise so in seine jeweilige Umgebung versenkte, dass er zu einem Teil von ihr wurde. Daher verglich er sich gern mit Proteus, dem griechischen Gott der Wandlung, der jede beliebige Gestalt annehmen konnte. Dieses Werk hatte eine große Wirkung auf viele Intellektuelle wie Hermann Hesse und Carl Gustav Jung, und brachte zahllose Menschen dazu, sich mit indischem Gedankengut zu beschäftigen und Yoga zu praktizieren. Mit diesem Werk wurde Hermann Graf Keyserling zu einem der wichtigsten Wegbereiter des Yoga zwischen den Weltkriegen.

Quellen

  • Wikipedia
  • Mathias Tietke: Yoga im..., Kiel 2011
  • Diverse Internetquellen