Parthiva Linga Puja mit Ganesha und Skanda

Aus Yogawiki

Parthiva Linga Puja mit Ganesha und Skanda verbindet die eigenhändige Gestaltung eines irdenen Shiva-Lingas mit Wasser, Blüten, Licht und Mantra. Ganesha und Skanda werden als Teil von Shivas Familie mitverehrt. Aus gewöhnlicher Erde entsteht für die Dauer der Andacht ein Ort der göttlichen Gegenwart.

Shiva als Gegenwart von Klarheit und Gnade.

Umfang: Ausgearbeitete häusliche Kurzform einer Ein-Linga-Puja mit Ganesha, Skanda, acht Shiva-Gestalten und zehn Richtungswächtern.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Puja- und Sanskritkundige, die in die genannten Bijas und Shiva-Formeln eingeführt sind. Benötigt werden unbehandelter Ton, Wasser, Teller, Sandelpaste, etwa 25 kleine Blüten oder Blütenblätter, Räucherwerk, Licht, vegetarische Speise und eine Mala oder Zählhilfe. Dauer: etwa 35 bis 50 Minuten.

Die Shiva Puja und Ganesha Puja beschreiben verwandte äußere Verehrungsformen. Die Shiva Manasa Puja vertieft das hier ebenfalls verwendete innere Darbringen von Gaben. Der hier beschriebene Ablauf ist in sich vollständig ausgeschrieben.

1. Ein kleines irdenes Ensemble vorbereiten

Lege unbehandelten, gut formbaren Ton, etwas Wasser, eine Unterlage und einen großen Teller bereit. Halte zusätzlich Blüten, etwas Sandelpaste, eine kleine Lampe, Räucherwerk und eine vegetarische Speise bereit. Entscheide dich für ein einzelnes Shiva-Linga; dazu formst du kleine Zeichen Ganeshas und Skandas. Fasse den Entschluss still in deiner eigenen Sprache. Diese Anleitung ist eine einzelne häusliche Verehrung.

2. Ton und Wasser weihen

Berühre den Ton und sprich einmal:

hlāṃ pṛthivyai namaḥ

Hlam. Verehrung der Erde.

Sprich über etwas Wasser einmal vaṃ – das Bija der Nektarvorstellung – und befeuchte damit den Ton. Knete ihn gleichmäßig und entferne grobe Bestandteile.

3. Ganesha, Linga und Skanda formen

Forme zuerst aus einem kleinen Stück Ton ein einfaches Ganesha-Zeichen. Sprich währenddessen einmal:

hrīṃ gaṃ glauṃ gaṇapataye glauṃ gaṃ hrīṃ

Hrim, Gam und Glaum umschließen die Anrufung Ganapatis. Die Bijas werden als Mantralaute gesprochen.

Stelle Ganesha an die eine Seite des Tellers. Nimm dann Ton für das Linga und sprich:

oṃ namo harāya

Om. Verehrung Hara.

Forme eine aufrechte, oben gerundete Linga-Gestalt und sprich:

oṃ namo maheśvarāya

Om. Verehrung dem großen Herrn.

Die Quelle gibt als Maß mehr als eine Daumenlänge bis zu einer Handspanne an. Stelle das Linga in die Mitte des Tellers und sprich:

oṃ namaḥ śūlapāṇaye

Om. Verehrung dem Dreizackträger.

Forme aus dem verbleibenden Ton ein kleines Zeichen Skandas, stelle es auf die andere Seite und sprich:

aiṃ huṃ kṣuṃ klīṃ kumārāya namaḥ

Aim, Hum, Kshum, Klim. Verehrung Kumara, Skanda.

4. Shiva anrufen und betrachten

Lege die Hände zusammen und sprich:

oṃ namaḥ pinākine

Om. Verehrung dem Träger des Pinaka-Bogens.

Vergegenwärtige Shiva im Linga und rezitiere:

dakṣāṅkasthaṃ gajapatimukhaṃ prāmṛśan dakṣadoṣṇā |
vāmorusthāgapatitanayāṅkagaṃ guhaṃ cāpareṇa |
iṣṭābhītipradakarayugo dhārayan indukāntiḥ |
so'vyād asmāṃs tribhuvananato nīlakaṇṭhas trinetraḥ ||

Möge uns der dreiäugige, blaukehlige Shiva beschützen, den die drei Welten verehren und der wie der Mond leuchtet. Mit dem rechten Arm liebkost er den elefantengesichtigen Sohn auf seinem rechten Schoß; mit dem anderen Guha, der auf dem Schoß der auf seinem linken Schenkel sitzenden Bergestochter ruht. Seine weiteren Hände schenken Erfüllung und Furchtlosigkeit.

5. Wasser und erste Gaben darbringen

Gieße wenig Wasser über das Linga; der Teller fängt es auf. Sprich:

oṃ namaḥ paśupataye

Om. Verehrung Pashupati, dem Herrn der Lebewesen.

Trage wenig Sandelpaste auf und lege eine Blüte vor das Linga. Sprich bei jeder der beiden Gaben vollständig:

oṃ namaḥ śivāya

Om. Verehrung Shiva.

Lege danach je eine Blüte zu Ganesha und Skanda und sprich jeweils deren vollständige Formel:

hrīṃ gaṃ glauṃ gaṇapataye glauṃ gaṃ hrīṃ

Hrim, Gam, Glaum – Ganapati gilt diese Anrufung mit den ihn umschließenden Bijas.

aiṃ huṃ kṣuṃ klīṃ kumārāya namaḥ

Aim, Hum, Kshum, Klim. Verehrung Kumara.

6. Shivas acht Gestalten verehren

Bestimme die Himmelsrichtungen am Verehrungsplatz. Lege acht kleine Blüten nacheinander in einem Kreis um das Linga ab. Beginne im Osten und setze die Gaben gegen den Uhrzeigersinn fort, wie in diesem Quellabschnitt angegeben. Sprich bei jeder Gabe die ganze Formel.

Richtung Vollständige Formel Bedeutung
Osten oṃ śarvāya kṣitimūrtaye namaḥ Verehrung Sharva als Erde.
Nordosten oṃ bhavāya jalamūrtaye namaḥ Verehrung Bhava als Wasser.
Norden oṃ rudrāya agnimūrtaye namaḥ Verehrung Rudra als Feuer.
Nordwesten oṃ ugrāya vāyumūrtaye namaḥ Verehrung Ugra als Wind.
Westen oṃ bhīmāya ākāśamūrtaye namaḥ Verehrung Bhima als Raum.
Südwesten oṃ paśupataye yajamānamūrtaye namaḥ Verehrung Pashupati als opfernder Mensch.
Süden oṃ mahādevāya somamūrtaye namaḥ Verehrung Mahadeva als Mond.
Südosten oṃ īśānāya sūryamūrtaye namaḥ Verehrung Ishana als Sonne.

7. Die Richtungen ehren

Führe die Aufmerksamkeit nacheinander durch die Richtungen. Lege die acht Gaben für die Himmelsrichtungen außerhalb des ersten Blütenkreises ab. Die beiden weiteren Blüten für oben und unten bleiben vor dem Teller liegen. Die Zuordnung von zehn Richtungswächtern ist hier ausdrücklich ausgeführt.

Richtung Formel Bedeutung
Osten oṃ indrāya namaḥ Om. Verehrung Indra.
Südosten oṃ agnaye namaḥ Om. Verehrung Agni.
Süden oṃ yamāya namaḥ Om. Verehrung Yama.
Südwesten oṃ nirṛtaye namaḥ Om. Verehrung Nirriti.
Westen oṃ varuṇāya namaḥ Om. Verehrung Varuna.
Nordwesten oṃ vāyave namaḥ Om. Verehrung Vayu.
Norden oṃ kuberāya namaḥ Om. Verehrung Kubera.
Nordosten oṃ īśānāya namaḥ Om. Verehrung Ishana.
Oben oṃ brahmaṇe namaḥ Om. Verehrung Brahma.
Unten oṃ anantāya namaḥ Om. Verehrung Ananta.

8. Rauch, Licht, Speise und Japa

Führe das Räucherwerk einmal ruhig vor Shiva und stelle es ab. Bringe danach das Licht in drei ruhigen Kreisen im Uhrzeigersinn dar und stelle die Speise vor das Linga. Sprich bei jeder der drei Gaben dieselbe vollständige Formel:

oṃ namaḥ śivāya

Om. Verehrung Shiva.

Lege die Hände zusammen und verneige dich. Vollziehe außerhalb des Blütenkreises eine halbmondförmige Umwendung: Gehe einen Halbkreis im Uhrzeigersinn um den Verehrungsplatz und auf demselben Weg zurück. Eine vorhandene Wasserablaufrinne des Lingas, das Somasutra, darf dabei nicht übertreten werden; kehre gegebenenfalls schon vor ihr um. Bei beengtem Platz vollziehe diesen Weg in der Vorstellung. Setze dich wieder und rezitiere oṃ namaḥ śivāya 108-mal. Diese einmalige Umwendung und die begrenzte Japa-Zahl legen den Umfang dieser häuslichen Form fest.

9. Abschließen und die Erde zurückgeben

Verneige dich vor Shiva und sprich:

oṃ namo mahādevāya

Om. Verehrung Mahadeva.

Lass die verehrte Gegenwart im Herzen ruhen. Verneige dich vor Ganesha und Skanda und sprich nochmals jeweils:

hrīṃ gaṃ glauṃ gaṇapataye glauṃ gaṃ hrīṃ

Ganapati gilt die von Hrim, Gam und Glaum umschlossene Anrufung.

aiṃ huṃ kṣuṃ klīṃ kumārāya namaḥ

Aim, Hum, Kshum, Klim. Verehrung Kumara.

Teile die Speise als Prasad. Lösche das Licht. Nach der Andacht kannst du die ungebrannten Tonformen mit Wasser behutsam wieder lösen und den sauberen Ton an eine geeignete Stelle zur Erde geben. Diese praktische Rückgabe beendet die vorübergehende Gestaltung; fest installierte Tempel-Lingas werden dadurch nicht behandelt.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag über Mantra Chaitanya. Der Beitrag ergänzt die Anleitung; der konkrete Ritualablauf steht oben.

Siehe auch

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahīdhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesonderten Erläuterungen aus der Naukā. 19.66–88: Tonbereitung, Ganesha, sieben Hara-Formeln, Kumara, Dhyana, Wasser, acht Gestalten und Abschluss; 19.105 und 19.110: tägliche Verehrung und Selbstdarbringung. Kumara 19.80 wird lautweise als aiṃ (Vag), huṃ (Varma), kṣuṃ und klīṃ aufgelöst; zusammen mit kumārāya namaḥ ergeben sich die genannten zehn Silben. Der Ton statt selbst gegrabener Erde, die Ein-Linga-Anzahl, die drei Lichtkreise, die Japa-Zahl und die Rückgabe des Tons sind praktische Festlegungen. Die halbmondförmige Umwendung und das Nichtüberschreiten des Somasutra folgen ergänzend dem Brihat Tantrasara, allgemeine Paddhati, lokaler Vers 12. Der eine Halbkreis mit Rückweg beziehungsweise seine innere Vergegenwärtigung konkretisiert diese Regel für den häuslichen Platz. Die acht Gestalten folgen ausdrücklich der gegenläufigen Reihenfolge 19.84–85. Die dort nur als Indradi genannten Richtungswächter sind als übliche Zehnergruppe ausgeschrieben; ihre Dativformeln sind die Ausarbeitung der genannten Namensverehrung. Die große Wiederholungs-, Homa- und Speisungsordnung 19.95–112 wird nicht mit dieser einzelnen häuslichen Puja gleichgesetzt.