Prapanchasara Tantra 108 Inspirierende Verse und Mantras
Prapanchasara Tantra – 108 inspirierende Verse und Mantras lädt dazu ein, die Welt aus ihrem geistigen Zusammenhang zu betrachten. Die folgenden 108 unterschiedlichen Verse führen von der Urkraft und dem Klang über Atem, Kundalini und innere Verehrung zu Erkenntnis, Hingabe und verantwortlichem Handeln.
Die Auswahl enthält ausschließlich deutsche Versübersetzungen; Sanskrit steht erst im anschließenden Mantra-Abschnitt. Die Nummern 1–108 zählen die Auswahl, die Fundstellen verweisen auf die Sanskritvorlage. Die Hauptausgabe bearbeitet alle 33 Kapitel; alle hier ausgewählten Stellen sind darin enthalten. Lokale Hinweise benennen unsichere Lesungen.

Prapanchasara Tantra: Einführung und deutsche Übersetzung · Sanskrit in IAST · Sanskrit in Devanagari · 108 inspirierende Verse und Mantras
Mit den Versen leben
Wähle einen Vers oder eine zusammenhängende Versgruppe und lies die Stelle langsam. Lasse zunächst die Worte wirken. Frage dann: Welche Haltung spricht mich an, und wie könnte sie heute in einer konkreten Begegnung lebendig werden? Du kannst eine Stelle mehrere Tage begleiten lassen. Verse, deren Satz sich über die Nummerngrenze fortsetzt, gehören beim Lesen zusammen. Ritual- und Wirkungsverheißungen bleiben Aussagen der historischen Quelle; die Auswahl macht daraus keine persönlichen Übungs- oder Heilungsanweisungen.
108 ausgewählte Verse
Ursprung, Welt und Bewusstsein
1. Fundstelle 1.1
Möge Sharada, die ewige Herrin der ganzen Welt, der Schoß des Alls, eurem Geist Reinheit schenken! Ihr Gesicht, ihre Arme, Füße, ihre Mitte und ihr Herz sind aus den sieben Lautgruppen gestaltet, die mit a, ka, ca, ṭa, ta, pa und ya beginnen. [Die Zusammensetzungen der Vorlage sind teilweise beschädigt; der Segenswunsch und die Zuordnung der Lautgruppen sind erkennbar.]
2. Fundstelle 1.16
„Herr, sei uns gnädig! Herr der Welt, wer sind wir? Durch wen sind wir entstanden? Was ist unser Ursprung, was unsere Aufgabe? Bitte erkläre uns dies alles.“
3. Fundstelle 1.17
So gefragt, antwortete das höchste Licht mit wenigen Worten: „Ihr seid aus Akshara, dem unvergänglichen Laut, hervorgegangen und bewirkt Schöpfung, Erhaltung und Ende.
4. Fundstelle 1.22
Sie, die Urnatur, ist feiner als das Feinste und größer als das Größte; sie durchdringt Bewegliches und Unbewegliches. Alles Leuchtende, Sonne, Mond und anderes, hat an ihrem Wesen teil.
5. Fundstelle 1.23
Sie lässt sich nicht durch Farben wie Weiß, Rot oder Gelb bestimmen. Auch ist sie nicht auf eine bestimmte Eigenschaft oder ein bestimmtes Element festgelegt.
6. Fundstelle 1.24
Sie erfüllt die Körper der verkörperten Wesen, im Innersten und außerhalb. Ihr Wesen ist nur unmittelbar zu erfahren; durch die Unterweisung des Lehrers wird sie erkannt.
7. Fundstelle 1.26
Man nennt sie Pradhana, die Urgrundlage, und Shakti, die Kraft. Sie trägt euch ebenso wie mich unablässig und reicht über uns hinaus.
8. Fundstelle 1.27
Sie bin ich; sie seid ihr. Alles andere, was erkannt werden kann, gilt als sie. Bei der Weltauflösung geht diese ganze bewegliche und unbewegliche Welt in sie ein.
9. Fundstelle 1.28
Sie allein kennt sich selbst als die Höchste; kein anderer ist ihr Erkenner. In ihrer Gestalt als Zeit wird sie jedoch von mir stets vollständig erkannt.
10. Fundstelle 1.41
Diese wird Tattva genannt. In der Nähe des Lichtes reinen Bewusstseins verdichtet sich die Urnatur, indem sie schöpferisch tätig werden will, und nimmt den Zustand des Bindu an.
11. Fundstelle 1.42
Wenn die Zeit diesen Bindu aufgliedert, wird er dreifach. Seine Dreiheit wird als grob, fein und höchst bezeichnet.
12. Fundstelle 1.43
Man beschreibt sie auch als Bindu, Nada und Bija. Aus dem sich öffnenden Bindu entsteht ein Klang, dessen Wesen noch unoffenbar ist.
13. Fundstelle 1.44
Die mit der heiligen Überlieferung Vertrauten nennen diesen Klang Shabda-Brahman, Brahman als Klang. Wie er sich entfaltet, will ich nun erläutern.
14. Fundstelle 1.47
Aus Klang entsteht der Raum; mit Berührung die Luft; mit beiden und mit Gestalt das Feuer; mit diesen und Geschmack das Wasser; mit ihnen und Geruch die Erde. So entstehen die fünf Elemente entsprechend der Folge ihrer Eigenschaften.
15. Fundstelle 1.52
Im Raum liegt die Luft, in ihr das Feuer, darin das Wasser und in diesem die Erde. Auf ihr entstehen alle Wesen, bewegliche und unbewegliche.
16. Fundstelle 1.58
Sattva, Rajas und Tamas heißen ihre drei Gunas. Durch deren Verbindung und die daraus entstehenden dreifachen Unterscheidungen ist die ganze Welt durchwoben.
17. Fundstelle 1.60
So ist diese Schöpfung entstanden, und so wird die Welt erfahren. In der Erfahrung des Alls wird die vielfältige Entfaltung, Prapancha, erkannt.
18. Fundstelle 1.61
Was Shabda-Brahman genannt wurde, wird nun weiter erläutert. Was darüber hinausgeht, lässt sich nicht aussprechen, da es seinem Wesen nach nur unmittelbar erfahren wird.
19. Fundstelle 1.62
Die Weisen verstehen unter Shabda-Brahman eine Wirklichkeit, die durch Klang erschlossen wird. Der zuvor erwähnte ursprüngliche Klang ist jedoch nicht von der Art eines gewöhnlichen Lautes, der von sich aus einen bestimmten Gegenstand erkennen ließe.
20. Fundstelle 1.63
Er ist vielmehr überall eingewoben. Wenn die Grundlage der Elemente entstanden ist, erscheint er wiederum in den Körpern der Lebewesen, ohne dass seine Bedeutung bereits bewusst wäre.
21. Fundstelle 1.81
Die erste Nadi heißt Sushumna. Die linke ist als Ida zu erkennen, die rechte wird Pingala genannt.
22. Fundstelle 1.86
Durch sie erhält das Wesen Nahrung wie ein Feld durch einen Bewässerungsgraben. Allmählich wird es durch die aus der Nahrung der Mutter gewonnenen Körperstoffe ernährt.
23. Fundstelle 1.91
Sie nennen noch viele weitere Unterteilungen. Durch all diese Bahnen breitet sich überall der Lebenswind aus, der den Körper in Tätigkeit hält.
24. Fundstelle 1.99
Doch wozu viele Worte? Durch die Nähe des Purusha entfaltet sich die machtvolle Prakriti, differenziert durch die Gunas und in Gestalt der drei Doshas.
25. Fundstelle 1.104
Wenn diese große Kraft sich durch die inneren und äußeren Instrumente schrittweise zum Ausdruck bringen will, entfaltet sich der Klang, der aus dem Aufbrechen des Bindu hervorgeht.
Sprache und lebendige Kraft
26. Fundstelle 2.44
Der zuerst aus Muladhara aufsteigende Vorgang heißt Para, danach Pashyanti. Wenn er das Herz erreicht und sich mit dem Erkenntnisvermögen verbindet, heißt er Madhyama; im Mund wird er Vaikhari. Bei dem zum Weinen ansetzenden Wesen entstehen so, an Sushumna gebunden und vom Lebenswind bewegt, die Lautgruppen.
27. Fundstelle 2.52
Selbst wenn es nur unverständliche Laute hervorbringt, strömt Kundalini dabei immer wieder aus Muladhara hervor, als die Sushumna umwindende Kraft.
28. Fundstelle 2.55
Die Vielgehörten nennen sie dann Tara und sagen, ihr Wesen sei Om. Andere nennen dieselbe Shakti das Selbst Haris.
29. Fundstelle 2.56
Sie ist die drei Gunas, die drei Doshas, die drei Farben und der dreifache Veda. Sie ist die drei Welten, die Trimurti und die dreifache Linie: So wird ihre Besonderheit beschrieben.
30. Fundstelle 2.68
Wenn die Göttin sich in fünfzig Teile entfaltet, ihren göttlichen Zustand in sich tragend, bringt sie durch den Nada, der im Hohlraum der Sushumna aufsteigt, der Reihe nach die fünfzig Laute hervor.
Kundalini, Hamsa und Einheit
31. Fundstelle 4.12
Die Weisen erkennen diese im Herzen gegenwärtige Kraft als Kundali. Die Göttin tönt unablässig, wie eine Biene einen melodischen Klang hervorbringt.
32. Fundstelle 4.13
Ihre durch das eigene Wesen verdichtete Gestalt wird auf verschiedene Weise beschrieben. Kundali ist in jedem Fall als die der Sushumna folgende Kraft zu erkennen.
33. Fundstelle 4.17
Das ha wird als Purusha bezeichnet, das sa als Prakriti verstanden. Diese Shakti gilt als Ajapa und bewegt sich auch auf dem rechten und linken Weg.
34. Fundstelle 4.19
Bindu heißt Purusha, Visarga gilt als Prakriti. Hamsa besteht aus Purusha und Prakriti; von diesem Wesen ist die ganze Welt.
35. Fundstelle 4.20
Indem sie ihre eigene Purusha-Gestalt erkennt, gelangt sie zur Erfahrung „So'ham – Das bin ich“. Dies ist der Paramatman genannte Mantra jener großen Mantrakraft.
36. Fundstelle 4.24
Nach den entsprechenden Lauten gegliedert, heißt sie Gayatri, weil sie den Singenden schützt. In ihrer siebenfachen Gestalt wird sie als die sieben Planeten umfassend beschrieben.
37. Fundstelle 4.29
Diese Kraft durchdringt alles und nimmt fortwährend die Gestalt der Sonne an. Wo immer ihr eigenes Licht hinreicht, dort wird ihre Gegenwart erkannt.
38. Fundstelle 4.63
Wer langes Leben wünscht, soll den ihm zugeordneten Baum niemals fällen. Er soll ihn wässern, sein Wachstum fördern, ihn verehren und sich vor ihm verneigen.
39. Fundstelle 4.77
Durch ihre Erkenntnis lösen Menschen die gesamte Bindung an das Handeln und gelangen zu Vishnus höchster Stätte. Darum wiederholt und verehrt beständig diese Hrillekha, die das Leben der Wesen in allen drei Welten ist.
Einweihung und Mantra
40. Fundstelle 5.2
Weil sie göttliche Bewusstheit schenkt und Verfehlungen schwinden lässt, heißt sie Diksha. Mantra heißt so, weil das betrachtende Verinnerlichen der Wirklichkeit vor Furcht schützt.
Verehrung im eigenen Leib
41. Fundstelle 6.2
Der Seher wird wegen seiner Lehrerstellung auf dem Haupt getragen; das Versmaß gehört, weil es aus Lauten besteht, zur Zunge. Die Gottheit des Mantras wird stets im Herzen verortet, weil sie durch innere Erkenntnis zu erfassen ist.
Das innere Opfer
42. Fundstelle 7.80
Wer im mittleren Feuer durch Raum alles Hörbare opfert, im östlichen durch Luft das Berührbare, im westlichen durch Feuer das Sichtbare, im nördlichen durch Wasser den Geschmack und im südlichen durch Erde den Geruch, begleitet von den entsprechend leuchtenden Lauten, dessen inneres Selbst wird durch das Durcharbeiten alles Erkennbaren offenbar.
43. Fundstelle 7.82
In ihm, dessen Ursprung wie die Weltaltersonne und dessen Inneres wie das Weltalterfeuer leuchtet, erscheinen Mond, Sonne, Planeten, Zeit, Elemente, Welten und Brahma, Shiva und Vishnu. Er ist unoffenbar, unvergänglich genannt, nektarhaft, vom Glanz der beiden Lichtkräfte erhellt, aus ewiger Wonne bestehend, ohne Anfang und Ende: Sein Wesen ist Hamsa.
44. Fundstelle 7.83
Für die Mantrakundigen, die diese Ordnung täglich beim Essen pflegen, werden Prana und die übrigen Lebenswinde zu den Opferstätten Garhapatya und den weiteren Feuern.
45. Fundstelle 7.89
„Als Vaishvanara bringe ich die vier Arten der Nahrung dar und verdaue sie auf diese Weise.“ In diesem Bewusstsein esse man mit beherrschten Sinnen, bis die angemessene Sättigung erreicht ist.
46. Fundstelle 7.91
Man betrachte das ursprüngliche, Kshetrajna genannte Selbst in Prakriti: das Eine, Unendliche, das die vierzehn Welten durchdringt, durch die reinen Speisegaben an die fünf Feuerzungen erfreut und durch begriffliches Denken nicht zu fassen ist. [Das Wort für „erfreut“ ist beschädigt überliefert.]
47. Fundstelle 7.93
Dieser dein Leib, Brahma, wird als die Lautgirlande beschrieben, welche alle Erscheinungen einschließlich der Veden, ihrer sechs Hilfswissenschaften und der Shastras umfasst und hier Schöpfung, Erhaltung und Auflösung des Alls bewirkt.
48. Fundstelle 7.94
Darum setzt diese mit der Welt verbundene Lautgirlande im Nyasa ein, wiederholt sie, opfert und verehrt sie mit Hingabe: zur Erlangung unvergleichlicher dichterischer Kraft, langen Lebens, Ruhmes, Schönheit und Fülle, zur Beseitigung von Unheil und Krankheit und zur Befreiung.
Das Herz wendet sich der Göttin zu
49. Fundstelle 8.2
Weil die Göttin vor der Entstehung der Trimurti da war, das Wesen des dreifachen Veda ist und bei der Auflösung auch die drei Welten erfüllt, wird Ambika vornehmlich Tripura genannt.
50. Fundstelle 8.64
Du, die im makellosen Lotus wohnt und dem Geist Reinheit schenkt, Liebliche von schöner Gestalt und edlem Wesen: Stets verneige ich mich vor deinem Lotusfuß.
51. Fundstelle 8.65
Du allein bist jene, die in der Welt als Tochter des Berges, Durga, Kamala und Tripura unterschieden wird. Herrin der Sprache, sei mir mit deinem ganzen Wesen gnädig!
52. Fundstelle 8.67
Durch die Macht deines Lichtes, das aus der Öffnung des Muladhara aufsteigt und einem Lotusfaden gleicht, tragen Gesicht, Hände, Füße und die übrigen Glieder die Gruppen der Laute. Sei mir gnädig!
53. Fundstelle 8.68
Du, deren Leib die Laute sind, von unsterblicher Schönheit, von den großen Yogis unermüdlich gesucht und jenseits begrifflicher Bestimmung: Göttin, schenke mir die Kraft, dich zu preisen!
54. Fundstelle 8.69
Die Edelsteine an den Kronen der Götter und Asuras erhellen deine beiden Lotusfüße. Du, deren Wesen alle Agamas sind, Herrin des Alls: Sei in mir gegenwärtig!
55. Fundstelle 8.70
Du hältst Buch und Gebetskette in den Händen; deine schönen Arme zeigen die Gesten der Gabe und der Furchtlosigkeit. Dein Leib ist rein wie Kampfer. Herrin der Sprache, reinige bald meinen Geist!
56. Fundstelle 8.71
In feines Leinen gekleidet, mit Perlen und Edelsteinen geschmückt, Wohnstätte der Freude, deren Mondgesicht vom Mondlicht des Lächelns erblüht: Mutter, sei mir gnädig!
57. Fundstelle 8.72
Du bist Wissen selbst und vernichtest Unwissenheit; du leuchtest den Kennern des inneren Selbst. Von den ursprünglichen Weisen in Prosa und Versen gepriesen: Sei mir gnädig!
58. Fundstelle 8.73
Dreigesichtige, Verkörperung der drei Veden, Tripura, deren Füße von den Göttern verehrt werden, deren Gesicht mit drei Augen strahlt, ursprüngliches Wesen der Trimurti: Sei mir gnädig!
59. Fundstelle 8.74
Du bist das Wesen der Veden. Etymologie, Himmelskunde, Grammatik, Rituallehre, Lautlehre und Versmaß bilden deine sechs Glieder. Sei mir gnädig!
60. Fundstelle 8.75
Diejenigen, deren Geist durch das Verweilen an deinen Lotusfüßen erhoben ist, werden von Makeln nicht befleckt. Erhabene, höchste Herrin, sei mir, der ich dir hingegeben bin, gnädig! [Das Satzende der Vorlage ist unvollständig gefügt.]
61. Fundstelle 8.26, zweite Nennung nach 8.75
Du, deren Wesen Erkenntnis ist, die auf der schönen Bühne der Herzenslotusse der Weisen tanzt: Erhabene, Spenderin des Guten, gewähre mir Hingabe, die das Werden und Vergehen durchbricht! [Originalnummer: 8.26, zweite Nennung nach 8.75.]
62. Fundstelle 8.77
Wer diesen Lobpreis der Herrin der Sprache bei Japa, Verehrung und Feueropfer wiederholt, dessen geistige Regungen werden rein. Beim Ende des Körpers erreicht er die ewig reine Stätte.
Ajapa und das höchste Selbst

63. Fundstelle 14.20
Sonne, Mond und Feuer, die alle Dinge durchdringen, vereine man; mit dem guna-geprägten Om und der Hrillekha ziehe man sie samt ihren Eigenschaften zusammen. Indem der Mantraübende alles durchdringt und in Hamsa zusammenfasst, wird er durch Yoga zur ewigen, reinen, ungeteilten und unvergänglichen Stätte.
64. Fundstelle 14.21
Nun lehre ich den höchsten Ajapa-Mantra, ein Mittel, den gesamten Samsara zu überwinden. Ihm schreibt der Text die Kraft zu, Verfehlung, Krankheit und Gift zu beseitigen und gewünschte Vollendung hier und jenseits zu gewähren.
65. Fundstelle 14.22
Das als Vishnu-Stätte bezeichnete Lautglied, mit dem Mondteil verbunden, und der verschlüsselt bezeichnete weitere Laut ergeben den Mantra des Kenners des Feldes. Diesen wiederholt das Selbst beständig. [Die Lautcodierung der ersten Hälfte ist beschädigt; eine vollständige Formel wird daraus hier nicht ergänzt.]
66. Fundstelle 14.24
Möge jene Gestalt, halb Ambika, halb Ishvara, euch die Erfüllung eurer Anliegen schenken: rötlich-golden, auf einem Lotus sitzend, mit den Kennzeichen von Gauri und Hara, von mildem Feuerlicht umgeben, mit Schlinge, Axt und den Gesten der Furchtlosigkeit und Gnadengabe. [Einzelne Wörter der Vorlage sind beschädigt.]
67. Fundstelle 14.29
Der Besonnene vergegenwärtige sich das ursprüngliche Bija, gestärkt durch den Bindu und verbunden mit dem sa-Laut, der vom Nektar zweier Monde erfüllt ist. Wenn er diesen Mantra in der Einheit mit dem eigenen Selbst verehrt, wird er von Verfehlungen frei.
68. Fundstelle 14.36
Damit ist, ihr besten Mantrakundigen, die Ordnung des Ajapa-Mantras in Kürze erläutert. Wer sie empfängt, soll Anteil an Fülle, Glück, Dharma, Ruhm, Lebensgenuss und Befreiung gewinnen.
Yoga als Weg der Sammlung
69. Fundstelle 18.1
Nun erläutere ich den höchsten Mantra, der Pranava heißt, samt seiner Wiederholung, Verehrung, Feueropferordnung und inneren Betrachtung: Er beseitigt alles Unheil, gleicht einem Wunschbaum für vielerlei Anliegen, schenkt die Frucht der Befreiung und wird von reinen Yogis gepflegt.
70. Fundstelle 18.13
Nachdem der Mantrakundige dieses Om durch Japa, Feueropfer und Verehrung in sein Leben aufgenommen hat, übe er auch die Wege des Yoga. Durch sie erlangt er hier umfassende Fülle und zuletzt Vishnus reine, höchste Stätte.
71. Fundstelle 18.14
Was weder Hände noch Füße noch Gesicht besitzt, was unablässig gegenwärtig ist und nirgends anders als im Selbst gefunden wird: Wenn der Wahrheitskenner diese Stätte des Selbst in sich erkennt, nennt man dies Yoga.
72. Fundstelle 18.15
Begehren, Zorn, Gier, Verblendung, Hochmut und Neid sind die sechs Feinde, die das Erlangen von Yoga beeinträchtigen. Mit entschlossenem Geist überwinde der Yogakundige sie durch die acht heilsamen Glieder des Yoga.
73. Fundstelle 18.16
Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi werden als die acht zum Yoga gehörenden Glieder genannt.
74. Fundstelle 18.17
Wahrhaftigkeit, Nichtverletzen, Gleichmut, Standhaftigkeit, Nichtstehlen, Geduld, Aufrichtigkeit und Nichtanhaften bilden Yama. Selbststudium, Askese, Verehrung und Gelübde gehören zu den folgenden Regeln.
75. Fundstelle 18.24
darüber denke er nach; wenn der Geist darin aufgeht, heißt dies Samadhi. Durch diese acht beschriebenen Glieder wird der innere Feind vom Selbstkenner rasch bezwungen.
76. Fundstelle 18.30
Man habe maßvoll gegessen und gut verdaut, angemessen geschlafen und Ähnliches beachtet. In einem guten Haus mit reinem Boden, geschützt vor Kälte und anderen Störungen, sitze man bequem nach Osten gewandt, mit geschlossenen Augen, auf einem sauberen, weichen Sitz aus Tuch, Fell und Kusha-Gras.
77. Fundstelle 18.31
Die geöffnete linke Hand lege man in den Schoß, darüber die rechte. Aufrecht, heiter und mit gesammelten Sinnen vergegenwärtige man sich die eigene Grundlage als vollkommen ebenmäßig.
78. Fundstelle 18.32
In ihrer Mitte betrachte man Pranava, in Pranava den Bindu und im Bindu den Nada. Om lasse man der Vorschrift gemäß bis zum Ende der Sushumna aufsteigen.
79. Fundstelle 18.33
In deren Mitte vergegenwärtige man sich stets das reine Shabda-Brahman, fein wie ein allerzartester Faden: das Licht, dessen Wesen Om ist und das allem Beweglichen und Unbeweglichen zugrunde liegt.
80. Fundstelle 18.34
Omkara, Guna-Bija, Pranava, Tara, Dhruva und Vedadi sind seine Namen. Auch heißt es: a am Anfang, u in der Mitte, m am Ende; daher wird es dreimaßig genannt. [„Omkara“ ist in der Vorlage beschädigt geschrieben.]
81. Fundstelle 18.35
Weil es am Anfang des Veda steht, wird es auch allen Mantras vorangestellt. Es ist der Ursprung in jedem Körper und wird übereinstimmend als Brahman bezeichnet.
82. Fundstelle 18.37
Indem man Om wieder und wieder erklingen lässt, führe man es stufenweise bis zum Dvadashanta hinauf. Man übe so lange, bis der Geist in dem innerlich vergegenwärtigten Om zur Ruhe kommt und aufgeht.
83. Fundstelle 18.44
Dieses ist Licht und Bewusstsein, das auf nichts anderes gerichtet ist: frei von Gegensätzen, ungeteilt, stets voller Wonne und fein; überall gegenwärtig, aber nicht durch Merkmale wie Gesicht, Hände, Füße oder Augen festzulegen.
84. Fundstelle 18.46
Oder der Yogi erkenne nacheinander die fünf mit Yoga verbundenen Zustände und übe beständig mit ihnen, um die Befreiung unmittelbar zu verwirklichen.
85. Fundstelle 18.47
Diese sind Wachen, Traum, Tiefschlaf, Turiya und das darüber Hinausgehende. Wenn das Selbst durch seine Sinne Gegenstände erfährt, ist dies Wachen.
86. Fundstelle 18.48
Wenn es Erfahrungen macht, obwohl die Sinne nicht bewusst tätig sind, ist dies Traum. Die ungestörte Ruhe infolge der Hinwendung zum Selbst heißt Tiefschlaf.
87. Fundstelle 18.58
Wer sich täglich durch diese gelehrten Yogawege sammelt, erlangt bald jene bleibende Vollendung, die aus dem gesamten Samsara befreit.
88. Fundstelle 18.59
Bei dem, dessen Geist täglich durch diese unterschiedlichen Yogawege in der Sammlung gefestigt wird, zeigen sich Vollendungen als Tore zum Eintritt in die Stadt der Befreiung.
89. Fundstelle 18.63
Prapti und Prakamya bilden die acht übernatürlichen Vermögen des Yogis. Der mit ihnen ausgestattete Yogi wird als zu Lebzeiten befreit bezeichnet, immer erfüllt von der Wonne, den großen Nektar der Yogaerfahrung zu trinken.
90. Fundstelle 18.64
So ist diese Lehre von Pranava erläutert. Wer sie mit Hingabe durch Japa und die weiteren Formen der Praxis pflegt, erreicht jene alldurchdringende, ewig reine und bewusste höchste Stätte Vishnus.
Das Leben wird zur Hingabe
91. Fundstelle 20.54
Sei mir gnädig, Erhabener, dessen Inneres durch Unwissenheit gehemmt ist! Schenke mir höchste Hingabe, die sich nach dem Staub deiner Lotusfüße sehnt. [Das Verb des zweiten Satzes wird aus dem Gebetszusammenhang ergänzt.]
92. Fundstelle 20.55
Ungeborener, Erhabener, sei gnädig, du Hülle unermesslichen Lichtes! Unermesslicher, Beseitiger unseres Leides, höchster Purusha, sei uns gnädig!
93. Fundstelle 20.56
Du, dessen Wesen nur unmittelbar erfahrbar ist, unser Selbst aus Wonne, frei von Leiden, von unbegreiflicher Essenz, Selbst des Alls: Sei gnädig, unbefleckter Herr!
94. Fundstelle 20.63
Verehrung dir mit dem lotushaften Blick! Verehrung dir, Wohltat für die Augen! Verehrung dem Herrn, der Verfehlungen hinwegnimmt! Verehrung dir, der alle Furcht vertreibt!
95. Fundstelle 20.64
Verehrung dir, der alle Wesen in sich trägt! Verehrung dir, Träger des Kaustubha! Verehrung dir, der dem Auge entzogen ist! Verehrung dir, der den Bereich der Sprache überschreitet!
96. Fundstelle 20.67
Verehrung dem All, dem vom All Verehrten, dem Selbst aller Wesen! Verehrung dem, über den die Yogis meditieren! Verehrung dem, dessen Gestalt das innere Selbst ist!
97. Fundstelle 20.68
Verehrung dir, der seinen Verehrern Lebensfülle schenkt und Befreiung gewährt! Mögen die Bewegungen meines Geistes, meiner Sprache und meines Körpers zu Meditation, Lobpreis und Verneigung werden.
98. Fundstelle 20.69
Herr der Götter, möge all mein Handeln deine Verehrung sein! Selbst meine Berührung mit den Sinnesgegenständen möge eine Opfergabe an dich sein, Vishnu, Unerschütterlicher!
99. Fundstelle 20.70
Wer mit Herz und Hand beständig der Verehrung Vishnus durch Feueropfer, Japa und Puja hingegeben ist, erlangt die ersehnten Ziele, wird im Innersten froh und erreicht die höchste Befreiung, frei von Geburt und Tod.
Mitgefühl, Verantwortung und das vollkommene Licht

100. Fundstelle 33.24
Er soll hervorragend, umfassend kundig und sowohl zur Begrenzung als auch zur Förderung fähig sein; bemüht, die sechs inneren Feinde zu überwinden, frei von Härte und Streit.
101. Fundstelle 33.26
Er soll das Gute gewähren, Unheil beseitigen und sichtbares wie unsichtbares Wohlergehen fördern, stets mit besonderer Freude der Verehrung Shivas und Vishnus hingegeben.
102. Fundstelle 33.27
Er soll friedvoll, selbstbeherrscht und im Geist still sein, von sehr anziehender Erscheinung. Selbst wenn es ihm Mühe oder Leid bereitet, soll er nach dem Wohl anderer streben.
103. Fundstelle 33.31
Seine Unternehmungen sollen mit den erforderlichen Voraussetzungen versehen sein. Tiefgründig und frei von Heuchelei, soll er wie ein Spiegel des Wissens sein und die Erkenntniswege nicht herabsetzen.
104. Fundstelle 33.36
Er soll nicht stehlen, der geistigen Überlieferung vertrauen, sich um Befreiung bemühen, untadelig und ohne Falschheit sein sowie über die erforderlichen Mittel und geistige Bereitschaft verfügen.
105. Fundstelle 33.40
Er soll anderen helfen und davon abstehen, sie herabzusetzen. Die Frau des Lehrers soll er wie eine Mutter, dessen Söhne wie Brüder betrachten.
106. Fundstelle 33.58
Er spreche keine Worte, die Menschen beunruhigen, ihre guten Tätigkeiten vereiteln oder ihre tragende Ordnung zerstören.
107. Fundstelle 33.61
Wer mit täglich neu bereitem Herzen Götter, Seher, Ahnen, Gäste und Feuer ehrt, gewinnt hier die ersehnten Lebensgüter und geht nach dem Tod zur höchsten Stätte des ursprünglichen Purusha.
108. Fundstelle 33.63
Sonne, Mond und Feuer nähren die Welten mit ihrer Kraft, die durch die Macht der Urnatur in unterschiedliche Strahlenanteile hervortritt. Verehrung jenem vollkommenen Licht, in dem sie alle ihren Grund haben!
Vom Lesen ins Leben
Lass das Studium mit einem stillen Moment enden. Vielleicht begleitet dich ein Wort, eine Bitte oder eine Frage in den Tag. Am Abend kannst du betrachten, wo du aufmerksamer, wahrhaftiger oder geduldiger gehandelt hast. Auf diese Weise verbindet sich das Lesen mit der eigenen Erfahrung, ohne dass jede symbolische oder rituelle Einzelheit sofort erschlossen sein muss.
Konkordanz der 108 Verse
| Auswahl | Fundstelle im Prapanchasara Tantra |
|---|---|
| 1 | 1.1 |
| 2 | 1.16 |
| 3 | 1.17 |
| 4 | 1.22 |
| 5 | 1.23 |
| 6 | 1.24 |
| 7 | 1.26 |
| 8 | 1.27 |
| 9 | 1.28 |
| 10 | 1.41 |
| 11 | 1.42 |
| 12 | 1.43 |
| 13 | 1.44 |
| 14 | 1.47 |
| 15 | 1.52 |
| 16 | 1.58 |
| 17 | 1.60 |
| 18 | 1.61 |
| 19 | 1.62 |
| 20 | 1.63 |
| 21 | 1.81 |
| 22 | 1.86 |
| 23 | 1.91 |
| 24 | 1.99 |
| 25 | 1.104 |
| 26 | 2.44 |
| 27 | 2.52 |
| 28 | 2.55 |
| 29 | 2.56 |
| 30 | 2.68 |
| 31 | 4.12 |
| 32 | 4.13 |
| 33 | 4.17 |
| 34 | 4.19 |
| 35 | 4.20 |
| 36 | 4.24 |
| 37 | 4.29 |
| 38 | 4.63 |
| 39 | 4.77 |
| 40 | 5.2 |
| 41 | 6.2 |
| 42 | 7.80 |
| 43 | 7.82 |
| 44 | 7.83 |
| 45 | 7.89 |
| 46 | 7.91 |
| 47 | 7.93 |
| 48 | 7.94 |
| 49 | 8.2 |
| 50 | 8.64 |
| 51 | 8.65 |
| 52 | 8.67 |
| 53 | 8.68 |
| 54 | 8.69 |
| 55 | 8.70 |
| 56 | 8.71 |
| 57 | 8.72 |
| 58 | 8.73 |
| 59 | 8.74 |
| 60 | 8.75 |
| 61 | 8.26, zweite Nennung nach 8.75; vermutlich für 8.76 |
| 62 | 8.77 |
| 63 | 14.20 |
| 64 | 14.21 |
| 65 | 14.22 |
| 66 | 14.24 |
| 67 | 14.29 |
| 68 | 14.36 |
| 69 | 18.1 |
| 70 | 18.13 |
| 71 | 18.14 |
| 72 | 18.15 |
| 73 | 18.16 |
| 74 | 18.17 |
| 75 | 18.24 |
| 76 | 18.30 |
| 77 | 18.31 |
| 78 | 18.32 |
| 79 | 18.33 |
| 80 | 18.34 |
| 81 | 18.35 |
| 82 | 18.37 |
| 83 | 18.44 |
| 84 | 18.46 |
| 85 | 18.47 |
| 86 | 18.48 |
| 87 | 18.58 |
| 88 | 18.59 |
| 89 | 18.63 |
| 90 | 18.64 |
| 91 | 20.54 |
| 92 | 20.55 |
| 93 | 20.56 |
| 94 | 20.63 |
| 95 | 20.64 |
| 96 | 20.67 |
| 97 | 20.68 |
| 98 | 20.69 |
| 99 | 20.70 |
| 100 | 33.24 |
| 101 | 33.26 |
| 102 | 33.27 |
| 103 | 33.31 |
| 104 | 33.36 |
| 105 | 33.40 |
| 106 | 33.58 |
| 107 | 33.61 |
| 108 | 33.63 |
Wichtige Mantras des Prapanchasara Tantra
Das Werk beschreibt viele Mantras durch Lautnamen, Positionen, Gottheiten und verschlüsselte Anweisungen. Die folgende Auswahl trennt eindeutig benannte Lautgestalten und vollständig ausgeschriebene Formeln von solchen Codierungen. Es werden keine beschädigten Formeln vervollständigt. Bei Bijas wird keine erfundene wörtliche Übersetzung angegeben.
IAST: oṃ
Devanagari: ॐ
Gottheit beziehungsweise Bezug: Paramatman; in der Meditation von Kapitel 18 auch Vishnu.
Fundstelle: 2.55; 18.1–4 und 18.32–35.
Bedeutung und Funktion: Pranava umfasst und sammelt die Mantras. Die Schrift beschreibt ihn durch a, u und m sowie Bindu, Nada und die weiterführende innere Betrachtung.
Einordnung: Om ist hier eine ausdrücklich benannte Lautgestalt. Das Zeichen ॐ und die Schreibweise oṃ sind die übliche redaktionelle Darstellung dieses Namens, keine Behauptung, das Einzelzeichen stehe in der Vorlage an diesen Stellen. Die beschädigte Buchstabencodierung von 18.2 wird nicht als zusätzliche Formel rekonstruiert.
Haṃsa: Purusha und Prakriti
IAST: haṃ sa — zusammen als Haṃsa bezeichnet.
Devanagari: हं स
Gottheit beziehungsweise Bezug: höchstes Selbst; Einheit von Purusha und Prakriti.
Fundstelle: 4.16–20; Ajapa-Zusammenhang 14.21–23.
Bedeutung und Funktion: Die getrennte Lautgestalt „haṃ sa“ steht in 4.16. Der Text verbindet ha mit Purusha und sa mit Prakriti; 4.19 nennt Haṃsa als deren Einheit und als Wesen der Welt.
Einordnung: Diese Lautlehre bildet einen Zugang zur Betrachtung der Einheit von Leben und Bewusstsein. Die beschädigte weiterführende Codierung in 14.22 wird daraus nicht ergänzt. Konkrete Nyasa- und Einweihungsformeln sind damit nicht wiedergegeben.
So’ham: „Das bin ich“
IAST: so'haṃ
Devanagari: सोऽहं
Gottheit beziehungsweise Bezug: Paramatman, das höchste Selbst.
Fundstelle: 4.20; ausdrücklich auch als Lautgestalt in 7.32 und 20.40.
Bedeutung und Funktion: „Das bin ich“ beziehungsweise „Ich bin jener“. In 4.20 erkennt die Shakti ihre eigene Purusha-Gestalt und gelangt zum So’ham-Bewusstsein.
Einordnung: Die Aussage bezieht sich auf geistige Identität, nicht auf die Überhöhung der persönlichen Wünsche. Die Endung ṃ wird in der Umschrift als Anusvara bewahrt; der Avagraha entspricht dem Apostroph.
Verehrungsformel an Vishnu und Vasudeva
IAST:
namo bhagavate sarvaviṣṇave viśvarūpiṇe |
vāsudevāya cakrādisarvāyudhabhṛte namaḥ ||
Devanagari:
नमो भगवते सर्वविष्णवे विश्वरूपिणे ।
वासुदेवाय चक्रादिसर्वायुधभृते नमः ॥
Gottheit: Vishnu/Vasudeva.
Fundstelle: 24.42, im Vishnu-Panjara-Zusammenhang.
Übersetzung: Verehrung dem Erhabenen, dem alles umfassenden Vishnu von allgestaltigem Wesen! Verehrung Vasudeva, der das Rad und sämtliche übrigen Waffen trägt!
Einordnung: Die vollständig ausgeschriebene Anrufung wird als Vers der Vorlage wiedergegeben. Sie wird nicht mit dem an anderer Stelle codiert beschriebenen Zwölf-Silben-Mantra gleichgesetzt.
Rezitationswort beim inneren Nahrungsopfer
IAST der im Vers markierten Rede:
ahaṃ vaiśvānaro bhūtvā juhomyannaṃ caturvidham |
pacāmyevaṃ vidhānena
Devanagari:
अहं वैश्वानरो भूत्वा जुहोम्यन्नं चतुर्विधम् ।
पचाम्येवं विधानेन
Gottheit beziehungsweise Bezug: Vaishvanara, das innere Feuer.
Fundstelle: 7.89.
Übersetzung: Als Vaishvanara bringe ich die vier Arten der Nahrung dar und verdaue sie auf diese Weise.
Einordnung: Der Sanskritvers schließt an diese Rede mit iti und der Anweisung zum maßvollen Essen an. Wiedergegeben ist hier genau die als Rede markierte Passage, ohne eine zusätzliche Om- oder Svaha-Endung. Sie gehört zur inneren Opferbetrachtung, nicht zu einer medizinischen Aussage über die Verdauung.
Weitere benannte oder codierte Mantras
| Fundstelle | Bezeichnung beziehungsweise Zusammenhang | Grund für den Verzicht auf eine ergänzte Rezitationsformel |
|---|---|---|
| 4.77; Kapitel 9 | Hrillekha beziehungsweise ursprüngliche Shakti | Die Stelle nennt den geistigen Bezug; technische Ableitungen sind gesondert zu prüfen. Ein geläufiges Bija wird nicht stillschweigend eingesetzt. |
| 8.1–3 | Tripura-Vidya | Lautverschlüsselung; keine zusätzliche Formel aus einer anderen Sri-Vidya-Überlieferung. |
| 16.2 | Mahaganapati | Zusammengesetzte, zum Teil beschädigte Laut- und Wortanweisung. |
| 19.1 | Acht-Silben-Mantra | Codierte Entnahmevorschrift, keine hier wörtlich ausgeschriebene Gesamtformel. |
| 21.2 | Zwölf-Silben-Mantra | Beschädigte beziehungsweise verschlüsselte Silbenanordnung. |
| 23.2 | Narasimha-Anushtubh | Zusammensetzung durch einzusetzende Wörter und Endungen; keine Rekonstruktion in dieser Ausgabe. |
| 26.2–3 | Dakshinamurti-Mantra | Beschädigte Lautfolge; aus einzelnen verständlichen Wörtern wird keine Gesamtformel erzeugt. |
| 28.2 | Gayatri mit Vyahritis und Shiras | Verweis auf eine überlieferte Formel; der Vers selbst schreibt sie nicht vollständig aus. |
| 30.2 | Tryambaka-Mantra | Nennung über den Anfang; keine Ergänzung aus einer anderen Quelle. |
| 31.2 | Prana-Pratishtha | Anweisung zur Formulierung mit veränderlichem Bezug; kein unverändert zu rezitierender Volltext. |
Ein Gebet für den Alltag
„Herr der Götter, möge all mein Handeln deine Verehrung sein!“ (20.69) kann als deutscher Gebetsvers das Studium begleiten. So wird das Gelesene zu einer Frage an die eigene Lebensführung: Was kann ich heute aufmerksamer, wahrhaftiger und liebevoller tun?
Begleitende Videos
Die folgenden Videos aus der bereitgestellten Yoga-Vidya-Auswahl dienen der allgemeinen Vertiefung, nicht als philologischer Kommentar.
Textgrundlage
Die Übersetzungen folgen derselben Devanagari-Vorlage wie der Hauptartikel. Es wurden 108 verschiedene Versstellen ausgewählt, ohne Verdoppelung. Diese Auswahl ergänzt die durchgehende deutsche Bearbeitung im Hauptartikel. Die genaue Identität der verwendeten Druckausgabe ist aus der elektronischen Vorlage nicht ersichtlich.
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