Prapanchasara Tantra 108 Inspirierende Verse und Mantras: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Seite wurde neu angelegt: „'''108 Passagen aus dem Purashcharanarnava''' laden dich ein, das Studium mit Hingabe, Meditation und einer bewussten Lebensführung zu verbinden. Manchmal genügt eine kurze Stelle, um die eigene Ausrichtung wieder deutlicher zu spüren. Lies langsam und gib dem Verstand ebenso Raum wie dem Herzen. ''Zur Textgrundlage:'' Umfang, dokumentierte Auslassungen und Lesungshinweise. Die Zahl 108 bezeichnet ausgewählte Stellen: vollst…“
 
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'''108 Passagen aus dem Purashcharanarnava''' laden dich ein, das Studium mit [[Hingabe]], [[Meditation]] und einer bewussten Lebensführung zu verbinden. Manchmal genügt eine kurze Stelle, um die eigene Ausrichtung wieder deutlicher zu spüren. Lies langsam und gib dem Verstand ebenso Raum wie dem Herzen.
'''Prapanchasara Tantra – 108 inspirierende Verse und Mantras''' lädt dazu ein, die Welt aus ihrem geistigen Zusammenhang zu betrachten. Die folgenden 108 unterschiedlichen Verse führen von der Urkraft und dem Klang über Atem, Kundalini und innere Verehrung zu Erkenntnis, Hingabe und verantwortlichem Handeln.


''Zur Textgrundlage:'' [[#Textumfang|Umfang, dokumentierte Auslassungen und Lesungshinweise]].
Die Auswahl enthält ausschließlich deutsche Versübersetzungen; Sanskrit steht erst im anschließenden Mantra-Abschnitt. Die Nummern 1–108 zählen die Auswahl, die Fundstellen verweisen auf die Sanskritvorlage. Die Hauptausgabe bearbeitet alle 33 Kapitel; alle hier ausgewählten Stellen sind darin enthalten. Lokale Hinweise benennen unsichere Lesungen.


Die Zahl 108 bezeichnet ausgewählte Stellen: vollständige Verse, Versgruppen und zugehörige Erläuterungen. Die ursprünglichen Nummern und Fundstellen bleiben erhalten. Zu jeder Auswahl findest du einen direkten Link zum deutschen Kapitel; von dort führen die Verbindungen zum Sanskritwortlaut.
[[Datei:Matrika-Chakra.jpg|thumb|Klang als Weg nach innen: Matrika verbindet die Lautvielfalt mit ihrer schöpferischen Quelle.]]


'''Eine Anregung für dein Svadhyaya:''' Lies eine Passage, fasse ihren Gedanken in eigenen Worten zusammen und frage dich, was daran für deinen heutigen Tag bedeutsam sein könnte. Lass anschließend einen stillen Augenblick folgen. Diese Anregung gehört zur heutigen Leserbegleitung, nicht zum übersetzten Werktext.
'''Prapanchasara Tantra:''' [[Prapanchasara Tantra|Einführung und deutsche Übersetzung]] · [[Prapanchasara Tantra Sanskrit IAST|Sanskrit in IAST]] · [[Prapanchasara Tantra Sanskrit Devanagari|Sanskrit in Devanagari]] · [[Prapanchasara Tantra 108 Inspirierende Verse und Mantras|108 inspirierende Verse und Mantras]]


[[Datei:Meditation Licht Herz Anahata Chakra strahlen.jpg|thumb|[[Svadhyaya]] und [[Meditation]] vertiefen einander.]]
==Mit den Versen leben==
Wähle einen Vers oder eine zusammenhängende Versgruppe und lies die Stelle langsam. Lasse zunächst die Worte wirken. Frage dann: Welche Haltung spricht mich an, und wie könnte sie heute in einer konkreten Begegnung lebendig werden? Du kannst eine Stelle mehrere Tage begleiten lassen. Verse, deren Satz sich über die Nummerngrenze fortsetzt, gehören beim Lesen zusammen. Ritual- und Wirkungsverheißungen bleiben Aussagen der historischen Quelle; die Auswahl macht daraus keine persönlichen Übungs- oder Heilungsanweisungen.


'''Zur Ausgabe:''' [[Purashcharanarnava|Deutsch]] · [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST|Sanskrit in IAST]] · [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari|Devanagari]] · [[Purashcharanarnava 108 inspirierende Verse und Mantras|108 Passagen zur Besinnung]] · [[Purashcharanarnava Mantras|Mantrasammlung]]
==108 ausgewählte Verse==


== 108 Stellen zur Besinnung ==
===Ursprung, Welt und Bewusstsein===
'''1. Fundstelle 1.1'''<br>
Möge Sharada, die ewige Herrin der ganzen Welt, der Schoß des Alls, eurem Geist Reinheit schenken! Ihr Gesicht, ihre Arme, Füße, ihre Mitte und ihr Herz sind aus den sieben Lautgruppen gestaltet, die mit a, ka, ca, ṭa, ta, pa und ya beginnen. [Die Zusammensetzungen der Vorlage sind teilweise beschädigt; der Segenswunsch und die Zuordnung der Lautgruppen sind erkennbar.]


'''1. Taraṅga1, 1'''<br>
'''2. Fundstelle 1.16'''<br>
'''Deutsch:''' Möge euch der Herr der Ganas Segen schenken: Mit gewaltigen Schlägen seines Rüssels zerschmettert er die Häupter der Dämonenheere, die auf die Macht ihrer starken Arme stolz sind; im Kampf lässt sein wilder Tanz die Erde erdröhnen. Er ist die Sonne, welche die Finsternis der Hindernisse vertreibt, der durch seine Siddhi vollendete Herr. Sein Anblick mehrt die Freude der Tochter des Bergkönigs und Shivas, des Vernichters des Liebesgottes.
„Herr, sei uns gnädig! Herr der Welt, wer sind wir? Durch wen sind wir entstanden? Was ist unser Ursprung, was unsere Aufgabe? Bitte erkläre uns dies alles.“


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''3. Fundstelle 1.17'''<br>
So gefragt, antwortete das höchste Licht mit wenigen Worten: „Ihr seid aus Akshara, dem unvergänglichen Laut, hervorgegangen und bewirkt Schöpfung, Erhaltung und Ende.


'''2. Taraṅga1, 2'''<br>
'''4. Fundstelle 1.22'''<br>
'''Deutsch:''' Möge die Sonne euch zum Heil gereichen: Ihre Gestalt umfasst Brahma, Umās Gemahl Shiva und Madhava, Vishnu. Ihre Augen gleichen Bienen am reizvollen Lotus des strahlenden Antlitzes Chhayas. Sie ist Zeugin des Wirkens der Welt und wird nicht müde, alle von Dunkelheit bedrängten Welten zu behüten. Ihre Strahlen sind glühend; sie steht den Göttern voran und wird in den drei Welten gepriesen.
Sie, die Urnatur, ist feiner als das Feinste und größer als das Größte; sie durchdringt Bewegliches und Unbewegliches. Alles Leuchtende, Sonne, Mond und anderes, hat an ihrem Wesen teil.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''5. Fundstelle 1.23'''<br>
Sie lässt sich nicht durch Farben wie Weiß, Rot oder Gelb bestimmen. Auch ist sie nicht auf eine bestimmte Eigenschaft oder ein bestimmtes Element festgelegt.


'''3. Taraṅga1, 4'''<br>
'''6. Fundstelle 1.24'''<br>
'''Deutsch:''' Möge [[Shiva]] euch in seiner Gnade behüten, der Unvergängliche, schön geschmückt mit der Mondsichel. Seine Shakti ist Prakriti. Aus ihr entstand das große Prinzip Mahat, daraus das Ichbewusstsein; daraus gingen die feinen Sinnesqualitäten hervor, aus diesen die Schar der Elemente, beginnend mit der Erde, und aus den Elementen die Wahrnehmungs- und Handlungsorgane. So entstand aus ihm die Welt.
Sie erfüllt die Körper der verkörperten Wesen, im Innersten und außerhalb. Ihr Wesen ist nur unmittelbar zu erfahren; durch die Unterweisung des Lehrers wird sie erkannt.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''7. Fundstelle 1.26'''<br>
Man nennt sie Pradhana, die Urgrundlage, und Shakti, die Kraft. Sie trägt euch ebenso wie mich unablässig und reicht über uns hinaus.


'''4. Taraṅga1, 5'''<br>
'''8. Fundstelle 1.27'''<br>
'''Deutsch:''' Möge euch von Anfang an die vollendete Vidya, die Bezwingerin des Büffeldämons, beschützen. Die Kenner der Agamas erkannten: Der in den Veden verkündete Weg zur Befreiung ist verborgen und schwer zu gehen. Indem sie über ihre beiden Füße meditierten, überwanden sie ihre Unwissenheit und erlangten dort Unsterblichkeit. Brahma und die anderen Götter preisen sie unablässig als die Unvergleichliche, als Beschützerin und als diejenige, die über den Ozean des Werdens hinüberführt.
Sie bin ich; sie seid ihr. Alles andere, was erkannt werden kann, gilt als sie. Bei der Weltauflösung geht diese ganze bewegliche und unbewegliche Welt in sie ein.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''9. Fundstelle 1.28'''<br>
Sie allein kennt sich selbst als die Höchste; kein anderer ist ihr Erkenner. In ihrer Gestalt als Zeit wird sie jedoch von mir stets vollständig erkannt.


'''5. Taraṅga1, S. 11, Meru Tantra über Surya'''<br>
'''10. Fundstelle 1.41'''<br>
'''Deutsch:''' „Für ihn wird nur ein Amnaya genannt, der südliche. Wie er den Yavana und den Brahmanen mit seinen Strahlen gleichermaßen berührt, so steht seine Verehrung mit der Ausübung der jeweils eigenen religiösen Pflichten in Verbindung. In allen vier Weltaltern ist dieser Gott unmittelbar sichtbar und von allen anerkannt. Als Herr der Welt ist er das Auge sämtlicher Götter.“
Diese wird Tattva genannt. In der Nähe des Lichtes reinen Bewusstseins verdichtet sich die Urnatur, indem sie schöpferisch tätig werden will, und nimmt den Zustand des Bindu an.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''11. Fundstelle 1.42'''<br>
Wenn die Zeit diesen Bindu aufgliedert, wird er dreifach. Seine Dreiheit wird als grob, fein und höchst bezeichnet.


'''6. Taraṅga1, S. 11, Vadavanaliya Tantra'''<br>
'''12. Fundstelle 1.43'''<br>
'''Deutsch:''' „Eine allein ist die Urgöttin, die Gebärerin der Welt, deren Wesen Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist. Durch die Verschiedenheit ihrer jeweiligen Offenbarungen erscheint sie unterschieden und ist zur Vielheit geworden.“
Man beschreibt sie auch als Bindu, Nada und Bija. Aus dem sich öffnenden Bindu entsteht ein Klang, dessen Wesen noch unoffenbar ist.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''13. Fundstelle 1.44'''<br>
Die mit der heiligen Überlieferung Vertrauten nennen diesen Klang Shabda-Brahman, Brahman als Klang. Wie er sich entfaltet, will ich nun erläutern.


'''7. Taraṅga1, S. 14–15, weiteres Tantra'''<br>
'''14. Fundstelle 1.47'''<br>
'''Deutsch:''' In einem weiteren Tantra: „Ohne Shakti besitzt der kraftlose Shiva weder Namen noch Erscheinungsraum. Ohne Shiva kommt den Entfaltungen des Bewusstseins keine Wirksamkeit zu. Nach dem Verhältnis von Same und Spross ist das strahlende Licht zugleich Shiva und Shakti. Es ist stets wach, o Herr der Götter, und offenbart vielfältige Gestalten.“
Aus Klang entsteht der Raum; mit Berührung die Luft; mit beiden und mit Gestalt das Feuer; mit diesen und Geschmack das Wasser; mit ihnen und Geruch die Erde. So entstehen die fünf Elemente entsprechend der Folge ihrer Eigenschaften.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''15. Fundstelle 1.52'''<br>
Im Raum liegt die Luft, in ihr das Feuer, darin das Wasser und in diesem die Erde. Auf ihr entstehen alle Wesen, bewegliche und unbewegliche.


'''8. Taraṅga1, S. 16, vier Arten der Befreiung'''<br>
'''16. Fundstelle 1.58'''<br>
'''Deutsch:''' „Salokya, das Wohnen in derselben Welt, Samipya, die Nähe, als drittes Sarupya, die Gleichgestaltigkeit, und Sayujya, die Vereinigung: Diese vier Arten der Befreiung werden gelehrt, o Herrin der Götter. Den Verehrern anderer Gottheiten wird jeweils eine von ihnen zuteil. Der Verehrer Guhyakalis erlangt dagegen nach und nach alle vier Arten der Befreiung; daran besteht kein Zweifel. [Der anschließende Vergleich mit Tripura ist im Druck nicht sicher verständlich.] In den sechs Amnayas, o Göttin, gibt es sehr viele Gottheiten. Einige sind für das Krita-Zeitalter genannt, andere für das Treta; einige schenken im Dvapara Früchte, andere im Kali. Zehn Vidyas habe ich als fruchtbringend in allen vier Weltaltern erklärt. Unter ihnen ragen drei hervor: Kali, Tara und Sundari. Unter diesen dreien, o Shiva, ragt im Kali-Zeitalter Kali hervor. Unter den neun Formen Kalis wird Guhyakali gepriesen. Im ganzen Weltenei gibt es keine Vidya, die ihr gleicht. Guhyakali, die Königin der Vidyas, wird niemals geteilt.“
Sattva, Rajas und Tamas heißen ihre drei Gunas. Durch deren Verbindung und die daraus entstehenden dreifachen Unterscheidungen ist die ganze Welt durchwoben.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''17. Fundstelle 1.60'''<br>
So ist diese Schöpfung entstanden, und so wird die Welt erfahren. In der Erfahrung des Alls wird die vielfältige Entfaltung, Prapancha, erkannt.


'''9. Taraṅga1, S. 17–18, Einheit der drei Shaktis'''<br>
'''18. Fundstelle 1.61'''<br>
'''Deutsch:''' Dass Krishna das Wesen Kalis und Rama das Wesen Taras besitzt und dass die drei Shaktis eins sind, erklärt das Shaktisangama: „Manchmal nimmt die Urgöttin Lalita männliche Gestalt an und erscheint als Krishna. Um die Welt zu bezaubern, trägt sie diese erhabene Form, die mit dem beginnenden süßen Klang der Flöte alle in ihren Bann zieht. Manchmal ist sie die ursprüngliche Shri Kali; dieselbe ist Tara und Parvati. Manchmal nimmt die ursprüngliche Shri Tara männliche Gestalt an und erscheint als Rama, um Ravana zu töten und die Götter wieder einzusetzen. Zur Vernichtung der Dämonen trägt sie diese erhabene männliche Gestalt. Die ursprüngliche Tara ist die große Shakti; sie selbst ist Kali, die große Herrin. Die große, zu Vishnu gehörende Maya gilt als Mahasundari. Sie ist weder weiblich noch männlich noch geschlechtslos. Welchen Körper sie auch annimmt, mit dessen jeweiliger Gestalt verbindet sie sich.“
Was Shabda-Brahman genannt wurde, wird nun weiter erläutert. Was darüber hinausgeht, lässt sich nicht aussprechen, da es seinem Wesen nach nur unmittelbar erfahren wird.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''19. Fundstelle 1.62'''<br>
Die Weisen verstehen unter Shabda-Brahman eine Wirklichkeit, die durch Klang erschlossen wird. Der zuvor erwähnte ursprüngliche Klang ist jedoch nicht von der Art eines gewöhnlichen Lautes, der von sich aus einen bestimmten Gegenstand erkennen ließe.


'''10. Taraṅga1, S. 18, Einheit von Hari und Hara'''<br>
'''20. Fundstelle 1.63'''<br>
'''Deutsch:''' Die Einheit von Hari und Hara wird im selben Werk gelehrt: „Zu einer früheren Zeit waren beide von Vishnus Gestalt. Hara selbst übte Tapas, um das Wesen Vishnus zu verwirklichen; Hari selbst übte Tapas, um das Wesen Shivas zu verwirklichen. Beide widmeten sich der Askese für eine als sechs Gruppen von Weltaltern bezeichnete Zeit, o Göttin. Shiva erlangte Vishnus Wesen und Vishnu Shivas Gestalt. Beide sind ihrem Wesen nach Hari und Hara, beide höchste Ardhanarishvaras. Dies, o Göttin, ist die grundlegende Gestalt, in der die beiden vereint sind. Dieses strahlende Licht, o Göttin, ist das ewige Wesen Brahmans.“
Er ist vielmehr überall eingewoben. Wenn die Grundlage der Elemente entstanden ist, erscheint er wiederum in den Körpern der Lebewesen, ohne dass seine Bedeutung bereits bewusst wäre.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''21. Fundstelle 1.81'''<br>
Die erste Nadi heißt Sushumna. Die linke ist als Ida zu erkennen, die rechte wird Pingala genannt.


'''11. Taraṅga1, S. 18, Rama als Shiva-Shakti'''<br>
'''22. Fundstelle 1.86'''<br>
'''Deutsch:''' Dass Rama das Wesen von Shiva und Shakti besitzt, wird dort so erklärt: „Rama ist als Shakti bekannt; er wird als Shiva gepriesen. Das Brahman, dessen Wesen Shiva und Shakti ist, wird mit dem Ruf ‚Rama, Rama‘ besungen.“
Durch sie erhält das Wesen Nahrung wie ein Feld durch einen Bewässerungsgraben. Allmählich wird es durch die aus der Nahrung der Mutter gewonnenen Körperstoffe ernährt.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''23. Fundstelle 1.91'''<br>
Sie nennen noch viele weitere Unterteilungen. Durch all diese Bahnen breitet sich überall der Lebenswind aus, der den Körper in Tätigkeit hält.


'''12. Taraṅga1, S. 18, Gauri und Sita'''<br>
'''24. Fundstelle 1.99'''<br>
'''Deutsch:''' Die Einheit Gauris und Sitas sowie Shivas und Ramas wird im selben Werk erklärt: „Die höchste Sita ist von Gauris Gestalt, geschmückt mit einem kostbaren Edelsteinring. Rama ist als der höchste Shiva zu erkennen, weder als bloßer Avatara noch als Mensch. Was als das höchste Brahman bekannt ist, das sind die beiden Silben ‚Rama‘.“
Doch wozu viele Worte? Durch die Nähe des Purusha entfaltet sich die machtvolle Prakriti, differenziert durch die Gunas und in Gestalt der drei Doshas.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''25. Fundstelle 1.104'''<br>
Wenn diese große Kraft sich durch die inneren und äußeren Instrumente schrittweise zum Ausdruck bringen will, entfaltet sich der Klang, der aus dem Aufbrechen des Bindu hervorgeht.


'''13. Taraṅga1, S. 19, Rama-Upanishad'''<br>
'''Deutsch:''' In der Rama-Upanishad: „Die Yogis erfreuen sich am Unendlichen, an wahrer Glückseligkeit, am Selbst, das Bewusstsein ist. Dieses höchste Brahman wird mit dem Namen Rama bezeichnet.“


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
===Sprache und lebendige Kraft===
'''26. Fundstelle 2.44'''<br>
Der zuerst aus Muladhara aufsteigende Vorgang heißt Para, danach Pashyanti. Wenn er das Herz erreicht und sich mit dem Erkenntnisvermögen verbindet, heißt er Madhyama; im Mund wird er Vaikhari. Bei dem zum Weinen ansetzenden Wesen entstehen so, an Sushumna gebunden und vom Lebenswind bewegt, die Lautgruppen.


'''14. Taraṅga1, S. 19, Einheit der fünf Gottheiten'''<br>
'''27. Fundstelle 2.52'''<br>
'''Deutsch:''' Die Einheit der fünf Gottheiten, beginnend mit Ganesha, wird im Rudrayamala erklärt: „Sarasvati in der Gestalt Durgas, die große dunkle Göttin und Mahavidya, ist in der Ordnung der Verehrung Ganeshas, Suryas, Haris und Ishas zu verehren. Ein Kaula und ebenso ein Vaishnava, der die höchste Wirklichkeit kennt, soll zwischen Ganesha, Surya, Hari, Ishana und Durga keine trennende Unterscheidung machen. Auch ein verständiger Verehrer der Göttin soll sie im Bewusstsein ihrer Einheit verehren. Er verehre sie alle im Chakra der Göttin oder im Shiva-Linga, o Göttin; ebenso im Shalagrama-Stein, auf dem Sonnenaltar oder im Chakra Shri Ganeshvaras. Der Weise soll keine Trennung herstellen. Wer dennoch eine solche Trennung macht, der wird als Shaiva zu einem Vernichter Shivas.“ Die Bezeichnung „Shaiva“ steht hier stellvertretend auch für andere Verehrer. [Die Satzverknüpfung der ersten beiden Zeilen ist gedrängt; die anschließende Aussage über die Einheit der fünf Gottheiten ist eindeutig.]
Selbst wenn es nur unverständliche Laute hervorbringt, strömt Kundalini dabei immer wieder aus Muladhara hervor, als die Sushumna umwindende Kraft.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''28. Fundstelle 2.55'''<br>
Die Vielgehörten nennen sie dann Tara und sagen, ihr Wesen sei Om. Andere nennen dieselbe Shakti das Selbst Haris.


'''15. Taraṅga1, S. 20, Namen Taras'''<br>
'''29. Fundstelle 2.56'''<br>
'''Deutsch:''' Die Bedeutung des Namens Tara wird im Matsya-Sukta erklärt: „Spielerisch schenkt sie die Kraft der Rede; darum ist sie Nilasarasvati. Tara schenkt das Hinübergelangen, Freude und Befreiung. Weil sie aus schrecklicher Bedrängnis rettet, wird sie Ugratara genannt.“
Sie ist die drei Gunas, die drei Doshas, die drei Farben und der dreifache Veda. Sie ist die drei Welten, die Trimurti und die dreifache Linie: So wird ihre Besonderheit beschrieben.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''30. Fundstelle 2.68'''<br>
Wenn die Göttin sich in fünfzig Teile entfaltet, ihren göttlichen Zustand in sich tragend, bringt sie durch den Nada, der im Hohlraum der Sushumna aufsteigt, der Reihe nach die fünfzig Laute hervor.


'''16. Taraṅga1, S. 27, Meru Tantra über bloßen Genuss'''<br>
'''Deutsch:''' Im Meru Tantra: „Wein soll man trinken, Fleisch soll man essen und das Gesicht der Geliebten soll man anschauen: Nur dies sei die höchste Lebensweise, behaupten die Unverständigen. Wenn ein Mensch durch Weintrinken zur Vollendung gelangte, warum sind dann, o Uma, nicht alle dem Weintrinken Ergebenen Vollendete? Wenn allein Fleischessen zu einem glückseligen Ziel führte, dann müssten die Fleischfresser Befreiung erlangen; anderes als Fleisch käme dafür nicht infrage. Wenn durch den Geschlechtsverkehr mit einer Frau Befreiung entstünde, o Göttin, dann wären alle befreit – wer würde noch wiedergeboren werden? Auf dem Kula-Weg zu handeln ist wahrlich schwerer, als auf einer Schwertschneide zu gehen, einen Tiger am Hals zu umfassen oder sich von einer Schlange umschlingen zu lassen.“


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
===Kundalini, Hamsa und Einheit===
'''31. Fundstelle 4.12'''<br>
Die Weisen erkennen diese im Herzen gegenwärtige Kraft als Kundali. Die Göttin tönt unablässig, wie eine Biene einen melodischen Klang hervorbringt.


'''17. Taraṅga1, S. 28, Vira-Vaishnava'''<br>
'''32. Fundstelle 4.13'''<br>
'''Deutsch:''' In der Gopala-Paddhati: „Wer mit Körper, Geist und Rede allein Vishnu verehrt und andere Gottheiten herabsetzt, wird Vira-Vaishnava genannt. Wer aber weiß, dass dieses ganze bewegliche und unbewegliche Weltall Narayanas Wesen hat, und niemanden hasst, der ist der höchste Vira-Vaishnava.“
Ihre durch das eigene Wesen verdichtete Gestalt wird auf verschiedene Weise beschrieben. Kundali ist in jedem Fall als die der Sushumna folgende Kraft zu erkennen.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''33. Fundstelle 4.17'''<br>
Das ha wird als Purusha bezeichnet, das sa als Prakriti verstanden. Diese Shakti gilt als Ajapa und bewegt sich auch auf dem rechten und linken Weg.


'''18. Taraṅga1, S. 28, Ramanandi'''<br>
'''34. Fundstelle 4.19'''<br>
'''Deutsch:''' Ebendort: „Wer seine Freude in Shri Rama findet, dem höchsten Selbst, das in der Mitte des Herzlotus wohnt, wird Ramanandi genannt.“
Bindu heißt Purusha, Visarga gilt als Prakriti. Hamsa besteht aus Purusha und Prakriti; von diesem Wesen ist die ganze Welt.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''35. Fundstelle 4.20'''<br>
Indem sie ihre eigene Purusha-Gestalt erkennt, gelangt sie zur Erfahrung „So'ham – Das bin ich“. Dies ist der Paramatman genannte Mantra jener großen Mantrakraft.


'''19. Taraṅga1, S. 29, Harivyasi'''<br>
'''36. Fundstelle 4.24'''<br>
'''Deutsch:''' Im Shaktisangama: „Der Harivyasi, o große Herrin, bemüht sich um die Tilgung von Schuld, ist Vishnu ergeben und hat seine Sinne gemeistert. Er hält Yama und die weiteren Regeln ein und widmet sich einer angemessenen Lebensführung. Er nimmt nur an, was er selbst benötigt, setzt sich für die Anliegen anderer ein und trägt das Wesen von Shiva und Shakti.“
Nach den entsprechenden Lauten gegliedert, heißt sie Gayatri, weil sie den Singenden schützt. In ihrer siebenfachen Gestalt wird sie als die sieben Planeten umfassend beschrieben.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''37. Fundstelle 4.29'''<br>
Diese Kraft durchdringt alles und nimmt fortwährend die Gestalt der Sonne an. Wo immer ihr eigenes Licht hinreicht, dort wird ihre Gegenwart erkannt.


'''20. Taraṅga1, S. 29, der höchste Bhagavata'''<br>
'''38. Fundstelle 4.63'''<br>
'''Deutsch:''' Das Kennzeichen des höchsten Bhagavata wird hingegen im elften Skandha beschrieben: „Wer in allen Wesen die Gegenwart des Herrn, seines Selbst, erkennt und die Wesen im Herrn, dem Selbst, sieht, der ist der höchste Bhagavata.“
Wer langes Leben wünscht, soll den ihm zugeordneten Baum niemals fällen. Er soll ihn wässern, sein Wachstum fördern, ihn verehren und sich vor ihm verneigen.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''39. Fundstelle 4.77'''<br>
Durch ihre Erkenntnis lösen Menschen die gesamte Bindung an das Handeln und gelangen zu Vishnus höchster Stätte. Darum wiederholt und verehrt beständig diese Hrillekha, die das Leben der Wesen in allen drei Welten ist.


'''21. Taraṅga1, S. 29, die Welt als Vishnus Maya'''<br>
'''Deutsch:''' Ferner ebendort: „Wer, auch wenn er mit den Sinnen die Gegenstände wahrnimmt, weder Abneigung noch überschwängliche Freude empfindet und diese Welt als Vishnus Maya erkennt, der ist wahrlich der höchste Bhagavata.“


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
===Einweihung und Mantra===
'''40. Fundstelle 5.2'''<br>
Weil sie göttliche Bewusstheit schenkt und Verfehlungen schwinden lässt, heißt sie Diksha. Mantra heißt so, weil das betrachtende Verinnerlichen der Wirklichkeit vor Furcht schützt.


'''22. Taraṅga1, S. 29–30, unerschütterliche Erinnerung'''<br>
'''Deutsch:''' Ebenso: „Wessen Erinnerung ungetrübt bleibt und wer selbst um der Herrlichkeit der drei Welten willen nicht für den Bruchteil eines Augenblicks von den Lotusfüßen des Herrn weicht, nach denen die Götter und andere mit unbezähmtem Geist suchen, der ist der vorzüglichste Vaishnava.“


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
===Verehrung im eigenen Leib===
'''41. Fundstelle 6.2'''<br>
Der Seher wird wegen seiner Lehrerstellung auf dem Haupt getragen; das Versmaß gehört, weil es aus Lauten besteht, zur Zunge. Die Gottheit des Mantras wird stets im Herzen verortet, weil sie durch innere Erkenntnis zu erfassen ist.


'''23. Taraṅga1, S. 30, der mittlere Bhagavata'''<br>
'''Deutsch:''' Das Kennzeichen des mittleren wird ebendort genannt: „Wer dem Herrn Liebe, seinen Anhängern Freundschaft, den Unwissenden Mitgefühl und den Feindseligen gegenüber Zurückhaltung entgegenbringt, der steht auf der mittleren Stufe.“


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
===Das innere Opfer===
'''42. Fundstelle 7.80'''<br>
Wer im mittleren Feuer durch Raum alles Hörbare opfert, im östlichen durch Luft das Berührbare, im westlichen durch Feuer das Sichtbare, im nördlichen durch Wasser den Geschmack und im südlichen durch Erde den Geruch, begleitet von den entsprechend leuchtenden Lauten, dessen inneres Selbst wird durch das Durcharbeiten alles Erkennbaren offenbar.


'''24. Taraṅga1, S. 30, der noch unentwickelte Verehrer'''<br>
'''43. Fundstelle 7.82'''<br>
'''Deutsch:''' Das Kennzeichen des noch unentwickelten Bhagavata wird ebendort genannt: „Wer allein dem Bild Haris vertrauensvoll Puja darbringt, seinen Verehrern und anderen Menschen jedoch keine entsprechende Achtung erweist, gilt als ein noch unentwickelter Verehrer.“
In ihm, dessen Ursprung wie die Weltaltersonne und dessen Inneres wie das Weltalterfeuer leuchtet, erscheinen Mond, Sonne, Planeten, Zeit, Elemente, Welten und Brahma, Shiva und Vishnu. Er ist unoffenbar, unvergänglich genannt, nektarhaft, vom Glanz der beiden Lichtkräfte erhellt, aus ewiger Wonne bestehend, ohne Anfang und Ende: Sein Wesen ist Hamsa.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''44. Fundstelle 7.83'''<br>
Für die Mantrakundigen, die diese Ordnung täglich beim Essen pflegen, werden Prana und die übrigen Lebenswinde zu den Opferstätten Garhapatya und den weiteren Feuern.


'''25. Taraṅga1, S. 36, fehlende Ritualmittel'''<br>
'''45. Fundstelle 7.89'''<br>
'''Deutsch:''' Nun wird erklärt, was beim Eintritt großer Gefahr oder beim Fehlen der Puja-Materialien zu tun ist: „Wenn ein Bedrängter keine Arghya-Schale und keine anderen Hilfsmittel beschaffen kann, soll er die Puja mit Wasser ausführen. Ist nicht einmal Wasser vorhanden, verehre er die Gottheit mit Blumen und anderen Gaben, die er innerlich vergegenwärtigt. Hingabe, Vertrauen und innere Vergegenwärtigung werden das Leben aller Pujas genannt.“
„Als Vaishvanara bringe ich die vier Arten der Nahrung dar und verdaue sie auf diese Weise.“ In diesem Bewusstsein esse man mit beherrschten Sinnen, bis die angemessene Sättigung erreicht ist.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''46. Fundstelle 7.91'''<br>
Man betrachte das ursprüngliche, Kshetrajna genannte Selbst in Prakriti: das Eine, Unendliche, das die vierzehn Welten durchdringt, durch die reinen Speisegaben an die fünf Feuerzungen erfreut und durch begriffliches Denken nicht zu fassen ist. [Das Wort für „erfreut“ ist beschädigt überliefert.]


'''26. Taraṅga1, S. 37, geistige Puja und die beiden Wege'''<br>
'''47. Fundstelle 7.93'''<br>
'''Deutsch:''' Ferner: „Dreifach wird die Verehrung gelehrt; die sattvische ist darunter die höchste. Bei ihr gelten geistige Puja und geistiger Japa als die vorzüglichsten Formen. Rajasisch ist der rechte Weg, die Verehrung eines Bildes mit äußeren Darbringungen wie Blumen; er eignet sich besonders für die Angehörigen des ersten Standes. Tamasische Verehrung wird durch Bali-Darbringungen an heiligen Sitzen und entsprechenden Orten beschrieben. Sie wird nach dem linken Weg für alle außer dem ersten Stand empfohlen. Dies ist die übergeordnete Einteilung von linkem und rechtem Weg. Zweifach wird die Verehrung auch als wunscherfüllt und wunschfrei bezeichnet: Die wunschfreie ist der Same der Befreiung, die von Wünschen getragene der Same weiteren Werdens.“
Dieser dein Leib, Brahma, wird als die Lautgirlande beschrieben, welche alle Erscheinungen einschließlich der Veden, ihrer sechs Hilfswissenschaften und der Shastras umfasst und hier Schöpfung, Erhaltung und Auflösung des Alls bewirkt.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''48. Fundstelle 7.94'''<br>
Darum setzt diese mit der Welt verbundene Lautgirlande im Nyasa ein, wiederholt sie, opfert und verehrt sie mit Hingabe: zur Erlangung unvergleichlicher dichterischer Kraft, langen Lebens, Ruhmes, Schönheit und Fülle, zur Beseitigung von Unheil und Krankheit und zur Befreiung.


'''27. Taraṅga1, S. 40, Bedeutung von Diksha im Rudrayamala'''<br>
'''Deutsch:''' Die Bedeutung des Wortes Diksha wird im Rudrayamala erklärt: „Weil sie göttliche Erkenntnis schenkt und die Schuld schwinden lässt, wird sie in dieser Welt von den Mantrakundigen Diksha genannt.“


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
===Das Herz wendet sich der Göttin zu===
'''49. Fundstelle 8.2'''<br>
Weil die Göttin vor der Entstehung der Trimurti da war, das Wesen des dreifachen Veda ist und bei der Auflösung auch die drei Welten erfüllt, wird Ambika vornehmlich Tripura genannt.


'''28. Taraṅga1, S. 40, wahrer Guru und Diksha'''<br>
'''50. Fundstelle 8.64'''<br>
'''Deutsch:''' Im Meru Tantra: „Wissen und unmittelbare Erkenntnis werden gegeben, die Anhäufungen von Schuld schwinden: Daher heißt sie Diksha, sofern man sie aus dem Mund eines wahren Gurus empfangen hat. Ein falscher Guru ist selbst verloren – wie könnte er einen anderen hinüberführen?“
Du, die im makellosen Lotus wohnt und dem Geist Reinheit schenkt, Liebliche von schöner Gestalt und edlem Wesen: Stets verneige ich mich vor deinem Lotusfuß.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''51. Fundstelle 8.65'''<br>
Du allein bist jene, die in der Welt als Tochter des Berges, Durga, Kamala und Tripura unterschieden wird. Herrin der Sprache, sei mir mit deinem ganzen Wesen gnädig!


'''29. Taraṅga1, S. 41, Bedeutung des Wortes Mantra'''<br>
'''52. Fundstelle 8.67'''<br>
'''Deutsch:''' Die Bedeutung des Wortes Mantra wird im Pingalamata erklärt: „Weil er durch Betrachtung Erkenntnis des Alls, Rettung aus der Bindung an Samsara und vollkommene Verwirklichung bewirkt, wird er Mantra genannt.“
Durch die Macht deines Lichtes, das aus der Öffnung des Muladhara aufsteigt und einem Lotusfaden gleicht, tragen Gesicht, Hände, Füße und die übrigen Glieder die Gruppen der Laute. Sei mir gnädig!


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''53. Fundstelle 8.68'''<br>
Du, deren Leib die Laute sind, von unsterblicher Schönheit, von den großen Yogis unermüdlich gesucht und jenseits begrifflicher Bestimmung: Göttin, schenke mir die Kraft, dich zu preisen!


'''30. Taraṅga1, S. 41, Größe des Mantras'''<br>
'''54. Fundstelle 8.69'''<br>
'''Deutsch:''' Die Größe des Mantras wird im Meru Tantra erklärt: „Der Mantra ist unmittelbar der Herr; der Mantra ist das große Heilmittel. Nichts übertrifft den Mantra; er schenkt alle Vollendungen.“ Ebendort: „Um den Sadhakas Frucht zu gewähren, haben die Gottheiten ihre jeweiligen Gestalten angenommen. Ihr eigentliches Wesen sind jedoch die Mantras selbst und nichts anderes.“
Die Edelsteine an den Kronen der Götter und Asuras erhellen deine beiden Lotusfüße. Du, deren Wesen alle Agamas sind, Herrin des Alls: Sei in mir gegenwärtig!


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''55. Fundstelle 8.70'''<br>
Du hältst Buch und Gebetskette in den Händen; deine schönen Arme zeigen die Gesten der Gabe und der Furchtlosigkeit. Dein Leib ist rein wie Kampfer. Herrin der Sprache, reinige bald meinen Geist!


'''31. Taraṅga1, S. 42, Folge der Hingabe'''<br>
'''56. Fundstelle 8.71'''<br>
'''Deutsch:''' Im Sara-Sangraha: „Wie zur Gottheit, so sei die Hingabe zum Mantra; wie zum Mantra, so zum Guru; wie zum Guru, so zum eigenen Selbst. So wird die Folge der Hingabe überliefert.“
In feines Leinen gekleidet, mit Perlen und Edelsteinen geschmückt, Wohnstätte der Freude, deren Mondgesicht vom Mondlicht des Lächelns erblüht: Mutter, sei mir gnädig!


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''57. Fundstelle 8.72'''<br>
Du bist Wissen selbst und vernichtest Unwissenheit; du leuchtest den Kennern des inneren Selbst. Von den ursprünglichen Weisen in Prosa und Versen gepriesen: Sei mir gnädig!


'''32. Taraṅga1, S. 43, Guru und acht Fesseln'''<br>
'''58. Fundstelle 8.73'''<br>
'''Deutsch:''' Im Meru Tantra: „Abscheu, Zweifel, Furcht, Scham und als fünfte Widerwille, dann Herkunft, gewohnte Lebensführung und Kraft: Diese werden als die acht Fesseln bezeichnet. Wer durch Fesseln gebunden ist, heißt Pashu; wer von den Fesseln frei ist, heißt Sadashiva. Daher wird hier derjenige Guru genannt, der die Fesseln löst, und kein anderer.“ Ferner: „Die ganze Dreiwelt mit allem Beweglichen und Unbeweglichen wird vom Zweifel verschlungen. Ein Guru, der diesen Zweifel selbst verschlungen hat, ist selten auf Erden.“
Dreigesichtige, Verkörperung der drei Veden, Tripura, deren Füße von den Göttern verehrt werden, deren Gesicht mit drei Augen strahlt, ursprüngliches Wesen der Trimurti: Sei mir gnädig!


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''59. Fundstelle 8.74'''<br>
Du bist das Wesen der Veden. Etymologie, Himmelskunde, Grammatik, Rituallehre, Lautlehre und Versmaß bilden deine sechs Glieder. Sei mir gnädig!


'''33. Taraṅga1, S. 50, eigennützige Lehrer und Schüler'''<br>
'''60. Fundstelle 8.75'''<br>
'''Deutsch:''' Im Meru Tantra: „Im Kali-Zeitalter verlangen Gurus nach Geld und Schüler nach Siddhis. Deshalb erlangen beide keine Vollendung; es ist ein Zerrbild der Gottheitenverehrung.“
Diejenigen, deren Geist durch das Verweilen an deinen Lotusfüßen erhoben ist, werden von Makeln nicht befleckt. Erhabene, höchste Herrin, sei mir, der ich dir hingegeben bin, gnädig! [Das Satzende der Vorlage ist unvollständig gefügt.]


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''61. Fundstelle 8.26, zweite Nennung nach 8.75'''<br>
Du, deren Wesen Erkenntnis ist, die auf der schönen Bühne der Herzenslotusse der Weisen tanzt: Erhabene, Spenderin des Guten, gewähre mir Hingabe, die das Werden und Vergehen durchbricht! [Originalnummer: 8.26, zweite Nennung nach 8.75.]


'''34. Taraṅga1, S. 50–51, kundiger und unkundiger Guru'''<br>
'''62. Fundstelle 8.77'''<br>
'''Deutsch:''' Im Kularnava: „Hat man einen verehrten Guru gefunden, der die erforderlichen Merkmale besitzt, Zweifel durchschneidet und Erkenntnis vermittelt, o Göttin, soll man nicht bei einem anderen Guru Zuflucht suchen. Hat ein Schüler jedoch einen unkundigen Guru gefunden, der Zweifel nicht durchschneidet, wird er nicht von jener Schuld befleckt, wenn er zu einem anderen Guru geht.“
Wer diesen Lobpreis der Herrin der Sprache bei Japa, Verehrung und Feueropfer wiederholt, dessen geistige Regungen werden rein. Beim Ende des Körpers erreicht er die ewig reine Stätte.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].


'''35. Taraṅga1, S. 51, Erkenntnis suchen'''<br>
===Ajapa und das höchste Selbst===
'''Deutsch:''' Im Shaiva-Agama: „Viele Gurus kennen minderwertige Zauberformeln und Mittel; selten auf Erden ist einer, der die in Nigama, Agama und den Lehrschriften verkündeten Mantras kennt. Ein Kundiger kann einen Unwissenden emporführen, ein Unwissender aber keinen anderen Unwissenden. Ein Boot kann einen Stein hinübertragen – kann ein Stein einen anderen Stein hinübertragen? Wie eine Biene im Verlangen nach Honig von einer Blüte zur anderen fliegt, so darf ein Schüler im Verlangen nach Erkenntnis von einem Guru zu einem anderen gehen.“
[[Datei:Chakra Meditation Pranayama.jpg|thumb|Atem und Sammlung: Die Ajapa-Lehre verbindet das beständige Leben mit der Hinwendung zum Selbst.]]


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''63. Fundstelle 14.20'''<br>
Sonne, Mond und Feuer, die alle Dinge durchdringen, vereine man; mit dem guna-geprägten Om und der Hrillekha ziehe man sie samt ihren Eigenschaften zusammen. Indem der Mantraübende alles durchdringt und in Hamsa zusammenfasst, wird er durch Yoga zur ewigen, reinen, ungeteilten und unvergänglichen Stätte.


'''36. Taraṅga1, S. 54, drei Formen der Verehrung'''<br>
'''64. Fundstelle 14.21'''<br>
'''Deutsch:''' Im elften Skandha des Bhagavata: „Vedisch, tantrisch und gemischt: So ist mein Opfer dreifach. Man verehre mich nach derjenigen dieser drei Ordnungen, die man wünscht.“
Nun lehre ich den höchsten Ajapa-Mantra, ein Mittel, den gesamten Samsara zu überwinden. Ihm schreibt der Text die Kraft zu, Verfehlung, Krankheit und Gift zu beseitigen und gewünschte Vollendung hier und jenseits zu gewähren.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''65. Fundstelle 14.22'''<br>
Das als Vishnu-Stätte bezeichnete Lautglied, mit dem Mondteil verbunden, und der verschlüsselt bezeichnete weitere Laut ergeben den Mantra des Kenners des Feldes. Diesen wiederholt das Selbst beständig. [Die Lautcodierung der ersten Hälfte ist beschädigt; eine vollständige Formel wird daraus hier nicht ergänzt.]


[[Datei:Swami Sivananda Japa Mala Mantrawiederholung.jpg|thumb|[[Japa]] verbindet Aufmerksamkeit und Hingabe.]]
'''66. Fundstelle 14.24'''<br>
Möge jene Gestalt, halb Ambika, halb Ishvara, euch die Erfüllung eurer Anliegen schenken: rötlich-golden, auf einem Lotus sitzend, mit den Kennzeichen von Gauri und Hara, von mildem Feuerlicht umgeben, mit Schlinge, Axt und den Gesten der Furchtlosigkeit und Gnadengabe. [Einzelne Wörter der Vorlage sind beschädigt.]


'''37. Taraṅga1, S. 74, Abschlussvers des ersten Taranga'''<br>
'''67. Fundstelle 14.29'''<br>
'''Deutsch:''' „Im vom verehrten König geschaffenen Ozean des Purashcharana, reich an bunten Nektarströmen der wunderbaren Vielfalt erhabener Worte und geehrt durch das Zusammenströmen der Flüsse guter Lehrwerke, ist die erste Welle vorübergezogen: strahlend und hoch aufragend im Glanz einer Fülle klarer Perlen trefflicher Darlegung.“ ''Lesungshinweis: Die langen Komposita des ersten Halbverses bleiben teilweise unsicher; das Bild von Nektarströmen, zusammenfließenden Lehrwerken und der perlenhellen ersten Welle ist erkennbar.''
Der Besonnene vergegenwärtige sich das ursprüngliche Bija, gestärkt durch den Bindu und verbunden mit dem sa-Laut, der vom Nektar zweier Monde erfüllt ist. Wenn er diesen Mantra in der Einheit mit dem eigenen Selbst verehrt, wird er von Verfehlungen frei.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung]].
'''68. Fundstelle 14.36'''<br>
Damit ist, ihr besten Mantrakundigen, die Ordnung des Ajapa-Mantras in Kürze erläutert. Wer sie empfängt, soll Anteil an Fülle, Glück, Dharma, Ruhm, Lebensgenuss und Befreiung gewinnen.


'''38. Taraṅga2, S. 83, Einweihung für Befreiungssuchende'''<br>
'''Deutsch:''' Im Kriyakanda-Shekhara: „Für diejenigen, die Befreiung erstreben, gilt dagegen keine Regel über Zeit und ähnliche Bedingungen. Alle als ungünstig bezeichneten Zeiten sind für die Befreiung empfehlenswert. Sämtliche Sterne, Planeten, Nakshatras und Tierkreiszeichen sind an dem Tag heilbringend, an dem der Guru zufrieden ist. Ist der Guru zufrieden, sind auch sämtliche Gottheiten zufrieden. Sobald der Wunsch besteht, geschehe Diksha entsprechend der Weisung des Gurus. Dabei gibt es weder eine Zeit- noch eine Ortsbeschränkung. Man erfreue den Guru durch Hingabe; dann wird es von selbst so sein.“


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-2|Taraṅga 2 – deutsche Übersetzung]].
===Yoga als Weg der Sammlung===
'''69. Fundstelle 18.1'''<br>
Nun erläutere ich den höchsten Mantra, der Pranava heißt, samt seiner Wiederholung, Verehrung, Feueropferordnung und inneren Betrachtung: Er beseitigt alles Unheil, gleicht einem Wunschbaum für vielerlei Anliegen, schenkt die Frucht der Befreiung und wird von reinen Yogis gepflegt.


'''39. Taraṅga2, S. 84, geeignete Einweihungsorte'''<br>
'''70. Fundstelle 18.13'''<br>
'''Deutsch:''' Nun die Bestimmung des Einweihungsortes. Dazu heißt es in der Purna-Paddhati: „Im Kuhstall, im Haus des Gurus, im Tempel, im Wald, an einem heiligen Ort, im Garten, am Flussufer, im eigenen Ashrama, in der Nähe von Amalaki und Bilva, auf einem Berggipfel und in Höhlen; an der Ganga wird alles dort Vollzogene um Abermillionen vervielfacht.“ Im Yamala: „An einem heiligen Pilgerort, in Kurukshetra, an den vier Sitzen der Göttin, in Prayaga, auf Shrigiri und in Kashi soll man günstige und ungünstige Zeiten nicht prüfen.“
Nachdem der Mantrakundige dieses Om durch Japa, Feueropfer und Verehrung in sein Leben aufgenommen hat, übe er auch die Wege des Yoga. Durch sie erlangt er hier umfassende Fülle und zuletzt Vishnus reine, höchste Stätte.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-2|Taraṅga 2 – deutsche Übersetzung]].
'''71. Fundstelle 18.14'''<br>
Was weder Hände noch Füße noch Gesicht besitzt, was unablässig gegenwärtig ist und nirgends anders als im Selbst gefunden wird: Wenn der Wahrheitskenner diese Stätte des Selbst in sich erkennt, nennt man dies Yoga.


'''40. Taraṅga3, S. 150, neun Zeugen des Handelns'''<br>
'''72. Fundstelle 18.15'''<br>
'''Deutsch:''' „Surya, Soma, Yama, Kala und die fünf großen Elemente – diese sind hier die neun Zeugen des guten und schlechten Handelns.“
Begehren, Zorn, Gier, Verblendung, Hochmut und Neid sind die sechs Feinde, die das Erlangen von Yoga beeinträchtigen. Mit entschlossenem Geist überwinde der Yogakundige sie durch die acht heilsamen Glieder des Yoga.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''73. Fundstelle 18.16'''<br>
Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi werden als die acht zum Yoga gehörenden Glieder genannt.


'''41. Taraṅga3, S. 158, Bitte an die tragende Erde'''<br>
'''74. Fundstelle 18.17'''<br>
'''Deutsch:''' „Erde, von dir werden die Welten getragen; Göttin, du selbst wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und mache meinen Sitz rein.“
Wahrhaftigkeit, Nichtverletzen, Gleichmut, Standhaftigkeit, Nichtstehlen, Geduld, Aufrichtigkeit und Nichtanhaften bilden Yama. Selbststudium, Askese, Verehrung und Gelübde gehören zu den folgenden Regeln.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''75. Fundstelle 18.24'''<br>
darüber denke er nach; wenn der Geist darin aufgeht, heißt dies Samadhi. Durch diese acht beschriebenen Glieder wird der innere Feind vom Selbstkenner rasch bezwungen.


'''42. Taraṅga3, S. 160–161, Verehrung des Gurus'''<br>
'''76. Fundstelle 18.30'''<br>
'''Deutsch:''' „Dann verneige er sich mit zusammengelegten Händen vor Guru und Ganapati zu seiner linken und rechten Seite und vor seiner erwählten Gottheit vor sich.“ Im Yamala: „Verehrung dem ehrwürdigen Guru, der jenen Zustand gezeigt hat: die Gestalt der ungeteilten Ganzheit, von der alles Bewegliche und Unbewegliche durchdrungen ist.“ Nachdem der Mantrakundige den Guru so verehrt hat, vollziehe er die Reinigung der Hände und die weiteren Handlungen.
Man habe maßvoll gegessen und gut verdaut, angemessen geschlafen und Ähnliches beachtet. In einem guten Haus mit reinem Boden, geschützt vor Kälte und anderen Störungen, sitze man bequem nach Osten gewandt, mit geschlossenen Augen, auf einem sauberen, weichen Sitz aus Tuch, Fell und Kusha-Gras.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''77. Fundstelle 18.31'''<br>
Die geöffnete linke Hand lege man in den Schoß, darüber die rechte. Aufrecht, heiter und mit gesammelten Sinnen vergegenwärtige man sich die eigene Grundlage als vollkommen ebenmäßig.


'''43. Taraṅga3, S. 165, Vereinigung des Jiva mit dem höchsten Selbst'''<br>
'''78. Fundstelle 18.32'''<br>
'''Deutsch:''' „Man vergegenwärtige sich den Lotus, der aus der Wurzel des Dharma hervorgegangen und mit dem Stängel der Erkenntnis geschmückt ist. In seiner Mitte befindet sich der Jiva, einer kleinen Lampenflamme gleich. Der Übende verbinde ihn auf dem Weg der Sushumna nach der Yoga-Methode mit dem höchsten Selbst, unter Verwendung des Mantras ‚So’ham‘ – ‚Ich bin Das‘. Alle Elemente stelle er sich dort als aufgelöst vor.“
In ihrer Mitte betrachte man Pranava, in Pranava den Bindu und im Bindu den Nada. Om lasse man der Vorschrift gemäß bis zum Ende der Sushumna aufsteigen.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''79. Fundstelle 18.33'''<br>
In deren Mitte vergegenwärtige man sich stets das reine Shabda-Brahman, fein wie ein allerzartester Faden: das Licht, dessen Wesen Om ist und das allem Beweglichen und Unbeweglichen zugrunde liegt.


'''44. Taraṅga3, S. 166, Auflösung sämtlicher Tattvas'''<br>
'''80. Fundstelle 18.34'''<br>
'''Deutsch:''' Im Siddhantasangraha: „Dann löse man sämtliche Tattvas dort auf: die Erde im Wasser, dieses im Feuer, das Feuer in der Luft und die Luft im Raum. Den Raum löse man in Prakriti auf und diese Maya-Shakti, deren Wesen das höchste Brahman ist, im höchsten Selbst. Nachdem man so die gesamte Entfaltung von Körper und allem Übrigen im höchsten Selbst aufgelöst hat, verweile man für eine kurze Zeit in der Gestalt des höchsten Brahman.“
Omkara, Guna-Bija, Pranava, Tara, Dhruva und Vedadi sind seine Namen. Auch heißt es: a am Anfang, u in der Mitte, m am Ende; daher wird es dreimaßig genannt. [„Omkara“ ist in der Vorlage beschädigt geschrieben.]


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''81. Fundstelle 18.35'''<br>
Weil es am Anfang des Veda steht, wird es auch allen Mantras vorangestellt. Es ist der Ursprung in jedem Körper und wird übereinstimmend als Brahman bezeichnet.


'''45. Taraṅga3, S. 167–168, Der aus Licht erneuerte Körper'''<br>
'''82. Fundstelle 18.37'''<br>
'''Deutsch:''' Im Siddhantasangraha: „Man lasse aus dem höchsten Selbst den reinen Körper erneut entstehen. Vidya, deren Wesen das höchste Brahman ist, ist Prakriti, die höchste Mutterkraft. Aus der Mutter der Welt entstand der Raum, aus dem Raum die Luft, aus der Luft das Feuer, aus dem Feuer das Wasser und daraus die Erde. Man vergegenwärtige sich: Aus diesen Elementen ist mein eigener Körper als Lichtgestalt entstanden, geeignet zur Verehrung der Gottheit. Dies wird Bhutashuddhi genannt, die große Ansammlungen von Verfehlungen vernichtet.“
Indem man Om wieder und wieder erklingen lässt, führe man es stufenweise bis zum Dvadashanta hinauf. Man übe so lange, bis der Geist in dem innerlich vergegenwärtigten Om zur Ruhe kommt und aufgeht.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''83. Fundstelle 18.44'''<br>
Dieses ist Licht und Bewusstsein, das auf nichts anderes gerichtet ist: frei von Gegensätzen, ungeteilt, stets voller Wonne und fein; überall gegenwärtig, aber nicht durch Merkmale wie Gesicht, Hände, Füße oder Augen festzulegen.


'''46. Taraṅga3, S. 168, Verkürzte Bhutashuddhi'''<br>
'''84. Fundstelle 18.46'''<br>
'''Deutsch:''' Eine kurze Ausführung beschreibt das Uddisha: „Oder man vereinige die Göttin Kundali zusammen mit den fünf Elementen und allem Übrigen mit dem höchsten Selbst. Man vergegenwärtige sich ihre Einheit und meditiere im Geist durch Dhyana-Yoga: ‚So’ham, So’ham – Ich bin Das, ich bin Das.‘“ Bei einer besonderen Shakti-Praxis heißt es dagegen, man solle das Bija Hamsa und die weiteren Bestandteile mit dem höchsten Shiva verbinden und mit dem Mantra So’ham an den eigenen Ort zurückführen.
Oder der Yogi erkenne nacheinander die fünf mit Yoga verbundenen Zustände und übe beständig mit ihnen, um die Befreiung unmittelbar zu verwirklichen.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''85. Fundstelle 18.47'''<br>
Diese sind Wachen, Traum, Tiefschlaf, Turiya und das darüber Hinausgehende. Wenn das Selbst durch seine Sinne Gegenstände erfährt, ist dies Wachen.


'''47. Taraṅga3, S. 176, Meditation über die Einheit von Shiva und Ambika'''<br>
'''86. Fundstelle 18.48'''<br>
'''Deutsch:''' Die Meditation lautet: „Beständig nehmen wir Zuflucht zu der Gestalt des Herrn, deren eine Hälfte Ambika ist: leuchtend wie Bandhuka-Blüte und Gold, mit schöner Gebetskette, Schlinge, Elefantenstachel und Segensgeste in den Armen, geschmückt mit der Mondsichel und mit drei Augen.“
Wenn es Erfahrungen macht, obwohl die Sinne nicht bewusst tätig sind, ist dies Traum. Die ungestörte Ruhe infolge der Hinwendung zum Selbst heißt Tiefschlaf.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''87. Fundstelle 18.58'''<br>
Wer sich täglich durch diese gelehrten Yogawege sammelt, erlangt bald jene bleibende Vollendung, die aus dem gesamten Samsara befreit.


'''48. Taraṅga3, S. 178, Meditation über die Herrin der Welt'''<br>
'''88. Fundstelle 18.59'''<br>
'''Deutsch:''' Die Meditation lautet: „Möge die dreiaugige Herrin der Welt uns Glück schenken: auf einem Lotus sitzend, leuchtend wie Millionen aufgehender Sonnen, mit hohen, vollen Brüsten, geschmückt mit einer Krone samt Halbmond, Halskette, Hüftgürtel und Fußreifen. In ihren Lotushänden trägt sie Gebetskette, Schlinge, Elefantenstachel und Buch.“ Indem man das Lajja-Bija voranstellt, vollzieht man den Matrika-Nyasa; dies gilt auch bei der Ausführung des Bhuvaneshi-Matrika-Nyasa. ''Lesungshinweis: Die abschließende Verfahrensangabe ist im Druck syntaktisch verkürzt.''
Bei dem, dessen Geist täglich durch diese unterschiedlichen Yogawege in der Sammlung gefestigt wird, zeigen sich Vollendungen als Tore zum Eintritt in die Stadt der Befreiung.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''89. Fundstelle 18.63'''<br>
Prapti und Prakamya bilden die acht übernatürlichen Vermögen des Yogis. Der mit ihnen ausgestattete Yogi wird als zu Lebzeiten befreit bezeichnet, immer erfüllt von der Wonne, den großen Nektar der Yogaerfahrung zu trinken.


'''49. Taraṅga3, S. 188–189, Saguna- und Nirguna-Dhyana'''<br>
'''90. Fundstelle 18.64'''<br>
'''Deutsch:''' Die zwei Arten der Meditation über die Gottheit erklärt das Meru Tantra: „Dann meditiere man nach dem Weg, der im jeweiligen Kalpa gelehrt wird. Diese Meditation wird zweifach genannt: Saguna, mit Eigenschaften, und Nirguna, ohne Eigenschaften. Im eigenen erblühten Herzlotus, dessen Mitte und Staubfäden leuchten und der von den Kreisen von Mond, Sonne und Feuer erstrahlt, vergegenwärtige man sich die eigene erwählte Gottheit so, wie sie im Agama gelehrt wird. Eine solche Bewusstheit heißt Saguna-Dhyana. Das Erkennen der Einheit von Jiva und Brahman, die Bewusstheit ‚Möge ich Das sein‘, erkennen die Brahman-Kundigen als Nirguna-Dhyana.“
So ist diese Lehre von Pranava erläutert. Wer sie mit Hingabe durch Japa und die weiteren Formen der Praxis pflegt, erreicht jene alldurchdringende, ewig reine und bewusste höchste Stätte Vishnus.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].


'''50. Taraṅga3, S. 189, Vorrang des inneren Opfers'''<br>
===Das Leben wird zur Hingabe===
'''Deutsch:''' In der Sanatkumara-Samhita: „Ohne zuvor das geistige Opfer vollzogen zu haben, soll man keine äußere Verehrung ausführen.“ Die Ausführung des inneren Opfers beschreibt das Brihaduttara-Tantra: „Man meditiere über sie, die in der Mitte des Herzlotus auf dem Yoga-Sitz weilt. Nachdem man sie vorschriftsgemäß mit geistig dargebrachten Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben verehrt hat, vollziehe man ein geistiges Homa.“
'''91. Fundstelle 20.54'''<br>
Sei mir gnädig, Erhabener, dessen Inneres durch Unwissenheit gehemmt ist! Schenke mir höchste Hingabe, die sich nach dem Staub deiner Lotusfüße sehnt. [Das Verb des zweiten Satzes wird aus dem Gebetszusammenhang ergänzt.]


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''92. Fundstelle 20.55'''<br>
Ungeborener, Erhabener, sei gnädig, du Hülle unermesslichen Lichtes! Unermesslicher, Beseitiger unseres Leides, höchster Purusha, sei uns gnädig!


'''51. Taraṅga3, S. 189–190, Fünfzehn innere Blumen'''<br>
'''93. Fundstelle 20.56'''<br>
'''Deutsch:''' Im Shyama-Rahasya werden folgende Worte angeführt: „Freiheit von Täuschung, Freiheit von Ichüberheblichkeit, Nichtanhaften, Freiheit von Hochmut, Freiheit von Verblendung, Freiheit von Heuchelei, Freiheit von Hass und Unerschütterlichkeit, Freiheit von Neid und Freiheit von Gier: Diese kennen die Weisen als zehn Blumen. Gewaltlosigkeit ist die höchste Blume; eine weitere Blume ist die Beherrschung der Sinne. Hinzu kommen die Blume des Mitgefühls, die Blume der Geduld und Vergebung und als fünfte die Blume der Erkenntnis. Mit diesen genannten vortrefflichen Blumen verehre man die höchste Gottheit.“
Du, dessen Wesen nur unmittelbar erfahrbar ist, unser Selbst aus Wonne, frei von Leiden, von unbegreiflicher Essenz, Selbst des Alls: Sei gnädig, unbefleckter Herr!


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''94. Fundstelle 20.63'''<br>
Verehrung dir mit dem lotushaften Blick! Verehrung dir, Wohltat für die Augen! Verehrung dem Herrn, der Verfehlungen hinwegnimmt! Verehrung dir, der alle Furcht vertreibt!


'''52. Taraṅga3, S. 191, Vierte innere Gabe'''<br>
'''95. Fundstelle 20.64'''<br>
'''Deutsch:''' Nach dem Mula-Mantra: „In das Feuer des Bewusstseins, das im Inneren unaufhörlich ohne Brennstoff auflodert und der Finsternis der Verblendung entgegenwirkt – in diese wunderbare Stätte sich entfaltender Strahlen –, opfere ich das Weltganze, von der Erde bis hin zu Shiva. Svaha.“ Dies ist die vierte Gabe. So werden mit vier Versen vier Opfergaben gelehrt.
Verehrung dir, der alle Wesen in sich trägt! Verehrung dir, Träger des Kaustubha! Verehrung dir, der dem Auge entzogen ist! Verehrung dir, der den Bereich der Sprache überschreitet!


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''96. Fundstelle 20.67'''<br>
Verehrung dem All, dem vom All Verehrten, dem Selbst aller Wesen! Verehrung dem, über den die Yogis meditieren! Verehrung dem, dessen Gestalt das innere Selbst ist!


'''53. Taraṅga3, S. 191, Japa nach der inneren Verehrung'''<br>
'''97. Fundstelle 20.68'''<br>
'''Deutsch:''' Ebendort: „Am Ende werde man ganz von ihr erfüllt und wiederhole den Mula-Mantra einhundertachtmal. Dies bringe man der Gottheit dar, zur Erlangung aller Vollendung.“
Verehrung dir, der seinen Verehrern Lebensfülle schenkt und Befreiung gewährt! Mögen die Bewegungen meines Geistes, meiner Sprache und meines Körpers zu Meditation, Lobpreis und Verneigung werden.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''98. Fundstelle 20.69'''<br>
Herr der Götter, möge all mein Handeln deine Verehrung sein! Selbst meine Berührung mit den Sinnesgegenständen möge eine Opfergabe an dich sein, Vishnu, Unerschütterlicher!


'''54. Taraṅga3, S. 192, Abschluss der inneren Verehrung'''<br>
'''99. Fundstelle 20.70'''<br>
'''Deutsch:''' In der Chandrika: „Wer so die innere Verehrung vollzogen hat, wird unmittelbar von Brahman erfüllt. Für ihn bestehen weder Verfehlung noch Verdienst; er wird noch im Leben befreit.“ Damit endet die Darstellung des inneren Opfers. ''Lesungshinweis: Die Schlussform dhruvi ist im Druck auffällig; der Satz über Jivanmukti ist eindeutig.''
Wer mit Herz und Hand beständig der Verehrung Vishnus durch Feueropfer, Japa und Puja hingegeben ist, erlangt die ersehnten Ziele, wird im Innersten froh und erreicht die höchste Befreiung, frei von Geburt und Tod.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].


'''55. Taraṅga3, S. 194, Die Gottheiten im Kalasha'''<br>
===Mitgefühl, Verantwortung und das vollkommene Licht===
'''Deutsch:''' „An der Öffnung des Kalasha weilt Vishnu, an seinem Hals Rudra. An seinem Grund steht Brahma, in seiner Mitte die Schar der Mütter. In seinem Bauch sind alle Meere und die Erde mit ihren sieben Inselkontinenten. Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda, alle mitsamt ihren Gliedern, haben im Kalasha ihre Stätte.“ Nachdem man dies gesprochen hat, bespreche man den Krug achtmal mit dem Mula-Mantra, zeige die Kumbha-Mudra und vergegenwärtige ihn als die Gottheit selbst.
[[Datei:Shiva.jpg|thumb|Geistige Erkenntnis und selbstloses Handeln gehören zusammen.]]


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''100. Fundstelle 33.24'''<br>
Er soll hervorragend, umfassend kundig und sowohl zur Begrenzung als auch zur Förderung fähig sein; bemüht, die sechs inneren Feinde zu überwinden, frei von Härte und Streit.


'''56. Taraṅga3, S. 206, Aufenthaltsorte und Gurunamen'''<br>
'''101. Fundstelle 33.26'''<br>
'''Deutsch:''' „Die göttlichen Gurus weilen stets im Himmelsraum, die Siddhas auf der Erde und auch hier; die Gurus des menschlichen Stromes tragen unter den Menschen stets meine Gestalt. Die Gurus, deren Namen auf Anandanatha enden, gewähren alle Siddhis. Auch Frauen sind Gurus; ihre Namen werden mit Amba am Ende genannt. Am Ende des menschlichen Stromes füge man, Göttin, die eigenen Gurus hinzu.“
Er soll das Gute gewähren, Unheil beseitigen und sichtbares wie unsichtbares Wohlergehen fördern, stets mit besonderer Freude der Verehrung Shivas und Vishnus hingegeben.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''102. Fundstelle 33.27'''<br>
Er soll friedvoll, selbstbeherrscht und im Geist still sein, von sehr anziehender Erscheinung. Selbst wenn es ihm Mühe oder Leid bereitet, soll er nach dem Wohl anderer streben.


'''57. Taraṅga3, S. 211, Der Lotus als Entfaltung des Bewusstseins'''<br>
'''103. Fundstelle 33.31'''<br>
'''Deutsch:''' Weiter: „An den Ecken von Südosten an und in den Himmelsrichtungen verehre man nun den Lotus.“ Die Art wird so erklärt: „Zuerst verehre man seine Wurzel als Glückseligkeit, danach seinen Stängel als Bewusstsein und anschließend den Lotus als Wesen aller Tattvas. Der Mantrakundige verehre seine Blätter als Prakriti, seine Staubfäden als deren Entfaltungen und seine Mitte als erfüllt von den Samen der fünfzig Buchstaben.“
Seine Unternehmungen sollen mit den erforderlichen Voraussetzungen versehen sein. Tiefgründig und frei von Heuchelei, soll er wie ein Spiegel des Wissens sein und die Erkenntniswege nicht herabsetzen.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''104. Fundstelle 33.36'''<br>
Er soll nicht stehlen, der geistigen Überlieferung vertrauen, sich um Befreiung bemühen, untadelig und ohne Falschheit sein sowie über die erforderlichen Mittel und geistige Bereitschaft verfügen.


'''58. Taraṅga3, S. 225, Geistige Darbringung fehlender Gaben'''<br>
'''105. Fundstelle 33.40'''<br>
'''Deutsch:''' Im Kuloddisha: „Was immer unter all den Opfergaben schwer zu beschaffen ist, vergegenwärtige man vollständig im Geist und bringe es durch das Darstreuen einer Blume dar. Zwischen den einzelnen Opferdiensten gebe man jeweils Wasser.“
Er soll anderen helfen und davon abstehen, sie herabzusetzen. Die Frau des Lehrers soll er wie eine Mutter, dessen Söhne wie Brüder betrachten.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''106. Fundstelle 33.58'''<br>
Er spreche keine Worte, die Menschen beunruhigen, ihre guten Tätigkeiten vereiteln oder ihre tragende Ordnung zerstören.


'''59. Taraṅga3, S. 238–239, Göttliche Gegenwart in der Blume'''<br>
'''107. Fundstelle 33.61'''<br>
'''Deutsch:''' Im Yamala: „Durch Blumen werden die Götter erfreut, und in der Blume sind die Götter gegenwärtig. Wozu noch viele Worte? Dies ist der vortreffliche Lobpreis der Blume: Das höchste Licht weilt in der Blume und wird gerade durch die Blume erfreut. Die Blume dient der Verwirklichung der drei Lebensziele; sie schenkt Gedeihen, Glück, Himmel und Moksha. Am Grund der Blume wohnt Brahma, in ihrer Mitte Keshava, an ihrer Spitze Mahadeva; alle Götter weilen in ihren Blättern. Deshalb verehre der Mensch den Gott täglich mit Blumen und mit Hingabe.“
Wer mit täglich neu bereitem Herzen Götter, Seher, Ahnen, Gäste und Feuer ehrt, gewinnt hier die ersehnten Lebensgüter und geht nach dem Tod zur höchsten Stätte des ursprünglichen Purusha.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
'''108. Fundstelle 33.63'''<br>
Sonne, Mond und Feuer nähren die Welten mit ihrer Kraft, die durch die Macht der Urnatur in unterschiedliche Strahlenanteile hervortritt. Verehrung jenem vollkommenen Licht, in dem sie alle ihren Grund haben!


'''60. Taraṅga3, S. 239, Hingabe als entscheidender Grund'''<br>
==Vom Lesen ins Leben==
'''Deutsch:''' Im Kriyasara: „Mit allen Blumen ist sie stets zu verehren, mit zugelassenen und [nicht zugelassenen]. Die Verehrung aller Götter soll vollzogen werden; der entscheidende Grund ist hier Bhakti-Yoga. Die Puja der Göttin ist stets empfehlenswert, mit Wasser- oder Landblumen, seien sie zugelassen oder verboten, wenn der Geist von Hingabe erfüllt ist.“ Lesungshinweis: Im ersten Satz wiederholt der Druck vihita; der Gegensatz wird durch den folgenden Vers ausdrücklich bestätigt. Die zweite Bedeutung ist daher in eckigen Klammern kenntlich gemacht.
Lass das Studium mit einem stillen Moment enden. Vielleicht begleitet dich ein Wort, eine Bitte oder eine Frage in den Tag. Am Abend kannst du betrachten, wo du aufmerksamer, wahrhaftiger oder geduldiger gehandelt hast. Auf diese Weise verbindet sich das Lesen mit der eigenen Erfahrung, ohne dass jede symbolische oder rituelle Einzelheit sofort erschlossen sein muss.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
==Konkordanz der 108 Verse==
 
{| class="wikitable"
'''61. Taraṅga3, S. 239, Bis zur rein geistigen Puja'''<br>
! Auswahl !! Fundstelle im Prapanchasara Tantra
'''Deutsch:''' Im Malini-Tantra: „Höchste Herrin, fehlen Blumen, so verehre man mit Blättern. Sind auch Blätter nicht erhältlich, mit dem, was an Bäumen und Sträuchern entsteht; fehlt auch dieses, verehre man mit ihren Früchten, mit ungebrochenen Reiskörnern oder mit Wasser. Fehlt dies, dann mit Ghee oder weißem [Zucker]. Ist auch davon nichts erhältlich, vollziehe man die Puja im Geist.“ Lesungshinweis: Das alleinstehende sitaiḥ bezeichnet vermutlich weißen Zucker; das Bezugswort fehlt im gedruckten Satz.
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| 1 || 1.1
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
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| 2 || 1.16
'''62. Taraṅga3, S. 247–248, Bedeutung der Lampe'''<br>
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'''Deutsch:''' Die Bedeutung des Wortes Dipa wird im Kularnava erklärt: „Weil es die große Dunkelheit lange währender Unwissenheit und den Ichdünkel vertreibt und die höchste Wirklichkeit erhellt, heißt es Dipa, Licht.“
| 3 || 1.17
 
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''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung]].
| 4 || 1.22
 
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'''63. Taraṅga4, S. 301, Bedeutung der Reinigung der Adhvans'''<br>
| 5 || 1.23
'''Deutsch:''' Im Shadanvaya-Maharatna: „Reinigung bedeutet, die Einheit der Tattvas mit ihrer Ursache zu betrachten; bei den Lauten und den weiteren [Adhvans] sowie den Kalas bedeutet sie, ihre Einheit mit dem Bewusstsein in dieser [Ursache] zu betrachten.“
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| 6 || 1.24
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-4|Taraṅga 4 – deutsche Übersetzung]].
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| 7 || 1.26
'''64. Taraṅga4, S. 308, Der Guru öffnet das Auge der Erkenntnis'''<br>
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'''Deutsch:''' Im Meru Tantra: „Nachdem man so die Augenbinde entfernt hat, lasse man [den Schüler] auf der Kusha-Streuung Platz nehmen. Dann lasse der vortreffliche Guru den Schüler diesen Mantra sprechen: ‚Dem Shri Guru sei Verehrung, der mir, vom Dunkel der Unwissenheit geblendet, mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.‘“
| 8 || 1.27
 
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''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-4|Taraṅga 4 – deutsche Übersetzung]].
| 9 || 1.28
 
|-
'''65. Taraṅga4, S. 309, Bitte um Gnade für den Schüler'''<br>
| 10 || 1.41
'''Deutsch:''' „Göttin, Wohnstatt des Mitgefühls, Zuflucht aller Gegenwart! Du schenkst Schutz, liebevolle Mutter: Erweise diesem Schüler Gnade. Beschütze ihn vor den Fesseln, angefangen mit Anava, Herrin der Götter. Quelle des Erbarmens, sei diesem Hilflosen gnädig, Ishvari. Möge er auch durch Freuden dieser und der jenseitigen Welt gedeihen. Schenke ihm umfassende Hingabe an dich, du Zuflucht im Ungeteilten.“
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| 11 || 1.42
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-4|Taraṅga 4 – deutsche Übersetzung]].
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| 12 || 1.43
'''66. Taraṅga4, S. 309, Hingebungsvolle Bitte um Annahme und Vergebung'''<br>
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'''Deutsch:''' „Was allein aus Hingabe gegeben wurde – Blatt, Blume, Frucht, Wasser und dargebrachte Speise –, nimm es aus Mitgefühl an. Ich verstehe das Herbeirufen nicht, ich verstehe die Verabschiedung nicht; auch die Puja verstehe ich nicht. Du bist meine Zuflucht, höchster Herr. In Handlung, Denken und Rede habe ich keine andere Zuflucht als dich. Du bist der Schauende im Innern der Wesen, höchster Herr.“ Der letzte Halbvers ist grammatisch gedrängt; das Bild des inneren Zeugen bleibt erkennbar.
| 13 || 1.44
 
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''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava#Taranga-4|Taraṅga 4 – deutsche Übersetzung]].
| 14 || 1.47
 
|-
'''67. Taraṅga6, Band II, S. 119, Haltung beim Japa und zu Meidendes 506–511; Auswahl: Vers 506 – heiterer Geist'''<br>
| 15 || 1.52
'''Deutsch:''' Im Siddhantasara: (506) Mit beherrschten Sinnen, voller Hingabe und heiterem Geist soll man den Mantra wiederholen, auf dem Boden schlafen, Brahmacharya wahren und nachts essen.
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| 16 || 1.58
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
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| 17 || 1.60
'''68. Taraṅga5, Band II, S. 11, Innere Puja und Einheit mit der Gottheit'''<br>
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'''Deutsch:''' Mit „Verehrung dem Yoga-Pitha der so und so genannten Gottheit“ vollende man den Pitha-Nyasa. Man meditiere über die Gottheit auf dem Pitha, das der eigene Körper ist, und verehre sie mit geistigen Upacharas. Der Ablauf ist: Nach der genannten Pitha-Nyasa-Reihenfolge verehre man im eigenen Körper rein geistig alles von der tragenden Shakti bis zum Yoga-Pitha. Man meditiere dort über die Gottheit in der beschriebenen Gestalt, vergegenwärtige mit „So’ham“ die Einheit und bringe Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht, Opferspeise und weitere geistige Gaben dar. Dann vollziehe man geistiges Homa.
| 18 || 1.61
 
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''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-5|Taraṅga 5 – deutsche Übersetzung]].
| 19 || 1.62
 
|-
'''69. Taraṅga5, Band II, S. 11, Vers 11: Geistiges Homa'''<br>
| 20 || 1.63
'''Deutsch:''' So: Als Opferstoff stelle man sich Egoismus, Unwahrheit, Verleumdung, Begehren, Zorn, Gier, Verblendung, Hochmut, Neid und Weiteres vor; als Sruva den Geist und als Sruk die Sushumna. Im Muladhara betrachte man ein viereckiges Feuerbecken, dessen vier Ecken Atman, inneres Selbst, höchstes Selbst und Erkenntnis-Selbst sind. Darin meditiere man über das lodernde Feuer in Gestalt der Kundalini. Man spreche geistig den Mula-Mantra und an dessen Ende diesen Vers [11]: „In das Feuer des eigenen Selbst, das durch die Opferstoffe Dharma und Adharma auflodert, opfere ich fortwährend die Tätigkeiten der Sinne, mit dem Geist als Schöpflöffel, auf dem Weg der Sushumna.“
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| 21 || 1.81
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-5|Taraṅga 5 – deutsche Übersetzung]].
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| 22 || 1.86
'''70. Taraṅga5, Band II, S. 50, Vergebungsgebet Verse 67–69'''<br>
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'''Deutsch:''' Er verneigt sich vor der Gottheit, nimmt Blumen in die gefalteten Hände und bittet um Vergebung: (67) „Das Blatt, die Blume, die Frucht, das Wasser und die Speisegabe, die allein aus Hingabe dargebracht wurden: Nimm sie voller Mitgefühl an. (68) Ich verstehe die Anrufung nicht, ich verstehe die Entlassung nicht; auch die Puja verstehe ich nicht. Du bist meine Zuflucht, höchster Herr. (69) In Handlung, Geist und Wort habe ich keine andere Zuflucht als dich. Da du im Inneren der Wesen wirkst, bist du ihr Schauender, höchster Herr.“ Mit diesen Worten bringt er die Blumen dar und verneigt sich. Dann bittet er um einen Segen für den Schüler.
| 23 || 1.91
 
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''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-5|Taraṅga 5 – deutsche Übersetzung]].
| 24 || 1.99
 
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'''71. Taraṅga6, Band II, S. 135–136, Dhyana des Gurus 689–697'''<br>
| 25 || 1.104
'''Deutsch:''' In der Purashcharanachandrika: Nachdem der Standhafte die notwendigen Verrichtungen beendet hat, setze er sich auf einen geeigneten Sitz. Im Yamala: (689) Der Mantra-Praktizierende nehme den gebundenen Lotussitz ein und halte Körper, Kopf und Hals gerade. Im Merutantra: (690–693) Dann stelle er sich auf seinem Haupt den tausendblättrigen Lotus vor. Darin gedenke er des ehrwürdigen Gurus in dessen eigener Gestalt, hell wie Kampfer, freundlich lächelnd, mit glänzendem Schmuck und weißem Sandelholz geschmückt. Seine Hände zeigen Wunschgewährung, Furchtlosigkeit und Erkenntnis und halten ein Buch. Er ist friedvoll, weiß gekleidet und mit weißen Blumen geschmückt. Auf seinem linken Schoß sitzt seine rote Shakti und umarmt ihn. Sie trägt rote Gewänder, roten Schmuck, rotes Sandelholz und eine Girlande; in der Linken hält sie spielerisch einen Lotus und mit der Rechten umarmt sie ihn. Man meditiere über diesen nach innen gewandten, friedvollen Yogi in Shivas Gestalt. Im Kalanalatantra: (694–697) Er gleicht reinem Kristall und vertreibt die Finsternis der Unwissenheit. Er ist rein wie der Mond und strahlt in zwei Leinengewändern, mit duftender Salbe versehen, friedvoll, mit zwei Händen, die Wunschgewährung und Furchtlosigkeit zeigen. Auf seinem linken Oberschenkel sitzt seine Shakti, in rote Gewänder und Schmuck gehüllt. Ihre rechte Hand umfasst seinen schönen Körper; in ihrer Linken hält die rote Göttin einen blauen Lotus. So ist er herrlich geschmückt; seine beiden Lotusaugen leuchten von der Essenz höchster Wonne.
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| 26 || 2.44
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
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| 27 || 2.52
'''72. Taraṅga6, Band II, S. 136, Verehrung des Gurus und Kundalini 698–703'''<br>
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'''Deutsch:''' Im Merutantra: (698) Der Schüler stelle sich seinen eigenen Körper als übergossen von dem Nektarstrom vor, der aus den beiden Lotusfüßen des Gurus fließt. (699) Er verehre ihn mit Düften, Blumen und weiteren äußeren oder geistigen Gaben und mit den überlieferten Namen, welche den Guru preisen. Nachdem er sich mit dem Herz-Mantra verneigt hat, stelle er sich vor, wie der Guru im eigenen Herzen aufgeht. In einem anderen Tantra: (700–701) Mit seiner Erlaubnis vergegenwärtige man sich die erwählte Gottheit als Kundalini, die sich von der Wurzel bis zum Brahmarandhra erstreckt, leuchtend wie unzählige Blitze, feiner als eine Lotusfaser, dreieinhalbfach gewunden wie eine schlafende Schlange. In der Shyamapaddhati: (702–703) Man lasse sie, die im Muladhara wohnt, einer schlafenden Schlange gleicht und die Gestalt der höchsten Göttin besitzt, auf dem Weg der Sushumna aufsteigen. Man führe sie zum Brahmarandhra und verbinde sie mit Shambhu. Der Verständige vergegenwärtige ihre völlige Einheit, lasse dann Nektar herabregnen und bringe sie an ihren ursprünglichen Ort zurück.
| 28 || 2.55
 
|-
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
| 29 || 2.56
 
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| 30 || 2.68
 
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'''73. Taraṅga6, Band II, S. 139, Hamsa-Dhyana und Einheit 727–729'''<br>
| 31 || 4.12
'''Deutsch:''' Das Hamsa-Dhyana wird in der Balapaddhati erklärt: (727) Man vergegenwärtige stets im schützenden Nest des Herzlotus den Hamsa: Seine beiden Flügel sind Feuer und Soma; er ist Pranava, leuchtet durch Bindu und drei Augen, besitzt Rudras strahlendes Gesicht und Shivas beide Füße; an seiner Seite steht Kalanala, das Feuer der Zeit. Er gleicht dem Glanz unzähliger aufgehender Sonnen, durchdringt die Welt und ist von ewiger Wonne erfüllt. Dort heißt es auch: (728) Ganesha, Brahma, Vishnu, Shiva, das individuelle Selbst und der Guru – diese sechs nehmen die Hamsa-Gestalt an und befinden sich im Muladhara und den weiteren Zentren. „Die Hamsa-Gestalt annehmen“ bedeutet: die Nichtverschiedenheit vom höchsten Selbst erlangen, das als Hamsa im Inneren des tausendblättrigen Lotus gegenwärtig ist. Diese Betrachtung der Einheit mit Hamsa wird dort so ausgedrückt: (729) „Hamsa ist Ganesha, Hamsa ist Brahma, Hamsa ist Hari, und Shambhu ist ganz Hamsa. Hamsa ist das individuelle Selbst, der Guru ist Hamsa; ich bin Hamsa, das Selbst in Gestalt der höchsten Wirklichkeit.“
|-
 
| 32 || 4.13
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
|-
 
| 33 || 4.17
'''74. Taraṅga6, Band II, S. 141, Dhyana von Guru und höchstem Selbst 747–748; Auswahl: Vers 747'''<br>
|-
'''Deutsch:''' Das Dhyana des Gurus im Ajna-Chakra lautet: (747) Im göttlichen Lotus mit den beiden schönen, Ha und Ksha tragenden Blättern, dem Grund der Welt, meditiere man den höchsten Guru als höchste Gottheit. Er übersteigt die Welt und wohnt in vielen Körpern; frei nach eigenem Willen nimmt er entsprechend der jeweiligen Eignung die Gestalt des eigenen Lehrers an. Sein Wesen ist einzig Sein und Bewusstsein; er ist die unmittelbar wahrnehmbare Verkörperung des Unvergänglichen.
| 34 || 4.19
 
|-
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
| 35 || 4.20
 
|-
'''75. Taraṅga6, Band II, S. 141, Dhyana von Guru und höchstem Selbst 747–748; Auswahl: Vers 748'''<br>
| 36 || 4.24
'''Deutsch:''' Das Dhyana des höchsten Selbst im tausendblättrigen Lotus lautet: (748) Im makellosen, stets erwachten tausendblättrigen Lotus, geschmückt mit den Schriftzeichen, gedenke man des weltdurchdringenden ursprünglichen Gottes, des ewigen, höchsten, ungeteilten Selbst. Es ist ewige Wonne, unendliches, vollkommenes Aufleuchten des höchsten Bewusstseins und Seins. Man gehe frei und ganz in das Selbst, in die innere Höhle, ein.
|-
 
| 37 || 4.29
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
|-
 
| 38 || 4.63
'''76. Taraṅga6, Band II, S. 169, Sammlung und lebendiger Mantra 1049–1053'''<br>
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'''Deutsch:''' „Die Göttin“ ist hier ein Beispiel; gemeint ist die eigene erwählte Gottheit. Das Verfahren der Puja wurde bereits im Taraṅga über Diksha erklärt. Im Kularnava: (1049) Wenn der Geist anderswo ist, Shiva anderswo und Shakti und Lebenswind wiederum anderswo, kommt keine Vollendung zustande, o Schönhüftige, selbst in unzähligen Weltaltern. (1050) Wer den Sinn des Mantras, sein lebendiges Bewusstsein und die Yoni-Mudra nicht kennt, erlangt selbst durch eine Milliarde Wiederholungen keine Siddhi. (1051) Mantras, deren Bija verloren ist, werden keine Frucht schenken, o Geliebte. Mit Bewusstsein erfüllte Mantras gelten dagegen als Spender aller Siddhis. (1052) Mantras ohne Bewusstsein werden als fruchtlos bezeichnet; ebenso Mantras, die mit den beiden Sutakas, den rituellen Verunreinigungen bei Geburt und Tod, verbunden sind. Den Sinn des Mantras soll man aus dem Mund des Gurus erfahren. Das Mantra-Bewusstsein wird noch erklärt. Die Yoni-Mudra wurde im zweiten Taraṅga erläutert. Das Verfahren zum Erkennen der Sutakas und der übrigen Zustände steht ebendort: (1053) Am Anfang besteht das Geburts-Sutaka, am Ende das Todes-Sutaka. Ein Mantra, der mit diesen beiden verbunden ist, gelangt nicht zur Siddhi.
| 39 || 4.77
 
|-
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
| 40 || 5.2
 
|-
'''77. Taraṅga6, Band II, S. 190, Guruvertrauen und Abschluss 1292–1296; Auswahl: Verse 1294–1295'''<br>
| 41 || 6.2
'''Deutsch:''' Im Kriyasangraha: 1294: „Unerschütterliche Hingabe an Guru und Gottheit sowie Vertrauen in Mantra und Schrift: Dies erkennen die Weisen als den Samen der Siddhi.“ Im Pratyangirakalpa: 1295: „Wenn der Brennstoffhaufen der Schuld im Feuer des Purashcharana verbrannt ist, angefacht vom Wind der Hingabe, gelangen die Mantras der Übenden zur Vollendung.“
|-
 
| 42 || 7.80
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
|-
 
| 43 || 7.82
'''78. Taraṅga7, Band II, S. 194, Weitere Zeichen und Grenze der Siddhis 39–49; Auswahl: Verse 46–49'''<br>
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'''Deutsch:''' Im Merutantra: 46–47: „Wenn der Mantra auf diese Weise verwirklicht ist, erscheinen Götter und vielerlei Siddhis, die den Weg zur Moksha versperren und die Kraft des Tapas mindern. Wer sich in geringeren Siddhis verliert, erlangt Anima und die anderen nicht; wer sich in Anima und den übrigen verliert, für den ist selbst die Kunde von Moksha äußerst schwer erreichbar.“ Auch im Narasimha: 48: „Wie jemand, der in kleinem Glück versinkt, das große Glück nicht erlangt, so bleibt dem in Siddhi Versunkenen die Befreiung fern. 49: Deshalb festige man die Siddhis und verehre die Sandalen Naraharis. Dann erlangt man ungeteilte, ganz einheitliche Glückseligkeit, anders nicht.“ [Die gedruckte Lesung „festige“ steht in Spannung zur vorausgehenden Warnung vor dem Versinken in Siddhis; sie wird nicht stillschweigend durch „verachte“ oder „gib auf“ ersetzt.]
| 44 || 7.83
 
|-
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-7|Taraṅga 7 – deutsche Übersetzung]].
| 45 || 7.89
 
|-
'''79. Taraṅga7, Band II, S. 195, Hingabe und Verschwiegenheit 50–58; Auswahl: Vers 50'''<br>
| 46 || 7.91
'''Deutsch:''' Auch wenn ein Sadhaka durch die Kraft des Purashcharana alle Siddhis besitzt, darf er, sofern er Befreiung sucht, die Hingabe an Gott nicht aufgeben.
|-
 
| 47 || 7.93
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-7|Taraṅga 7 – deutsche Übersetzung]].
|-
 
| 48 || 7.94
'''80. Taraṅga7, Band II, S. 195, Hingabe und Verschwiegenheit 50–58; Auswahl: Vers 51'''<br>
|-
'''Deutsch:''' Viele wünschen Genuss, einige wünschen Befreiung; selten aber ist derjenige, der Hari ohne Verlangen nach Genuss oder Befreiung verehrt.
| 49 || 8.2
 
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''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-7|Taraṅga 7 – deutsche Übersetzung]].
| 50 || 8.64
 
|-
'''81. Taraṅga7, Band II, S. 195, Hingabe und Verschwiegenheit 50–58; Auswahl: Vers 52'''<br>
| 51 || 8.65
'''Deutsch:''' Eben dieser ist schon zu Lebzeiten befreit: Ohne Begierde nach Yoga-Erfolgen verehrt er den leidfreien Narayana, ob Siddhi eintritt oder nicht.
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| 52 || 8.67
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-7|Taraṅga 7 – deutsche Übersetzung]].
|-
 
| 53 || 8.68
'''82. Taraṅga8, Band II, S. 276, Formlose Meditation und weitere Narasimha-Gestalten 237–245; Auswahl: Verse 237–239'''<br>
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'''Deutsch:''' 237–239: „Oder man meditiere über den aus Licht bestehenden Narahari im ursprünglichen sechzehnfachen Chakra beziehungsweise ohne Bindu: anfangslos, unbegrenzt, den Yogis zugänglich, jenseits der Sinne, höher als das Höchste, ewig, ohne begrenzende Bedingungen und ungetrübt, aus sich selbst leuchtend, Zeuge der Welt und makellos. So wird man von Brahman erfüllt. Oder man betrachte das gesamte All als Naraharis Leib. Dann wird man sogleich ein im Leben Befreiter, ohne inneres Leid und ohne Furcht vor irgendetwas.“
| 54 || 8.69
 
|-
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-8|Taraṅga 8 – deutsche Übersetzung]].
| 55 || 8.70
 
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'''83. Taraṅga8, Band II, S. 290, Die innere Bedeutung des Rama-Mantras 407–409'''<br>
| 56 || 8.71
'''Deutsch:''' In der Rama-Upanishad: 407–409: „Selbstleuchtend, selbst das Licht, ganz aus dem einen Bewusstsein unmittelbarer Selbsterfahrung bestehend: Als dieses wird der zweisilbige König der Mantras erkannt. Ungeteilte, in sich eine Wonne, hinüberführend, Brahman bezeichnend — so ist ‚Ramaya‘ zu verstehen, von der Natur Wahrheit, Wonne und Bewusstsein. Das Wort Namah ist als reine Gestalt vollkommener Wonne zu erkennen. Im Herzen verneigen sich stets alle Götter, die Befreiung ersehnen.“
|-
 
| 57 || 8.72
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-8|Taraṅga 8 – deutsche Übersetzung]].
|-
 
| 58 || 8.73
'''84. Taraṅga8, Band II, S. 291, Innere Meditation über Shakti, Einheit und Rama 423–432'''<br>
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'''Deutsch:''' In der Vasishtha-Samhita: 423–426: „Im Adhara vergegenwärtige man Shakti als Bewusstsein und Wonne; den Adhara selbst als lichtvoll, der aufgehenden Sonne gleich. Nach dieser Vergegenwärtigung der Grundlage, bester Weiser, betrachte man das daraus aufsteigende Licht in Flammengestalt, gleich zehn Millionen Blitzen und kühl wie zehn Millionen Monde. Gemäß der Unterweisung öffne man die Mündung der Sushumna und lasse es eintreten. Auf dem Brahman-Weg führe man es aufwärts zum Mondkreis am Dvadashanta. Nachdem man es nach Vorschrift im Geist dorthin geführt hat, lasse man den Nektar fließen. 427–429: Von den herabströmenden reinen Nektarströmen umhüllt, betrachte man den eigenen Körper und die ganze Welt als eins geworden. Den Atman vergegenwärtige man als ungeteilte Wonne, frei von Vielheitsentfaltung, formlos, makellos und unbefleckt, jenseits von Nichtleere und Leere, frei von den Vorstellungen des Seins und Nichtseins, bester Weiser. Gottheit, Guru und Mantra betrachte man im Selbst als eins. 430: So meditiere der Mantraübende und übe täglich Japa. Nachdem er alle irdischen Freuden erfahren hat, gelangt er am Ende zur höchsten Stätte. 431–432: Oder man sammle dieses Licht im Herzlotus und meditiere über den lichtvollen Rama, den einen Zeugen aller Welten, über Hari, der Entstehung, Bestehen und Auflösung der Welt bewirkt und von Göttern, Asuras, Menschen und Scharen von Yogis verehrt wird.“
| 59 || 8.74
 
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''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-8|Taraṅga 8 – deutsche Übersetzung]].
| 60 || 8.75
 
|-
'''85. Taraṅga9, Band III, S. 723–724, Kalis Vorrang im Kumari-Tantra'''<br>
| 61 || 8.26, zweite Nennung nach 8.75; vermutlich für 8.76
'''Deutsch:''' Zuerst wird die erste Vidya im Kumari-Tantra erklärt. Bhairava sprach: „Es gibt diese eine ewige Erkenntnis, das tiefste Geheimnis. Sie ist streng verborgen und kaum auszusprechen. Weil du mir so überaus lieb bist, sage ich sie dir, Geliebte. Diese ganze grobe und feine Welt besteht aus Brahman. Doch ohne Prakriti kommt die Welt nicht zustande; ein Urgrund der Prakriti selbst ist nicht zu erkennen. Zahlreich sind ihre Gestalten, Strahlende. Unter ihnen ist, Maheshani, Kalis Gestalt bezaubernd; besonders im Kali-Zeitalter schenkt sie den Menschen Genuss und Befreiung. Ihre Verehrer sind Brahma, Vishnu, Shiva und die anderen: Indra, Surya, Varuna, Kubera, Agni und weitere; Durvasas, Vasishtha, Dattatreya und Brihaspati. Wozu viele Worte? Alle Götter sind ihre Verehrer; durch Kalikas Gnade haben sie Anteil an Genuss, Befreiung und den weiteren Gaben.“
|-
 
| 62 || 8.77
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-9|Taraṅga 9 – deutsche Übersetzung]].
|-
 
| 63 || 14.20
'''86. Taraṅga9, Band III, S. 799, Shrividya: kurzes Meditationsbild'''<br>
|-
'''Deutsch:''' Nun die Meditation: Ich nehme Zuflucht zur glückverheißenden Göttin, die wie die Scheibe der jungen Sonne leuchtet, vier Arme und drei Augen hat und Schlinge, Stachelhaken, Bogen und Pfeile trägt.
| 64 || 14.21
 
|-
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-9|Taraṅga 9 – deutsche Übersetzung]].
| 65 || 14.22
 
|-
'''87. Taraṅga9, Band III, S. 855, Saubhagyakrama: Schlussmahnung'''<br>
| 66 || 14.24
'''Deutsch:''' Ohne diese Überlieferungsfolge gelinge nach der Quelle die rituelle Anwendung nicht. Deshalb soll, wer auf Erden Siddhi erstrebt, mit aller Sorgfalt die acht Arten des Hochmuts, die drei Fehler und die Anhänglichkeit an die fünf Sinne aufgeben und den Saubhāgyakrama vollziehen. Damit endet der Saubhāgyakrama. [Die acht Arten des Hochmuts und die drei Fehler werden an dieser Stelle nicht einzeln aufgezählt.]
|-
 
| 67 || 14.29
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-9|Taraṅga 9 – deutsche Übersetzung]].
|-
 
| 68 || 14.36
'''88. Taraṅga10, Band III, S. 898, Agni: Meditation'''<br>
|-
'''Deutsch:''' Meditation: Ich verehre den dreiäugigen Agni inmitten eines roten Lotus. Eine goldene Girlande ruht auf seinen Schultern; rote Blütenketten und Sandel schmücken ihn. Sein Haupt erstrahlt mit einer Flechtenkrone wie einem Bündel von Flammen, sein Gewand ist schön angelegt – die genaue Gewandlesung ist unsicher. In seinen Armen trägt er Lanze, Svastika, ein Büschel Darbha-Gras, Gebetskette und die beiden Opferlöffel Sruk und Sruva; die weiteren Hände gewähren Furchtlosigkeit und Gaben. [Die Schreibweise der beiden Opferlöffel ist im Druck leicht beschädigt, ihre Bezeichnung im Ritualzusammenhang jedoch erkennbar.]
| 69 || 18.1
 
|-
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-10|Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung]].
| 70 || 18.13
 
|-
'''89. Taraṅga10, Band III, S. 911, Vyahritis: Einheit mit Pranava'''<br>
| 71 || 18.14
'''Deutsch:''' Dieselbe Quelle erklärt die Einheit der Vyāhṛtis mit Praṇava: Zwischen Oṃ und den kosmischen Rufen besteht ein innerer Zusammenhang. A entspricht Bhūḥ, U Bhuvaḥ, M Svar. Bindu entspricht Mahas, Nāda Janaḥ, Śakti Tapas und Śānti Satyam. Dieses Sein ist die höchste Wirklichkeit.
|-
 
| 72 || 18.15
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-10|Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung]].
|-
| 73 || 18.16
|-
| 74 || 18.17
|-
| 75 || 18.24
|-
| 76 || 18.30
|-
| 77 || 18.31
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| 78 || 18.32
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| 79 || 18.33
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| 80 || 18.34
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| 81 || 18.35
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| 82 || 18.37
|-
| 83 || 18.44
|-
| 84 || 18.46
|-
| 85 || 18.47
|-
| 86 || 18.48
|-
| 87 || 18.58
|-
| 88 || 18.59
|-
| 89 || 18.63
|-
| 90 || 18.64
|-
| 91 || 20.54
|-
| 92 || 20.55
|-
| 93 || 20.56
|-
| 94 || 20.63
|-
| 95 || 20.64
|-
| 96 || 20.67
|-
| 97 || 20.68
|-
| 98 || 20.69
|-
| 99 || 20.70
|-
| 100 || 33.24
|-
| 101 || 33.26
|-
| 102 || 33.27
|-
| 103 || 33.31
|-
| 104 || 33.36
|-
| 105 || 33.40
|-
| 106 || 33.58
|-
| 107 || 33.61
|-
| 108 || 33.63
|}


'''90. Taraṅga10, Band III, S. 913, Pranava: Vishnu-Meditation'''<br>
==Wichtige Mantras des Prapanchasara Tantra==
'''Deutsch:''' Meditation: Ich verneige mich vor Viṣṇu auf dem Lotus. Eine leuchtende Krone, Armreife, Armbänder, Halsschmuck, Ketten sowie Schmuck an Leibmitte, Füßen und Hüften zieren ihn; große, edelsteinbesetzte Makara-Ohrringe lassen seine Gestalt erstrahlen. Seine erhobenen Hände tragen Diskus, Muschelhorn, Lotus und Keule. Makellos leuchtet er in gelber Seide wie die aufgehende Sonne. [Die Druckfußnote nennt in Textzeuge 4 für die Verbindung mit der leuchtenden Krone eine Variante mit „bhāsvatkalāpa“.]
Das Werk beschreibt viele Mantras durch Lautnamen, Positionen, Gottheiten und verschlüsselte Anweisungen. Die folgende Auswahl trennt eindeutig benannte Lautgestalten und vollständig ausgeschriebene Formeln von solchen Codierungen. Es werden keine beschädigten Formeln vervollständigt. Bei Bijas wird keine erfundene wörtliche Übersetzung angegeben.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-10|Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung]].
===Pranava: Om===
'''IAST:''' oṃ<br>
'''Devanagari:''' ॐ<br>
'''Gottheit beziehungsweise Bezug:''' Paramatman; in der Meditation von Kapitel 18 auch Vishnu.<br>
'''Fundstelle:''' 2.55; 18.1–4 und 18.32–35.<br>
'''Bedeutung und Funktion:''' Pranava umfasst und sammelt die Mantras. Die Schrift beschreibt ihn durch a, u und m sowie Bindu, Nada und die weiterführende innere Betrachtung.<br>
'''Einordnung:''' Om ist hier eine ausdrücklich benannte Lautgestalt. Das Zeichen ॐ und die Schreibweise oṃ sind die übliche redaktionelle Darstellung dieses Namens, keine Behauptung, das Einzelzeichen stehe in der Vorlage an diesen Stellen. Die beschädigte Buchstabencodierung von 18.2 wird nicht als zusätzliche Formel rekonstruiert.


'''91. Taraṅga10, Band III, S. 914, Vedischer Mrityunjaya: Meditation'''<br>
===Haṃsa: Purusha und Prakriti===
'''Deutsch:''' Die Meditation: Ich verehre den dreiäugigen Śiva auf dem Kailāsa, auf einem reinen Lotus sitzend und mit der jungen Mondsichel gekrönt. Mit zwei Händen übergießt er sein Haupt aus zwei Krügen mit Nektar; zwei weitere Hände halten die Krüge. Zwei tragen Antilope und Gebetskette. Das auf dem Schoß ruhende weitere Händepaar hält einen Nektarkrug. [Die Quelle beschreibt die achtarmige Gestalt über vier Handpaare; die doppelte Bezugnahme auf die oberen Krüge bleibt erhalten.]
'''IAST:''' haṃ sa — zusammen als Haṃsa bezeichnet.<br>
'''Devanagari:''' हं स<br>
'''Gottheit beziehungsweise Bezug:''' höchstes Selbst; Einheit von Purusha und Prakriti.<br>
'''Fundstelle:''' 4.16–20; Ajapa-Zusammenhang 14.21–23.<br>
'''Bedeutung und Funktion:''' Die getrennte Lautgestalt „haṃ sa“ steht in 4.16. Der Text verbindet ha mit Purusha und sa mit Prakriti; 4.19 nennt Haṃsa als deren Einheit und als Wesen der Welt.<br>
'''Einordnung:''' Diese Lautlehre bildet einen Zugang zur Betrachtung der Einheit von Leben und Bewusstsein. Die beschädigte weiterführende Codierung in 14.22 wird daraus nicht ergänzt. Konkrete Nyasa- und Einweihungsformeln sind damit nicht wiedergegeben.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-10|Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung]].
===So’ham: „Das bin ich“===
'''IAST:''' so'haṃ<br>
'''Devanagari:''' सोऽहं<br>
'''Gottheit beziehungsweise Bezug:''' Paramatman, das höchste Selbst.<br>
'''Fundstelle:''' 4.20; ausdrücklich auch als Lautgestalt in 7.32 und 20.40.<br>
'''Bedeutung und Funktion:''' „Das bin ich“ beziehungsweise „Ich bin jener“. In 4.20 erkennt die Shakti ihre eigene Purusha-Gestalt und gelangt zum So’ham-Bewusstsein.<br>
'''Einordnung:''' Die Aussage bezieht sich auf geistige Identität, nicht auf die Überhöhung der persönlichen Wünsche. Die Endung ṃ wird in der Umschrift als Anusvara bewahrt; der Avagraha entspricht dem Apostroph.


'''92. Taraṅga10, Band III, S. 938, Purusha-Sukta: Bitte um bleibende Hingabe'''<br>
===Verehrungsformel an Vishnu und Vasudeva===
'''Deutsch:''' „Ich fürchte mich, Herr der Götter, in diesem Saṃsāra voller großer Gefahr. Rette mich, Lotusäugiger; ich kenne die höchste Stätte nicht. Zu allen Zeiten und in allen Richtungen, o Acyuta, sowie im Körper bist du gegenwärtig; dennoch besteht meine große Furcht. Auch in anderen Geburten [suche ich nichts] außerhalb deiner Lotusfüße. Möge die gewonnene Erkenntnis und die erlangte Stätte mir, o Gott, auch in einer anderen Geburt nicht verloren gehen. Selbst in einer elenden Daseinsform richtet sich mein Sehnen auf dich. Solange es nicht vergeht, bin ich stets erfüllt. In allen Geburten wünsche ich allein Viṣṇus Füße.“ [Die Verbindung der mittleren Verse ist im Druck stellenweise unvollständig; die Ergänzung in eckigen Klammern macht die sinngemäße Verbindung kenntlich.] Das Sūkta Haris, des Puruṣa, wird als zum Himmel führend, segensreich und Ruhm verleihend gepriesen: heilige Selbsterkenntnis und höchste Yoga-Erkenntnis. Nach diesem Lobpreis wird der Opferträger Agni verabschiedet.
'''IAST:'''<br>
namo bhagavate sarvaviṣṇave viśvarūpiṇe |<br>
vāsudevāya cakrādisarvāyudhabhṛte namaḥ ||<br>
'''Devanagari:'''<br>
नमो भगवते सर्वविष्णवे विश्वरूपिणे ।<br>
वासुदेवाय चक्रादिसर्वायुधभृते नमः ॥<br>
'''Gottheit:''' Vishnu/Vasudeva.<br>
'''Fundstelle:''' 24.42, im Vishnu-Panjara-Zusammenhang.<br>
'''Übersetzung:''' Verehrung dem Erhabenen, dem alles umfassenden Vishnu von allgestaltigem Wesen! Verehrung Vasudeva, der das Rad und sämtliche übrigen Waffen trägt!<br>
'''Einordnung:''' Die vollständig ausgeschriebene Anrufung wird als Vers der Vorlage wiedergegeben. Sie wird nicht mit dem an anderer Stelle codiert beschriebenen Zwölf-Silben-Mantra gleichgesetzt.


''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-10|Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung]].
===Rezitationswort beim inneren Nahrungsopfer===
 
'''IAST der im Vers markierten Rede:'''<br>
'''93. Taraṅga10, Band III, S. 941, Shri-Sukta: Meditation der Weltenmutter'''<br>
ahaṃ vaiśvānaro bhūtvā juhomyannaṃ caturvidham |<br>
'''Deutsch:''' Meditation: „Auf einem roten Lotus ruhend, von der Farbe seiner gesammelten Blütenstäubchen, hält sie in ihren Lotushänden die Geste der Wunscherfüllung, die Geste der Furchtlosigkeit und zwei Lotusblumen. Mit juwelenbesetzter Krone und vielfältigem Schmuck geschmückt – möge Śrī, die Mutter der Welt, uns immer zum Segen sein.“
pacāmyevaṃ vidhānena<br>
 
'''Devanagari:'''<br>
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-10|Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung]].
अहं वैश्वानरो भूत्वा जुहोम्यन्नं चतुर्विधम् ।<br>
 
पचाम्येवं विधानेन<br>
'''94. Taraṅga11, Band III, S. 952, Durga: Meditation und Purashcharana'''<br>
'''Gottheit beziehungsweise Bezug:''' Vaishvanara, das innere Feuer.<br>
'''Deutsch:''' Meditation: „Möge Durgā euch schützen, die auf dem Löwen sitzt und den Mond trägt, smaragdgleich strahlt und in ihren vier Händen Muschelhorn, Diskus, Bogen und Pfeile hält. Drei Augen schmücken sie; Armreifen, Halsketten, Armbänder, klingender Hüftgürtel und Fußschellen trägt sie, und ihre Ohrringe leuchten von Edelsteinen. Sie nimmt das Elend hinweg.“ Purashcharana: achthunderttausend Wiederholungen des Mantras. Der seine Sinne beherrschende Übende opfert mit süßen Stoffen getränkten Sesam oder Milchreis in entsprechender Tausenderzahl, hier achttausend. Damit endet der Durgā-Mantra.
'''Fundstelle:''' 7.89.<br>
 
'''Übersetzung:''' Als Vaishvanara bringe ich die vier Arten der Nahrung dar und verdaue sie auf diese Weise.<br>
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-11|Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung]].
'''Einordnung:''' Der Sanskritvers schließt an diese Rede mit ''iti'' und der Anweisung zum maßvollen Essen an. Wiedergegeben ist hier genau die als Rede markierte Passage, ohne eine zusätzliche Om- oder Svaha-Endung. Sie gehört zur inneren Opferbetrachtung, nicht zu einer medizinischen Aussage über die Verdauung.
 
'''95. Taraṅga11, Band III, S. 953, Mahishamardini: Meditation und Purashcharana'''<br>
'''Deutsch:''' Meditation: „Ich verneige mich vor ihr, die wie Smaragd leuchtet, mit Juwelenkrone und Ohrringen geschmückt ist, ein Auge auf der Stirn trägt und auf dem Kopf des Büffeldämons sitzt. In ihren Armen hält sie Diskus, Muschelhorn, Schwert, Schild, Pfeile, Bogen und Dreizack und zeigt die drohende Fingergeste; den Mond trägt sie auf dem Haupt.“ Purashcharana: achthunderttausend Wiederholungen. Der ergänzende Herausgeberhinweis versteht den verkürzten Schluss als Feueropfer mit achttausend guten Sesamgaben. Damit endet der Mahīṣamardinī-Mantra.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-11|Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung]].
 
'''96. Taraṅga11, Band III, S. 954, Shulini: Meditation und Purashcharana'''<br>
'''Deutsch:''' Meditation: „Ich vergegenwärtige Śūlinī auf dem Löwen, dunkel wie eine wasserreiche Regenwolke. In ihren Lotushänden hält sie Dreizack, Pfeil, Schwert, Diskus, Muschelhorn, Keule, Bogen und Schlinge. Sie trägt den Mond und hat drei Augen. Vier Mädchen mit Schwertern und Schilden dienen ihr; ihren Gegnern flößt sie Furcht ein.“ Purashcharana: Ein kundiger Mantraübender rezitiert hunderttausendmal je Silbe. Der Homa mit Ghee beträgt ein Zehntel davon. Damit endet der Śūlinī-Mantra.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-11|Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung]].
 
'''97. Taraṅga11, Band III, S. 955, Vanadurga: Meditation und Purashcharana'''<br>
'''Deutsch:''' Meditation: Man betrachtet die dreiäugige, blitzgleich leuchtende Göttin inmitten eines goldenen Lotus. Sie hält Muschelhorn und Diskus und zeigt Wunschgewährung und Furchtlosigkeit; sie trägt die Mondsichel, Halsschmuck, Armreifen, Ketten und Ohrringe. Indra und andere Götter preisen sie. Sie wohnt im Vindhya-Gebirge, ihr Gesicht gleicht dem Mond, und an ihrer Seite steht ein Löwe. Nach dieser Meditation folgen vierhunderttausend Wiederholungen. Homa beträgt ein Zehntel davon, mit Havis, Śāli-Reis, Ghee und Sesam. Damit endet der Vanadurgā-Mantra.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-11|Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung]].
 
'''98. Taraṅga11, Band III, S. 957, Chamunda: Sarasvati-Meditationen'''<br>
'''Deutsch:''' Nun Sarasvatīs Meditation aus dem Merutantra: Sie strahlt wie der Herbstmond. Rechts hält sie Muschelhorn, Stößel, Diskus und Pfeile, links Glocke, Dreizack, Pflug und Bogen. Aus Gaurīs Körper hervorgegangen, schenkt sie den Menschen Freude, trägt die Welt und bezwingt Śumbha und die anderen Dämonen. Als Herrin des dritten Carita soll sie stets vergegenwärtigt werden. Ein anderes Tantra sagt: „Ich verehre hier Mahāsarasvatī, die in ihren Lotushänden Glocke, Dreizack, Pflug, Muschelhorn, Stößel, Diskus, Bogen und Pfeil trägt. Sie leuchtet wie der Mond, der aus den Wolken hervortritt. Aus Gaurīs Körper entstanden, bildet sie die Grundlage der drei Welten und bedrängt Śumbha und die anderen Daityas.“ Der Quellentext erklärt den Namen durch die Vorsilbe mahā.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-11|Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung]].
 
'''99. Taraṅga11, Band III, S. 958, Jayadurga: Meditation und Purashcharana'''<br>
'''Deutsch:''' Meditation: Man betrachtet Durgā namens Jayā, dunkel wie eine Regenwolke. Ihr Seitenblick erfüllt die Feindschar mit Furcht, die Mondsichel ist in ihr Haar gebunden. Dreiäugig trägt sie Muschelhorn, Diskus, Schwert und Dreizack. Auf dem Rücken des Löwen sitzend erfüllt sie die drei Welten mit ihrem Licht, umgeben von Göttern und verehrt von denen, die Siddhi suchen. Purashcharana: fünfhunderttausend Wiederholungen; danach ein Zehntel als Gheeopfer im geweihten Feuer und Brahmanenspeisung. Die Fußnote verzeichnet als abweichende Lesung „hunderttausend je Silbe“ statt „fünfhunderttausend“. Damit endet der Durgā-Mantra-Abschnitt.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-11|Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung]].
 
'''100. Taraṅga11, Band III, S. 1105–1106, Daṇḍa-Praṇāma und Durgā-Gebet'''<br>
'''Deutsch:''' Wenn Stirn, Nase, Arme, Brust, Bauch und Füße die Erde berühren, heißt dies Daṇḍa-Praṇāma. Es folgt das Gebet: „Gib mir Lebensdauer, Ansehen und Glück, Erhabene; gib mir Söhne, Wohlstand und alle ersehnten Güter. Pracaṇḍā, Geberin von Nachkommen, stets Erfreute, Führerin der Götter, die das Geschlecht zum Leuchten bringt, Gewaltige: Schenke Sieg, dir Verneigung! Ugracaṇḍā, überaus Gewaltige, Vernichterin mächtiger Heere: Dir stets Verneigung, Göttin, Herrin des Alls. Durgā, Retterin aus schwerer Bedrängnis, Vernichterin alles Unheils, Geberin von Dharma, Wohlstand und Befreiung: Sei mir stets gnädig. Hochbegnadete Durgā, beschütze mich, der Zuflucht sucht. Vom Blut Mahīṣas berauscht, dir neige ich mich: Sei mir gnädig! Nimm Schuld, Bedrängnis, Trauer und Unheil hinweg; nimm Krankheit, Aufruhr und Verderben hinweg, Geliebte. Kālī, Kālī, Mahākālī, Kālikā, die Schuld hinwegnimmt, Geberin von Dharma und Wunscherfüllung, Nārāyaṇī: Dir Verneigung! Schenke Sieg im Kampf, beständigen Wohlstand im Haus und Erfüllung von Dharma, Kāma und Artha. Mahīṣa-Bezwingerin, Mahāmāyā, Cāmuṇḍā mit Schädelgirlande, schenke Lebensdauer, Gesundheit und Sieg; dir Verneigung!“
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-11|Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung]].
 
'''101. Taraṅga12, Band III, S. 1138, Gorakṣas Meditation und Purashcharana'''<br>
'''Deutsch:''' Meditation: „Er gleicht reinem Bergkristall, trägt aufgetürmte Flechten und hat drei Augen. Er ist makellos, gestaltlos, frei von Unterscheidung und ohne Krankheit.“ Purashcharana: Nach 100.100 Wiederholungen vermag der Übende mit reinem Geist nach der Verheißung der Quelle alle Vorhaben zu vollenden; daran solle er nicht zweifeln. Er soll diesen Mantra stets besonders bewahren. Durch Gorakṣas Gnade erlangt er Yoga-Verwirklichung.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 4#Taranga-12|Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung]].
 
'''102. Taraṅga12, Band III, S. 1199, Prāṇāyāma-Puraścaraṇa – Sammlung und Meditation'''<br>
'''Deutsch:''' Nun das Puraścaraṇa durch Prāṇāyāma, wie es der Siddhāntasaṃgraha erklärt: Jetzt werde ich die vorbereitende Vollendung durch Atemlenkung darlegen. Der Mantrakundige sitzt im gebundenen Lotussitz, mit aufgerichtetem Körper, Kopf und Nacken, beherrschten Sinnen, unaufgeregt und ohne Zittern. Im Mūlādhāra, im Anāhata, zwischen den Brauen oder im eigenen Lotus meditiert er den Mantra als Lichtgestalt. Der letzte Ausdruck des Verses ist beschädigt; der Kommentar erläutert ausdrücklich, gemeint sei derjenige Mantra, mit dem die Atemlenkung ausgeführt werden soll. Ferner meditiere er Śiva als dessen Gestalt und vollziehe auf dem zuvor beschriebenen Weg den Prāṇāyāma mit Einatmung und den weiteren Phasen. Der Kommentar stellt klar: „Śiva“ bezeichnet hier die jeweils behandelte Gottheit, ist also nicht auf eine einzige Gottheitsform beschränkt.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 4#Taranga-12|Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung]].
 
'''103. Taraṅga12, Band III, S. 1227, Vasundharā – Meditation und Erscheinung'''<br>
'''Deutsch:''' Meditation: „Ich verehre Vasumatī, die Ernährerin der ganzen Welt. Sie sitzt im Innern eines geöffneten Lotus und strahlt wie das Blatt eines blauen Lotus. Gelbe Seide und vielfältiger Schmuck kleiden sie. In ihren Händen hält sie zwei blaue Lotusse, eine Reisähre und Zuckerrohr.“ So meditierend, rezitiert man gesammelt vierhunderttausendmal, wobei veda für vier steht. Am Ende spricht die Erdgöttin aus dem Innern des Kruges: „Nenne einen Wunsch; ich werde dir geben, was in deinem Herzen ist.“ Der Übende verehrt sie mit drei Händen voll Blüten und wirft sich ausgestreckt zur Erde nieder.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 4#Taranga-12|Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung]].
 
'''104. Taraṅga12, Band III, S. 1227–1228, Gebet an Vasundharā'''<br>
'''Deutsch:''' Der Text bezeichnet dies als Mantra aus fünf halben Ślokas: „Verehrung dir, erhabene Vasundharā, Trägerin der Welt! Gattin Viṣṇus, die du auf der Spitze von Varāhas Hauer Wohnung genommen hast! Verehrung dir, Welternährerin, Erde, Zuflucht aller Wesen! Durch deine Gunst, Heilvolle, Medinī, möchte ich die Edelsteine und Schätze erlangen, die in deinem Innern wohnen.“
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 4#Taranga-12|Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung]].
 
'''105. Taraṅga12, Band III, S. 1231, Einheit der Gottesverehrung und Schlussbild der zwölften Welle; Auswahl: Einheitsvers'''<br>
'''Deutsch:''' Was die Vaiṣṇavas Viṣṇu nennen, die Śaivas als Śiva verstehen, die Gāṇeśas den Elefantengesichtigen nennen und die Verehrer der Sonne als den Herrn des Tages kennen; was die Śāktas als Bewusstseinskraft, die Sāṃkhyas als höchsten Puruṣa und die Kenner Brahmans als Brahman bezeichnen: Diese göttliche Gestalt möge euch schützen. Das Kompositum tadaivyasiṃhaṃ im Druck ist unsicher und wird nicht stillschweigend zu einem bestimmten Gottesnamen umgebildet.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 4#Taranga-12|Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung]].
 
'''106. Taraṅga6, Band II, S. 118, Lebensführung und Beständigkeit 496–499; Auswahl: Vers 499'''<br>
'''Deutsch:''' In einem anderen Tantra: (499) Sammlung des Geistes, Reinheit, Schweigen, Nachsinnen über den Sinn des Mantras, Beständigkeit und Nichtverzagen bringen Japa zur Erfüllung. [Für „Beständigkeit“ verzeichnet die Ausgabe auch die Lesart „Ungestörtheit“.]
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
 
'''107. Taraṅga6, Band II, S. 118–119, Weitere Niyamas und regelmäßige Japa-Zahl 500–505; Auswahl: Verse 503–505 samt Erläuterung'''<br>
'''Deutsch:''' Im Yamala: (503) In der erklärten Weise verrichte man ohne Verzögerung und ohne Hast die vorgeschriebene Zahl von Japa-Wiederholungen, damit Purashcharana gelingt. (504) Indem man im Geist die Einheit von Gottheit, Guru und Mantra vergegenwärtigt, soll man einspitzig vom Morgen bis zum Mittag Japa üben. (505) Mit welcher Zahl man begonnen hat, diese soll man Tag für Tag einhalten. Wer weniger oder mehr verrichtet, fällt aus seinem Gelübde heraus. Der Verfasser des Tantrasara erklärt: „Bis zum Mittag“ bezeichnet lediglich einen zeitlichen Endpunkt, keine zwingende Regel. Andernfalls würde die Regel verletzt, wenn die Japa-Zahl einmal bis Mittag noch nicht erreicht wäre.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
 
'''108. Taraṅga6, Band II, S. 122, Ausgleich und Freiheit des geistigen Japa 536–541; Auswahl: Verse 540–541 samt Einführung'''<br>
'''Deutsch:''' Für geistiges Japa gilt diese Regel jedoch nicht. Dazu heißt es in einem anderen Tantra: (540) Ob unrein oder rein, ob gehend, stehend oder selbst im Schlaf: Der Wissende, der allein im Mantra Zuflucht nimmt, soll stets auf diese Weise im Geist üben. (541) Geistiges Japa ist an jedem Ort und zu jeder Zeit ohne Fehler. Der vorzügliche Zweimalgeborene, der beständig Japa übt, erlangt die Frucht sämtlicher Opfer.
 
''Im Zusammenhang lesen:'' [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung]].
 
{{#ev:youtube|n0bnI-RNHVg}}
 
[[Datei:Shiva-parvati-2.1-500.jpg|thumb|[[Shiva]] und [[Parvati]] stehen für die Verbundenheit von Bewusstsein und Kraft.]]
 
== Eine Passage mit in den Tag nehmen ==
 
''Heutige Anregung:'' Wähle aus den 108 Stellen einen Gedanken, den du gut verstanden hast. Lass ihn eine Weile in dir nachklingen. Vielleicht erinnert er dich an [[Hingabe]], an die Beständigkeit des [[Japa]] oder an einen achtsamen Umgang mit anderen Menschen.
 
Beobachte im Laufe des Tages, ob sich daraus eine kleine, konkrete Handlung ergibt: ein Moment bewusster Sammlung, ein freundliches Wort oder Zeit für deine vertraute [[Meditation]]. Morgen kannst du dieselbe Stelle erneut lesen. Mit wachsender Erfahrung darf auch dein Verständnis reifen. Für den größeren Zusammenhang führt der Weg zurück zur [[Purashcharanarnava|deutschen Gesamtausgabe]]; zum gezielten Nachschlagen steht die [[Purashcharanarnava Mantras|Mantrasammlung]] bereit.
 
== Wegweiser durch die zwölf Wellen ==
 
Die Seiten sind unterschiedlich aufgeteilt. Über diese Übersicht erreichst du jede Welle direkt in allen drei Fassungen.


===Weitere benannte oder codierte Mantras===
{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
! Taraṅga !! Schwerpunkt !! Deutsch !! IAST !! Devanagari
! Fundstelle !! Bezeichnung beziehungsweise Zusammenhang !! Grund für den Verzicht auf eine ergänzte Rezitationsformel
|-
| 1 || Mit Vertrauen und Unterscheidungsvermögen beginnen || [[Purashcharanarnava#Taranga-1|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST#Taranga-1|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari#Taranga-1|Lesen]]
|-
| 2 || Der Praxis einen guten Rahmen geben || [[Purashcharanarnava#Taranga-2|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST#Taranga-2|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari#Taranga-2|Lesen]]
|-
|-
| 3 || Verehrung mit Aufmerksamkeit erfüllen || [[Purashcharanarnava#Taranga-3|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST#Taranga-3|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari#Taranga-3|Lesen]]
| 4.77; Kapitel 9 || Hrillekha beziehungsweise ursprüngliche Shakti || Die Stelle nennt den geistigen Bezug; technische Ableitungen sind gesondert zu prüfen. Ein geläufiges Bija wird nicht stillschweigend eingesetzt.
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| 4 || Die Einweihung zum Abschluss führen || [[Purashcharanarnava#Taranga-4|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST#Taranga-4|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari#Taranga-4|Lesen]]
| 8.1–3 || Tripura-Vidya || Lautverschlüsselung; keine zusätzliche Formel aus einer anderen Sri-Vidya-Überlieferung.
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| 5 || Verschiedene Wege der Einweihung verstehen || [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-5|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST#Taranga-5|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari#Taranga-5|Lesen]]
| 16.2 || Mahaganapati || Zusammengesetzte, zum Teil beschädigte Laut- und Wortanweisung.
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| 6 || Beständigkeit in der Mantrapraxis entdecken || [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-6|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST#Taranga-6|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari/Teil 2#Taranga-6|Lesen]]
| 19.1 || Acht-Silben-Mantra || Codierte Entnahmevorschrift, keine hier wörtlich ausgeschriebene Gesamtformel.
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| 7 || Über die Reifung der Praxis nachdenken || [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-7|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST#Taranga-7|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari/Teil 2#Taranga-7|Lesen]]
| 21.2 || Zwölf-Silben-Mantra || Beschädigte beziehungsweise verschlüsselte Silbenanordnung.
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| 8 || Die Vielfalt der Gottheitsverehrung kennenlernen || [[Purashcharanarnava/Teil 2#Taranga-8|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST#Taranga-8|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari/Teil 2#Taranga-8|Lesen]]
| 23.2 || Narasimha-Anushtubh || Zusammensetzung durch einzusetzende Wörter und Endungen; keine Rekonstruktion in dieser Ausgabe.
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| 9 || Die Überlieferungen der Göttin aufmerksam lesen || [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-9|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST/Teil 2#Taranga-9|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari/Teil 2#Taranga-9|Lesen]]
| 26.2–3 || Dakshinamurti-Mantra || Beschädigte Lautfolge; aus einzelnen verständlichen Wörtern wird keine Gesamtformel erzeugt.
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| 10 || Mantra, Hymne und Verehrung zusammen betrachten || [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-10|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST/Teil 2#Taranga-10|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari/Teil 3#Taranga-10|Lesen]]
| 28.2 || Gayatri mit Vyahritis und Shiras || Verweis auf eine überlieferte Formel; der Vers selbst schreibt sie nicht vollständig aus.
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| 11 || Der Verehrung der Göttin Zeit und Raum geben || [[Purashcharanarnava/Teil 3#Taranga-11|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST/Teil 2#Taranga-11|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari/Teil 3#Taranga-11|Lesen]]
| 30.2 || Tryambaka-Mantra || Nennung über den Anfang; keine Ergänzung aus einer anderen Quelle.
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| 12 || Die letzte Welle mit Sammlung lesen || [[Purashcharanarnava/Teil 4#Taranga-12|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST/Teil 2#Taranga-12|Lesen]] || [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari/Teil 3#Taranga-12|Lesen]]
| 31.2 || Prana-Pratishtha || Anweisung zur Formulierung mit veränderlichem Bezug; kein unverändert zu rezitierender Volltext.
|}
|}


== Siehe auch ==
==Ein Gebet für den Alltag==
* [[Purashcharana]]
„Herr der Götter, möge all mein Handeln deine Verehrung sein!“ (20.69) kann als deutscher Gebetsvers das Studium begleiten. So wird das Gelesene zu einer Frage an die eigene Lebensführung: Was kann ich heute aufmerksamer, wahrhaftiger und liebevoller tun?
* [[Mantra]]
* [[Japa]]
* [[Diksha]]
* [[Guru]]
* [[Meru Tantra]] – im vorliegenden Werk mehrfach zitiert
* [[Kularnava Tantra]]
* [[Rudrayamala Tantra]] – im Abschnitt über Göttin und Bhairava zitiert
* [[Mantramahodadhi]] – ebenfalls eine umfangreiche Schrift zur Mantrapraxis
* [[Dakshinamurti Samhita]]
* [[Mahanirvana Tantra]]
* [[Vijnana Bhairava Tantra]]
* [[Shiva Samhita]]
 
<span id="Textumfang"></span>
== Textumfang und Quellenhinweise ==
 
'''Umfang und dokumentierte Auslassungen:''' Alle zwölf Taraṅgas sind bis zum Werk-Kolophon auf Band III, S. 1231 bearbeitet. Die frühere Überlieferungslücke dieser Arbeitsausgabe auf S. 748–756 wurde anhand des vorliegenden PDF neu bearbeitet und geschlossen. Gesondert verbleiben neun ausdrücklich markierte Inhaltsauslassungen: Taraṅga 7, Verse 344–349, 394–399, 405–418; Taraṅga 9, S. 815, 816–817, 818, 829–830, 831 und 854–855. Sie betreffen sexualisierte Darstellungen minderjährig oder nicht eindeutig erwachsen bezeichneter Personen. Daher wird keine ausnahmslos lückenlose Vollübersetzung beansprucht. Lokale beschädigte oder unsichere Quellenlesungen bleiben gekennzeichnet.


== Literatur und Quellen ==
==Begleitende Videos==
* Pratapasimha Shah: ''Puraścaryārṇava''. Herausgegeben von Muralidhara Sharma, ältere Ausgabe in drei Bänden, Varanasi. Verwendeter Textumfang: Band I, S. 1–318. Die beiden Digitalisate von Band I ergänzen sich; die Seiten 8–9 wurden nach dem vollständigeren Exemplar wiedergegeben. Für Band II dient die von Rajanatha Tripathi herausgegebene Ausgabe von 2013 als Grundlage; deren S. 1 entspricht S. 319 der älteren Ausgabe. Die abweichende Seitenzählung wird in den Fundstellen mit der Bandangabe kenntlich gemacht.
Die folgenden Videos aus der bereitgestellten Yoga-Vidya-Auswahl dienen der allgemeinen Vertiefung, nicht als philologischer Kommentar.
* ''Puraścaryārṇava'', Band II, herausgegeben von Rajanatha Tripathi, Sampurnanand Sanskrit University; Hauptgrundlage der Taraṅgas 5–8, S. 1–330; gezielt mit der älteren Ausgabe, S. 319–412, verglichen.
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Purashcharana Purashcharana im Yoga-Vidya-Wiki] – ergänzende heutige Erläuterung, nicht Ersatz für den Sanskrittext.


* Band III der älteren Ausgabe: gedruckte S.723–1231, Digitalisat ''2015.487364.Purascharyarnava-Part-III_text.pdf'', PDF48–556; einschließlich der neu bearbeiteten S.748–756.
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* IAST wurde aus dem bearbeiteten Devanagari transliteriert und ist kein unabhängiger Textzeuge. Unnummerierte Prosa und Verse werden durch die gedruckte Seite nachgewiesen. Die deutschen Lesungshinweise kennzeichnen örtliche Unsicherheiten. Eine kollationierte kritische Edition wird nicht beansprucht.


=== Ausgewählte Lesarten ===
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* Vers 1.49: Zur Lesung „Verrichtungen zu Navaratri“ verzeichnet der Druck die Variante „Verrichtungen“ im Plural; die sachliche Aussage bleibt gleich.
* Vers 1.51: Die Hauptlesung ''bhūtalipi'' („Elementeschrift“) steht neben der verzeichneten Variante ''bhūtabali'' („Darbringung an die Wesen“). Hier wird der Hauptlesung gefolgt.
* Band I, S. 12: Zur Hauptlesung ''Svarṇakoṭīśvarī'' ist ''Koṭeśvarī'' als Variante genannt.
* Band I, S. 14: Zu ''śuṣke'' („kraftlos/trocken“) bei Shiva ohne Shakti verzeichnet der Druck ''sūkṣme'' („fein/subtil“). Die Übersetzung folgt der Hauptlesung.
* Band I, S. 19: Statt „ein verständiger Verehrer der Göttin“ steht als Variante „ein Verehrer der Göttin, voller Hingabe“.
* Band I, S. 21: Der Druck nennt neben „beides vermischt“ die Lesung „beides aufsuchend/auf beidem beruhend“; bei der Mittagsrezitation steht neben „Japa, o Herrin“ auch „Japa, o Göttin“.
* Band I, S. 79–82: Mehrere Zitate werden innerhalb des gedruckten Werkes erneut angeführt. Diese Wiederholungen bleiben erhalten; das auf S. 80 abgebrochene Vishnuyamala-Zitat wird auf S. 82 vollständig gegeben.
* Band I, S. 26: Neben ''padaṃ śivam'' (Shivas Stätte) steht die Variante ''pathaṃ śivam'' (Shivas Weg).
* Band I, S. 33: Neben ''tadveṣeṇa'' (unter diesem Vorwand/in dieser Verkleidung) steht ''taddveṣeṇa'' (aus Hass darauf).
* Band I, S. 34: Zur Reihe Guru, Gottheit, Selbst und Kala wird eine abweichende Lesung ohne Guru genannt; die Hauptlesung wird beibehalten.
* Band I, S. 24: Neben ''vāmapathe'' („auf dem linken Weg“) ist ''vāmapade'' („im linken Bereich/Weg“) verzeichnet.


''Zur Wiedergabe:'' Die Nummern 1–54 sind die Nummern des gedruckten Eingangsteils. Danach stehen genaue Seiten- und Abschnittsangaben für unnummerierte Zitate und Prosa. Unsichere Lesungen sind unmittelbar an der betreffenden Stelle bezeichnet. Zuordnungen, Wirkungsaussagen und Wertungen innerhalb der Übersetzung geben die jeweilige traditionelle Quelle wieder.
==Textgrundlage==
Die Übersetzungen folgen derselben Devanagari-Vorlage wie der [[Prapanchasara Tantra|Hauptartikel]]. Es wurden 108 verschiedene Versstellen ausgewählt, ohne Verdoppelung. Diese Auswahl ergänzt die durchgehende deutsche Bearbeitung im Hauptartikel. Die genaue Identität der verwendeten Druckausgabe ist aus der elektronischen Vorlage nicht ersichtlich.


== Weiterführende Angebote ==
==Weblinks==
* [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga bei Yoga Vidya]
* [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga]
* [https://www.yoga-vidya.de/meditation/ Meditation bei Yoga Vidya]
* [https://www.yoga-vidya.de/meditation/meditation Meditation]
* [https://www.yoga-vidya.de/seminare/ Yoga-Vidya-Seminare]


== Seminare ==
==Seminare==
'''Kundalini Yoga'''<br>
'''Kundalini Yoga'''<br>
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[[Kategorie:Tantra Schriften]]
[[Kategorie:Tantra Schriften]]
[[Kategorie:Tantra]]
[[Kategorie:Mantra]]
[[Kategorie:Sanskrit]]


'''Zur Ausgabe:''' [[Purashcharanarnava|Deutsch]] · [[Purashcharanarnava Sanskrit IAST|Sanskrit in IAST]] · [[Purashcharanarnava Sanskrit Devanagari|Devanagari]] · [[Purashcharanarnava 108 inspirierende Verse und Mantras|108 Passagen zur Besinnung]] · [[Purashcharanarnava Mantras|Mantrasammlung]]
'''Prapanchasara Tantra:''' [[Prapanchasara Tantra|Einführung und deutsche Übersetzung]] · [[Prapanchasara Tantra Sanskrit IAST|Sanskrit in IAST]] · [[Prapanchasara Tantra Sanskrit Devanagari|Sanskrit in Devanagari]] · [[Prapanchasara Tantra 108 Inspirierende Verse und Mantras|108 inspirierende Verse und Mantras]]

Aktuelle Version vom 23. September 2026, 20:45 Uhr

Prapanchasara Tantra – 108 inspirierende Verse und Mantras lädt dazu ein, die Welt aus ihrem geistigen Zusammenhang zu betrachten. Die folgenden 108 unterschiedlichen Verse führen von der Urkraft und dem Klang über Atem, Kundalini und innere Verehrung zu Erkenntnis, Hingabe und verantwortlichem Handeln.

Die Auswahl enthält ausschließlich deutsche Versübersetzungen; Sanskrit steht erst im anschließenden Mantra-Abschnitt. Die Nummern 1–108 zählen die Auswahl, die Fundstellen verweisen auf die Sanskritvorlage. Die Hauptausgabe bearbeitet alle 33 Kapitel; alle hier ausgewählten Stellen sind darin enthalten. Lokale Hinweise benennen unsichere Lesungen.

Klang als Weg nach innen: Matrika verbindet die Lautvielfalt mit ihrer schöpferischen Quelle.

Prapanchasara Tantra: Einführung und deutsche Übersetzung · Sanskrit in IAST · Sanskrit in Devanagari · 108 inspirierende Verse und Mantras

Mit den Versen leben

Wähle einen Vers oder eine zusammenhängende Versgruppe und lies die Stelle langsam. Lasse zunächst die Worte wirken. Frage dann: Welche Haltung spricht mich an, und wie könnte sie heute in einer konkreten Begegnung lebendig werden? Du kannst eine Stelle mehrere Tage begleiten lassen. Verse, deren Satz sich über die Nummerngrenze fortsetzt, gehören beim Lesen zusammen. Ritual- und Wirkungsverheißungen bleiben Aussagen der historischen Quelle; die Auswahl macht daraus keine persönlichen Übungs- oder Heilungsanweisungen.

108 ausgewählte Verse

Ursprung, Welt und Bewusstsein

1. Fundstelle 1.1
Möge Sharada, die ewige Herrin der ganzen Welt, der Schoß des Alls, eurem Geist Reinheit schenken! Ihr Gesicht, ihre Arme, Füße, ihre Mitte und ihr Herz sind aus den sieben Lautgruppen gestaltet, die mit a, ka, ca, ṭa, ta, pa und ya beginnen. [Die Zusammensetzungen der Vorlage sind teilweise beschädigt; der Segenswunsch und die Zuordnung der Lautgruppen sind erkennbar.]

2. Fundstelle 1.16
„Herr, sei uns gnädig! Herr der Welt, wer sind wir? Durch wen sind wir entstanden? Was ist unser Ursprung, was unsere Aufgabe? Bitte erkläre uns dies alles.“

3. Fundstelle 1.17
So gefragt, antwortete das höchste Licht mit wenigen Worten: „Ihr seid aus Akshara, dem unvergänglichen Laut, hervorgegangen und bewirkt Schöpfung, Erhaltung und Ende.

4. Fundstelle 1.22
Sie, die Urnatur, ist feiner als das Feinste und größer als das Größte; sie durchdringt Bewegliches und Unbewegliches. Alles Leuchtende, Sonne, Mond und anderes, hat an ihrem Wesen teil.

5. Fundstelle 1.23
Sie lässt sich nicht durch Farben wie Weiß, Rot oder Gelb bestimmen. Auch ist sie nicht auf eine bestimmte Eigenschaft oder ein bestimmtes Element festgelegt.

6. Fundstelle 1.24
Sie erfüllt die Körper der verkörperten Wesen, im Innersten und außerhalb. Ihr Wesen ist nur unmittelbar zu erfahren; durch die Unterweisung des Lehrers wird sie erkannt.

7. Fundstelle 1.26
Man nennt sie Pradhana, die Urgrundlage, und Shakti, die Kraft. Sie trägt euch ebenso wie mich unablässig und reicht über uns hinaus.

8. Fundstelle 1.27
Sie bin ich; sie seid ihr. Alles andere, was erkannt werden kann, gilt als sie. Bei der Weltauflösung geht diese ganze bewegliche und unbewegliche Welt in sie ein.

9. Fundstelle 1.28
Sie allein kennt sich selbst als die Höchste; kein anderer ist ihr Erkenner. In ihrer Gestalt als Zeit wird sie jedoch von mir stets vollständig erkannt.

10. Fundstelle 1.41
Diese wird Tattva genannt. In der Nähe des Lichtes reinen Bewusstseins verdichtet sich die Urnatur, indem sie schöpferisch tätig werden will, und nimmt den Zustand des Bindu an.

11. Fundstelle 1.42
Wenn die Zeit diesen Bindu aufgliedert, wird er dreifach. Seine Dreiheit wird als grob, fein und höchst bezeichnet.

12. Fundstelle 1.43
Man beschreibt sie auch als Bindu, Nada und Bija. Aus dem sich öffnenden Bindu entsteht ein Klang, dessen Wesen noch unoffenbar ist.

13. Fundstelle 1.44
Die mit der heiligen Überlieferung Vertrauten nennen diesen Klang Shabda-Brahman, Brahman als Klang. Wie er sich entfaltet, will ich nun erläutern.

14. Fundstelle 1.47
Aus Klang entsteht der Raum; mit Berührung die Luft; mit beiden und mit Gestalt das Feuer; mit diesen und Geschmack das Wasser; mit ihnen und Geruch die Erde. So entstehen die fünf Elemente entsprechend der Folge ihrer Eigenschaften.

15. Fundstelle 1.52
Im Raum liegt die Luft, in ihr das Feuer, darin das Wasser und in diesem die Erde. Auf ihr entstehen alle Wesen, bewegliche und unbewegliche.

16. Fundstelle 1.58
Sattva, Rajas und Tamas heißen ihre drei Gunas. Durch deren Verbindung und die daraus entstehenden dreifachen Unterscheidungen ist die ganze Welt durchwoben.

17. Fundstelle 1.60
So ist diese Schöpfung entstanden, und so wird die Welt erfahren. In der Erfahrung des Alls wird die vielfältige Entfaltung, Prapancha, erkannt.

18. Fundstelle 1.61
Was Shabda-Brahman genannt wurde, wird nun weiter erläutert. Was darüber hinausgeht, lässt sich nicht aussprechen, da es seinem Wesen nach nur unmittelbar erfahren wird.

19. Fundstelle 1.62
Die Weisen verstehen unter Shabda-Brahman eine Wirklichkeit, die durch Klang erschlossen wird. Der zuvor erwähnte ursprüngliche Klang ist jedoch nicht von der Art eines gewöhnlichen Lautes, der von sich aus einen bestimmten Gegenstand erkennen ließe.

20. Fundstelle 1.63
Er ist vielmehr überall eingewoben. Wenn die Grundlage der Elemente entstanden ist, erscheint er wiederum in den Körpern der Lebewesen, ohne dass seine Bedeutung bereits bewusst wäre.

21. Fundstelle 1.81
Die erste Nadi heißt Sushumna. Die linke ist als Ida zu erkennen, die rechte wird Pingala genannt.

22. Fundstelle 1.86
Durch sie erhält das Wesen Nahrung wie ein Feld durch einen Bewässerungsgraben. Allmählich wird es durch die aus der Nahrung der Mutter gewonnenen Körperstoffe ernährt.

23. Fundstelle 1.91
Sie nennen noch viele weitere Unterteilungen. Durch all diese Bahnen breitet sich überall der Lebenswind aus, der den Körper in Tätigkeit hält.

24. Fundstelle 1.99
Doch wozu viele Worte? Durch die Nähe des Purusha entfaltet sich die machtvolle Prakriti, differenziert durch die Gunas und in Gestalt der drei Doshas.

25. Fundstelle 1.104
Wenn diese große Kraft sich durch die inneren und äußeren Instrumente schrittweise zum Ausdruck bringen will, entfaltet sich der Klang, der aus dem Aufbrechen des Bindu hervorgeht.


Sprache und lebendige Kraft

26. Fundstelle 2.44
Der zuerst aus Muladhara aufsteigende Vorgang heißt Para, danach Pashyanti. Wenn er das Herz erreicht und sich mit dem Erkenntnisvermögen verbindet, heißt er Madhyama; im Mund wird er Vaikhari. Bei dem zum Weinen ansetzenden Wesen entstehen so, an Sushumna gebunden und vom Lebenswind bewegt, die Lautgruppen.

27. Fundstelle 2.52
Selbst wenn es nur unverständliche Laute hervorbringt, strömt Kundalini dabei immer wieder aus Muladhara hervor, als die Sushumna umwindende Kraft.

28. Fundstelle 2.55
Die Vielgehörten nennen sie dann Tara und sagen, ihr Wesen sei Om. Andere nennen dieselbe Shakti das Selbst Haris.

29. Fundstelle 2.56
Sie ist die drei Gunas, die drei Doshas, die drei Farben und der dreifache Veda. Sie ist die drei Welten, die Trimurti und die dreifache Linie: So wird ihre Besonderheit beschrieben.

30. Fundstelle 2.68
Wenn die Göttin sich in fünfzig Teile entfaltet, ihren göttlichen Zustand in sich tragend, bringt sie durch den Nada, der im Hohlraum der Sushumna aufsteigt, der Reihe nach die fünfzig Laute hervor.


Kundalini, Hamsa und Einheit

31. Fundstelle 4.12
Die Weisen erkennen diese im Herzen gegenwärtige Kraft als Kundali. Die Göttin tönt unablässig, wie eine Biene einen melodischen Klang hervorbringt.

32. Fundstelle 4.13
Ihre durch das eigene Wesen verdichtete Gestalt wird auf verschiedene Weise beschrieben. Kundali ist in jedem Fall als die der Sushumna folgende Kraft zu erkennen.

33. Fundstelle 4.17
Das ha wird als Purusha bezeichnet, das sa als Prakriti verstanden. Diese Shakti gilt als Ajapa und bewegt sich auch auf dem rechten und linken Weg.

34. Fundstelle 4.19
Bindu heißt Purusha, Visarga gilt als Prakriti. Hamsa besteht aus Purusha und Prakriti; von diesem Wesen ist die ganze Welt.

35. Fundstelle 4.20
Indem sie ihre eigene Purusha-Gestalt erkennt, gelangt sie zur Erfahrung „So'ham – Das bin ich“. Dies ist der Paramatman genannte Mantra jener großen Mantrakraft.

36. Fundstelle 4.24
Nach den entsprechenden Lauten gegliedert, heißt sie Gayatri, weil sie den Singenden schützt. In ihrer siebenfachen Gestalt wird sie als die sieben Planeten umfassend beschrieben.

37. Fundstelle 4.29
Diese Kraft durchdringt alles und nimmt fortwährend die Gestalt der Sonne an. Wo immer ihr eigenes Licht hinreicht, dort wird ihre Gegenwart erkannt.

38. Fundstelle 4.63
Wer langes Leben wünscht, soll den ihm zugeordneten Baum niemals fällen. Er soll ihn wässern, sein Wachstum fördern, ihn verehren und sich vor ihm verneigen.

39. Fundstelle 4.77
Durch ihre Erkenntnis lösen Menschen die gesamte Bindung an das Handeln und gelangen zu Vishnus höchster Stätte. Darum wiederholt und verehrt beständig diese Hrillekha, die das Leben der Wesen in allen drei Welten ist.


Einweihung und Mantra

40. Fundstelle 5.2
Weil sie göttliche Bewusstheit schenkt und Verfehlungen schwinden lässt, heißt sie Diksha. Mantra heißt so, weil das betrachtende Verinnerlichen der Wirklichkeit vor Furcht schützt.


Verehrung im eigenen Leib

41. Fundstelle 6.2
Der Seher wird wegen seiner Lehrerstellung auf dem Haupt getragen; das Versmaß gehört, weil es aus Lauten besteht, zur Zunge. Die Gottheit des Mantras wird stets im Herzen verortet, weil sie durch innere Erkenntnis zu erfassen ist.


Das innere Opfer

42. Fundstelle 7.80
Wer im mittleren Feuer durch Raum alles Hörbare opfert, im östlichen durch Luft das Berührbare, im westlichen durch Feuer das Sichtbare, im nördlichen durch Wasser den Geschmack und im südlichen durch Erde den Geruch, begleitet von den entsprechend leuchtenden Lauten, dessen inneres Selbst wird durch das Durcharbeiten alles Erkennbaren offenbar.

43. Fundstelle 7.82
In ihm, dessen Ursprung wie die Weltaltersonne und dessen Inneres wie das Weltalterfeuer leuchtet, erscheinen Mond, Sonne, Planeten, Zeit, Elemente, Welten und Brahma, Shiva und Vishnu. Er ist unoffenbar, unvergänglich genannt, nektarhaft, vom Glanz der beiden Lichtkräfte erhellt, aus ewiger Wonne bestehend, ohne Anfang und Ende: Sein Wesen ist Hamsa.

44. Fundstelle 7.83
Für die Mantrakundigen, die diese Ordnung täglich beim Essen pflegen, werden Prana und die übrigen Lebenswinde zu den Opferstätten Garhapatya und den weiteren Feuern.

45. Fundstelle 7.89
„Als Vaishvanara bringe ich die vier Arten der Nahrung dar und verdaue sie auf diese Weise.“ In diesem Bewusstsein esse man mit beherrschten Sinnen, bis die angemessene Sättigung erreicht ist.

46. Fundstelle 7.91
Man betrachte das ursprüngliche, Kshetrajna genannte Selbst in Prakriti: das Eine, Unendliche, das die vierzehn Welten durchdringt, durch die reinen Speisegaben an die fünf Feuerzungen erfreut und durch begriffliches Denken nicht zu fassen ist. [Das Wort für „erfreut“ ist beschädigt überliefert.]

47. Fundstelle 7.93
Dieser dein Leib, Brahma, wird als die Lautgirlande beschrieben, welche alle Erscheinungen einschließlich der Veden, ihrer sechs Hilfswissenschaften und der Shastras umfasst und hier Schöpfung, Erhaltung und Auflösung des Alls bewirkt.

48. Fundstelle 7.94
Darum setzt diese mit der Welt verbundene Lautgirlande im Nyasa ein, wiederholt sie, opfert und verehrt sie mit Hingabe: zur Erlangung unvergleichlicher dichterischer Kraft, langen Lebens, Ruhmes, Schönheit und Fülle, zur Beseitigung von Unheil und Krankheit und zur Befreiung.


Das Herz wendet sich der Göttin zu

49. Fundstelle 8.2
Weil die Göttin vor der Entstehung der Trimurti da war, das Wesen des dreifachen Veda ist und bei der Auflösung auch die drei Welten erfüllt, wird Ambika vornehmlich Tripura genannt.

50. Fundstelle 8.64
Du, die im makellosen Lotus wohnt und dem Geist Reinheit schenkt, Liebliche von schöner Gestalt und edlem Wesen: Stets verneige ich mich vor deinem Lotusfuß.

51. Fundstelle 8.65
Du allein bist jene, die in der Welt als Tochter des Berges, Durga, Kamala und Tripura unterschieden wird. Herrin der Sprache, sei mir mit deinem ganzen Wesen gnädig!

52. Fundstelle 8.67
Durch die Macht deines Lichtes, das aus der Öffnung des Muladhara aufsteigt und einem Lotusfaden gleicht, tragen Gesicht, Hände, Füße und die übrigen Glieder die Gruppen der Laute. Sei mir gnädig!

53. Fundstelle 8.68
Du, deren Leib die Laute sind, von unsterblicher Schönheit, von den großen Yogis unermüdlich gesucht und jenseits begrifflicher Bestimmung: Göttin, schenke mir die Kraft, dich zu preisen!

54. Fundstelle 8.69
Die Edelsteine an den Kronen der Götter und Asuras erhellen deine beiden Lotusfüße. Du, deren Wesen alle Agamas sind, Herrin des Alls: Sei in mir gegenwärtig!

55. Fundstelle 8.70
Du hältst Buch und Gebetskette in den Händen; deine schönen Arme zeigen die Gesten der Gabe und der Furchtlosigkeit. Dein Leib ist rein wie Kampfer. Herrin der Sprache, reinige bald meinen Geist!

56. Fundstelle 8.71
In feines Leinen gekleidet, mit Perlen und Edelsteinen geschmückt, Wohnstätte der Freude, deren Mondgesicht vom Mondlicht des Lächelns erblüht: Mutter, sei mir gnädig!

57. Fundstelle 8.72
Du bist Wissen selbst und vernichtest Unwissenheit; du leuchtest den Kennern des inneren Selbst. Von den ursprünglichen Weisen in Prosa und Versen gepriesen: Sei mir gnädig!

58. Fundstelle 8.73
Dreigesichtige, Verkörperung der drei Veden, Tripura, deren Füße von den Göttern verehrt werden, deren Gesicht mit drei Augen strahlt, ursprüngliches Wesen der Trimurti: Sei mir gnädig!

59. Fundstelle 8.74
Du bist das Wesen der Veden. Etymologie, Himmelskunde, Grammatik, Rituallehre, Lautlehre und Versmaß bilden deine sechs Glieder. Sei mir gnädig!

60. Fundstelle 8.75
Diejenigen, deren Geist durch das Verweilen an deinen Lotusfüßen erhoben ist, werden von Makeln nicht befleckt. Erhabene, höchste Herrin, sei mir, der ich dir hingegeben bin, gnädig! [Das Satzende der Vorlage ist unvollständig gefügt.]

61. Fundstelle 8.26, zweite Nennung nach 8.75
Du, deren Wesen Erkenntnis ist, die auf der schönen Bühne der Herzenslotusse der Weisen tanzt: Erhabene, Spenderin des Guten, gewähre mir Hingabe, die das Werden und Vergehen durchbricht! [Originalnummer: 8.26, zweite Nennung nach 8.75.]

62. Fundstelle 8.77
Wer diesen Lobpreis der Herrin der Sprache bei Japa, Verehrung und Feueropfer wiederholt, dessen geistige Regungen werden rein. Beim Ende des Körpers erreicht er die ewig reine Stätte.


Ajapa und das höchste Selbst

Atem und Sammlung: Die Ajapa-Lehre verbindet das beständige Leben mit der Hinwendung zum Selbst.

63. Fundstelle 14.20
Sonne, Mond und Feuer, die alle Dinge durchdringen, vereine man; mit dem guna-geprägten Om und der Hrillekha ziehe man sie samt ihren Eigenschaften zusammen. Indem der Mantraübende alles durchdringt und in Hamsa zusammenfasst, wird er durch Yoga zur ewigen, reinen, ungeteilten und unvergänglichen Stätte.

64. Fundstelle 14.21
Nun lehre ich den höchsten Ajapa-Mantra, ein Mittel, den gesamten Samsara zu überwinden. Ihm schreibt der Text die Kraft zu, Verfehlung, Krankheit und Gift zu beseitigen und gewünschte Vollendung hier und jenseits zu gewähren.

65. Fundstelle 14.22
Das als Vishnu-Stätte bezeichnete Lautglied, mit dem Mondteil verbunden, und der verschlüsselt bezeichnete weitere Laut ergeben den Mantra des Kenners des Feldes. Diesen wiederholt das Selbst beständig. [Die Lautcodierung der ersten Hälfte ist beschädigt; eine vollständige Formel wird daraus hier nicht ergänzt.]

66. Fundstelle 14.24
Möge jene Gestalt, halb Ambika, halb Ishvara, euch die Erfüllung eurer Anliegen schenken: rötlich-golden, auf einem Lotus sitzend, mit den Kennzeichen von Gauri und Hara, von mildem Feuerlicht umgeben, mit Schlinge, Axt und den Gesten der Furchtlosigkeit und Gnadengabe. [Einzelne Wörter der Vorlage sind beschädigt.]

67. Fundstelle 14.29
Der Besonnene vergegenwärtige sich das ursprüngliche Bija, gestärkt durch den Bindu und verbunden mit dem sa-Laut, der vom Nektar zweier Monde erfüllt ist. Wenn er diesen Mantra in der Einheit mit dem eigenen Selbst verehrt, wird er von Verfehlungen frei.

68. Fundstelle 14.36
Damit ist, ihr besten Mantrakundigen, die Ordnung des Ajapa-Mantras in Kürze erläutert. Wer sie empfängt, soll Anteil an Fülle, Glück, Dharma, Ruhm, Lebensgenuss und Befreiung gewinnen.


Yoga als Weg der Sammlung

69. Fundstelle 18.1
Nun erläutere ich den höchsten Mantra, der Pranava heißt, samt seiner Wiederholung, Verehrung, Feueropferordnung und inneren Betrachtung: Er beseitigt alles Unheil, gleicht einem Wunschbaum für vielerlei Anliegen, schenkt die Frucht der Befreiung und wird von reinen Yogis gepflegt.

70. Fundstelle 18.13
Nachdem der Mantrakundige dieses Om durch Japa, Feueropfer und Verehrung in sein Leben aufgenommen hat, übe er auch die Wege des Yoga. Durch sie erlangt er hier umfassende Fülle und zuletzt Vishnus reine, höchste Stätte.

71. Fundstelle 18.14
Was weder Hände noch Füße noch Gesicht besitzt, was unablässig gegenwärtig ist und nirgends anders als im Selbst gefunden wird: Wenn der Wahrheitskenner diese Stätte des Selbst in sich erkennt, nennt man dies Yoga.

72. Fundstelle 18.15
Begehren, Zorn, Gier, Verblendung, Hochmut und Neid sind die sechs Feinde, die das Erlangen von Yoga beeinträchtigen. Mit entschlossenem Geist überwinde der Yogakundige sie durch die acht heilsamen Glieder des Yoga.

73. Fundstelle 18.16
Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi werden als die acht zum Yoga gehörenden Glieder genannt.

74. Fundstelle 18.17
Wahrhaftigkeit, Nichtverletzen, Gleichmut, Standhaftigkeit, Nichtstehlen, Geduld, Aufrichtigkeit und Nichtanhaften bilden Yama. Selbststudium, Askese, Verehrung und Gelübde gehören zu den folgenden Regeln.

75. Fundstelle 18.24
darüber denke er nach; wenn der Geist darin aufgeht, heißt dies Samadhi. Durch diese acht beschriebenen Glieder wird der innere Feind vom Selbstkenner rasch bezwungen.

76. Fundstelle 18.30
Man habe maßvoll gegessen und gut verdaut, angemessen geschlafen und Ähnliches beachtet. In einem guten Haus mit reinem Boden, geschützt vor Kälte und anderen Störungen, sitze man bequem nach Osten gewandt, mit geschlossenen Augen, auf einem sauberen, weichen Sitz aus Tuch, Fell und Kusha-Gras.

77. Fundstelle 18.31
Die geöffnete linke Hand lege man in den Schoß, darüber die rechte. Aufrecht, heiter und mit gesammelten Sinnen vergegenwärtige man sich die eigene Grundlage als vollkommen ebenmäßig.

78. Fundstelle 18.32
In ihrer Mitte betrachte man Pranava, in Pranava den Bindu und im Bindu den Nada. Om lasse man der Vorschrift gemäß bis zum Ende der Sushumna aufsteigen.

79. Fundstelle 18.33
In deren Mitte vergegenwärtige man sich stets das reine Shabda-Brahman, fein wie ein allerzartester Faden: das Licht, dessen Wesen Om ist und das allem Beweglichen und Unbeweglichen zugrunde liegt.

80. Fundstelle 18.34
Omkara, Guna-Bija, Pranava, Tara, Dhruva und Vedadi sind seine Namen. Auch heißt es: a am Anfang, u in der Mitte, m am Ende; daher wird es dreimaßig genannt. [„Omkara“ ist in der Vorlage beschädigt geschrieben.]

81. Fundstelle 18.35
Weil es am Anfang des Veda steht, wird es auch allen Mantras vorangestellt. Es ist der Ursprung in jedem Körper und wird übereinstimmend als Brahman bezeichnet.

82. Fundstelle 18.37
Indem man Om wieder und wieder erklingen lässt, führe man es stufenweise bis zum Dvadashanta hinauf. Man übe so lange, bis der Geist in dem innerlich vergegenwärtigten Om zur Ruhe kommt und aufgeht.

83. Fundstelle 18.44
Dieses ist Licht und Bewusstsein, das auf nichts anderes gerichtet ist: frei von Gegensätzen, ungeteilt, stets voller Wonne und fein; überall gegenwärtig, aber nicht durch Merkmale wie Gesicht, Hände, Füße oder Augen festzulegen.

84. Fundstelle 18.46
Oder der Yogi erkenne nacheinander die fünf mit Yoga verbundenen Zustände und übe beständig mit ihnen, um die Befreiung unmittelbar zu verwirklichen.

85. Fundstelle 18.47
Diese sind Wachen, Traum, Tiefschlaf, Turiya und das darüber Hinausgehende. Wenn das Selbst durch seine Sinne Gegenstände erfährt, ist dies Wachen.

86. Fundstelle 18.48
Wenn es Erfahrungen macht, obwohl die Sinne nicht bewusst tätig sind, ist dies Traum. Die ungestörte Ruhe infolge der Hinwendung zum Selbst heißt Tiefschlaf.

87. Fundstelle 18.58
Wer sich täglich durch diese gelehrten Yogawege sammelt, erlangt bald jene bleibende Vollendung, die aus dem gesamten Samsara befreit.

88. Fundstelle 18.59
Bei dem, dessen Geist täglich durch diese unterschiedlichen Yogawege in der Sammlung gefestigt wird, zeigen sich Vollendungen als Tore zum Eintritt in die Stadt der Befreiung.

89. Fundstelle 18.63
Prapti und Prakamya bilden die acht übernatürlichen Vermögen des Yogis. Der mit ihnen ausgestattete Yogi wird als zu Lebzeiten befreit bezeichnet, immer erfüllt von der Wonne, den großen Nektar der Yogaerfahrung zu trinken.

90. Fundstelle 18.64
So ist diese Lehre von Pranava erläutert. Wer sie mit Hingabe durch Japa und die weiteren Formen der Praxis pflegt, erreicht jene alldurchdringende, ewig reine und bewusste höchste Stätte Vishnus.


Das Leben wird zur Hingabe

91. Fundstelle 20.54
Sei mir gnädig, Erhabener, dessen Inneres durch Unwissenheit gehemmt ist! Schenke mir höchste Hingabe, die sich nach dem Staub deiner Lotusfüße sehnt. [Das Verb des zweiten Satzes wird aus dem Gebetszusammenhang ergänzt.]

92. Fundstelle 20.55
Ungeborener, Erhabener, sei gnädig, du Hülle unermesslichen Lichtes! Unermesslicher, Beseitiger unseres Leides, höchster Purusha, sei uns gnädig!

93. Fundstelle 20.56
Du, dessen Wesen nur unmittelbar erfahrbar ist, unser Selbst aus Wonne, frei von Leiden, von unbegreiflicher Essenz, Selbst des Alls: Sei gnädig, unbefleckter Herr!

94. Fundstelle 20.63
Verehrung dir mit dem lotushaften Blick! Verehrung dir, Wohltat für die Augen! Verehrung dem Herrn, der Verfehlungen hinwegnimmt! Verehrung dir, der alle Furcht vertreibt!

95. Fundstelle 20.64
Verehrung dir, der alle Wesen in sich trägt! Verehrung dir, Träger des Kaustubha! Verehrung dir, der dem Auge entzogen ist! Verehrung dir, der den Bereich der Sprache überschreitet!

96. Fundstelle 20.67
Verehrung dem All, dem vom All Verehrten, dem Selbst aller Wesen! Verehrung dem, über den die Yogis meditieren! Verehrung dem, dessen Gestalt das innere Selbst ist!

97. Fundstelle 20.68
Verehrung dir, der seinen Verehrern Lebensfülle schenkt und Befreiung gewährt! Mögen die Bewegungen meines Geistes, meiner Sprache und meines Körpers zu Meditation, Lobpreis und Verneigung werden.

98. Fundstelle 20.69
Herr der Götter, möge all mein Handeln deine Verehrung sein! Selbst meine Berührung mit den Sinnesgegenständen möge eine Opfergabe an dich sein, Vishnu, Unerschütterlicher!

99. Fundstelle 20.70
Wer mit Herz und Hand beständig der Verehrung Vishnus durch Feueropfer, Japa und Puja hingegeben ist, erlangt die ersehnten Ziele, wird im Innersten froh und erreicht die höchste Befreiung, frei von Geburt und Tod.


Mitgefühl, Verantwortung und das vollkommene Licht

Geistige Erkenntnis und selbstloses Handeln gehören zusammen.

100. Fundstelle 33.24
Er soll hervorragend, umfassend kundig und sowohl zur Begrenzung als auch zur Förderung fähig sein; bemüht, die sechs inneren Feinde zu überwinden, frei von Härte und Streit.

101. Fundstelle 33.26
Er soll das Gute gewähren, Unheil beseitigen und sichtbares wie unsichtbares Wohlergehen fördern, stets mit besonderer Freude der Verehrung Shivas und Vishnus hingegeben.

102. Fundstelle 33.27
Er soll friedvoll, selbstbeherrscht und im Geist still sein, von sehr anziehender Erscheinung. Selbst wenn es ihm Mühe oder Leid bereitet, soll er nach dem Wohl anderer streben.

103. Fundstelle 33.31
Seine Unternehmungen sollen mit den erforderlichen Voraussetzungen versehen sein. Tiefgründig und frei von Heuchelei, soll er wie ein Spiegel des Wissens sein und die Erkenntniswege nicht herabsetzen.

104. Fundstelle 33.36
Er soll nicht stehlen, der geistigen Überlieferung vertrauen, sich um Befreiung bemühen, untadelig und ohne Falschheit sein sowie über die erforderlichen Mittel und geistige Bereitschaft verfügen.

105. Fundstelle 33.40
Er soll anderen helfen und davon abstehen, sie herabzusetzen. Die Frau des Lehrers soll er wie eine Mutter, dessen Söhne wie Brüder betrachten.

106. Fundstelle 33.58
Er spreche keine Worte, die Menschen beunruhigen, ihre guten Tätigkeiten vereiteln oder ihre tragende Ordnung zerstören.

107. Fundstelle 33.61
Wer mit täglich neu bereitem Herzen Götter, Seher, Ahnen, Gäste und Feuer ehrt, gewinnt hier die ersehnten Lebensgüter und geht nach dem Tod zur höchsten Stätte des ursprünglichen Purusha.

108. Fundstelle 33.63
Sonne, Mond und Feuer nähren die Welten mit ihrer Kraft, die durch die Macht der Urnatur in unterschiedliche Strahlenanteile hervortritt. Verehrung jenem vollkommenen Licht, in dem sie alle ihren Grund haben!

Vom Lesen ins Leben

Lass das Studium mit einem stillen Moment enden. Vielleicht begleitet dich ein Wort, eine Bitte oder eine Frage in den Tag. Am Abend kannst du betrachten, wo du aufmerksamer, wahrhaftiger oder geduldiger gehandelt hast. Auf diese Weise verbindet sich das Lesen mit der eigenen Erfahrung, ohne dass jede symbolische oder rituelle Einzelheit sofort erschlossen sein muss.

Konkordanz der 108 Verse

Auswahl Fundstelle im Prapanchasara Tantra
1 1.1
2 1.16
3 1.17
4 1.22
5 1.23
6 1.24
7 1.26
8 1.27
9 1.28
10 1.41
11 1.42
12 1.43
13 1.44
14 1.47
15 1.52
16 1.58
17 1.60
18 1.61
19 1.62
20 1.63
21 1.81
22 1.86
23 1.91
24 1.99
25 1.104
26 2.44
27 2.52
28 2.55
29 2.56
30 2.68
31 4.12
32 4.13
33 4.17
34 4.19
35 4.20
36 4.24
37 4.29
38 4.63
39 4.77
40 5.2
41 6.2
42 7.80
43 7.82
44 7.83
45 7.89
46 7.91
47 7.93
48 7.94
49 8.2
50 8.64
51 8.65
52 8.67
53 8.68
54 8.69
55 8.70
56 8.71
57 8.72
58 8.73
59 8.74
60 8.75
61 8.26, zweite Nennung nach 8.75; vermutlich für 8.76
62 8.77
63 14.20
64 14.21
65 14.22
66 14.24
67 14.29
68 14.36
69 18.1
70 18.13
71 18.14
72 18.15
73 18.16
74 18.17
75 18.24
76 18.30
77 18.31
78 18.32
79 18.33
80 18.34
81 18.35
82 18.37
83 18.44
84 18.46
85 18.47
86 18.48
87 18.58
88 18.59
89 18.63
90 18.64
91 20.54
92 20.55
93 20.56
94 20.63
95 20.64
96 20.67
97 20.68
98 20.69
99 20.70
100 33.24
101 33.26
102 33.27
103 33.31
104 33.36
105 33.40
106 33.58
107 33.61
108 33.63

Wichtige Mantras des Prapanchasara Tantra

Das Werk beschreibt viele Mantras durch Lautnamen, Positionen, Gottheiten und verschlüsselte Anweisungen. Die folgende Auswahl trennt eindeutig benannte Lautgestalten und vollständig ausgeschriebene Formeln von solchen Codierungen. Es werden keine beschädigten Formeln vervollständigt. Bei Bijas wird keine erfundene wörtliche Übersetzung angegeben.

Pranava: Om

IAST: oṃ
Devanagari: ॐ
Gottheit beziehungsweise Bezug: Paramatman; in der Meditation von Kapitel 18 auch Vishnu.
Fundstelle: 2.55; 18.1–4 und 18.32–35.
Bedeutung und Funktion: Pranava umfasst und sammelt die Mantras. Die Schrift beschreibt ihn durch a, u und m sowie Bindu, Nada und die weiterführende innere Betrachtung.
Einordnung: Om ist hier eine ausdrücklich benannte Lautgestalt. Das Zeichen ॐ und die Schreibweise oṃ sind die übliche redaktionelle Darstellung dieses Namens, keine Behauptung, das Einzelzeichen stehe in der Vorlage an diesen Stellen. Die beschädigte Buchstabencodierung von 18.2 wird nicht als zusätzliche Formel rekonstruiert.

Haṃsa: Purusha und Prakriti

IAST: haṃ sa — zusammen als Haṃsa bezeichnet.
Devanagari: हं स
Gottheit beziehungsweise Bezug: höchstes Selbst; Einheit von Purusha und Prakriti.
Fundstelle: 4.16–20; Ajapa-Zusammenhang 14.21–23.
Bedeutung und Funktion: Die getrennte Lautgestalt „haṃ sa“ steht in 4.16. Der Text verbindet ha mit Purusha und sa mit Prakriti; 4.19 nennt Haṃsa als deren Einheit und als Wesen der Welt.
Einordnung: Diese Lautlehre bildet einen Zugang zur Betrachtung der Einheit von Leben und Bewusstsein. Die beschädigte weiterführende Codierung in 14.22 wird daraus nicht ergänzt. Konkrete Nyasa- und Einweihungsformeln sind damit nicht wiedergegeben.

So’ham: „Das bin ich“

IAST: so'haṃ
Devanagari: सोऽहं
Gottheit beziehungsweise Bezug: Paramatman, das höchste Selbst.
Fundstelle: 4.20; ausdrücklich auch als Lautgestalt in 7.32 und 20.40.
Bedeutung und Funktion: „Das bin ich“ beziehungsweise „Ich bin jener“. In 4.20 erkennt die Shakti ihre eigene Purusha-Gestalt und gelangt zum So’ham-Bewusstsein.
Einordnung: Die Aussage bezieht sich auf geistige Identität, nicht auf die Überhöhung der persönlichen Wünsche. Die Endung ṃ wird in der Umschrift als Anusvara bewahrt; der Avagraha entspricht dem Apostroph.

Verehrungsformel an Vishnu und Vasudeva

IAST:
namo bhagavate sarvaviṣṇave viśvarūpiṇe |
vāsudevāya cakrādisarvāyudhabhṛte namaḥ ||
Devanagari:
नमो भगवते सर्वविष्णवे विश्वरूपिणे ।
वासुदेवाय चक्रादिसर्वायुधभृते नमः ॥
Gottheit: Vishnu/Vasudeva.
Fundstelle: 24.42, im Vishnu-Panjara-Zusammenhang.
Übersetzung: Verehrung dem Erhabenen, dem alles umfassenden Vishnu von allgestaltigem Wesen! Verehrung Vasudeva, der das Rad und sämtliche übrigen Waffen trägt!
Einordnung: Die vollständig ausgeschriebene Anrufung wird als Vers der Vorlage wiedergegeben. Sie wird nicht mit dem an anderer Stelle codiert beschriebenen Zwölf-Silben-Mantra gleichgesetzt.

Rezitationswort beim inneren Nahrungsopfer

IAST der im Vers markierten Rede:
ahaṃ vaiśvānaro bhūtvā juhomyannaṃ caturvidham |
pacāmyevaṃ vidhānena
Devanagari:
अहं वैश्वानरो भूत्वा जुहोम्यन्नं चतुर्विधम् ।
पचाम्येवं विधानेन
Gottheit beziehungsweise Bezug: Vaishvanara, das innere Feuer.
Fundstelle: 7.89.
Übersetzung: Als Vaishvanara bringe ich die vier Arten der Nahrung dar und verdaue sie auf diese Weise.
Einordnung: Der Sanskritvers schließt an diese Rede mit iti und der Anweisung zum maßvollen Essen an. Wiedergegeben ist hier genau die als Rede markierte Passage, ohne eine zusätzliche Om- oder Svaha-Endung. Sie gehört zur inneren Opferbetrachtung, nicht zu einer medizinischen Aussage über die Verdauung.

Weitere benannte oder codierte Mantras

Fundstelle Bezeichnung beziehungsweise Zusammenhang Grund für den Verzicht auf eine ergänzte Rezitationsformel
4.77; Kapitel 9 Hrillekha beziehungsweise ursprüngliche Shakti Die Stelle nennt den geistigen Bezug; technische Ableitungen sind gesondert zu prüfen. Ein geläufiges Bija wird nicht stillschweigend eingesetzt.
8.1–3 Tripura-Vidya Lautverschlüsselung; keine zusätzliche Formel aus einer anderen Sri-Vidya-Überlieferung.
16.2 Mahaganapati Zusammengesetzte, zum Teil beschädigte Laut- und Wortanweisung.
19.1 Acht-Silben-Mantra Codierte Entnahmevorschrift, keine hier wörtlich ausgeschriebene Gesamtformel.
21.2 Zwölf-Silben-Mantra Beschädigte beziehungsweise verschlüsselte Silbenanordnung.
23.2 Narasimha-Anushtubh Zusammensetzung durch einzusetzende Wörter und Endungen; keine Rekonstruktion in dieser Ausgabe.
26.2–3 Dakshinamurti-Mantra Beschädigte Lautfolge; aus einzelnen verständlichen Wörtern wird keine Gesamtformel erzeugt.
28.2 Gayatri mit Vyahritis und Shiras Verweis auf eine überlieferte Formel; der Vers selbst schreibt sie nicht vollständig aus.
30.2 Tryambaka-Mantra Nennung über den Anfang; keine Ergänzung aus einer anderen Quelle.
31.2 Prana-Pratishtha Anweisung zur Formulierung mit veränderlichem Bezug; kein unverändert zu rezitierender Volltext.

Ein Gebet für den Alltag

„Herr der Götter, möge all mein Handeln deine Verehrung sein!“ (20.69) kann als deutscher Gebetsvers das Studium begleiten. So wird das Gelesene zu einer Frage an die eigene Lebensführung: Was kann ich heute aufmerksamer, wahrhaftiger und liebevoller tun?

Begleitende Videos

Die folgenden Videos aus der bereitgestellten Yoga-Vidya-Auswahl dienen der allgemeinen Vertiefung, nicht als philologischer Kommentar.

Textgrundlage

Die Übersetzungen folgen derselben Devanagari-Vorlage wie der Hauptartikel. Es wurden 108 verschiedene Versstellen ausgewählt, ohne Verdoppelung. Diese Auswahl ergänzt die durchgehende deutsche Bearbeitung im Hauptartikel. Die genaue Identität der verwendeten Druckausgabe ist aus der elektronischen Vorlage nicht ersichtlich.

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Prapanchasara Tantra: Einführung und deutsche Übersetzung · Sanskrit in IAST · Sanskrit in Devanagari · 108 inspirierende Verse und Mantras