Rahu Kavacha Anudina
Rahu Kavacha Anudina – tägliche Schutzrezitation in Reinheit ist ein täglich wiederkehrendes Gebet an Rahu. Die gekrönte, furchtgebietende Gestalt wird zugleich als Spender von Furchtlosigkeit angerufen. Der Schlussvers bestimmt als Haltung Reinheit, Sammlung und Bhakti und verbindet den Schutz besonders mit Selbstüberwindung.
Vorbereitung
Wasche dich, kleide dich sauber und wähle einen ruhigen Platz. Diese praktische Vorbereitung setzt die Quellenangabe shuchi, „rein“, um. Rezitiere mit gesammelter Aufmerksamkeit einmal die Widmung und alle sieben Verse. Die Fassung verlangt tägliche Wiederkehr, jedoch keine bestimmte Stunde, Finsternis, Fastenhandlung oder Opfergabe. Medizinische Versorgung bei Beschwerden wird durch das Gebet begleitet.
Widmung
IAST
śrīgaṇeśāya namaḥ |
oṃ asya śrīrāhukavacastotramantrasya candramā ṛṣiḥ,
anuṣṭupchandaḥ, rāṃ bījam, namaḥ śaktiḥ,
svāhā kīlakam, rāhukṛtapīḍānivāraṇārthe, dhanadhānya,
āyurārogyādisamṛddhiprāptayarthe jape viniyogaḥ ||
Devanagari
श्रीगणेशाय नमः ।
ॐ अस्य श्रीराहुकवचस्तोत्रमन्त्रस्य चन्द्रमा ऋषिः,
अनुष्टुप्छन्दः, रां बीजम्, नमः शक्तिः,
स्वाहा कीलकम्, राहुकृतपीडानिवारणार्थे, धनधान्य,
आयुरारोग्यादिसमृद्धिप्राप्तयर्थे जपे विनियोगः ॥
Bedeutung
Verehrung dem erhabenen Ganesha.
Om. Seher dieses Rahu-Kavacha-Stotra-Mantras ist Chandramas,
das Versmaß Anushtubh; rāṃ ist die Keimsilbe, namaḥ die Kraft,
svāhā der verschließende Schlüssel. Zur Abwendung der Rahu zugeschriebenen Bedrängnis,
zum Erlangen von Vermögen, Getreide, Leben, Gesundheit und weiterem Gedeihen wird die Rezitation angewandt.
Die Bija- und Schlusswörter werden als Teil des Viniyoga gesprochen. Ein gesonderter Feuerakt folgt daraus nicht.
Betrachtung und vollständige Rezitation
Stelle dir beim ersten Vers Rahus gekrönte Gestalt vor. Folge danach den Schutzbitten für die einzelnen Glieder. Die ungewöhnlichen Körperbilder gehören zur Sprache dieses Kavacha und werden nicht zu einer anatomischen Beschreibung vereinheitlicht.
IAST
praṇamāmi sadā rāhuṃ śūrpākāraṃ kirīṭinam |
saiṃhikeyaṃ karālāsyaṃ lokānāmabhayapradam || 1||
nīlāmbaraḥ śiraḥ pātu lalāṭaṃ lokavanditaḥ |
cakṣuṣī pātu me rāhuḥ śrotre tvardhaśarīravān || 2||
nāsikāṃ me dhūmravarṇaḥ śūlapāṇirmukhaṃ mama |
jihvāṃ me siṃhikāsūnuḥ kaṇṭhaṃ me kaṭhināṅghrikaḥ || 3||
bhujaṅgeśo bhujau pātu nīlamālyāmbaraḥ karau |
pātu vakṣaḥsthalaṃ mantrī pātu kukṣiṃ vidhuntudaḥ || 4||
kaṭiṃ me vikaṭaḥ pātu ūrū me surapūjitaḥ |
svarbhānurjānunī pātu jaṅghe me pātu jāḍyahā || 5||
gulphau grahapatiḥ pātu pādau me bhīṣaṇākṛtiḥ |
sarvāṇyaṅgāni me pātu nīlacandanabhūṣaṇaḥ || 6||
rāhoridaṃ kavacamṛddhidavastudaṃ yo
bhaktyā paṭhatyanudinaṃ niyataḥ śuciḥ san |
prāpnoti kīrtimatulāṃ śriyamṛddhimāyu-
rārogyamātmavijayaṃ ca hi tatprasādāt || 7||
Devanagari
प्रणमामि सदा राहुं शूर्पाकारं किरीटिनम् ।
सैंहिकेयं करालास्यं लोकानामभयप्रदम् ॥ १॥
नीलाम्बरः शिरः पातु ललाटं लोकवन्दितः ।
चक्षुषी पातु मे राहुः श्रोत्रे त्वर्धशरीरवान् ॥ २॥
नासिकां मे धूम्रवर्णः शूलपाणिर्मुखं मम ।
जिह्वां मे सिंहिकासूनुः कण्ठं मे कठिनाङ्घ्रिकः ॥ ३॥
भुजङ्गेशो भुजौ पातु नीलमाल्याम्बरः करौ ।
पातु वक्षःस्थलं मन्त्री पातु कुक्षिं विधुन्तुदः ॥ ४॥
कटिं मे विकटः पातु ऊरू मे सुरपूजितः ।
स्वर्भानुर्जानुनी पातु जङ्घे मे पातु जाड्यहा ॥ ५॥
गुल्फौ ग्रहपतिः पातु पादौ मे भीषणाकृतिः ।
सर्वाण्यङ्गानि मे पातु नीलचन्दनभूषणः ॥ ६॥
राहोरिदं कवचमृद्धिदवस्तुदं यो
भक्त्या पठत्यनुदिनं नियतः शुचिः सन् ।
प्राप्नोति कीर्तिमतुलां श्रियमृद्धिमायु-
रारोग्यमात्मविजयं च हि तत्प्रसादात् ॥ ७॥
Bedeutung
1. Ich verehre stets den gekrönten Rahu von der Gestalt einer Getreideschwinge,
Simhikas Sohn mit furchtbarem Antlitz, der den Welten Furchtlosigkeit schenkt.
2. Der Blaugekleidete schütze meinen Kopf, der Weltverehrte meine Stirn;
Rahu meine Augen, der Halbleibige meine Ohren.
3. Der Rauchfarbene schütze meine Nase, der Dreizackträger mein Gesicht;
Simhikas Sohn meine Zunge, der Festfüßige meinen Hals.
4. Der Schlangenherr schütze meine Arme, der mit blauen Kränzen und Gewändern meine Hände;
der Ratgeber meine Brust, der Mondbedränger meinen Bauch.
5. Der Gewaltige schütze meine Hüfte, der Götterverehrte meine Oberschenkel;
Svarbhanu meine Knie, der Trägheit Beseitigende meine Unterschenkel.
6. Der Planetenherr schütze meine Knöchel, der Furchtgestaltige meine Füße;
der mit blauem Sandelholz Geschmückte alle meine Glieder.
7. Wer dieses Gedeihen und Güter spendende Kavacha Rahus
jeden Tag mit Hingabe, gesammelt und rein liest,
erlangt nach seiner Verheißung unvergleichlichen Ruhm, Fülle, Gedeihen, langes Leben,
Gesundheit und Sieg über sich selbst durch seine Gnade.
Abschluss
Verweile nach dem letzten Wort kurz still. Erinnere besonders den erbetenen Sieg über dich selbst: Geduld und Selbstbeherrschung können deinen nächsten Schritt prägen. Kehre am folgenden Tag zur vollständigen Rezitation zurück.
Quellen
- Rahu Kavacha, Viniyoga und Verse 1–7: Sanskrit Documents, Ravin Bhalekar. Der Kolophon schreibt den Text dem Dhritarashtra-Sanjaya-Dialog im Drona Parvan des Mahabharata zu. Da keine überprüfbare Kapitelstelle mitgegeben wird, bleibt dies eine überlieferte Zuschreibung, nicht der Nachweis einer Stelle in der kritischen Ausgabe.