Peter Sellers
Peter Sellers (eigentlich Richard Henry Sellers; * 8. September 1925 in Southsea bei Portsmouth, England; † 24. Juli 1980 in London) war ein britischer Schauspieler und Komiker und einer der größten Charakterdarsteller des 20. Jahrhunderts. Weltberühmt wurde er als tollpatschiger Inspektor Clouseau in den Filmen um den Rosaroten Panther, mit seinen drei Rollen in Stanley Kubricks Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben und als stiller Gärtner Chance in Willkommen Mr. Chance. Mit seiner Wandlungsfähigkeit, seinen Stimmen und Akzenten prägte er die Komödie seiner Zeit.
Hinter der Fassade des Komikers suchte Peter Sellers sein Leben lang nach innerer Ruhe und nach einem tieferen Sinn. Er interessierte sich für Indien, für Spiritualität und für Yoga. Besonders eng war seine Verbindung zu Swami Vishnudevananda, dem Lehrer von Sukadev Bretz und Begründer der Sivananda-Yogazentren. 1971 begleitete er den „fliegenden Swami“ auf dessen Friedensmission nach Belfast und ging mit ihm singend durch die Straßen der vom Bürgerkrieg zerrissenen Stadt. Swami Vishnudevananda gab ihm den spirituellen Namen Atmaram.

Peter Sellers auf einen Blick
| Merkmal | Einordnung |
|---|---|
| Name | Peter Sellers; eigentlich Richard Henry Sellers |
| Spiritueller Name | Atmaram, von Swami Vishnudevananda |
| Lebensdaten | 8. September 1925 in Southsea – 24. Juli 1980 in London |
| Beruf | Schauspieler, Komiker, Musiker |
| Bekannt durch | The Goon Show; Inspektor Clouseau in den Filmen des Rosaroten Panthers; Dr. Seltsam; Der Partyschreck; Willkommen Mr. Chance |
| Auszeichnungen | Unter anderem ein BAFTA-Preis und ein Golden Globe; drei Oscar-Nominierungen |
| Verbindung zu Yoga | Freundschaft mit Swami Vishnudevananda; Friedensmarsch in Belfast 1971 |
Leben und Karriere
Kindheit und frühe Jahre
Peter Sellers wurde am 8. September 1925 in Southsea, einem Stadtteil von Portsmouth im Süden Englands, in eine Familie von Varieté-Künstlern geboren. Schon als Kind stand er mit seinen Eltern auf der Bühne. Seine Mutter Peg, zu der er eine sehr enge Bindung hatte, stammte aus einer jüdischen Familie. Im Zweiten Weltkrieg diente er in der Royal Air Force und unterhielt dort die Soldaten mit Auftritten.
The Goon Show
Seinen Durchbruch erlebte Peter Sellers in den 1950er Jahren mit der Radiosendung The Goon Show der BBC, die er gemeinsam mit Spike Milligan und Harry Secombe gestaltete. Die absurde, fantasievolle Komik der Sendung wurde in Großbritannien Kult und beeinflusste spätere Komiker wie die Beatles und die Gruppe Monty Python. Sellers sprach darin zahlreiche Figuren mit unterschiedlichen Stimmen und Akzenten, eine Begabung, die seine ganze spätere Laufbahn prägen sollte.
Der Weg zum Filmstar
Ab Mitte der 1950er Jahre spielte Peter Sellers in Filmen, zunächst in britischen Komödien wie Ladykillers (1955) und Junger Mann aus gutem Hause (I'm All Right Jack, 1959), für den er einen BAFTA-Preis erhielt. In Die Millionärin (1960) spielte er an der Seite von Sophia Loren einen indischen Arzt; das gemeinsam gesungene Lied Goodness Gracious Me wurde ein großer Erfolg.
1962 spielte er in Stanley Kubricks Lolita. Zwei Jahre später folgte Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964), in dem er gleich drei Rollen übernahm: einen britischen Offizier, den amerikanischen Präsidenten und den deutschen Wissenschaftler Dr. Seltsam. Die Satire über die Gefahr eines Atomkriegs gilt als einer der bedeutendsten Filme der Filmgeschichte und brachte Sellers seine erste Oscar-Nominierung ein.
Inspektor Clouseau
Seine bekannteste Rolle war der ungeschickte, aber unerschütterlich selbstbewusste französische Inspektor Jacques Clouseau in den Filmen um den Rosaroten Panther unter der Regie von Blake Edwards. Nach Der rosarote Panther (1963) und Ein Schuß im Dunkeln (1964) kehrte er in den 1970er Jahren in mehreren erfolgreichen Fortsetzungen zu dieser Figur zurück. Clouseau wurde zu einer der berühmtesten Komödienfiguren der Filmgeschichte.
Der Partyschreck
In Der Partyschreck (The Party, 1968), ebenfalls von Blake Edwards, spielte Sellers den indischen Schauspieler Hrundi V. Bakshi, der versehentlich zu einer Hollywood-Party eingeladen wird und dort ein liebenswertes Chaos anrichtet. Der Film wurde zu einem Kultklassiker. Die Darstellung einer indischen Figur durch einen britischen Schauspieler wird heute, ebenso wie seine Rolle in Die Millionärin, auch kritisch gesehen. Zugleich zeichnete Sellers Hrundi als warmherzigen, gütigen Menschen, der in einer oberflächlichen Umgebung seine Menschlichkeit bewahrt.
Willkommen Mr. Chance
Seine letzte große Rolle spielte Peter Sellers in Willkommen Mr. Chance (Being There, 1979). Er verkörperte darin den einfachen Gärtner Chance, der sein ganzes Leben in einem Garten verbracht hat und die Welt nur aus dem Fernsehen kennt. Seine schlichten Sätze über den Garten werden von einflussreichen Menschen als tiefe Weisheit missverstanden. Die Rolle, die Sellers viele Jahre lang spielen wollte, brachte ihm einen Golden Globe und seine dritte Oscar-Nominierung ein. Viele sehen in Chance eine Gestalt, die an den „heiligen Narren“ der spirituellen Traditionen erinnert: ein Mensch ohne Ehrgeiz und Hintergedanken, dessen Einfachheit eine eigene Weisheit ausstrahlt.
Privatleben und Tod
Peter Sellers war viermal verheiratet, unter anderem mit der schwedischen Schauspielerin Britt Ekland. Er galt als schwieriger, oft rastloser Mensch, der zwischen großer Wärme und Launenhaftigkeit schwankte. Freunde beschrieben ihn als jemanden, der ohne seine Rollen kaum wusste, wer er selbst war. 1964 erlitt er eine Serie schwerer Herzinfarkte. Am 24. Juli 1980 starb Peter Sellers im Alter von 54 Jahren in London an einem weiteren Herzinfarkt.
Peter Sellers und Swami Vishnudevananda
Die Suche nach innerem Frieden
Peter Sellers interessierte sich zeitlebens für Spiritualität, für die Frage nach dem Leben nach dem Tod, für Wiedergeburt und für die Weisheit des Ostens. In den 1960er und 1970er Jahren suchte er, wie viele Künstler dieser Zeit, nach spiritueller Führung. Zu den Lehrern, denen er sich besonders verbunden fühlte, gehörte Swami Vishnudevananda, der Schüler Swami Sivanandas und Begründer der Sivananda-Yogazentren. Auch John Lennon, mit dem Sellers befreundet war, suchte zeitweise spirituellen Rat bei Swami Vishnudevananda.
Der Friedensmarsch in Belfast 1971
1971 begann Swami Vishnudevananda seine berühmten Friedensflüge. Mit einem zweimotorigen Flugzeug, das der Künstler Peter Max farbenfroh bemalt hatte, wollte er über Krisengebiete der Welt fliegen und dort Blumen und Friedensbotschaften abwerfen. Seine Botschaft lautete: „Der Mensch ist frei wie ein Vogel.“ Grenzen seien nur vom Menschen gezogen und sollten mit Blumen und Liebe überwunden werden, nicht mit Waffen.
Das erste Ziel war Nordirland, wo der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten damals immer gewaltsamer wurde. Am 30. August 1971 flog Swami Vishnudevananda von Boston nach Irland. Peter Sellers schloss sich ihm an, und gemeinsam flogen sie über Belfast und warfen Friedensflugblätter ab. Nach der Landung gingen der Swami und der weltberühmte Schauspieler zu Fuß durch die Straßen von Belfast und sangen das Lied Love Thy Neighbour as Thyself, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Die Nachrichtenagenturen berichteten in aller Welt über den ungewöhnlichen Friedensmarsch.
Dass Peter Sellers bereit war, in einer Stadt, in der Bomben explodierten, mit einem indischen Mönch singend durch die Straßen zu gehen, zeigt eine Seite von ihm, die hinter den Komödien oft verborgen blieb: den ernsthaften Wunsch, etwas für den Frieden zu tun.
Der spirituelle Name Atmaram
Swami Vishnudevananda gab Peter Sellers den spirituellen Namen Atmaram. In schriftlichen Quellen ist dies kaum dokumentiert; Swami Vishnudevananda selbst erzählte es jedoch mehrmals, wenn er später anderen Schülern den Namen Atmaram gab. Er erinnerte dabei daran, dass schon Peter Sellers diesen Namen von ihm erhalten habe.
Der Name Atmaram (Sanskrit ātmārāma) setzt sich aus Atman, dem Selbst, und Rama, „Freude, Wonne“, zusammen. Er bedeutet „derjenige, der sich am Selbst erfreut“ oder „der seine Freude im Selbst findet“. In der Yoga-Tradition bezeichnet Atmarama einen Menschen, der seine Freude nicht mehr in äußeren Dingen sucht, sondern im eigenen innersten Wesen. Für einen Menschen wie Peter Sellers, der sein Leben lang in Rollen schlüpfte und nach seinem eigenen Selbst suchte, ist dieser Name von besonderer Tiefe: Er erinnert daran, dass die wahre Freude nicht in der Anerkennung und nicht in den Masken liegt, sondern im Selbst, das hinter allen Rollen steht.
Peter Sellers, Indien und die Weisheit des Ostens
Peter Sellers hatte eine besondere Beziehung zu Indien. Mehrere seiner bekanntesten Rollen waren indische Figuren, und er war fasziniert von der indischen Kultur, Sprache und Spiritualität. Durch seine Freundschaft mit den Beatles, besonders mit Ringo Starr, mit dem er 1969 den Film Magic Christian drehte, und mit John Lennon war er mit der Welle der Begeisterung für Indien und Meditation verbunden, die die Kulturszene der 1960er Jahre erfasste.
Er beschäftigte sich mit Meditation, mit Fragen der Wiedergeburt und des Karma und suchte verschiedene Lehrer und Ratgeber auf. Seine Begegnung mit Swami Vishnudevananda gehört zu den bleibenden Spuren dieser Suche.
Die Rolle und das Selbst: Eine Betrachtung aus Sicht des Yoga
Peter Sellers soll einmal gesagt haben, er habe keine eigene Persönlichkeit, er sei nur die Summe seiner Rollen. Diese Aussage berührt eine zentrale Frage des Yoga und des Vedanta: Wer bin ich hinter all meinen Rollen?
Im Vedanta wird gelehrt, dass der Mensch im Leben viele Rollen spielt, als Kind, als Partner, im Beruf, in der Gesellschaft, dass aber keine dieser Rollen sein wahres Wesen ist. Das wahre Selbst, der Atman, ist der stille Zeuge hinter allen Rollen, unberührt von ihnen. Wie ein Schauspieler, der am Abend das Kostüm ablegt, kann der Mensch lernen, sich nicht mit seinen Rollen zu identifizieren und im Selbst Ruhe zu finden.
Der Name Atmaram, den Swami Vishnudevananda ihm gab, lässt sich als Hinweis auf genau diesen Weg verstehen: die Freude nicht in der nächsten Rolle zu suchen, sondern im Selbst. Die Gestalt des Gärtners Chance, seine letzte große Rolle, zeigt einen Menschen, der ohne Masken lebt und gerade dadurch andere berührt.

Anregungen für Yoga und Meditation
- Meditation „Wer bin ich?“: Setze dich in einer Meditation still hin und betrachte die verschiedenen Rollen, die du im Leben spielst. Frage dich dann: Wer ist es, der all diese Rollen wahrnimmt? Ruhe in diesem stillen Bewusstsein.
- Freude im Selbst: Nimm dir den Namen Atmaram als Leitgedanken für einen Tag: Suche die Freude nicht nur in äußeren Dingen, sondern auch in der Stille in dir selbst.
- Liebe deinen Nächsten: Erinnere dich an das Lied, das Peter Sellers und Swami Vishnudevananda in Belfast sangen. Begegne heute einem Menschen, mit dem du Schwierigkeiten hast, bewusst mit Wohlwollen. So wird der Yoga zu einem Beitrag zum Frieden.
- Lachen als Übung: Peter Sellers schenkte Millionen Menschen Lachen. Lachen öffnet das Herz und entspannt den Geist. Erlaube dir, dich selbst nicht allzu ernst zu nehmen.
Häufige Fragen zu Peter Sellers
Wer war Peter Sellers?
Peter Sellers (1925–1980) war ein britischer Schauspieler und Komiker, bekannt als Inspektor Clouseau in den Filmen des Rosaroten Panthers, aus Dr. Seltsam und Willkommen Mr. Chance.
Was verband Peter Sellers mit Swami Vishnudevananda?
Peter Sellers begleitete Swami Vishnudevananda 1971 auf dessen Friedensmission nach Belfast und ging mit ihm singend durch die Straßen der Stadt. Swami Vishnudevananda gab ihm den spirituellen Namen Atmaram.
Was bedeutet der Name Atmaram?
Atmaram bedeutet „derjenige, der sich am Selbst erfreut“. Der Name bezeichnet einen Menschen, der seine Freude im eigenen innersten Wesen, dem Atman, findet.
Welche indischen Rollen spielte Peter Sellers?
Unter anderem einen indischen Arzt in Die Millionärin (1960) und den Schauspieler Hrundi V. Bakshi in Der Partyschreck (1968).
Woran starb Peter Sellers?
Peter Sellers starb am 24. Juli 1980 im Alter von 54 Jahren in London an einem Herzinfarkt.
Videos zur Vertiefung
Diese Videos von Yoga Vidya laden dazu ein, die angesprochenen Themen durch eigene Praxis zu vertiefen.
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Satsang "Anekdoten" mit Sukadev - Yoga Vidya Live, 10.06.2023, 20:00 Uhr
Siehe auch
- Swami Vishnudevananda
- Swami Sivananda
- Peter Max
- John Lennon
- Atmaram
- Atman
- Vedanta
- Frieden
- Sukadev Bretz
Quellen und Literatur
- Wikipedia (englisch): Peter Sellers, Leben und Filmografie.
- Wikipedia (englisch): Vishnudevananda Saraswati, zum Friedensflug nach Belfast 1971.
- Sivananda Yoga Vedanta Zentren: Biografie Swami Vishnudevanandas.
- The Independent, 14. August 2014, Bericht über Peter Sellers, John Lennon und Swami Vishnudevananda.
- Mündliche Überlieferung Swami Vishnudevanandas zum Namen Atmaram.
- Roger Lewis: The Life and Death of Peter Sellers. Century, London 1994.
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