Angaraka Vrata – Marsgelübde für Wohlergehen und ein freundliches Auftreten
Angaraka Vrata – Marsgelübde für Wohlergehen und ein freundliches Auftreten: Angaraka Vrata richtet den Wunsch nach Schönheit und glücklichem Gedeihen an Mangala, den Mars. Vier oder acht Mal wird eine Chaturthi, die auf einen Dienstag fällt, mit Tagesfasten, einem roten Lotusbild und einer abendlichen Wassergabe begangen. Im Matsya Purana steht hinter diesem Ritual die Erzählung von einer gewaltigen Kraft, die zu einer segensreichen Himmelsmacht wird. Das Gelübde verbindet daher den Wunsch nach einem guten äußeren Leben mit Selbstbeherrschung, ehrlicher Verehrung und großzügiger Unterstützung anderer.
Anlass und Vorbereitung
Wähle mithilfe eines örtlichen Panchanga vier passende Dienstags-Chaturthis; die Quelle erlaubt alternativ acht. Es müssen nicht aufeinanderfolgende Wochen sein. Die Mondhälfte wird in Kapitel 72 nicht eingeschränkt. Die abendliche Feier findet an einem sauberen Platz im Haus oder Hof statt. Gelübdehaltende Haushälter führen sie aus und laden einen würdigen, nicht heuchlerischen Brahmanen mit Haushalt als Empfänger ein.
Benötigt werden rotes Kumkum oder rotes Sandelpulver, Wasser, Blüten, ungebrochener Reis, vier kleine Krüge, roter Reis, Früchte, vegetarische Speisen, Duft, rote Gewänder und eine rote Girlande. Die traditionelle Ausstattung schließt Rubine, sieben Getreidearten, eine daumengroße goldene vierarmige Mangala-Gestalt und eine Schale mit Jaggery und Ghee (bzw. Pflanzenöl) ein. Pflanzenöl kann in einer heutigen Anpassung Ghee ersetzen. Zur großen Gabe gehören außerdem eine Kuh mit Kalb, ein ruhiger rötlicher Zugstier und gegebenenfalls ein Bett mit Ausstattung. Eine vereinbarte Förderung artgerechter Tierhaltung anstelle der Tierübergabe ist eine moderne Form dieser Fürsorge.
Durchführung
1. Am Morgen beginnen
Bade und bereite dich sauber vor. Die Quelle nennt Erde zur Reinigung und Rubinschmuck. Sitze nach Norden gewandt und nimm dir vor, bis zur nächtlichen Mahlzeit zu fasten und unnötigen Genuss zurückzustellen. Die im Kapitel ausdrücklich vorgesehene nichtvedische Möglichkeit ist stilles Gedenken an Bhauma, den „Sohn der Erde“. Diese Form kommt ohne vedische Rezitation aus.
2. Den Lotus nach Sonnenuntergang anlegen
Reinige den Hof oder Altarplatz. An die Stelle des traditionellen Kuhdung-Verstrichs kann in der heutigen Hauspraxis eine Reinigung mit Wasser treten. Schmücke den Platz mit Blüten und Reis. Zeichne mit Kumkum oder rotem Sandel einen achtblättrigen Lotus. Stelle die vier Krüge um ihn herum an die vier Ecken; gib Reis, Früchte und vorbereitete Speisen dazu.
3. Die Marsgestalt und Gaben bereitstellen
Setze die goldene vierarmige Gestalt in die Schale auf Jaggery und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Lege Duft und Blütengirlanden davor. Ordne die sieben Getreidearten mit den Kleidungsstücken daneben an. Die traditionelle Kuhgabe wird mit Goldschmuck an den Hörnern, silbernem Hufschmuck und einem bronzenen Melkgefäß beschrieben; Tierwohl und die tatsächliche Übernahme durch geeignete Halter müssen vorab geklärt sein.
4. Das Arghya darbringen
Mische etwas rotes Sandelpulver mit dem Wasser. Halte die Hände vor der Gestalt zusammen und sprich beim Ausgießen der Wassergabe, des Arghya:
bhūmiputra mahābhāga svedodbhava pinākinaḥ |
rūpārthī tvāṃ prapanno'haṃ gṛhāṇārghyaṃ namo'stu te ||
„Sohn der Erde, Hochbegnadeter, aus dem Schweiß des Pinaki Entstandener! Nach schöner Gestalt verlangend habe ich bei dir Zuflucht genommen. Nimm diese Ehrengabe an; Verehrung sei dir.“ Pinaki bezeichnet Shiva als Träger des Bogens.
5. Gast und Gabe ehren
Ehre den eingeladenen Gast mit roter Girlande und rotem Gewand. Überreiche die Mangala-Gestalt, die Lebensmittel und die vereinbarten weiteren Gaben. Wiederhole dabei dasselbe Arghya-Gebet. Ein vollständig ausgestattetes Bett und weitere besonders geschätzte Gegenstände nennt die Quelle als zusätzliche Gaben nach den eigenen Möglichkeiten.
6. Umrunden, verabschieden und essen
Umschreite den geehrten Gast einmal respektvoll im Uhrzeigersinn und verabschiede ihn. Iss anschließend eine schlichte nächtliche Mahlzeit ohne Salz und ohne alkalische Speisezusätze; verwende als Beigabe das in der Quelle genannte Ghee (bzw. Pflanzenöl in der heutigen Anpassung). Wiederhole den ganzen Ablauf an den noch ausstehenden drei beziehungsweise sieben passenden Terminen. Mit der letzten Gabe und Mahlzeit ist die gewählte Folge beendet.
Sinn und Abschluss
Das Purana erzählt von Angaraka als einer besänftigten Kraft. Im praktischen Vollzug nehmen Wünsche nach Schönheit und Erfolg deshalb eine soziale Gestalt an: Geduld während des Tages, zugewandte Verehrung am Abend und Gaben, die einem anderen Haushalt tatsächlich nützen.
Rezitationen in Devanagari
Die Reihenfolge entspricht den Gebeten und Anrufungen im Ablauf.
Gebet zur Wassergabe und Schenkung
भूमिपुत्र महाभाग स्वेदोद्भव पिनाकिनः ।
रूपार्थी त्वां प्रपन्नोऽहं गृहाणार्घ्यं नमोऽस्तु ते ॥
Quellen und Weiteres
- Matsya Purana, Kapitel beziehungsweise Verse 72.24–43: Sanskritfassung bei Wikisource.
Die stille, nichtvedische Verehrung ist in 72.28 ausdrücklich vorgesehen. Pflanzenöl, Reinigung mit Wasser und gegebenenfalls finanzierte Tierfürsorge sind moderne Anpassungen; der Arghya-Text bleibt unverändert.
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