Suvarna Naga Dana
Suvarna Naga Dana an Panchami – eine goldene Schlange als Schutzgabe verschenken ist eine kurze Gabenzeremonie für Menschen, die sich im religiösen Bild der Schlangenmächte Schutz und ein friedliches Verhältnis zur Natur wünschen. Am fünften Mondtag, Panchami, wird eine goldene Schlangendarstellung in einem Gefäß mit Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl) verehrt und einem Brahmanen überreicht. Diese Fassung stammt aus dem Kapitel über Mondtagsgaben im Bhavishya Purana. Sie lässt sich am häuslichen Altar ausführen; es werden keine lebenden Schlangen verwendet.
Vorbereitung
Die allgemeinen Hinweise des Kapitels nennen die helle Mondhälfte in Shravana, Karttika, Chaitra, Vaishakha oder Phalguna. Zugleich würdigen sie jede Gelegenheit, bei der Mittel, Vertrauen und ein geeigneter Empfänger zusammenkommen. Für diese Gabe wähle eine Panchami. Als Orte sind Pilgerstätte, Tempel, Kuhstall oder das eigene Haus genannt.
Bereite eine goldene Schlangendarstellung, ein standsicheres Gefäß sowie Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl) vor. Die pflanzlichen Zutaten sind heutige vegane Anpassungen. Der Text nennt ein Suvarna Gold; dieses historische Gewichtsmaß wird hier ohne eine unbelegte Grammumrechnung wiedergegeben. Besprich die Ausführung vorher mit dem Empfänger. Als weitere Gabe werden Gewänder für den Brahmanen benötigt. Das gefüllte Gefäß wird nicht angezündet.
Durchführung
1. Die Darstellung einsetzen
Stelle die goldene Schlange in das Gefäß mit Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Ein Mischungsverhältnis wird nicht angegeben. Bereite die Gewänder für den Empfänger separat vor.
2. Das Schlangenbild ehren
Wende dich der Darstellung ehrerbietig zu. Die Quelle nennt die Verehrung ohne eine ausführliche Folge von Gastgaben oder ein bestimmtes Mantra. Eine Verneigung und eine stille Bitte um Schutz sind hier eine schlichte praktische Ausgestaltung.
3. Den Empfänger ehren und die Gabe überreichen
Ehre den Brahmanen mit den vorbereiteten Gewändern und überreiche die verehrte Schlangendarstellung im Gefäß. Die Gabe wird wirklich überlassen, nicht lediglich am eigenen Altar aufgestellt.
4. Um Nachsicht bitten
Verneige dich und bitte den Empfänger um Nachsicht für Fehler bei der Ausführung. Dafür ist keine Sanskritformel ausgeschrieben; eine Bitte in eigenen Worten genügt als praktische Umsetzung. Damit endet die im Kapitel beschriebene Tagesgabe.
Abweichende Gelübdeform
Uttaraparvan 121, Vers 169, beschreibt die goldene Schlangengabe an Panchami zusammen mit Payovrata, einer Milchspeiseregel für den Gelübdetag. Dort werden weder ein Goldgewicht noch Gefäß und Gewänder genannt. Diese knappe Gelübdeform ist eine eigene Überlieferungsfassung. Ihr Speisevorsatz wird nicht stillschweigend in die oben ausgeführte Tagesgabe aus Kapitel 193 übernommen.
Spiritueller Abschluss
Als freiwillige Weiterführung kann die Bitte um Schutz mit respektvollem Abstand zu wildlebenden Tieren und mit dem Schutz ihrer Lebensräume verbunden werden. Der Quelltext nennt auch rituelle Sühne im Zusammenhang mit einem Schlangenbiss; die hier beschriebene Gabe ist keine Behandlung eines Bisses.
Quellen und verwandte Praxis
- Bhavishya Purana, Uttaraparvan 193, Verse 3–5 und 22–24: Hauptfassung der Tagesgabe. Sanskrittext.
- Bhavishya Purana, Uttaraparvan 121, Vers 169: gesonderte Payovrata-Fassung. Sanskrittext.
- Naga, Dana, Bhakti Yoga. Eigenständige deutsche Ausarbeitung auf Grundlage der genannten Sanskritabschnitte.