Devi Simha Dana
Devi Simha Dana – mit einer goldenen Löwengabe Schutz auf schwierigen Wegen erbitten ist eine kurze Gabenzeremonie am neunten Mondtag, Navami. Eine goldene Löwenfigur mit acht Perlen wird in ein blaues Tuch gehüllt und im Gedenken an die schützende Göttin verschenkt. Das Bhavishya Purana verbindet diese Gabe besonders mit dem Schutz auf unsicheren Wegen durch Wälder und schwer zugängliche Gegenden. Sie richtet sich an Menschen, die einen Aufbruch religiös begleiten möchten. Die Gabe kann zuhause vorbereitet und überreicht werden. Sie ersetzt weder eine sorgfältige Reiseplanung noch sachkundige Hilfe unterwegs.
Vorbereitung
Die allgemeinen Hinweise des Kapitels nennen die helle Mondhälfte der Monate Shravana, Karttika, Chaitra, Vaishakha oder Phalguna. Zugleich erklären sie eine Gabe auch dann für angemessen, wenn Mittel, Vertrauen und ein geeigneter Empfänger zusammenkommen. Für diese konkrete Mondtagsgabe wird der bezeichnete Mondtag gewählt. Als Orte sind Pilgerstätte, Tempel, Kuhstall oder das eigene Haus genannt. Vereinbare Zeitpunkt und Übergabe vorab mit dem Empfänger.
Bereite einen goldenen Löwen nach deinen Möglichkeiten, acht Perlen und ein blaues Tuch vor. Die Quelle verlangt kein bestimmtes Goldgewicht. Vereinbare die Gabe mit einem geeigneten Brahmanen. Das Kapitel schreibt keine besondere Löwenhaltung, Edelsteinaugen oder weitere Tierfigur vor. Eine einfache Nachbildung aus einem anderen Material wäre eine ausdrücklich kenntlich zu machende heutige Anpassung.
Durchführung
1. Die Löwengestalt vervollständigen
Ordne die acht Perlen bei der goldenen Figur an. Das Sanskrit nennt ihre Zugehörigkeit zur Gabe, aber keine festen Positionen am Körper. Eine sichere gemeinsame Befestigung oder Verpackung ist daher eine praktische Entscheidung.
2. Das blaue Tuch anlegen
Hülle die Figur in das blaue Tuch. Achte darauf, dass Figur und Perlen sicher übergeben werden können. Das Tuch gehört zur Gabe.
3. Sich an die Göttin erinnern
Denke an die Göttin als Überwinderin verderblicher Kräfte. Der Quelltext verlangt dieses Erinnern, ohne eine bestimmte Namensreihe oder ein Schutzmantra anzugeben. Als persönliche, nicht überlieferte Bitte kannst du sprechen: „Göttliche Mutter, begleite meinen Weg und stärke mein besonnenes Handeln.“
4. Die Gabe überreichen
Übergib dem Brahmanen Löwe, Perlen und Tuch im Gedenken an die Göttin. Eine zusätzliche jährliche Wiederholung oder Fastenregel wird in diesem Abschnitt nicht genannt.
5. Mit Dank abschließen
Bedanke dich und verneige dich, wenn dies deiner Praxis entspricht. Diese Schlussgeste ist eine praktische Ergänzung. Der Ritus ist mit der wirklichen Überlassung der Gabe vollzogen.
Spiritueller Abschluss
Der Löwe kann als freiwilliges inneres Bild für Mut dienen, der aufmerksam bleibt. Nimm aus der Feier einen konkreten Vorsatz mit: Hilfe annehmen, Gefahren rechtzeitig erkennen oder eine andere Person auf ihrem Weg verlässlich begleiten.
Quellen und verwandte Praxis
- Bhavishya Purana, Uttaraparvan 193, Verse 3–5 und 34, zweite Hälfte, bis 37. Sanskrittext. Eigenständige deutsche Ausarbeitung auf Grundlage dieses Sanskritabschnitts.
- Vrata, Dana, Bhakti Yoga.