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[[Datei:Osho.jpg|thumb|Chandra Mohan Jain, auch bekannt als Acharya Rajneesh, Bhagwan Shree Rajneesh oder Osho, [http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de Copyright], osho.com]]
[[Datei:Osho.jpg|thumb|Chandra Mohan Jain, auch bekannt als Acharya Rajneesh, Bhagwan Shree Rajneesh oder Osho, [http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de Copyright], osho.com]]
Osho (1931–1990), geboren als Chandra Mohan Jain und zeitweise bekannt als Bhagwan Shree Rajneesh, war ein indischer spiritueller Lehrer und Begründer der Osho-Bewegung. Seit den 1960er Jahren hielt er regelmäßig Vorträge zu Themen wie Meditation, Bewusstsein, Freiheit und gesellschaftlicher Konditionierung. Seine Lehren verbinden Elemente aus Hinduismus, Buddhismus, Zen, Taoismus, Tantra sowie westlicher Psychologie.
Osho (1931–1990), früher bekannt als Bhagwan Shree Rajneesh, war ein international bekannter spiritueller Lehrer aus [[Indien]] und Begründer der Osho-Bewegung. Seine Lehren, Vorträge und Meditationsmethoden fanden weltweit große Verbreitung und beeinflussten viele Menschen auf ihrem spirituellen Weg. Zeitgenössische Stimmen aus der buddhistischen Welt äußerten sich anerkennend über einzelne Aspekte seiner Lehre; solche Zuschreibungen – etwa die Bezeichnung als „Buddha“ oder „erleuchteter Meister“ – sind jedoch Ausdruck persönlicher Wertungen und stehen heute in einem kritischeren Diskurs über Autorität, Idealisierung und Verantwortung spiritueller Lehrer.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Osho durch den Aufbau eines Ashrams in Pune (Indien) und später der Kommune Rajneeshpuram im US-Bundesstaat Oregon. Die Bewegung war sowohl für innovative Meditationsmethoden als auch für erhebliche rechtliche und politische Kontroversen bekannt.
Aus heutiger ethischer Perspektive wird die Osho-Bewegung differenziert betrachtet. Neben innovativen Impulsen im Bereich moderner [[Meditation]]en und Bewusstseinsarbeit traten problematische Dynamiken zutage, die für viele guru-zentrierte Bewegungen typisch sind. Dazu zählen ein starkes Guru-Ideal, emotionale und psychologische Abhängigkeitsverhältnisse, Formen von Idealisierung sowie mangelnde institutionelle Transparenz und Kontrolle. Insbesondere die starke Personalisierung spiritueller Autorität birgt Risiken für Grenzverletzungen, fehlenden Konsens und unzureichenden Schutz von Teilnehmenden.
Oshos Werk wird bis heute weltweit rezipiert. Seine Person und seine Bewegung werden dabei unterschiedlich bewertet – zwischen spiritueller Inspiration und kritischer Auseinandersetzung mit charismatischer Autorität und Organisationsstrukturen.
Oshos aktive Meditationsmethoden werden von manchen Praktizierenden weiterhin als wirksam zur Selbstwahrnehmung und emotionalen Klärung erlebt. Gleichzeitig betonen heutige Maßstäbe spiritueller Praxis die Bedeutung von Selbstverantwortung, informiertem Konsens, psychischer Sicherheit und klaren ethischen Rahmenbedingungen. Spirituelle Entwicklung wird zunehmend nicht mehr an die Autorität eines einzelnen Lehrers gebunden, sondern an persönliche Reife, kritisches Denken und transparente Strukturen.
== Biografie ==
[[Datei:Osho Zentrum Puna.jpg|thumb|Osho Zentrum, Puna, Indien, 2008 [http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.fr Copyright][https://www.flickr.com/people/42579448@N00 Mahshidr]]]
Osho selbst verstand seine Lehre nicht als geschlossenes System oder Dogma, sondern als Einladung zur inneren Transformation. Diese Selbstdarstellung wird heute vor dem Hintergrund der realen Machtverhältnisse zwischen Lehrer und Schülerschaft kritisch reflektiert. Eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit Osho würdigt sowohl die inspirierenden Elemente seines Wirkens als auch die Notwendigkeit, aus den problematischen Aspekten seiner Bewegung zu lernen.
=== Kindheit und Ausbildung ===
==Biographie==
===Kindheit===
Oshos ursprünglicher Name war Rajneesh Chandra Mohan. Er wurde am 11. Dezember 1931 in Kuchwada im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh in eine [[Jain]]-[[Familie]] geboren. Er war das älteste von elf [https://www.yoga-vidya.de/kinderyoga/ Kindern] eines Textilhandelskaufmanns. Über seine Kindheit existieren zahlreiche biografische Erzählungen, die überwiegend aus späteren Selbstdarstellungen und Überlieferungen stammen und daher mit historischer Zurückhaltung zu betrachten sind.
Diese Berichte beschreiben Rajneesh als ein eigenwilliges, unabhängiges und früh kritisch denkendes Kind, das gesellschaftliche, religiöse und philosophische [[Glaubenssatz|Glaubenssätze]] hinterfragte. Mehrere prägende Erlebnisse aus dieser Zeit werden häufig hervorgehoben, darunter der Tod seines Großvaters in seiner unmittelbaren Nähe sowie der Tod einer engen Kindheitsfreundin im Jahr 1947. Letzteres wird in manchen Darstellungen mit einer Phase tiefer seelischer Erschütterung oder [https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/depression/ Depression] in Verbindung gebracht. Aus heutiger Sicht ist es wichtig, solche Deutungen nicht zu romantisieren, sondern sie im Kontext individueller Verarbeitung von Verlust und Trauma zu verstehen.
Viele biografische Texte betonen seine frühe Neigung zur [[Stille]] und zum Rückzug. Er soll längere Zeit still gesessen haben, was in seinem familiären Umfeld als ungewöhnlich wahrgenommen wurde. Später wurde diese Stille rückblickend als Zeichen spiritueller Tiefe interpretiert. Eine solche nachträgliche Deutung steht exemplarisch für ein verbreitetes Muster spiritueller Biografien, in denen frühe Verhaltensweisen im Licht späterer Idealisierung gedeutet werden. Moderne biografische und psychologische Ansätze mahnen hier zu Vorsicht und Differenzierung.
Auch Erzählungen über Aufenthalte unter einem [[Bodhi]]-[[Baum]] oder auf einem nahegelegenen muslimischen Friedhof werden häufig angeführt, um eine frühe spirituelle Suche zu illustrieren. Diese Motive spiegeln eine intensive innere Auseinandersetzung wider, sollten jedoch nicht unkritisch als Belege für außergewöhnliche spirituelle Reife verstanden werden, sondern als Ausdruck eines jungen Menschen auf der Suche nach Sinn, [[Frieden]] und Orientierung.
Rajneesh selbst beschrieb einen langjährigen inneren [[Prozess]], der im Alter von 21 Jahren in einer Erfahrung gipfelte, die er als [[Erleuchtung]] oder höchste Form der [[Selbsterkenntnis]] deutete. Diese Selbsteinschätzung bildet einen zentralen Bezugspunkt seiner späteren Lehre. Aus heutiger Perspektive ist es jedoch wichtig, solche Aussagen nicht als objektive Tatsachen zu übernehmen, sondern sie als subjektive spirituelle Deutung zu kennzeichnen. Die spätere starke Idealisierung dieser Erfahrung trug wesentlich zur Entwicklung eines Guru-Ideals bei, das wiederum Abhängigkeitsverhältnisse und unkritische Verehrung begünstigen konnte.
Eine zeitgemäße ethische Einordnung betont daher, dass spirituelle Erfahrungen – unabhängig von ihrer Tiefe – nicht automatisch mit moralischer Autorität, Unfehlbarkeit oder Verantwortung für andere gleichzusetzen sind. Transparenz, psychischer Schutz, informierter Konsens und die Wahrung persönlicher Autonomie gelten heute als zentrale Maßstäbe für eine verantwortungsvolle spirituelle Praxis.
===Studium der Philosophie und Professur===
Rajneesh beendete 1951 die High School und begann anschließend ein Studium der [[Philosophie]] am D. N. Jain College in Jabalpur. Dieses Studium schloss er dort nicht ab; später setzte er seine akademische Ausbildung an einem anderen College fort. In biografischen Darstellungen wird für diese Zeit von einer Phase psychischer Überlastung oder einem „[[Nervenzusammenbruch]]“ berichtet. Rajneesh selbst beschrieb, diese Phase durch intensive körperliche Aktivität, insbesondere Joggen, sowie durch [[Meditation]] bewältigt zu haben. Solche Selbstdarstellungen sind Teil seiner späteren biografischen Narrative und sollten im historischen Kontext betrachtet werden.
1956 erwarb er an der University of Sagar einen Master-Abschluss in Philosophie mit Auszeichnung. Im selben Zeitraum nahm er erfolgreich an landesweiten Debattierwettbewerben teil und erhielt akademische Auszeichnungen. Diese Leistungen trugen zu seiner frühen öffentlichen Wahrnehmung als intellektuell versierter Redner und Denker bei.
1957 erhielt Rajneesh eine Anstellung als Dozent am Sanskrit College in Raipur, ein Jahr später folgte eine Berufung als Professor für Philosophie an die Universität von Jabalpur, an der er bis 1966 tätig war. Parallel zu seiner akademischen Laufbahn begann er, Vorträge zu halten, die zunächst auf Hindi gehalten und später auch auf Englisch verbreitet wurden. Seine Reden fanden zunehmend Resonanz bei einem breiten Publikum und richteten sich sowohl an Studierende als auch an religiös und philosophisch interessierte Zuhörerkreise.
Während dieser Zeit entwickelte sich eine wachsende Anhängerschaft, die seine Person und seine Lehre zunehmend in den Mittelpunkt stellte. Aus heutiger Perspektive lassen sich hier frühe Formen einer Personalisierung von Autorität und einer Idealisierung des Lehrers erkennen, wie sie in charismatisch geprägten spirituellen Bewegungen häufig auftreten. Die klare Trennung zwischen akademischer Rolle, spiritueller Anleitung und persönlicher Deutung war dabei nicht immer transparent.
Nach neun Jahren verließ Rajneesh die Universität, um sich vollständig der Vermittlung seiner Vorstellungen von Bewusstseinsentwicklung zu widmen. In den folgenden Jahren hielt er in indischen Großstädten regelmäßig Vorträge vor sehr großen Zuhörergruppen, teilweise mit mehreren zehntausend Teilnehmenden, und leitete mehrmals jährlich intensive zehntägige Meditationscamps. Solche Formate erforderten ein hohes Maß an organisatorischer und persönlicher Verantwortung. Aus heutiger Sicht wird betont, wie wichtig in diesem Kontext klare ethische Rahmenbedingungen, informierter Konsens der Teilnehmenden sowie Strukturen zum Schutz vor Abhängigkeiten und Machtasymmetrien sind.
===Dynamische Meditation===
Am 14. April 1970 stellte Osho eine Meditationsform vor, die er Dynamische Meditation nannte. Diese Praxis besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Phasen, die intensive körperliche Aktivität, emotionalen Ausdruck und Atemarbeit mit einer abschließenden Phase von [[Stille]] und unbewegter Achtsamkeit verbinden. Osho beschrieb diesen Ansatz als eine Methode, um angestaute Spannungen, emotionale Blockaden und innere Unruhe zu lösen, bevor ein Zustand von innerer Ruhe möglich werde. Der Begriff „dynamisch“ verweist dabei auf bewusste Anstrengung und Aktivität, während „Meditation“ als absichtslose Präsenz verstanden wurde.
Zeitgleich mit der Einführung dieser Praxis begann Osho, seine Anhängerschaft formell in das sogenannte Neo-Sannyas einzuweihen. Diese Form des Sannyas verstand er nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als einen Weg der kontinuierlichen Selbsterforschung, Meditation und bewussten Auseinandersetzung mit persönlichen [[Konditionierung]]en, Prägungen und Glaubenssystemen. Die Einweihung verband spirituelle Praxis mit einer engen persönlichen Beziehung zum Lehrer, was eine starke emotionale und symbolische Bindung an Osho als zentrale Autorität förderte.
Aus heutiger Perspektive lassen sich in diesem Kontext typische Guru-zentrierte Dynamiken erkennen. Die Kombination aus intensiven Meditationstechniken, persönlicher Initiation und der starken Fokussierung auf eine leitende Figur kann Abhängigkeitsverhältnisse begünstigen, insbesondere wenn klare Grenzen, Transparenz über Rollen und Verantwortlichkeiten sowie ein ausdrücklich informierter Konsens der Teilnehmenden nicht systematisch reflektiert werden. Moderne ethische Maßstäbe spiritueller Praxis betonen daher die Bedeutung von Freiwilligkeit, psychischer Sicherheit und der Möglichkeit kritischer Distanz.
Osho leitete Meditationscamps unter anderem in Mount Abu in Rajasthan und zog sich zunehmend von externen Einladungen zurück, um sich auf die wachsende Gemeinschaft von Sannyasins um ihn herum zu konzentrieren. In dieser Phase nahm die internationale Aufmerksamkeit deutlich zu, und Menschen aus Europa und Nordamerika reisten nach Indien, um an Meditationen und Einweihungen teilzunehmen. Unter ihnen befanden sich auch Vertreter des sogenannten „Human Potential Movement“, darunter Psychotherapeuten und andere Fachpersonen, die an einer Verbindung von östlichen Meditationsformen und westlichen psychologischen Ansätzen interessiert waren.
Im Austausch mit Osho wurden neue Meditations- und Selbsterfahrungsformate erprobt, die später in unterschiedlichen Kontexten weiterverwendet wurden. Aus heutiger Sicht wird betont, dass die Anwendung solcher intensiven Methoden besondere Anforderungen an ethische Rahmung, fachliche Qualifikation, Transparenz über Wirkmechanismen sowie den Schutz der Teilnehmenden stellt. Die Weitergabe dieser Techniken erfolgt heute vielfach losgelöst von der ursprünglichen guru-zentrierten Struktur und unter stärkerer Betonung von Eigenverantwortung und professionellen Standards.
===Ashram in Puna===
Von 1974 bis 1981 hielt sich Osho überwiegend in seinem [[Ashram]] in Puna (heute Pune) auf. In dieser Zeit sprach er nahezu täglich in öffentlichen Vorträgen, die in der Regel etwa 90 Minuten dauerten und abwechselnd auf Hindi und Englisch gehalten wurden. Inhaltlich bezogen sich diese Vorträge auf unterschiedliche spirituelle und philosophische Traditionen, darunter [[Yoga]], [[Zen]], [[Taoismus]], [[Tantra]] und [[Sufismus]]. Er kommentierte Lehren und Biografien historischer spiritueller Gestalten wie [[Gautama Buddha]], [[Jesus]] oder [[Laotse]] und verband diese mit eigenen Deutungen. Die Vorträge wurden später umfangreich dokumentiert, in zahlreichen Bänden veröffentlicht und in viele [[Sprache]]n übersetzt.
Am Abend fanden sogenannte [[Darshan]]s statt, in denen Osho auf persönliche Fragen von Teilnehmenden einging, etwa zu [[Liebe]], [[Eifersucht]], inneren Konflikten und Meditationspraxis. Diese Begegnungen wurden protokolliert und in Form von Darshan-Tagebüchern veröffentlicht. Die zunehmende Dokumentation und Veröffentlichung persönlicher Inhalte verdeutlicht eine enge Verknüpfung von spiritueller Anleitung, öffentlicher Darstellung und persönlicher Beziehung zum Lehrer, was aus heutiger Perspektive Fragen nach Schutz der Privatsphäre, Freiwilligkeit und informierter Zustimmung aufwirft.
Um den Ashram herum entwickelte sich eine internationale Kommune, die ein breites Spektrum an Selbsterfahrungs- und Therapiegruppen anbot. Diese verbanden östliche Meditationspraktiken mit westlichen psychotherapeutischen Ansätzen. Die Kombination aus intensiver Gruppenarbeit, spiritueller Praxis und gemeinschaftlichem Leben schuf ein Umfeld mit hoher emotionaler Dichte. Aus heutiger Sicht wird betont, dass solche Settings klare ethische Leitlinien, fachliche Qualifikation der Leitenden sowie transparente Strukturen benötigen, um Abhängigkeitsverhältnisse und Grenzverletzungen zu vermeiden.
1981 entwickelte Osho eine schwere degenerative Rückenerkrankung. Nach jahrzehntelanger öffentlicher Lehrtätigkeit kündigte er im März desselben Jahres eine mehrjährige Phase des öffentlichen Schweigens an. In diesem Zusammenhang und auf ärztlichen Rat hin reiste er in die USA. Diese Entscheidung fiel in eine Phase organisatorischer und struktureller Veränderungen innerhalb der Bewegung, in der zentrale Verantwortung zunehmend auf ein inneres Leitungsteam überging.
Bereits zuvor hatte Osho zeitweise in [[Bombay]] (heute Mumbai) gelebt, wo er sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen empfing. Für viele seiner Anhänger nahm er die Rolle eines spirituellen Lehrers, Bezugspunktes und zentralen Orientierungsträgers ein. Die Mehrheit seiner frühen [[Sannyasin]]s stammte aus Indien und Europa. Der Umzug nach Puna im Jahr 1974 wird unterschiedlich interpretiert; während externe Beobachter auf gesellschaftliche Spannungen hinwiesen, wurde der Ashram von seinen Unterstützern als räumliche Erweiterung zur Aufnahme einer wachsenden Gemeinschaft verstanden.
Das Ashramgelände im Stadtteil Koregaon Park umfasste mehrere angrenzende Anwesen. In den folgenden Jahren reisten zehntausende Menschen aus dem Ausland nach Puna, um an Meditationen, Therapiegruppen und Begegnungen mit Osho teilzunehmen. Die starke Fokussierung auf seine Person als [[Guru]] sowie auf die Suche nach [[Erleuchtung]] verdeutlicht eine ausgeprägte Personalisierung spiritueller Autorität, wie sie in charismatisch geführten Bewegungen häufig vorkommt. Solche Konstellationen bergen aus heutiger Sicht das Risiko von Idealisierung, Abhängigkeit und eingeschränkter kritischer Distanz.
Oshos Lehre verband Elemente aus unterschiedlichen religiösen, philosophischen und psychologischen Traditionen, darunter [[Hinduismus]], [[Jainismus]], [[Buddhismus]], [[Zen]], [[Taoismus]] und westliche humanistische [[Psychologie]]. Seine Vision eines tiefgreifend veränderten Menschenbildes wurde von Anhängern als Orientierung verstanden, stellte jedoch zugleich hohe Erwartungen an individuelle Transformation. Moderne ethische Standards betonen in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Selbstbestimmung, psychischer Stabilität und realistischer Einordnung spiritueller Ziele.
Im Ashram wurden verschiedene aktive Meditationsformen praktiziert, darunter auch die sogenannte Dynamische Meditation. Diese Methoden kombinierten körperlich fordernde Phasen mit Stille und gemeinschaftlichem Ausdruck. Aus heutiger Perspektive wird hervorgehoben, dass der Einsatz intensiver psychophysischer Techniken einer sorgfältigen Anleitung, klaren Aufklärung über mögliche Wirkungen sowie einer verantwortungsvollen Begleitung bedarf, um die Sicherheit und Autonomie der Teilnehmenden zu gewährleisten.
Osho wurde am 11. Dezember 1931 in Kuchwada im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh in eine Jain-Familie geboren. Über seine frühen Jahre existieren vor allem spätere Selbstdarstellungen. In diesen schilderte er sich als unabhängig, kritisch und früh an existenziellen Fragen interessiert.
===Luxus und Sarkasmus===
Er studierte Philosophie an der University of Sagar und schloss 1956 mit einem Masterabschluss ab.
Bis etwa 1985 trugen Oshos Anhänger eine rote Kleidung sowie eine Kette mit Perlen und einem Bild von Osho (damals Bhagwan Shree Rajneesh). Im Rahmen der Aufnahme in den Neo-Sannyas erhielten sie neue spirituelle Namen; Männer wurden mit „[[Swami]]“, Frauen mit „[[Ma]]“ angesprochen. Diese Praxis diente der symbolischen Neuorientierung, verstärkte zugleich aber die kollektive Identität und die persönliche Bindung an den Lehrer. Aus heutiger Perspektive wird darauf hingewiesen, dass solche Rituale die Abgrenzung von früheren Lebenskontexten fördern und die Entwicklung von Abhängigkeitsverhältnissen begünstigen können, wenn keine begleitende Reflexion und Wahlfreiheit gegeben ist.
Öffentlich diskutiert wurde zudem der deutliche Kontrast zwischen dem oft einfachen Lebensstil vieler Anhänger und dem luxuriösen Lebensumfeld Oshos. Berichte über eine große Sammlung von Luxusfahrzeugen, insbesondere Rolls-Royce-Automobilen, sowie über kostspielige Schmuckstücke trugen wesentlich zur medialen Wahrnehmung dieser Diskrepanz bei. Unabhängig von der genauen Anzahl oder dem finanziellen Umfang verdeutlichen diese Darstellungen eine symbolische Spannung zwischen asketischen Erwartungen und sichtbarem Reichtum, die Fragen nach Transparenz, Vorbildfunktion und verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen aufwarf.
=== Akademische Tätigkeit ===
Auch Aussagen über Oshos persönliches Beziehungs- und Sexualleben fanden breite öffentliche Aufmerksamkeit. Seine Lehre betonte sexuelle Freiheit und [[Verhaftungslosigkeit]] als Elemente persönlicher Entwicklung. In guru-zentrierten Kontexten kann die Verbindung von spiritueller Autorität und intimen Themen jedoch asymmetrische Machtverhältnisse verstärken. Moderne ethische Standards legen daher besonderen Wert auf klaren Konsens, Schutz vor Grenzverletzungen und eine deutliche Trennung zwischen spiritueller Anleitung und persönlicher Nähe.
Nach seinem Studium war er als Dozent und später als Professor für Philosophie an der Universität Jabalpur tätig. In dieser Zeit begann er, öffentliche Vorträge zu halten, in denen er religiöse Traditionen, gesellschaftliche Normen und politische Ideologien kritisch hinterfragte. Seine rhetorische Präsenz verschaffte ihm rasch Bekanntheit über den akademischen Rahmen hinaus.
Oshos Lehre zog vor allem gut ausgebildete Anhänger aus vergleichsweise privilegierten sozialen Verhältnissen an. Innerhalb der Gemeinschaft entstanden verschiedene kulturelle und soziale Projekte, darunter gastronomische und freizeitbezogene Einrichtungen. Diese Aktivitäten spiegelten den Versuch wider, Spiritualität mit weltlichem Leben zu verbinden, verdeutlichten aber zugleich die zunehmende Institutionalisierung und soziale Geschlossenheit der Bewegung.
=== Beginn der Lehrtätigkeit und Neo-Sannyas ===
In Bezug auf familiäre Beziehungen existieren unterschiedliche Darstellungen. Osho kritisierte traditionelle Familienstrukturen als gesellschaftliche Institution und sprach sich für alternative Formen von Gemeinschaft und Erziehung aus. Zugleich wird in anderen Quellen betont, dass er seine Anhänger ermutigte, Konflikte mit ihren Familien zu klären. Unabhängig von der individuellen Auslegung zeigt sich hier ein Spannungsfeld zwischen persönlicher Autonomie und dem Einfluss spiritueller Lehre auf private Lebensentscheidungen, das aus heutiger Sicht besondere Sensibilität erfordert.
Ende der 1960er Jahre wuchs um ihn eine feste Anhängerschaft. 1970 führte er die sogenannte Dynamische Meditation ein und initiierte das „Neo-Sannyas“. Diese Form verstand er nicht als weltabgewandte Askese, sondern als spirituelle Praxis im Alltag. Anhänger erhielten neue Namen und verstanden sich als Teil einer spirituellen Gemeinschaft.
Philosophisch vertrat Osho eine monistische Weltsicht, nach der das Göttliche in allem gegenwärtig sei und keine grundlegende Trennung zwischen heilig und profan bestehe. Seine Deutungen historischer religiöser Figuren, darunter [[Jesus Christus]], wichen teilweise deutlich von etablierten theologischen Auffassungen ab und waren Teil seiner provokanten Lehrstrategie.
=== Ashram in Pune ===
Osho war zudem für einen ausgeprägten Gebrauch von Sarkasmus und provokativen Witzen bekannt, die sich gegen religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Gruppen richteten. Er erklärte, diese Form der Provokation solle bestehende [[Identifikation]]en erschüttern und zur Selbstreflexion anregen. Aus heutiger Perspektive wird jedoch betont, dass humoristische Grenzüberschreitungen – insbesondere mit diskriminierenden oder verletzenden Inhalten – Risiken für psychische Sicherheit und respektvollen Dialog bergen und einer verantwortungsvollen ethischen Einordnung bedürfen.
1974 wurde in Pune ein Ashram gegründet, der sich zu einem internationalen Meditationszentrum entwickelte. Neben Vorträgen fanden dort Gruppenprozesse und therapeutische Formate statt, die östliche Meditation mit westlicher Psychologie verbanden.
Im Jahr 1980 wurde Osho während einer öffentlichen Ansprache Opfer eines Messerangriffs. Die genauen Umstände und die rechtliche Aufarbeitung dieses Vorfalls blieben unklar. Das Ereignis verdeutlicht die aufgeheizte gesellschaftliche Atmosphäre, in der sich die Bewegung zu dieser Zeit bewegte, sowie die zunehmende Polarisierung rund um seine Person.
1981 verließ Osho wegen seiner gesundheitlichen Probleme dann widerwillig Indien und ging in die Vereinigten Staaten, um sich dort behandeln zu lassen. Dort kursierten dann Gerüchte über Steuerhinterziehung und Versicherungsbetrug, allerdings ist schwer zu sagen, was davon stimmte und was nicht. Er und seine Kollegen zogen dann auf einen 65000 Hektar große schmutzige Ranch in der Näher von Antelope in Oregon, die seine Sannyasins (Wahrheitssuchende) für 6 Millionen Dollar in der Absicht gekauft hatten, dort eine sich selbst versorgende utopisch ausgerichtete und organische Farm zu gründen, wo sie die Dynamische Meditation praktizieren konnten.
Zwei Jahre später bauten mehr als 600 Sannyasins dort eine kleine Stadt, mit einer Poststelle, einer Schule, Einkaufszentren und Wohnungen für 1000 Menschen. Die Ranch wurde umgetauft auf Rajneeshpuram ("Die Essenz von Rajneesh"). Die Stadt Rajneeshpuram wurde eingegliedert und zählte 5000 Bewohner. Jährliche Sommerfestivals wurden veranstaltet, die 15.000 Besucher aus der ganzen [[Welt]] anzogen. Sehr schnell wurde Rajneeshpuram die größte spirituelle Kommune, die es jemals in Amerika gab. Gegner der [[Gemeinschaft]] und der neuen Stadt verfolgten dabei sehr genau das Geschehen in der Kommune. Als Reaktion auf die Anti-Kult-Haltung, die alle Schichten der amerikanischen [[Gesellschaft]] durchdrang, haben sowohl lokale, staatliche als auch föderale Politiker auf aufhetzende Art und Weise Reden gegen die Rajneesh Anhänger gehalten.
Dieses kleine abgelegene Tal, 12 Meilen von Antelope in Oregon entfernt, verwandelte sich in eine aufblühende Stadt mit 3.000 Einwohnern, einem 1371 m² großen betonierten Flugplatz, einem 44 Hektar Reservoir und einer 8175 m² großen Aula für Kommunentreffen. Viele der Einheimischen störten sich an dieser neuen Gruppe in ihrer Gegend, insbesondere an derer religiösen und kulturellen Unterschiede und fingen an, Maßnahmen zu ergreifen. Das führte dazu, dass die Sannyasins für ihre Stadt keine weiteren Baugenehmigungen mehr bekamen. Allerdings wurden manche Gebäude auch ohne die städtische Erlaubnis gebaut, und wenn einer der örtlichen Autoritäten das zu verhindern versuchte, dann hat irgendein Unbekannter sein Büro in Brand gesetzt oder gesprengt.
Als der lokale Stadtrat dann wieder und wieder Businesspläne ablehnte, schafften es die Sannyasins, ein paar Leute aus den eigenen Reihen in den Stadtrat zu wählen und sogar die gesamte Stadt Antelope umzutaufen auf City of Rajneesh (Rajneeshs Stadt). Seine engsten Helfer wurden diverser krimineller Handlungen bezichtigt, einschließlich versuchten Mordes an Osho selbst. Es kursierten Geschichten bezüglicher einer schwarzen Liste. Einige Anhänger flohen in die Schweiz, wo sie Vollmachten für die Gruppenbankkontos hatten. Zwei wurden wegen Beihilfe zum Mord am Anwalt Charles Turner verurteilt.
1983 hat Osho (damals noch Bhagwan Rajneesh) ein Schweigegelübde abgelegt und seine persönliche Sekretärin, Ma Anand Sheela, wurde sein öffentliches Gesicht und seine Stimme. Sie verpönte die umliegenden Einwohner als Proleten, Rassisten und Fanatiker und schrieb in der Zeitung "The Rajneesh Times": “Wir sind hier in Oregon und bleiben, koste es was es wolle“. Und die Rajneeshas hatten genug aufgerüstet, um diese Aussage mit [[Tat]]en untermauern zu können. Bis zum Herbst 1984 hatten sie ein Schusswaffensortiment angesammelt, das mindestens 28 halbautomatische Gewehre und Pistolen sowie Munition in Höhe von $250,000 umfasste. Die schwer bewaffnete Armee von Rajneesh - genannt „Peace Force“ (Friedensarmee)- patroullierte nachts mit hellen [[Licht]]ern vor den Häusern von Nicht-Osho-Anhängern und kontrollierte alle hereinkommenden Besucher.
Osho besaß zeitweise eine Sammlung von Rolls-Royce-Fahrzeugen, was in Medienberichten häufig thematisiert wurde. Seine Aussagen zu Religion, Sexualität und Gesellschaft führten zu intensiver öffentlicher Diskussion.
Im Frühjahr 1984 wurden Worte dann zu Taten. Die Wahlen des Staates Wasco versuchten die Rajneeshees zu ihren Gunsten zu entscheiden, indem sie 4.300 Obdachlose aus dem ganzen Land zu sich aufs Gut holten, so dass diese für sie wählen konnten. Dieses Vorhaben flog allerdings auf, als die Sekretärin des Staates, Norma Paulus, ein Komitee von 50 Anwälten ins [[Leben]] rief, die die Registrierung der neuen Wählerstimmen überprüften. Als sich für die Rajneeshes herausstellte, dass der Plan nicht aufging, ließen sie die Obdachlosen wieder fallen.
1981 übersiedelte Osho in die USA. In Oregon entstand auf einer Ranch die Kommune Rajneeshpuram, die zeitweise mehrere tausend Bewohner umfasste und als eigenständige Stadt organisiert war.
Viele der betroffenen Obdachlosen behaupteten, dass sie mit dem Beruhigungsmittel Haldol auf der Ranch ruhig gestellt wurden. Um Anti-Rajneesh-Wähler fern zu halten von den Wahlen, haben Sannyasins Salmonellen an Salatbuffets beliebter Restaurants in Dalles versprüht, so dass 750 Leute aufgrund einer ernsthaften Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Dies wurde dargelegt als „Einzelfall der bakteriellen Kriegsführung gegen eine gesamte amerikanische Stadt.“
=== Rechtliche Auseinandersetzungen und Ausweisung ===
Frühling 1985 war der Konflikt schon so weit fortgeschritten, dass der Staat, die Staatspolizei, die Nationalgarde, das Gouverneursbüro, das FBI, der Einwanderungs- und Naturalisierungsdienst sowie das U.S. Marshallsamt jeden Morgen und Abend eine kleine Konferenz abhielten. Der Showdown stand bevor. Als Sheela und ihre Gruppe plötzlich die Ranch im September verließen, übernahm Osho (damals noch immer Bhagwan Rajneesh) wieder das leitende Amt.
Im Verlauf der Entwicklungen in Oregon kam es zu juristischen Ermittlungen gegen Mitglieder der Führungsebene. 1985 bekannte sich Osho im Zusammenhang mit Einwanderungsverstößen schuldig und wurde aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen.
===Anklage gegen Osho===
=== Rückkehr nach Indien und letzte Jahre ===
Osho versuchten Sheela als den [[Sündenbock]] darzustellen und sie für die bizarren Aktivitäten der Sekte verantwortlich zu machen. Die Rajneeshees nahmen daraufhin ihre rote Robe ab und sagten, dass diese Tracht Sheelas Idee war. Auch wurde der Name wieder von Rajneeshpuram zurück in Antelope verändert. Am 23. Oktober 1985 wurde eine Anklage gegen Osho erhoben, aufgeführt waren insgesamt 35 Anklagepunkten: Osho hätte zusammen mit Sheela und sechs weiteren Anhängern für die Aufenthaltsgenehmigung gelogen und Scheinehen seien geschlossen worden, so dass ausländische Sannyasins in den U.S.A. bleiben konnten. Verhaftet wurde Osho in Charlotte, N.C., auf dem Weg in die Bahamas mit $58.522 Bargeld in der Tasche und einer Dose mit insgesamt 38 Juwelen besteckten Uhren und Kettchen. Letztendlich wurde er in zwei Anklagepunkten bezüglich illegaler Einwanderung für schuldig befunden und wurde sowohl auf $400.000 Bußgeld verklagt als auch nach Indien abgeschoben.
===Mehrere Länder verweisen Osho des Landes===
Nach Aufenthalten in mehreren Ländern kehrte er 1986 nach Indien zurück. 1989 nahm er den Namen „Osho“ an. Er starb am 19. Januar 1990 in Pune.
Im Januar-Februar 1985 reiste Osho (damals noch immer [[Bhagwan]] Rajneesh) nach Kathmandu in [[Nepal]] und hielt dort zweimal täglich Vorträge. Im Februar verweigerte die nepalesische Regierung die [[Visa]] für seine Besucher und engsten Vertrauten, so dass er Nepal für eine Welttournee verließ. So ging er im März mit einem 30 tagelang gültigen Touristenvisa nach Griechenland. Dort brach dann nach schon 18 Tagen die Polizei in seine Unterkunft ein und verhaftete ihn, um ihn wieder nach Indien abzuschieben.
Den griechischen Medien zu folge, kam es zu diesem Eingriff, weil die Regierung und die [[Kirche]] Druck machte. In den darauffolgenden zwei Wochen wollte Osho noch weitere 17 Länder bereisen, jedes Land verweigerte ihm jedoch bei seiner Ankunft das Visum und schickten ihn wieder zurück. Manche Länder verwehrten sogar die Landeerlaubnis seines Flugzeuges. Am 19. März reiste er dann nach Uruguay, wo er am 14. Mai die permanente Aufenthaltsgenehmigung bekam. Später noch wurde er sowohl von Jamaika als auch Portugal des Landes verwiesen. Am 29. Juli 1986 kehrte er dann wieder zurück nach Indien.
Oshos Diskurse kreisten um Bewusstheit, individuelle Freiheit und die Überwindung gesellschaftlicher Konditionierung. Er betonte persönliche Erfahrung über dogmatische Glaubenssysteme und verstand Spiritualität als inneren Prozess der Selbsterkenntnis.
=== Meditation (inkl. Dynamische Meditation) ===
===Indien: Osho wird zu Osho===
Meditation bildete das Zentrum seiner Arbeit. Neben stillen Sitzmeditationen entwickelte er aktive Methoden, bei denen Atmung, Bewegung und emotionaler Ausdruck eine Rolle spielen. Diese Techniken sollten helfen, innere Spannungen bewusst wahrzunehmen und einen Zustand gegenwärtiger Präsenz zu fördern.
[[Datei:Osho Zentrum Puna.jpg|thumb|Osho Zentrum, Puna, Indien, 2008 [http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.fr Copyright][https://www.flickr.com/people/42579448@N00 Mahshidr]]]
Im Jahr 1989 verabschiedete sich Osho (bis zu dem Punkt von Bhagwan Rajneesh) von seiner Anrede „Bhagwan“ und ließ sich nur noch „Rajneesh“ nennen. Seine Schüler fragten ihn aber, ob sie ihn „Osho“ nennen könnten, und er akzeptierte den Namen. Er erklärte, dass der Name „Osho“ von William James´ Wort „oceanic“ (ozeanisch), was so viel heißt wie sich auflösen im Ozean. Historisch gesehen wurde das Wort „Osho“ auch noch im Fernen Osten und bedeutete dort so viel wie: „Der Gesegnete, auf den es Blumen vom [[Himmel]] regnet.“.
=== Verhältnis zu Körper, Sexualität und Tantra ===
Im Zeitraum März bis Juni 1989 wurde er Opfer einer Vergiftung und nahm sich, gesundheitlich davon stark mitgenommen, eine Ruhepause. Seine [[Gesundheit]] besserte sich merklich gegen Juli 1989, so dass er im August wieder damit anfing, täglichen „[[Darshan]]“ in Gautama, dem Buddha Auditorium, zu geben. Er weihte eine besondere Gruppe Menschen ein, die an ihrem weißen Gewandt zu erkennen waren und „Osho white Robe Brotherhood“ (Oshos weiße Bruderschaft) genannt wurden. Alle Sannyasins und Nicht-Sannyasins, die an den Abend-Darshans teilnahmen, wurden gebeten, eine weiße Robe anzuziehen. 1989 verabschiedete er sich dann von dem Namen „Rajneesh“ vollständig, um sich so auch von der [[Vergangenheit]] zu distanzieren. Ab der Zeit war er nur noch bekannt als „Osho“ and der Ashram wurde umbenannt und hieß fortan nur noch „Internationale Osho Kommune“.
Osho bezog sich positiv auf tantrische Traditionen und sprach offen über Sexualität als Bestandteil menschlicher Energie. Er sah körperliche Erfahrung nicht als Hindernis, sondern als möglichen Zugang zu Bewusstheit, sofern sie achtsam gelebt wird.
In der zweiten Januarwoche 1990 verschlechterte sich Oshos gesundheitlicher Zustand merklich. Am 18. Januar wurde sein [[Körper]] recht schwach, und er konnte nicht mehr nach Gautama ins Buddha Auditorium gehen. Am 19. Januar wurde dann noch sein [[Herz]]schlag unregelmäßig, aber Osho ließ keinen Arzt mehr an sich heran. So nahm er gegen 17 Uhr seinen letzten Atemzug. Sein [[Samadhi]] Denkmal im Chuang Tzu Auditorium hat die Aufschrift: "Nie geboren, nie verstorben, nur den Planeten Erde vom 11. Dezember 1931 bis 19. Januar 1990 besucht.” In amerikanischen Medien wurde spekuliert, dass Osho eigentlich Selbstmord mit einer Drogenüberdosis begangen hätte.
=== Psychologische und therapeutische Elemente ===
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In seinen Gemeinschaften wurden gruppendynamische und therapeutische Verfahren eingesetzt. Diese verbanden Selbsterfahrung, emotionalen Ausdruck und Meditation. Viele westliche Therapeuten und Suchende nahmen an diesen Formaten teil.
==Lehre==
=== Lebensbejahung und Gegenwärtigkeit ===
Osho war ein vollständig erleuchteter [[Meister]]. Er veröffentlichte über 650 Bücher und schrieb 64 Millionen gedruckte Worte. Seine Botschaften gingen darüber, wie man ein ganzes, verbundenes, authentisches [[Wesen]] sein kann, das das Leben andauernd und in der Tiefe feiert. Er lehrte das, indem er zeigte, wer wir wirklich sind, wenn wir das wahre [[Selbst]] entdecken und unsere tiefe Realität in uns entdecken sowie unsere Gaben und den unendlichen innewohnenden Geist.
Osho selbst war ein Mann, der eine außerordentlich hohe [[Intelligenz]], große Belesenheit, viel [[Charisma]] und enorme Kommunikationsfähigkeit hatte. Manche sahen ihn als [[Guru]] des Hedonismus. Er war ein Literaturliebhaber und Autor einer außergewöhnlichen Bücherbibliothek, die hinduistische und buddhistische Schriften in kristallklarem Englisch erklären. Osho war in der Lage so gut wie jede Methode zu erklären, die jemand mal benutzt hat, um zur Erleuchtung zu gelangen.
Ein wiederkehrendes Motiv seiner Lehre war die Bejahung des Lebens im Hier und Jetzt. Spiritualität verstand er nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als bewusste Teilnahme. Freude, Kreativität und Individualität galten ihm als Ausdruck innerer Freiheit.
===Verhaftungslosigkeit===
=== Identität, Ego und Bewusstsein ===
In seinem Diskurs über „Mind your Step“ (was soviel heißt wie sei dir deines Schrittes bewusst) sagte er den Zuhören: Wenn du gehst, gehe ganz auf im gehen, lass alles verschwinden, genieße die Vollkommenheit des Morgenspaziergangs. Genieße alles, was dazu gehört: die spielenden [[Kind]]er, die bellenden [[Hund]]e und zwitschernden Vögel, die Wolken am Himmel, und du bist da. Was mehr noch kannst du dir wünschen? Welche größere [[Freude]] gibt es? Wenn du nicht glücklich sein kannst mit einer so wunderschönen Welt, die dir permanent geschenkt wird, wo glaubst du glücklich zu sein?
Osho erinnerte uns daran, dass, wenn Zen Leute sagen, sie haben die Welt verlassen, sie damit meinen, dass sie die Anhaftung an Handlungen los gelassen haben. Der [[Tod]] ist Teil des [[Leben]]s und gehört genauso wie der Atem dazu. Was können Menschen machen, wenn ihnen der Tod eines geliebten Menschen bevorsteht oder sie ihrem eigenen Tod ins Gesicht sehen müssen? Er erinnerte seine Zuhörer daran, dass das größte Mysterium des Lebens nicht so sehr das Leben, sondern der Tod ist. Der Tod ist die Ansammlung des Lebens, das ultimative Aufblühen des Lebens. Das Leben ist wie eine Pilgerreise hin zum Tod. Das größte Unglück für den menschlichen [[Geist]] ist der Tod. Wenn wir [https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/angst/ Angst] haben zu sterben, werden wir auch Angst haben zu lieben. Liebende sterben ineinander. Und nur die, die bereit sind füreinander zu sterben, können auch wirklich lieben. Er sagte zu seinen Zuhörern, dass sie keine Angst haben sollten zu lieben. Tod ist genauso göttlich wie das Altern. [[Schöpfung]] und [[Zerstörung]] gleichen sich gegenseitig aus, und das ganze Spiel setzt sich stets aufgrund der beiden [[Kraft|Kräfte]] fort.
Osho sprach häufig über die Identifikation mit Gedanken, Rollenbildern und dem Ego. Meditation sollte helfen, diese Identifikationen zu durchschauen und eine tiefere Ebene von Bewusstsein zu erfahren. Seine Sprache war dabei häufig metaphorisch und bildhaft.
===Das Leben feiern===
== Organisation und Bewegung ==
Osho teilt die Ansicht von Walt Whitman über den Aspekt sich selbst zu feiern. Whitman sagte: “Ich feiere mich selbst, ich besinge mich selbst.” Osho sagte außerdem [[Perfektion]] ist kein [[Ziel]], sondern [[Realität]]. Sie kann nicht erreicht, sondern nur erkannt werden. Alles was es dafür braucht ist ein Erkennen von dem, was bereits da ist. Er will, dass jeder spürt, dass er bereits perfekt ist und sich dessen bewusst wird. Ein unruhiger Geist ist unser ganzes Elend. Er spannt uns an, macht Panik, quält uns und hält uns in permanenter [https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/angst/ Angst] ein Ziel zu verpassen und macht uns gierig andauernd nach einem Ziel zu streben.
Es gibt keinen morgigen [[Tag]] außer in unseren [[Gedanke]]n. Das ständige Hinterherlaufen hinter dieser Fata Morgana existiert nur im Geist als Illusion. Die Menschen, die stets nach etwas weit entferntem streben, sind bedauernswert. Unser Elend ist selbst erschaffen und geht gegen die [[Natur]]. Die Natur kennt keine [[Zukunft]]. Der Geist ist die Wurzel unseres [[Leid]]ens. Das Elend, unter dem wir leiden, entsteht nicht aus vergangenem [[Karma]]. Wir sollten weder die [[Vergangenheit]] noch unser [[Schicksal]] (Kismet) dafür verantwortlich machen. Wir streben nach [[Glückseligkeit]] und [[Freude]] in einem Märchenland, in Utopien und in der Phantasie. Wir träumen und das Leben bleibt leidvoll. Osho meint, das alles sind Phantasien, die wir erschaffen, um zu leiden.
=== Struktur der Osho-Bewegung ===
===Lebenseinstellung===
In den 1970er und 1980er Jahren war die Bewegung stark auf die Person Oshos ausgerichtet. Entscheidungen liefen überwiegend über eine zentrale Leitung. Nach seinem Tod wurde die Organisation neu strukturiert.
Oshos Meinung nach, ist Feiern mehr eine Frage der Einstellung. Das Leben ist nicht für die Ernsthafen, es ist für die, die feiern. Einige drücken ihre [[Freude]] durch tanzen, einige durch singen aus. Manche vergießen einfach Tränen, aber keine Tränen des [[Schmerz]]es, sondern der Freude. Wir sollten uns keine [[Sorge]]n machen wie wir feiern. Die Art und Weise wie es passiert, ist unsere Art und Weise des Feierns. Er empfiehlt seinen Anhängern, dass, sogar wenn sie in die Hölle geworfen worden sind, sie lachen sollte, denn Lachen verwandelt eine Hölle zum Himmel. Er wollte eine Religiosität in der Welt, die sich auskennt im Lachen, die weiß, wie man glückselig ist, wie man tanzt und feiert.
Er sagte, dass [[Einsamkeit]] eine soziale [[Krankheit]] ist und überwunden werden kann. Man sollte in der Lage sein, allein zu leben. Eine Person, die alleine leben kann, ist so voller innerer Lieder, dass sie sie singen muss. Meditation gibt uns den Zugang zu unserem eigenen inneren Schatz, den wir in Liebe teilen können. Wahre Liebe ist nicht ein Streben gegen die Einsamkeit. Es geht darum, Einsamkeit in All-ein-Sein zu verwandeln. Wenn wir jemanden lieben, helfen wir ihm, all-ein zu sein. Wenn ein Mensch vollkommen befreit ist, dann kann er aus dieser Freiheit heraus teilen. Dann gibt er viel, aber nicht aus einer Bedürftigkeit oder aus einem Handel heraus. Der Mensch gibt dann viel, weil er viel zu geben hat und weil es es genießt zu geben. Liebe stärkt die Freiheit und alles, was die Freiheit zerstört, ist keine Liebe. Liebe und Freiheit gehören zusammen, sie sind wie zwei Flügel eines Vogels.
=== Rituale und Identitätsmerkmale ===
Wir vermeiden es oft zu lieben, weil es eine so komplizierte Bürde ist. Aber dann haben wir das Gefühl, dass etwas fehlt. Wie können wir die Freude der Liebe ohne Fesseln erleben? Osho sagt, Liebe kennt keine [[Verantwortung]], weil Liebe selbst Verantwortung ist. Aber alle moralischen Systeme dieser [[Welt]] trennen das und kennen keine Verantwortung. Liebe ist sehr kreativ. Liebe ist natürlich und kein religiöser Zwang. Es ist unsere tiefste Sehnsucht. Wenn unser Leben reine Liebe ist, brauchen wir keine andere [[Spiritualität]] mehr. Es ist der beste Name, den wir Gott geben können, denn Liebe ist keine Hypothese, sie ist unsere innerste Realität und das Wertvollste in uns.
Anhänger trugen zeitweise einheitliche Kleidung und erhielten neue spirituelle Namen. Diese äußeren Zeichen sollten Zugehörigkeit und innere Neuorientierung symbolisieren.
Hat unser kontinuierliches Streben nach Verbesserung unseres [[Selbst]] uns Freude gebracht? Osho zu folge ist das Göttliche nicht irgendwo anders, sondern es ist im tiefsten Kern unseres Wesens. Wenn wir probieren perfekt zu sein, werden wir unglücklich und versagen. Perfektion ist bereits da, es muss nicht erlangt werden, sondern nur gefeiert. Er lehrte seinen Schülern keinen einzigen Moment an die [[Zukunft]] zu verschwenden und fügte hinzu, dass die [[Idee]], das Leben zu feiern, so alt ist wie [[Krishna]]. Aber irgendwie hat der Mensch den Faden verloren, und es ist nicht zu spät das Dasein als Workaholic niederzulegen und den Kurs zu wechseln.
=== Internationale Verbreitung ===
===Das Leben - ein Fest===
Nach Oshos Tod blieb das Zentrum in Pune bestehen. Weltweit entstanden Meditationsgruppen und Zentren, die seine Methoden weiterführen. Seine Vorträge sind in zahlreichen Buchausgaben veröffentlicht und in viele Sprachen übersetzt worden.
Krishna nimmt nicht das Leben als [[Arbeit]] oder [[Pflicht]], er nimmt es als Fest, als eine große Feier. Arbeit ist nur ein Mittel dafür, das Leben zu feiern. Unterhaltung, bei der wir nur Zuschauer sind, hat in der gegenwärtigen [[Welt]] den Platz des Feierns eingenommen. Es ist ein reiner Ersatz fürs Feiern. Es wird nicht unseren Durst nach Liebe stillen. Wir sollten wissen, dass erst, wenn unsere Liebe mit einfließt, wir erfüllt und glücklich sind. Wirkliche Liebe kann das Leben zum Fest machen.
Osho erzählt seinen Zuhörern, dass [[Glück]] nicht etwas ist, was wir machen oder produzieren müssen, sondern es geschieht spontan. Es ist unsere Natur. Jeder ist außergewöhnlich, und wir brauchen keine Minderwertigkeitskomplexe zu haben. Wir sollten vergessen, was andere haben, und uns auf die Geschenke ausrichten, die die [[Schöpfung]] uns gibt. Wir haben die Freude zu atmen, die Freude einen Freund zu treffen, in Stille zu sitzen und einen Abend- oder Morgenspaziergang zu genießen. Wir haben viele wie diese Freuden, brauchen es nur bewusst zu machen. Wir müssen anfangen dankbar zu sein. Glück kommt näher und näher, je mehr [[Dankbarkeit]] man entwickelt. Dankbarkeit funktioniert wie ein Magnet, wohingegen ein klagender Geist Glück abweist und Türen verschließt.
== Kontroversen und Kritik ==
===Bedeutung der Meditation===
Die Osho-Bewegung war seit den 1970er Jahren Gegenstand öffentlicher und wissenschaftlicher Kontroversen. Neben Anerkennung für innovative Meditationsformen und die Verbindung östlicher Spiritualität mit westlicher Psychologie wurden insbesondere Struktur, Führungsstil und politische Ereignisse kritisch diskutiert.
Osho betonte die Meditation. Er sagte, dass niemand uns von unserem Elend, unserer Unwissenheit und von unserer inneren Gefangenschaft befreien kann außer wir selbst. Wir allein können uns selbst retten. Christen glauben, dass Jesus sie befreien kann. Jesus jedoch befreite nur sich selbst und half denen, die bereit waren in tiefe Meditation mit ihm zu gehen. Er hat nicht die Menschheit befreit von ihrem [[Leid]], den Begrenzungen und dem Elend. Was die Hindus betrifft, da haben die vergangenen [[Inkarnation]]en keinen nutzen. Buddha ist die einzige Person in der Geschichte des Menschseins, der die [[Wahrheit]] exakt benannte als er sagte: „Sei ein Licht in dir [[Selbst]].“
Buddha konnte nur den Weg zeigen, tun kannst du es nur selbst und keiner sonst für dich. Es gibt keinen anderen Weg voll von Licht zu werden, als die Meditation. Meditation, so sagte er, sollte eine freudige Aktivität sein. Man sollte es nicht als Pflicht sehen. Es sollte als Freude und Spiel erlebt werden. Wenn du Meditation als Pflicht erlebst, schießt sie am Ziel vorbei. Es kann nur passieren in einer Stimmung der Leichtigkeit. Meditation bedeutet ein An- und Aufstieg unserer [[Energie]]. Wirkliche [[Heilige]] waren immer Menschen der Liebe und des Lachens. Nur in Freude können wir wirklich erleben, was Meditation ist, denn, wenn wir wirklich einen freudigen, frohlockenden [[Geist]] haben, dann verschwinden alle [[Gedanke]]n und das Auflösen der Gedanken ist Meditation.
Besonders stark in die öffentliche Kritik geriet die Bewegung während ihres Aufenthalts in den Vereinigten Staaten (1981–1985). Auf einer Ranch in Oregon entstand die Kommune Rajneeshpuram, die zeitweise mehrere tausend Bewohner umfasste.
Osho glaubte, dass Geschlechtsverkehr eine Form der Meditation ist. Bei meditativem tantrischen Sex kultiviert man [[Entspannung]] und erfährt die Vereinigung von männlicher und weiblicher Energie. Der physische, sexuelle Vereinigungsakt wird als Mittel gesehen, um zu innerem [[Frieden]] zu gelangen und die Verwirklichung von innerer Einheit mit dem [[Kosmos]] zu erfahren. Er sagte: „Wenn man es richtig einsetzt, nämlich meditativ“ – nicht einfach als Entspannung und Entladung – dann könnte Sex an sich „eine Tür zum Göttlichen“ sein und „eine Begegnung deiner Selbst durch den anderen.“ Seiner Ansicht nach sollte Sex voll akzeptiert und erfahren werden und nicht unterdrückt.
In dieser Phase kam es zu erheblichen Konflikten mit lokalen Behörden und Anwohnern. Mitglieder der Führungsebene wurden später wegen verschiedener Straftaten verurteilt, darunter Einwanderungsbetrug, Abhöraktionen sowie der bioterroristische Salmonellenanschlag von 1984, bei dem zahlreiche Menschen erkrankten.
Wie andere Tantralehrer glaubte auch Osho, dass [[Askese]] oder Selbstablehnung eine Art der Selbstverstümmelung ist, und betonte daher, wie wichtig es ist, den eigenen Körper zu entdecken und ihn zu genießen. Er glaubte, dass weltliche Dinge angenommen und einbezogen werden sollten und nicht verbannt. Es war sein Streben, die materielle Welt des Westens mit der Spiritualität des Ostens zu verbinden. „Ich unterrichte sensuelle Religion“, erzählte er seinen Schülern, „ich möchte, dass [[Buddha]] Gautama und der Grieche Zorba näher und näher zueinander kommen…. Meine Schüler sollen Buddha Zorba sein. Der Mensch ist [[Körper]] und Seele zusammen. Beide müssen zufrieden gestellt werden.“
Osho selbst bekannte sich 1985 in zwei Punkten im Zusammenhang mit Einwanderungsverstößen schuldig, zahlte eine Geldstrafe und wurde aus den USA ausgewiesen.
Passend zu der tantrischen Weltansicht, kombinierte er westliche psychologische Techniken mit östlichen meditativen Praktiken. Er benutze viele gruppentherapeutische Methoden, einschließlich [[Kunst]]therapie, Encountergruppen und [[Hypnotherapie]]. Er benutzte auch viele individuelle Techniken wie die Urschreitherapie, [[Rolfing]] und [[Tarot]]. Durch die Kombination von Therapie und tantrischer Wildheit, waren seine Therapiegruppen manchmal sehr intensiv.
=== Führungsstruktur und Machtfragen ===
Er forderte seine Anhänger auf, eine Weile still zu sitzen, sie sollten in [[Stille]] erleben, was alles um sie herum passiert und nichts tun, einfach ruhig den Geräuschen zuhören: hören wie ein Vogel singt, wie die der Atem fließt, ein- und ausströmt, und dies still beobachten - nichts anderes muss getan werden. Meditation ist nichts anderes als einfach still zu sitzen, nichts tun, und auf das Kommen des Unbekannten zu warten. Er zitierte das Beispiel des Zen Mönchs, der eine [[Zazen]] Meditationstechnik hat. Es ist eine tiefe Meditationsmethode. Es eine "Methode" zu nennen ist eigentlich nicht korrekt, weil es in dem Sinne keine Methode ist, bei der es irgendetwas zu tun gibt. Beim Zen heißt es: „Sitze eine Weile und entspanne. Lass das Getümmel, die Ambitionen für einen Weile, der Geist rennt herum in seinem eigenen Tempo. Wir müssen nur für eine Weile dasitzen und in uns selbst versinken.
Innerhalb der Bewegung entwickelte sich eine stark personalisierte Leitungsstruktur. Während Osho zeitweise öffentlich schwieg, übernahmen enge Vertraute operative Verantwortung. Kritiker sehen in dieser Konstellation eine Machtkonzentration mit begrenzter interner Kontrolle.
===Verhaftung zum Körper aufgeben===
In der religionssoziologischen Forschung wird die Osho-Bewegung häufig als Beispiel für eine charismatisch geführte Gemeinschaft diskutiert. Solche Strukturen können eine intensive Bindung an die Leitfigur fördern, zugleich jedoch Fragen nach Transparenz, Verantwortungszuordnung und institutioneller Kontrolle aufwerfen.
Oshos Buch der Geheimnisse gibt einem praktische Werkzeuge für [[Transformation]] an die [[Hand]]. Jeder hat eine tiefe Anhaftung mit seinem oder ihren Körper. Die Körper ausgetauscht, aber wir waren immer mit dem Körper. Wenn wir beim Sterben einen Körper verlassen, sterben wir unbewusst und bleiben unbewusst. Wenn wir in einen neuen Körper wieder hineingeboren werden, sind wir unbewusst. Die [[Zeit]] zwischen Sterben und einer neuen Geburt ist unbewusst. Wir müssen uns die Tatsache klar machen, dass wir wirklich davon ausgehen, dass wir der Körper sind. Die erste Grundeinsicht ist, dass wir uns selbst nicht anders kennen als als Körper.
In dem Moment, wo wir zum ersten Mal einsehen, dass wir der Körper sind, erkennen wir die Anhaftung und alle Phantasien fallen weg. Wir müssen daher alles falsche [[Wissen]] über uns selbst über Bord werfen, so dass die Anhaftung an den Körper ans Licht kommt. Es ist schwierig, aber wenn wir dem einmal ins Gesicht schauen, können wir es loslassen. In dem Moment, wenn wir die Anhaftung mit dem Körper loslassen, werden wir erkennen, dass wir überall sind. Wenn wir einmal wissen, dass die Anhaftung nicht mehr da ist, dann wissen wir, wir sind nicht der Körper. Unser Körper wird Teil der großen ganzen [[Existenz]]. Er ist nicht getrennt. Unser Körper ist nichts anderes als Leben, das zu uns kommt. Durch diese Technik wissen wir, dass jemand, der sich in allem wiedererkennt, es nicht schlecht ergehen kann, denn er ist voll Freude.
=== Guru-Ideal und ethische Diskussion ===
===Ja zum Leben sagen===
Die Personalisierung spiritueller Autorität wurde im Rückblick unterschiedlich bewertet. Anhänger beschrieben Osho als erleuchteten Meister und außergewöhnlichen spirituellen Lehrer. Kritische Stimmen betonten dagegen mögliche Risiken idealisierter Führungsrollen, insbesondere im Hinblick auf Abhängigkeitsdynamiken, Gruppendruck und asymmetrische Machtverhältnisse.
Er bat seine Schüler damit anzufangen „Ja“ zu denken. Das einfache Wort „Ja“, so sagte er, enthält alle [[Religion]]en der Welt. Es enthält alle [[Gebet]]e, die jemals gesprochen worden sind und die jemals gesprochen werden. Für ihn war eine wahrhaft religiöse Person jemand, der „Ja“ zum Leben sagt, weil das Leben Gott ist. Wer "ja" sagt zur Erde, weil die Erde Teil des Himmels ist, der sagt „ja“ zum Körper, weil er der [[Tempel]] für die Seele ist. Sein „ja“ bringt [[Transzendenz]], sein „Ja“ bringt einen egolosen Zustand, sein „Ja“ bringt einen Zustand von Gedankenlosigkeit. Er sagte: „Meine Rebellion basiert auf dem „Ja“… Ich möchte, dass du so intensiv wie möglich tanzt, singst, liebst und lebst wie möglich.“ Apropro [[Nataraj]] oder [[Tanz]]meditation, Osho sagt in seinem „Buch der Geheimnisse“: „Der wirklich wahrhaftig religiöser Mensch hat nichts mit der [[Bibel]], dem [[Koran]] oder der [[Bhagavad Gita]] zu tun. Eine wirklich wahrhaftige Person hat eine tiefe Verbundenheit mit der Existenz.“
Sein Buch "Body Mind Balancing" (deutsche Buchtitel nicht mehr auffindbar) versucht uns in einen inneren [[Raum]] tiefer [[Entspannung]] mitzunehmen, wo wir erfrischt und energetisiert herauskommen. [...] Der Körper ist eine wunderbare [[Quelle]] der [[Weisheit]] und gibt uns ständig hilfreiche Botschaften, angefangen mit einfachen [[Kopfschmerzen]] und anderen körperlichen [[Schmerz]]en bis hin zur [[Migräne]], [[Schlafstörung]]en, Unfällen, chronischen Schmerz vor allem im [[Rücken]] und Magen. Die meisten dieser Symptome sind psychologischen [[Ursprung]]s, und da wir sie nicht bewusst produzieren, müssen wir es uns unbewusst machen.
Im Kontext moderner spiritueller Praxis wird die Bewegung daher häufig im Spannungsfeld zwischen individueller Inspiration und strukturellen Problematiken diskutiert. Fragen nach Transparenz, Freiwilligkeit und klarer Rollenabgrenzung spielen dabei eine zentrale Rolle.
===Der Geist als "Beschützer"===
=== Öffentliche und wissenschaftliche Rezeption ===
Dieser Prozess hilft uns, in Kontakt zu bleiben mit einem Teil des unbewussten Geistes, der auch der "Beschützer" genannt wird. Die Idee ist, dass dieser Beschützer körperliche Symptome mit gutem Grund produziert, und wir fragen sollten, was die Botschaft dahinter ist, was will er uns mit dem jeweiligen Symptom sagen. Dann fragen wir den Beschützer, ob er einen anderen [[Weg]] nehmen könnte, uns die Botschaft zu vermitteln, eine Art und Weise bei der der Körper gesund und in Balance bleibt.
Bei dieser Herangehensweise, stellen wir uns tatsächlich unseren Körper so vor, dass er in der Zukunft ausgeglichener, gesünder und kraftvoller ist. Dann sagen wir dem Beschützer, dass er nun dem Körper sagen kann, den [[Schmerz]] oder das Symptom wieder los zu lassen, denn dies kann Menschen ein bisschen die [https://www.yoga-vidya.de/psychologische-yogatherapie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/angst/ Angst] nehmen. Wir alle wissen, dass Angst [[Spannung]] im Körper verursacht, und umgekehrt trifft es ebenfalls zu. Je mehr wir lernen können zu entspannen desto weniger Angst haben wir.
Journalistische, dokumentarische und wissenschaftliche Arbeiten haben die Ereignisse um Rajneeshpuram umfassend aufgearbeitet. Die Bewertungen reichen von der Darstellung einer fehlgeleiteten utopischen Gemeinschaft bis hin zu differenzierten Analysen charismatischer Religionsbewegungen im 20. Jahrhundert.
===Hypnose===
Die organisatorischen Entwicklungen der Bewegung werden dabei kritisch historisiert.
Im “Osho International Meditation Resort” in Puna kann man individuelle [[Hypnose]]behandlung buchen oder an Hypnosekursen zum Heilen emotionaler [[Wunde]]n teilnehmen, denn sowohl für die [[Meditation]] als auch für den Körper-Geist-Ausgleich kann Hypnose eine wunderbare Energiequelle sein. Es bedeutet absichtlicher [[Schlaf]] und kann dadurch den Körper in der Regeneration unterstützen und dabei helfen, die durch die [[Tag]]es[[arbeit]] verlorengegangene Energie wieder aufzuladen. Osho behauptet, dass es den Körper erfrischt, den Geist beruhigt, das Herz reinigt und das keiner uns gegen unseren [[Wille]]n hypnotisieren kann.
Die tiefe Entspannung und die [[Konzentration]]sübungen der Hypnose wirken beruhigend und bringen den bewussten Geist zur Ruhe, so das er weniger aktiv denkt. In diesem Zustand sind wir uns dessen bewusst, was geschieht, aber der bewusste Geist rückt in den Hintergrund und Unbewusstes kann zum Vorschein kommen. In einer Sitzung kann man mit Hilfe von Hypnose tief verwurzelte, persönliche [[Problem]]e bearbeiten. Die Therapie kann zur Auflösung negativer [[Verhalten]]smuster führen und kann teilweise auch effektiv bei [[Phobie]]n, irrationalen Ängsten bezüglich bestimmter Gegenstände oder Situationen eingesetzt werden. Ärzte und Heiler aus der ganzen Welt behaupten, dass hypnotische [[Suggestion]]en Schmerzen lindern und sogar bei manchen Patienten [[Krankheit]]en heilen können.
== Rezeption ==
==Nachruf==
=== Verehrungsliteratur und spirituelle Würdigungen ===
'''Artikel aus dem Buch "Indian Spiritual Gurus. Twentieth Century" von M.L. Ahuja.'''
In Teilen der spirituellen Verehrungsliteratur wird Osho als außergewöhnlicher Mystiker und erleuchteter Lehrer dargestellt. Autoren wie M. L. Ahuja betonen seine charismatische Präsenz und transformative Wirkung auf Anhänger.
Solche Darstellungen sind Teil der spirituellen Verehrungsliteratur, enthalten jedoch teilweise Zuschreibungen, die nicht empirisch überprüfbar sind.
Osho ist nicht mehr im Körper aber während seines Lebens konnte er eine [[Aura]] aufbauen, die Anhänger für die [[Philosophie]], für die er stand, in den Bann zogen. Seine Bücher wurden zum Großteil in der ganzen Welt gelesen und Osho Meditationscamps werden an diversen Orten organisiert. Im Oktober 2004 wurde in Malaysien und Singapur Oshomeditationscamps eröffnet.
In wissenschaftlichen und journalistischen Analysen wird hingegen stärker auf die strukturellen und organisatorischen Aspekte seiner Bewegung sowie auf die Ereignisse in Rajneeshpuram Bezug genommen.
Die Kommentare, die Dr. H.N. Law bei der Gelegenheit machte, waren aussagekräftig. Er sagte, dass für westliche Menschen Meditation bedeutet, tief über etwas nachzudenken. Für mich, der sich in verschiedene chinesischen Qigong [[Tai Chi]] Schulen vertieft hat, ist Meditation etwas weiches und langsames, bei dem man versucht, einen [[Zustand]] von gedanklicher Leere, [[Samadhi]] zu erreichen, aber für Osho bedeutet es feiern, kreativ und spielerisch sein. Das ist etwas Neues für mich. In dem Punkt werde ich von Osho inspiriert, wenn man sich lösen sollte von den Fesseln des Lebens, um zu hoher [[Weisheit]] zu gelangen.
=== Kritische Bewertungen ===
Osho sprach aus einer tiefen [[Intelligenz]] heraus und seine spirituelle Präsenz strahlte von seinem Körper wie ein zartes [[Licht]], das alle Wunden heilt. Mit einem langen Bart, großen dunklen Augen, sah er aus wie ein lebendig gewordenes Gemälde von [[Laotse]]. Seine Präsenz erhebte jeden um ihn herum ohne jegliche Mühe von seiner oder ihrer Seite. Er hatte die erstaunliche Kraft der [[Telepathie]] und Astralprojektion, die er großherzig einsetzte, um Schüler zu beruhigen oder zu inspirieren.
Kritische Stimmen verweisen auf die starke Personalisierung der Bewegung, die Ereignisse in Rajneeshpuram sowie die Risiken charismatischer Führungsstrukturen. Religionswissenschaftlich wird die Osho-Bewegung häufig im Kontext neuer religiöser Bewegungen des 20. Jahrhunderts untersucht.
Viele Schwindler, die sich als Guru ausgegeben, behaupten diese mystischen [[Fähigkeit]]en zu haben, aber Osho hatte sie wirklich. Er prahlte nie mit seinen Kräften und [[Fähigkeit]]en. Jene, die aber näher mit ihm zu tun hatten, bekamen durch den direkten Kontakt diese Wunder mit. Er war ein großartiger [[Lehrer]] mit innovativen Techniken, die mit dramatischen Kräften arbeiteten. Er hat tausende von Suchern zu einem höheren Bewusstseinszustand verholfen und von östlichen Religionen und Meditation mit einer strahlenden Klarheit erzählt.
=== Nachwirkung seines Werkes ===
Er begann sein Leben als Lehrer damit, falsche Gurus aufzudecken und endete sein Leben damit der „betrügerischste Guru“ zu sein, den die Welt jemals zuvor gesehen hat. Es ist schade, dass er sich verwickelt hat in zwielichtige Kontroversen. In welchem Ausmaß daran seine Sich-Selbst-Suchenden-Anhänger beteiligt waren oder was davon sein eigenes menschliches Versagen war, bleibt fraglich. Aber abgesehen davon ist Osho noch für seine kraftvollen [[Schriften]] bekannt und für seine erfrischenden Reden, die gefüllt waren mit Philosophieanalysen, die das Bewusstsein eines jeden anregt, der sich die Audio-Aufzeichnungen anhört. Jedes Thema der Zeitschrift "Osho Times"; "The Magazine for Conscious Living" von der Osho International Meditation Resort & Guesthouse in Puna und "Osho World" von Neu Delih leitet noch weiterhin die herumirrende Menschheit zur Bewusstseinserweiterung an.
Unabhängig von den historischen Kontroversen werden Oshos Diskurse und Meditationsmethoden weiterhin praktiziert. Seine Bücher erscheinen fortlaufend in Neuauflagen. Für viele Menschen bleiben seine Vorträge eine Inspirationsquelle für individuelle spirituelle Praxis.
==Siehe auch==
==Siehe auch==
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*[[Meher Baba]]
*[[Meher Baba]]
==Literatur==
== Werke ==
*[http://www.amazon.de/Das-Buch-Geheimnisse-Meditations-Techniken-Entdeckung/dp/3442338476/ref=sr_1_9?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-9&keywords=osho Osho: Das Buch der Geheimnisse: 112 Meditations-Techniken zur Entdeckung der inneren Wahrheit, 2009]
*[http://www.amazon.de/Mut-Lebe-wild-gef%C3%A4hrlich-Osho/dp/3548741134/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-1&keywords=osho Osho: Mut: Lebe wild und gefährlich, 2004]
*[http://www.amazon.de/Mut-Lebe-wild-gef%C3%A4hrlich-Osho/dp/3548741134/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-1&keywords=osho Osho: Mut: Lebe wild und gefährlich, 2004]
*[http://www.amazon.de/Emotionen-Frei-von-Angst-Eifersucht/dp/3442215609/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-4&keywords=osho Osho: Emotionen: Frei von Angst, Eifersucht, Wut, 2000]
*[http://www.amazon.de/Bewusstsein-Beobachte-ohne-zu-urteilen/dp/3548742114/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-5&keywords=osho Osho: Bewusstsein: Beobachte, ohne zu urteilen, 2004]
*[http://www.amazon.de/Bewusstsein-Beobachte-ohne-zu-urteilen/dp/3548742114/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-5&keywords=osho Osho: Bewusstsein: Beobachte, ohne zu urteilen, 2004]
*[http://www.amazon.de/Angst-Unw%C3%A4gbarkeiten-Lebens-verstehen-annehmen/dp/3442218152/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-6&keywords=osho Osho: Angst: Die Unwägbarkeiten des Lebens verstehen und annehmen, 2008]
*[http://www.amazon.de/Das-Buch-vom-Ego-Illusion/dp/354874110X/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-7&keywords=osho Osho: Das Buch vom Ego - Von der Illusion zur Freiheit, 2004]
*[http://www.amazon.de/Das-Buch-Kinder-einfach-selbst/dp/3548741096/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-8&keywords=osho Osho: Das Buch der Kinder: Sei einfach Du selbst , 2004]
*[http://www.amazon.de/Das-Buch-Geheimnisse-Meditations-Techniken-Entdeckung/dp/3442338476/ref=sr_1_9?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-9&keywords=osho Osho: Das Buch der Geheimnisse: 112 Meditations-Techniken zur Entdeckung der inneren Wahrheit, 2009]
*[http://www.amazon.de/Freiheit-Mut-Du-selbst-sein/dp/3548741525/ref=sr_1_10?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-10&keywords=osho Osho: Freiheit: Der Mut, Du selbst zu sein, 2005]
*[http://www.amazon.de/Das-Buch-M%C3%A4nner-Chance-nutzen/dp/3548742122/ref=sr_1_11?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-11&keywords=osho Osho: Das Buch der Männer: Die Krise als Chance nutzen, 2004]
*[http://www.amazon.de/Das-Chakra-Buch-Heilkraft-feinstofflichen/dp/3936360677/ref=sr_1_12?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-12&keywords=osho Osho: Das Chakra Buch: Energie und Heilkraft der feinstofflichen Körper, 2007]
*[http://www.amazon.de/Das-Orangene-Buch-Meditationen-Jahrhundert/dp/3936360707/ref=sr_1_13?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-13&keywords=osho Osho: Das Orangene Buch: Die Osho Meditationen für das 21. Jahrhundert, 2008]
*[http://www.amazon.de/Das-Buch-Frauen-Quelle-weiblichen/dp/3548741118/ref=sr_1_14?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-14&keywords=osho Osho: Das Buch der Frauen: Die Quelle der weiblichen Kraft, 2004]
*[http://www.amazon.de/Freude-Das-Gl%C3%BCck-kommt-innen/dp/3548741533/ref=sr_1_15?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-15&keywords=osho Osho: Freude: Das Glück kommt von innen, 2005]
*[http://www.amazon.de/Was-kann-ich-tun-emotionale/dp/3442215617/ref=sr_1_16?ie=UTF8&qid=1416663591&sr=8-16&keywords=osho Osho: Was kann ich tun?: 101 einfache Methoden, um Stress und emotionale Probleme zu lindern, 2002]
==Weblinks==
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*[http://mein.yoga-vidya.de/profiles/blogs/spirituelle-praxis-im-spannungsfeld-von-yoga-und-tantra Spirituelle Praxis im Spannungsfeld von Yoga und Tantra]
*[http://mein.yoga-vidya.de/profiles/blogs/spirituelle-praxis-im-spannungsfeld-von-yoga-und-tantra Spirituelle Praxis im Spannungsfeld von Yoga und Tantra]
Chandra Mohan Jain, auch bekannt als Acharya Rajneesh, Bhagwan Shree Rajneesh oder Osho, Copyright, osho.com
Osho (1931–1990), geboren als Chandra Mohan Jain und zeitweise bekannt als Bhagwan Shree Rajneesh, war ein indischer spiritueller Lehrer und Begründer der Osho-Bewegung. Seit den 1960er Jahren hielt er regelmäßig Vorträge zu Themen wie Meditation, Bewusstsein, Freiheit und gesellschaftlicher Konditionierung. Seine Lehren verbinden Elemente aus Hinduismus, Buddhismus, Zen, Taoismus, Tantra sowie westlicher Psychologie.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Osho durch den Aufbau eines Ashrams in Pune (Indien) und später der Kommune Rajneeshpuram im US-Bundesstaat Oregon. Die Bewegung war sowohl für innovative Meditationsmethoden als auch für erhebliche rechtliche und politische Kontroversen bekannt.
Oshos Werk wird bis heute weltweit rezipiert. Seine Person und seine Bewegung werden dabei unterschiedlich bewertet – zwischen spiritueller Inspiration und kritischer Auseinandersetzung mit charismatischer Autorität und Organisationsstrukturen.
Osho wurde am 11. Dezember 1931 in Kuchwada im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh in eine Jain-Familie geboren. Über seine frühen Jahre existieren vor allem spätere Selbstdarstellungen. In diesen schilderte er sich als unabhängig, kritisch und früh an existenziellen Fragen interessiert.
Er studierte Philosophie an der University of Sagar und schloss 1956 mit einem Masterabschluss ab.
Akademische Tätigkeit
Nach seinem Studium war er als Dozent und später als Professor für Philosophie an der Universität Jabalpur tätig. In dieser Zeit begann er, öffentliche Vorträge zu halten, in denen er religiöse Traditionen, gesellschaftliche Normen und politische Ideologien kritisch hinterfragte. Seine rhetorische Präsenz verschaffte ihm rasch Bekanntheit über den akademischen Rahmen hinaus.
Beginn der Lehrtätigkeit und Neo-Sannyas
Ende der 1960er Jahre wuchs um ihn eine feste Anhängerschaft. 1970 führte er die sogenannte Dynamische Meditation ein und initiierte das „Neo-Sannyas“. Diese Form verstand er nicht als weltabgewandte Askese, sondern als spirituelle Praxis im Alltag. Anhänger erhielten neue Namen und verstanden sich als Teil einer spirituellen Gemeinschaft.
Ashram in Pune
1974 wurde in Pune ein Ashram gegründet, der sich zu einem internationalen Meditationszentrum entwickelte. Neben Vorträgen fanden dort Gruppenprozesse und therapeutische Formate statt, die östliche Meditation mit westlicher Psychologie verbanden.
Osho besaß zeitweise eine Sammlung von Rolls-Royce-Fahrzeugen, was in Medienberichten häufig thematisiert wurde. Seine Aussagen zu Religion, Sexualität und Gesellschaft führten zu intensiver öffentlicher Diskussion.
1981 übersiedelte Osho in die USA. In Oregon entstand auf einer Ranch die Kommune Rajneeshpuram, die zeitweise mehrere tausend Bewohner umfasste und als eigenständige Stadt organisiert war.
Rechtliche Auseinandersetzungen und Ausweisung
Im Verlauf der Entwicklungen in Oregon kam es zu juristischen Ermittlungen gegen Mitglieder der Führungsebene. 1985 bekannte sich Osho im Zusammenhang mit Einwanderungsverstößen schuldig und wurde aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen.
Rückkehr nach Indien und letzte Jahre
Nach Aufenthalten in mehreren Ländern kehrte er 1986 nach Indien zurück. 1989 nahm er den Namen „Osho“ an. Er starb am 19. Januar 1990 in Pune.
Oshos Diskurse kreisten um Bewusstheit, individuelle Freiheit und die Überwindung gesellschaftlicher Konditionierung. Er betonte persönliche Erfahrung über dogmatische Glaubenssysteme und verstand Spiritualität als inneren Prozess der Selbsterkenntnis.
Meditation (inkl. Dynamische Meditation)
Meditation bildete das Zentrum seiner Arbeit. Neben stillen Sitzmeditationen entwickelte er aktive Methoden, bei denen Atmung, Bewegung und emotionaler Ausdruck eine Rolle spielen. Diese Techniken sollten helfen, innere Spannungen bewusst wahrzunehmen und einen Zustand gegenwärtiger Präsenz zu fördern.
Verhältnis zu Körper, Sexualität und Tantra
Osho bezog sich positiv auf tantrische Traditionen und sprach offen über Sexualität als Bestandteil menschlicher Energie. Er sah körperliche Erfahrung nicht als Hindernis, sondern als möglichen Zugang zu Bewusstheit, sofern sie achtsam gelebt wird.
Psychologische und therapeutische Elemente
In seinen Gemeinschaften wurden gruppendynamische und therapeutische Verfahren eingesetzt. Diese verbanden Selbsterfahrung, emotionalen Ausdruck und Meditation. Viele westliche Therapeuten und Suchende nahmen an diesen Formaten teil.
Lebensbejahung und Gegenwärtigkeit
Ein wiederkehrendes Motiv seiner Lehre war die Bejahung des Lebens im Hier und Jetzt. Spiritualität verstand er nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als bewusste Teilnahme. Freude, Kreativität und Individualität galten ihm als Ausdruck innerer Freiheit.
Identität, Ego und Bewusstsein
Osho sprach häufig über die Identifikation mit Gedanken, Rollenbildern und dem Ego. Meditation sollte helfen, diese Identifikationen zu durchschauen und eine tiefere Ebene von Bewusstsein zu erfahren. Seine Sprache war dabei häufig metaphorisch und bildhaft.
Organisation und Bewegung
Struktur der Osho-Bewegung
In den 1970er und 1980er Jahren war die Bewegung stark auf die Person Oshos ausgerichtet. Entscheidungen liefen überwiegend über eine zentrale Leitung. Nach seinem Tod wurde die Organisation neu strukturiert.
Rituale und Identitätsmerkmale
Anhänger trugen zeitweise einheitliche Kleidung und erhielten neue spirituelle Namen. Diese äußeren Zeichen sollten Zugehörigkeit und innere Neuorientierung symbolisieren.
Internationale Verbreitung
Nach Oshos Tod blieb das Zentrum in Pune bestehen. Weltweit entstanden Meditationsgruppen und Zentren, die seine Methoden weiterführen. Seine Vorträge sind in zahlreichen Buchausgaben veröffentlicht und in viele Sprachen übersetzt worden.
Kontroversen und Kritik
Die Osho-Bewegung war seit den 1970er Jahren Gegenstand öffentlicher und wissenschaftlicher Kontroversen. Neben Anerkennung für innovative Meditationsformen und die Verbindung östlicher Spiritualität mit westlicher Psychologie wurden insbesondere Struktur, Führungsstil und politische Ereignisse kritisch diskutiert.
Besonders stark in die öffentliche Kritik geriet die Bewegung während ihres Aufenthalts in den Vereinigten Staaten (1981–1985). Auf einer Ranch in Oregon entstand die Kommune Rajneeshpuram, die zeitweise mehrere tausend Bewohner umfasste.
In dieser Phase kam es zu erheblichen Konflikten mit lokalen Behörden und Anwohnern. Mitglieder der Führungsebene wurden später wegen verschiedener Straftaten verurteilt, darunter Einwanderungsbetrug, Abhöraktionen sowie der bioterroristische Salmonellenanschlag von 1984, bei dem zahlreiche Menschen erkrankten.
Osho selbst bekannte sich 1985 in zwei Punkten im Zusammenhang mit Einwanderungsverstößen schuldig, zahlte eine Geldstrafe und wurde aus den USA ausgewiesen.
Führungsstruktur und Machtfragen
Innerhalb der Bewegung entwickelte sich eine stark personalisierte Leitungsstruktur. Während Osho zeitweise öffentlich schwieg, übernahmen enge Vertraute operative Verantwortung. Kritiker sehen in dieser Konstellation eine Machtkonzentration mit begrenzter interner Kontrolle.
In der religionssoziologischen Forschung wird die Osho-Bewegung häufig als Beispiel für eine charismatisch geführte Gemeinschaft diskutiert. Solche Strukturen können eine intensive Bindung an die Leitfigur fördern, zugleich jedoch Fragen nach Transparenz, Verantwortungszuordnung und institutioneller Kontrolle aufwerfen.
Guru-Ideal und ethische Diskussion
Die Personalisierung spiritueller Autorität wurde im Rückblick unterschiedlich bewertet. Anhänger beschrieben Osho als erleuchteten Meister und außergewöhnlichen spirituellen Lehrer. Kritische Stimmen betonten dagegen mögliche Risiken idealisierter Führungsrollen, insbesondere im Hinblick auf Abhängigkeitsdynamiken, Gruppendruck und asymmetrische Machtverhältnisse.
Im Kontext moderner spiritueller Praxis wird die Bewegung daher häufig im Spannungsfeld zwischen individueller Inspiration und strukturellen Problematiken diskutiert. Fragen nach Transparenz, Freiwilligkeit und klarer Rollenabgrenzung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Öffentliche und wissenschaftliche Rezeption
Journalistische, dokumentarische und wissenschaftliche Arbeiten haben die Ereignisse um Rajneeshpuram umfassend aufgearbeitet. Die Bewertungen reichen von der Darstellung einer fehlgeleiteten utopischen Gemeinschaft bis hin zu differenzierten Analysen charismatischer Religionsbewegungen im 20. Jahrhundert.
Die organisatorischen Entwicklungen der Bewegung werden dabei kritisch historisiert.
Rezeption
Verehrungsliteratur und spirituelle Würdigungen
In Teilen der spirituellen Verehrungsliteratur wird Osho als außergewöhnlicher Mystiker und erleuchteter Lehrer dargestellt. Autoren wie M. L. Ahuja betonen seine charismatische Präsenz und transformative Wirkung auf Anhänger.
Solche Darstellungen sind Teil der spirituellen Verehrungsliteratur, enthalten jedoch teilweise Zuschreibungen, die nicht empirisch überprüfbar sind.
In wissenschaftlichen und journalistischen Analysen wird hingegen stärker auf die strukturellen und organisatorischen Aspekte seiner Bewegung sowie auf die Ereignisse in Rajneeshpuram Bezug genommen.
Kritische Bewertungen
Kritische Stimmen verweisen auf die starke Personalisierung der Bewegung, die Ereignisse in Rajneeshpuram sowie die Risiken charismatischer Führungsstrukturen. Religionswissenschaftlich wird die Osho-Bewegung häufig im Kontext neuer religiöser Bewegungen des 20. Jahrhunderts untersucht.
Nachwirkung seines Werkes
Unabhängig von den historischen Kontroversen werden Oshos Diskurse und Meditationsmethoden weiterhin praktiziert. Seine Bücher erscheinen fortlaufend in Neuauflagen. Für viele Menschen bleiben seine Vorträge eine Inspirationsquelle für individuelle spirituelle Praxis.