Jayadratha Yamala 108 Verse für die spirituelle Praxis
Jayadratha Yamala 108 Verse für die spirituelle Praxis erschließt charakteristische Zugänge des Jayadratha Yamala zu Bewusstsein, Erinnerung, Gotteserfahrung und der Offenbarung der Kraft. Die Auswahl enthält 108 unterschiedliche Originalverse. Die Auswahl reicht von der Kritik begrenzter Meditation über inneren Klang und Atemzeit bis zu Göttinnennamen, Fragen vor der Einweihung und der Vielfalt göttlicher Gestalten. Textliche Unsicherheiten bleiben auch in der vereinfachten Übertragung erkennbar.
Die vereinfachten Übersetzungen sind eigenständig formuliert. Die kurzen Erläuterungen konzentrieren sich auf Sinn und Zusammenhang; ausführlichere Lesungsfragen stehen beim verlinkten Haupttext. Ihre Fundstellen folgen dem Hauptartikel; I.3.36–37, I.3.53–54, I.12.47–48, I.12.85–87, I.12.99–100, I.12.101–102, I.12.247–248, I.29.35–36, I.12.404–405, I.12.409–410, I.12.413–414, I.12.456–459, I.31.2–3, I.34.19–21, I.45.122–125, III.YSP.1.21–22 und III.YSP.2.7–8 sind jeweils zusammen zu lesen. Wo eine Lesung unsicher ist, bleibt der Hinweis bestehen. Die Auswahl enthält keine Handlungsanleitungen zu Verletzung, Schädigung oder Zwang und keine Empfehlungen zu Alkohol, Fleisch oder anderen ausgeschlossenen Substanzen.
Die Körperbilder sind historische Vorstellungen. Insbesondere die ausgewählten Beschreibungen der gewundenen Kraft ersetzen nicht das vielgliedrige, teils problematische Erweckungsritual ihrer Quelle.
Ursprüngliche Natur und die Grenzen der Übung
1. Betrachten, Denken und Handeln
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 2 – Hauptübersetzung
etāvān vyavahāro’tra yogināṃ yogasādhane ||
Wo der Mensch als Betrachtender, Denkender und Handelnder verstanden wird, liegt die Ebene, auf der die Yogis über ihre Yogapraxis sprechen.
Erläuterung: Die Quelle verwendet eine unregelmäßige Satzfügung; „Betrachtender“ ist aus dem Zusammenhang erschlossen.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 23.[1]
2. Kristallklare Erkenntnis und ihre Grenze
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 13 – Hauptübersetzung
tatsatvaṃ nirmalaṃ śuddhaṃ tava prādhānikaṃ matam ||
Erkenntnis leuchtet klar wie ein Kristall. Diese reine, makellose Klarheit ist Sattva; sie gehört jedoch noch zum Bereich des Pradhāna.
Erläuterung: Pradhāna ist die ursprüngliche Naturmaterie. Auch ihre reine Klarheit wird hier von der höchsten ursprünglichen Natur unterschieden.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 24.[1]
3. Kann Konzentration das Unbestimmte erfassen?
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 20 – Hauptübersetzung
dhāraṇāsādhanaṃ tasya kathaṃ syuraviśeṣataḥ ||
Konzentration hält etwas Bestimmtes fest. Wie könnte sie gerade dadurch das erreichen, dem keine besondere Bestimmung zukommt?
Erläuterung: Dhāraṇā bedeutet das konzentrierte Festhalten der Aufmerksamkeit an etwas Bestimmtem.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 25.[1]
4. Die Zweiheit des Erfassens
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 32 – Hauptübersetzung
prapañcaḥ procyate māyā prapañco dvividhārthagaḥ ||
Auch das zuvor betrachtete Verhältnis von Mittel und Ziel gehört zur Māyā, solange Erfasstes und Erfassendes einander gegenüberstehen. Māyā heißt diese gegliederte Vielfalt, deren Gegenständlichkeit zweifach ist.
Erläuterung: Grāhya und grāhaka sind das Erfasste und das Erfassende. Die Frage gilt dem Verhältnis von Weg und Ziel.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 26.[1]
5. Allgegenwart als Grenze des Denkens
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 34 – Hauptübersetzung
tadgrāhikā bhaved buddhiryadi buddhivibhurbhavet ||
Die ursprüngliche Natur ist ewig, überall gegenwärtig, still und stets im Hervortreten. Unser unterscheidendes Erkennen könnte sie erfassen, wenn es selbst allgegenwärtig wäre.
Erläuterung: Die zweite Hälfte formuliert eine Bedingung: Sie setzt die gewöhnliche Buddhi nicht bereits mit allgegenwärtigem Bewusstsein gleich.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 26.[1]
6. Was einzelne Gedanken nicht umfassen
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 36 – Hauptübersetzung
saṃrambhād vyāpakaṃ taddhi hṛṣīkeṣu tathaiva ca ||
In einer einzelnen Geistestätigkeit wird jene Wirklichkeit nicht als begrenzter Gegenstand gefunden. Aus ihrem Hervortreten heraus durchdringt sie ebenso die Sinne …
Erläuterung: Zusammen mit 37 lesen. Der eingeklammerte Zusatz erläutert, wie Nichtauffinden und allgegenwärtiges Durchdringen zusammen gedacht werden.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 27.[1]
7. Das bereits Gegenwärtige erkennen
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 37 – Hauptübersetzung
atha tatra tadastīha tadyogo viphalastadā ||
… und alles, was sie erfassen, schlanke Göttin: die Dinge in ihrem natürlichen Bestehen. Wenn jene Wirklichkeit dort schon gegenwärtig ist, bleibt ein erst herzustellendes Verbinden mit ihr ohne Frucht.
Erläuterung: Die Frage betrifft das Herstellen dessen, was schon gegenwärtig ist.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 27.[1]
Erkenntnis mitten im Leben
8. Die Kokosnuss in der Hand
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 53 – Hauptübersetzung
nālikerekarasthe tu kṣutkṣāmastu vanecaraḥ ||
Der erhabene Herr mit dem Mond als Kronjuwel antwortete: Ein Wanderer im Wald hält eine Kokosnuss in der Hand und ist doch vom Hunger ausgezehrt …
Erläuterung: Die Antwort folgt in 54. Das Gleichnis zeigt den Unterschied zwischen bloßem Vorhandensein und befreiendem Verstehen.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 28–29.[1]
9. Das Öffnen der Frucht kennen
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 54 – Hauptübersetzung
sa mucyate hayo devi vṛttisthaṃ vetti śaṅkaram ||
… ohne zu wissen, wie er sie öffnet, kann er sterben. Befreit wird, Göttin, wer Śaṅkara mitten im Tätigsein erkennt.
Erläuterung: „Fünffachheit“ ist hier eine traditionelle Umschreibung des Todes.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 29.[1]
Klang, Wahrnehmung und Gestalt
10. Wenn der Wind ruht
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 75 – Hauptübersetzung
tadā vyomopalabdhis tu kin na sā marutā saha ||
Wenn der Wind zur Ruhe kommt und im Raum aufgeht: Erfahren wir den Raum dann nicht mitsamt dem Wind?
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 31.[1]
11. Dem Klang an seinen Ursprung folgen
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 81 – Hauptübersetzung
vyaktāvasthāyinaḥ kutra kutra līyanti vānaghe ||
Woher kommen die klingenden Töne einer Laute, du mit gutem Gelübde? Wo verweilen sie, solange sie hörbar sind? Wohin gehen sie wieder ein, Makellose?
Erläuterung: Die Frage verfolgt Entstehen, Bestehen und Vergehen eines Klanges; die Sanskritfügung ist unregelmäßig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 32.[1]
Klang, Wandel und unmittelbare Erfahrung
12. Musik und Einspitzigkeit
Ṣaṭka I, Kapitel 3, Vers 113 – Hauptübersetzung
dvirūpamapi taccūnyamekaṃ bhavati nādarāt ||
Wenn eine musikalische Tonfolge hervortritt und die Vergegenwärtigung einspitzig wird, wird jenes zweifach erscheinende Leere eines. Dies geschieht nicht durch absichtliche Zuwendung.
Erläuterung: Mūrccanā bezeichnet eine musikalische Tonfolge. Welche beiden Gestalten gemeint sind, wird im Vers nicht ausdrücklich gesagt; die erste Zeile ist syntaktisch unregelmäßig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 35.[1]
13. Gestalten dürfen vielfältig sein
Ṣaṭka I, Kapitel 15, Vers 138 – Hauptübersetzung
bhāvānāṃ cānusaṃtatau |
Gesten, Farben oder Lautzeichen, göttliche Formen und ihre Zustände entfalten sich fortlaufend. Dabei gilt keine Regel, die alles auf eine einzige Form festlegt: Sie können alle Formen annehmen.
Erläuterung: Varṇaka kann Farbe oder Lautzeichen heißen; die Wahl bleibt offen. Die Formenvielfalt gilt innerhalb des gelehrten Verehrungsrahmens.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 292.[1]
Glieder des Yoga und innere Lichtbilder
14. Die sechs Glieder
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 5 – Hauptübersetzung
dhyānaṃ samādhistāmāha ityaṅgāni sphuṭāni tu ||
Atemregelung, Konzentration, Zurückziehen der Sinne, prüfendes Erwägen, Meditation und Versenkung: Diese sechs Glieder nennt das Jayadratha Yamala.
Erläuterung: Dieses Tantra nennt sechs Yogaglieder. Vitarka ist das prüfende Erwägen.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 200.[1]
15. Ein Lotus aus eigenem Licht
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 38 – Hauptübersetzung
bhāsvanmayāni patrāṇi kesarā vividhā matāḥ ||
Das [innere Lichtbild] hat einen emporragenden Blütenboden und leuchtet aus eigenem Glanz. Seine Blätter bestehen aus Licht, seine Staubfäden sind vielfältig.
Erläuterung: Das Bild setzt36–37 fort: Über dem Kanda unterhalb des Nabels liegt ein innerer Lichtspross. Die beschädigte Beschreibung erlaubt keine sichere Blätterzahl.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 203.[1]
16. Immer wieder zur Ausrichtung zurückkehren
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 45 – Hauptübersetzung
pratyāhāraḥ smṛtaḥ so hi dhyānaṃ dhyeyavivecakam ||
Pratyahara heißt, zur meditativen Ausrichtung zurückzukehren, wenn der Geist abweicht. Dhyana erkennt den Gegenstand der Meditation klar.
Erläuterung: Der Zusammenhang beschreibt das Zurückführen des von Gegenständen abgelenkten Geistes; die genaue Sanskritfügung ist unregelmäßig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 204.[1]
17. Ich bin Er
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 47 – Hauptübersetzung
ālocanaṃ yadālocyaṃ yadālocayitāpi ca ||
„Ich bin Er“ ist ein Glied des Yoga, das den Yoga der Yogis verwirklicht. Betrachten, Betrachtetes und Betrachtender …
Erläuterung: Zusammen mit 48 lesen. So’ham heißt „Ich bin das“ und dient hier der Betrachtung; eine eigene Atem- oder Rezitationsanweisung wird nicht gegeben.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 204.[1]
18. Die Dreiheit findet zur Einheit
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 48 – Hauptübersetzung
abhātastimitākṣobhyaḥ samādhiḥ sa tapasyataḥ ||
… finden durch unbewegte, ausgeglichene Einsicht zur Einheit jenseits der Gegensätze. Ohne gegenständliche Erscheinung, still und unerschütterlich: So wird Samadhi beschrieben.
Erläuterung: Abhāta wird als „nicht erscheinend“ verstanden. Der Hinweis auf Gegenständlichkeit erläutert die vorausgehende Dreiheit; die Satzfügung bleibt unregelmäßig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 204.[1]
19. In Bhava ruhen, das Werden überschreiten
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 58 – Hauptübersetzung
bhavabhāvagato yogī bhavabhāg jāyate na saḥ ||
Wer diesen Yoga Bhavas übt, geht in Shivas Wesen ein und wird dem bindenden Werden nicht mehr teilhaftig.
Erläuterung: Bhava bezeichnet sowohl Shiva als auch Werden und weltliches Dasein. „Dieser Yoga“ nimmt die Lichtvergegenwärtigung im Herzen aus50–57 auf.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 205.[1]
20. Die Girlande der Lichter
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 65 – Hauptübersetzung
anulomavilomena māleyaṃ jyotiṣāṃ priye ||
Im Körper kreist die Girlande der Lichter in vorwärts- und rückwärtsgerichteter Folge. In der Verehrung eröffnet sie den Yogis vielfältige Erfahrungen.
Erläuterung: Anuloma und viloma bezeichnen hier die beiden Richtungen einer inneren Lichtfolge.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 206.[1]
Körper und Vergegenwärtigung
21. Vom Glanz des Mantrajuwels gezeichnet
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 9 – Hauptübersetzung
malaśuddhaḥ suvaktro vā mantraratnāṃśulāñcitaḥ ||
Der Yogi trage die Gestalt seines eigenen Wunsches und einen wohlriechenden Körper. Gereinigt von Verunreinigung oder mit schönem Gesicht, sei er vom Licht des Mantrajuwels gezeichnet.
Erläuterung: Mantraratna bedeutet „Mantrajuwel“; eine aussprechbare Lautfolge wird hier nicht genannt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 200.[1]
Innerer Klang, Atembahnen und Zeit
22. Ausströmen und Füllen unterscheiden
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 17 – Hauptübersetzung
pūrakaḥ pūraṇaṃ taddhi puṣṭikṛcca praśaṃsitam ||
Das Aufwärtstreiben des Atems heißt hier Recaka; der Text schreibt ihm eine zehrende Wirkung auf den Körper zu. Pūraka heißt Füllen und wird als nährend gepriesen.
Erläuterung: Die Aufwärtsbewegung und die Körperwirkungen sind Aussagen dieses historischen Yoga-Modells.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 201.[1]
23. Der innere Glockenklang
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 73 – Hauptübersetzung
ghaṇṭikāvarta saṅghaṭṭo ghoṣo ghaṇṭādhvanisphuṭaḥ ||
Der Yogakundige werde vollendet und reich an Erfahrung durch den Einsatz der Einsicht. Im Wirbel der Ghaṇṭikā entsteht ein Widerhall, der sich deutlich als Glockenklang zeigt.
Erläuterung: Ghaṇṭikā kann das Gaumenzäpfchen bezeichnen; der Vers gehört zur inneren Körperklanglehre.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 207.[1]
24. Der Sonnenkreis im Inneren
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 84 – Hauptübersetzung
jyotiṣmatāṃ śriyaṃ dhatte taniṣpannaṃ svarūpataḥ ||
Der strahlende Sonnenkreis ruht im Eigenen. Er trägt die Herrlichkeit der Leuchtenden und ist in seinem Wesen vollendet.
Erläuterung: Die Zuordnung gehört zu den Sonnen-, Mond- und Feuerbildern der Atembahnen. Zwei Wortformen bleiben in der Quelle unregelmäßig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 208.[1]
25. Iḍā als Viṣṇus Gestalt
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 85 – Hauptübersetzung
madhyandinanabhoratnaccāyā brāhmī ca piṅgalā ||
Iḍā erscheint wie ein Perlenstäbchen und trägt Viṣṇus Gestalt. Piṅgalā gehört zu Brahmā und leuchtet wie die Mittagssonne.
Erläuterung: Das „Himmelsjuwel zur Mittagszeit“ ist die Sonne. Die Folge setzt sich mit 86–87 fort.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 208.[1]
26. Suṣumṇā und Rudras Feuer
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 86 – Hauptübersetzung
āsāṃ samparkamāpanno dhvanirāsāṃ svarūpadhṛk ||
Suṣumṇā gehört zu Rudra und strahlt wie das Feuer am Ende der Zeit. Der innere Klang verbindet sich mit diesen Bahnen und nimmt ihre Formen an …
Erläuterung: Der Satz über den Klang endet in 87.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 208.[1]
27. Äußere und innere Zeit
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 87 – Hauptübersetzung
kālo’pi dvividhaḥ prokto bāhyo’dhyātmastathā paraḥ ||
… er setzt zeitgemäß die Räder des verkörperten Lebens in Bewegung. Der Text unterscheidet zwei Arten von Zeit: die äußere und die innere, im Menschen gegenwärtige.
Erläuterung: Yantra bezeichnet hier einen innerkörperlichen Wirkzusammenhang. Die Strophe unterscheidet zwei Arten der Zeit.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 208.[1]
28. Achtzehn Übergänge und Yogaschlaf
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 93 – Hauptübersetzung
sa yogī yoganidrāluryoganidrāluvad bhavet ||
Wer die achtzehn Übergänge von Tag und Nacht erkennt, ist ein im Yogaschlaf ruhender Yogi und verhält sich wie einer, der in diesem Yogaschlaf ruht.
Erläuterung: Die achtzehn Übergänge beziehen sich auf den beschriebenen Wechsel der Atembahnen. Yoganidrā gehört hier zu diesem historischen Modell.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 209.[1]
29. Tag und Nacht als gegliederter Kreis
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 99 – Hauptübersetzung
atra saṃkhyāṃ tantragatāṃ śṛṇupannilanandana ||
Vier Yāmas bilden den Tag, ebenso viele die Nacht. Nun, Sohn Pannilas, wird die Zahl gelehrt, die dieses Tantra überliefert.
Erläuterung: Ein Yāma ist hier ein Viertel des Tages oder der Nacht. Die Atemzahl in 100 gilt für den ganzen Tag-und-Nacht-Zyklus.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 210.[1]
30. Die traditionelle Zahl der Atemzüge
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 100 – Hauptübersetzung
śatāni ṣaṭ ca jānīyāt prāṇodayaviśāradaiḥ ||
Die Kenner des Atemgeschehens nennen für diesen Zyklus einundzwanzigtausendsechshundert Prāṇas –21600.
Erläuterung: 21600 ist eine traditionelle Tageszahl, kein anzustrebendes Atemtempo.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 210.[1]
31. Der Haṃsa des Lebensatems
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 101 – Hauptübersetzung
teṣāṃ tadgatamākhyātamudayaṃ mantrasaṃjñitam ||
Für jene, die dem Haṃsa des Lebensatems hingegeben sind und den Geist stets darin halten, wird das Hervortreten in diesem Atemgeschehen als „Mantra“ bezeichnet.
Erläuterung: Prāṇahaṃsa bezeichnet hier das lebendige Atemgeschehen. Der Satz wird in 102 fortgesetzt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 210.[1]
32. Vom Atemgeschehen zum Mantrayoga
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 102 – Hauptübersetzung
tadā bhuktirmuktireva teṣāṃ dūrasthitā na hi ||
Im Aufgehen in dieser Vergegenwärtigung werden die Yogis zu Mantrayogis. Erfahrung und Befreiung sind ihnen dann, so lehrt der Text, nicht fern.
Erläuterung: Bhukti meint Erfahrung und Genuss im weiten Sinn. Die Nähe der Befreiung ist eine Zuschreibung des Textes.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 210.[1]
33. Die Merkmale der Vollendung verstehen
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 103 – Hauptübersetzung
sādākhyaṃ yāvadevātra sādhakānāṃ sadaiva hi ||
Lerne aus der Überlieferung, die Vollendung mit all ihren Merkmalen zu erkennen: für die Übenden reicht sie hier bis zur Sādākhya-Stufe.
Erläuterung: Sādākhya bezeichnet hier eine hohe Offenbarungsstufe.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 210.[1]
34. Allen Lebewesen gemeinsam
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 105 – Hauptübersetzung
yogināṃ tatsamā saṃkhyā tādātmya pratipattitaḥ ||
Dieses Atemgeschehen ist allen Lebewesen gemeinsam. Unwissenheit lässt es unbeachtet bleiben. Den Yogis erschließt sich die entsprechende Zählung, indem sie das Einssein damit erfassen.
Erläuterung: Das Einssein bezieht sich auf das zuvor untersuchte innere Atemgeschehen.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 210.[1]
Vergegenwärtigung im Körper
35. Ein Edelstein an den Zehenspitzen
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 247 – Hauptübersetzung
tatra kāntamaṇiprakhyaṃ golakaṃ dṛṣṭanaṣṭakam ||
Vergegenwärtige den Geist, wie er an den Spitzen beider großer Zehen kreist: als eine Kugel wie ein schöner Edelstein, die aufscheint und wieder verschwindet.
Erläuterung: Zusammen mit 248 lesen. Kāntamaṇi bezeichnet einen schönen beziehungsweise anziehenden Edelstein.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 225.[1]
36. In die vergegenwärtigte Gestalt eingehen
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 248 – Hauptübersetzung
nivṛtteradhikārantu yogī bhuṅkte svalīlayā ||
Der Yogin macht durch das Stillstellen des Geistes die Spitze [zum Bezugspunkt] und geht in dieser Gestalt auf. So genießt er spielerisch den Wirkungsbereich Nivṛtti.
Erläuterung: Nivṛtti ist hier ein Kalā-Bereich, eine Stufe der Entfaltung. Die Vergegenwärtigung an den großen Zehen gehört zu247.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 225.[1]
Wahrnehmung, Erinnerung und unmittelbares Erleben
37. Den Gegenstand loslassen, Bewusstsein entdecken
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 393 – Hauptübersetzung
vikasatyeva cidvṛttistatsthaṃ sa labhate śivam ||
Lässt du den Gegenstand los und erkennst klar im eigenen Inneren, entfaltet sich das Bewusstsein. Darin wird Shiva gegenwärtig.
Erläuterung: „Dieses“ nimmt den zuvor betrachteten Wahrnehmungsgegenstand auf. Die Strophe beschreibt auch das Zurücknehmen der gegenständlichen Ausrichtung.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 241.[1]
38. Bewusstseinskraft in einer Umarmung
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 404 – Hauptübersetzung
preyasīkaṇṭhasaṃśleṣaprārambhe madhyayogataḥ ||
Wenn du deine Geliebte am Hals umarmst, sei beim Anfang und in der Mitte ganz gegenwärtig. Erkenne die Bewusstseinskraft, aus der dieses Erleben hervortritt …
Erläuterung: Zusammen mit 405 lesen. Die Umarmung ist im Text körperlich gemeint; die genaue Verbindung der Bewusstseinskraft mit Anfang und Mitte ist knapp formuliert.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 242.[1]
39. Die Erinnerung führt zum Ursprung zurück
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 405 – Hauptübersetzung
tat smṛtirvā kevalaiva cicchaktikaraṇī smṛtā ||
… und begleite auch ihr Ausklingen aufmerksam. Selbst die Erinnerung daran kann zum Zugang zur Bewusstseinskraft werden, wenn du ihrem Ursprung nachgehst.
Erläuterung: Die Erinnerung bezieht sich auf die in 404 beschriebene Umarmung.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 242.[1]
40. Erleben, das sich selbst erkennt
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 407 – Hauptübersetzung
mahānandamayaḥ samyak cidrūpaḥ prabhavedasau ||
Wird das Erleben seiner selbst bewusst, erfüllt es die Freude klarer Einsicht. Es offenbart sich als Bewusstsein, durchdrungen von großer Glückseligkeit.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 242.[1]
41. Gestalt und Wandlung des Erlebens
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 408 – Hauptübersetzung
tadrodhapariṇāmābhyāṃ sarvajñatvaṃ bhavedataḥ ||
Betrachte, wie jede Erfahrung Gestalt annimmt und sich verändert. Ihr Zur-Ruhe-Kommen und ihre Wandlung eröffnen nach diesem Text den Weg zur Allwissenheit.
Erläuterung: Allwissenheit ist das vom Text genannte spirituelle Ergebnis.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 243.[1]
42. Die Bewegung vorhandener Furcht erkennen
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 409 – Hauptübersetzung
trāsamutrāsajaṃ yacca tanmadhyādyaṃtayogataḥ ||
Auch wenn Furcht aufkommt – vor Bedrohung, Waffen, mächtigen Wesen, Blitz, Donner oder Sturm –, erkenne Anfang, Mitte und Ende dieses Erlebens …
Erläuterung: Mahābhūta kann „große Wesen“ oder „große Elemente“ bedeuten. Im Zusammenhang der Schrecken ist die erste Deutung naheliegend. Fortsetzung in 410.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 243.[1]
43. Im Erschrecken den Ursprung des Erlebens beachten
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 410 – Hauptübersetzung
niruddhaḥ sarvavettṛtvaṃ prāpnotīti kimadbhutam ||
… und vergegenwärtige den Ursprung, aus dem es hervortritt. Im Zur-Ruhe-Kommen sieht der Text einen Zugang zum umfassenden Erkennen.
Erläuterung: Betrachtet wird bereits auftretende Furcht; daraus wird keine Empfehlung zum absichtlichen Herbeiführen von Gefahr.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 243.[1]
44. Anfang, Mitte und Ende durchschauen
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 412 – Hauptübersetzung
āsīt tatpravivekena cicchaktiḥ sphuṭameva hi ||
Durch die Verbindung mit Anfang, Ende und Mitte sowie mit dem Hervorströmen aus dem Ursprung wurde die Bewusstseinskraft im klaren Unterscheiden ganz deutlich.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 243.[1]
45. Der Augenblick des Wiedererinnerns
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 413 – Hauptübersetzung
anusandhikramādeva mūlayogaprakāśanāt ||
Wenn Vergessenes wieder in die Erinnerung tritt, achte auf diesen Übergang. Gehe ihm aufmerksam nach, bis der Bezug zum Ursprung sichtbar wird …
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 243.[1]
46. Erinnerung und Gähnen als Schwellen der Erfahrung
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 414 – Hauptübersetzung
ādyamadhyāntagaṃ mūlaṃ jṛmbhākeliṃ vibhāvayet ||
… darin geht das Höchste unmittelbar auf und jener Zustand zeigt sich. Auch im Spiel des Gähnens soll der Ursprung betrachtet werden, der Anfang, Mitte und Ende durchzieht.
Erläuterung: Die erste Hälfte schließt413 ab. Die zweite eröffnet den Zugang über das Gähnen; ihre genaue Satzverbindung bleibt offen.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 243.[1]
47. Shiva-Natur in vielfältigen Erfahrungen
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 418 – Hauptübersetzung
pratibhedaprabhedena sākhyātā te yathārthataḥ ||
In all diesen verschiedenen Erfahrungen ist Shiva-Natur gegenwärtig. Die Lehre zeigt sie dir in ihren einzelnen Erscheinungsweisen.
Erläuterung: Der Sinn folgt dem erkennbaren Darlegungszusammenhang; eine Wortform der Quelle bleibt auffällig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 244.[1]
48. Zwei Bewegungsrichtungen der Kraft
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 419 – Hauptübersetzung
sā śṛṇu prabhavodbhāvaṃ kramavyutkramayogataḥ ||
Höre, wie eine ungetrennte Offenbarung der Kraft im Körper gegenwärtig ist: Sie wird in geordneter und in umgekehrter Folge betrachtet.
Erläuterung: Die grammatische Verbindung ist unregelmäßig. Krama und vyutkrama führen in die aufsteigende und herabsteigende Entfaltung der Kraft ein.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 244.[1]
Die gewundene Kraft und ihre Entfaltung
49. Die gewundene Kraft im inneren Wurzelgrund
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 420 – Hauptübersetzung
guhāguḍhāguhāntasthā tārakenduvirājitā ||
Die Kraft ruht im Inneren des Kanda, des inneren Wurzelgrundes. Gewunden ist ihre Gestalt, im Verborgenen leuchtet sie mit Sternen und Mond.
Erläuterung: Kanda, „Knolle“ oder „Wurzelstock“, ist hier ein innerkörperlicher Ausgangsort.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 244.[1]
50. Fünf Hauben, Wasserlicht und Feuer
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 421 – Hauptübersetzung
jvalad vahnipratīkāśā prasuptabhujagopamā ||
Fünf Schlangenhauben zeichnen sie aus. Sie schimmert wie bewegtes Wasser, glänzt wie Feuer und ruht wie eine schlafende Schlange.
Erläuterung: Die fünf Hauben gehören zum eigenen Körperbild dieser Überlieferung.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 244.[1]
51. Die Vollkommenheiten sind Begleiterscheinungen
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 449 – Hauptübersetzung
kramabhedamato vacmi śṛṇu pannilanandana ||
Die besonderen Vollkommenheiten gelten als begleitende Ergebnisse. Nun wird die Folge selbst erklärt: Höre aufmerksam, Sohn Pannilas.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 247.[1]
52. Die Göttin, die alle Gestalten trägt
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 450 – Hauptübersetzung
sarvagarbhā sarvamūrttiḥ sthitipralayalakṣaṇā ||
Im innersten Bereich der Aussendung erscheint die höchste Göttin als Kraft: Alles trägt sie in sich, alle Gestalten sind die ihren; Bestehen und Auflösung kennzeichnen sie.
Erläuterung: Das doppelte dhāma lässt sich nicht eindeutig gliedern; die vereinfachte Übersetzung bewahrt diese Unsicherheit.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 247.[1]
53. Die herabfahrende Blitzlinie
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 451 – Hauptübersetzung
bhavedyāvattāvadeva ṣaḍvyāptiṃ vyaktimeti hi ||
Wie eine Blitzlinie fährt sie herab, in die Mitte der Freude. Dabei entfaltet sich eine sechsfache Durchdringung.
Erläuterung: Die Quelle nennt nanda, „Freude“. Eine konkrete Körperstelle wird dadurch nicht bezeichnet.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 247.[1]
54. Das Durchdrungene und das Durchdringende
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 456 – Hauptübersetzung
vyāpyavyāpakabhedena paramārthavicārataḥ ||
In sechs Ebenen offenbart sich die höchste Göttin. Die Betrachtung unterscheidet dabei, was durchdrungen wird und was durchdringt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 248.[1]
55. Die Göttin durchzieht die ganze Welt
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 457 – Hauptübersetzung
tad †vaṣṭambha†yogena tatsvarūpavikāsanāt ||
Sie durchzieht die ganze Welt – Götter, Asuras und Menschen. Indem man sich auf sie stützt [Lesung unsicher] und ihr Wesen sich entfaltet …
Erläuterung: „Sich stützen“ beruht auf einer unsicheren Wortform. Der Satz geht in 458 weiter.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 248.[1]
56. Drei Zugänge zum Einssein
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 458 – Hauptübersetzung
evamaikātmyasaṃpattyā śāktaṃ śāmbhavamāṇavam ||
… wird der Yogi ihres Wesens teilhaftig, erfüllt von zahlreichen Vollkommenheiten. So wurde durch das Erlangen des Einsseins der Yoga der Shakti, der Yoga Shivas und der Yoga des begrenzten Einzelwesens …
Erläuterung: Śākta bezieht sich auf Shakti, śāmbhava auf Shiva und āṇava auf das begrenzte Individuum. Die Aufzählung endet in 459.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 248.[1]
57. Den Sinn der Unterweisung verwirklichen
Ṣaṭka I, Kapitel 12, Vers 459 – Hauptübersetzung
avāpya ghorāt saṃsārāduttarennarasattamaḥ ||
… gelehrt, der den Sinn der Unterweisung des Gurus erschließt. Wer diesen Yoga erlangt, soll als hervorragender Mensch den leidvollen Kreislauf des Werdens überschreiten.
Erläuterung: Guror artha kann den Sinn des Gurus oder dessen Lehranliegen bezeichnen.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 248.[1]
Lehrerfolge und gelebte Erkenntnis
58. Einweihung gewährt und löst
Ṣaṭka I, Kapitel 13, Vers 2 – Hauptübersetzung
puṃsāṃ hi gīyate dīkṣā dānakṣapaṇarūpataḥ ||
Einweihung bringt im Menschen Erkenntnis und Handeln hervor und beseitigt ihre Hindernisse. Darum wird sie als Gewähren und Tilgen gepriesen.
Erläuterung: Der Vers deutet Dīkṣā durch „Gewähren“ und „Tilgen“ und erklärt damit ihren religiösen Sinn.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 249.[1]
59. Beim Begegnen nach dem Wohlergehen fragen
Ṣaṭka I, Kapitel 34, Vers 2 – Hauptübersetzung
anyonyagocarasthānāṃ kṣemālāpaḥ praśasyate ||
Göttin, wenn die großen, bei Bhairava Zuflucht suchenden Cumbakas und anderen Eingeweihten einander begegnen, ist der Austausch über ihr Wohlergehen lobenswert.
Erläuterung: Cumbaka ist eine besondere Bezeichnung eines tantrischen Lehrers beziehungsweise Eingeweihten.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 457.[1]
60. Gemeinsame Geburt in einer Lehrerlinie
Ṣaṭka I, Kapitel 34, Vers 19 – Hauptübersetzung
svasaṃskārakanīyāṃso ye guror anujāḥ sadā ||
Auch ein Sādhaka, der beim eigenen Guru aus derselben Einweihungsgeburt hervorgegangen ist, verdient eine Verneigung. Wer durch seine Einweihung jünger ist und später zum Guru kam …
Erläuterung: Gemeinsame „Geburt“ ist hier die Zugehörigkeit zu einer Einweihungslinie. Der Vergleich „jünger“ bleibt grammatisch verkürzt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 459.[1]
61. Anderen aufmerksam entgegenkommen
Ṣaṭka I, Kapitel 34, Vers 20 – Hauptübersetzung
putrakādiyugaṃ yac ca dīkṣitaṃ guruṇā guroḥ ||
… verdient nach meiner Auffassung, dass man ihm aufmerksam entgegen aufsteht. Auch für die Putrakas und anderen, die der Guru des eigenen Gurus eingeweiht hat …
Erläuterung: Putraka bezeichnet einen Einweihungsrang. Die Aussage wird in 21 abgeschlossen.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 459.[1]
62. Den Rang der Umgangsformen verstehen
Ṣaṭka I, Kapitel 34, Vers 21 – Hauptübersetzung
atha kiṃ bahunoktena smṛteyaṃ lokasaṃvṛtiḥ ||
… gilt diese Ordnung, selbst für einen älteren Einweihungsbruder. Doch wozu viele Worte? Es handelt sich um eine gesellschaftliche Ordnung des Umgangs.
Erläuterung: Lokasaṃvṛti bezeichnet die konventionelle Ordnung des Umgangs; ihr Rang bleibt gegenüber der Erkenntnis begrenzt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 459.[1]
Lehrerfolge und geistige Reife
63. Das Begonnene zu Ende führen
Ṣaṭka I, Kapitel 14, Vers 27 – Hauptübersetzung
prārabdhasyāntanirvāhī vitṛṣṇo jñānavid budhaḥ ||
Der spirituelle Held begegnet anderen freundlich und mit Mitgefühl. Er bleibt aufmerksam und entschlossen, bringt das Begonnene zu Ende und lebt ohne Verlangen, verständig und in Erkenntnis kundig.
Erläuterung: Der Vers beschreibt einen verehrungswürdigen Lehrer. „Begonnenes zu Ende führen“ bezeichnet hier Verbindlichkeit im Handeln.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 270.[1]
64. Erkenntnis als erster Maßstab
Ṣaṭka I, Kapitel 34, Vers 17 – Hauptübersetzung
samānajñānasaṃpṛkte garīyān pūrvasevitaḥ ||
Erkenntnis steht über allem, Gazellenäugige. Wo die Erkenntnis gleich ist, gebührt dem früher Dienenden der Vorrang.
Erläuterung: Der frühere Dienst bezeichnet im Zusammenhang die ältere Zugehörigkeit zur Überlieferung.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 458.[1]
65. Respekt in der Überlieferung
Ṣaṭka I, Kapitel 34, Vers 18 – Hauptübersetzung
tadā taṃ praṇamed bhaktyā pūrvoktakramayogataḥ ||
Erkenne, ob jemand in der Linie die Stellung eines Vaters oder eines Bruders hat. Begegne ihm mit Hingabe und der entsprechenden Verneigung.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 458.[1]
Bewusstsein und Befreiung
66. Die Fragen vor der Einweihung
Ṣaṭka I, Kapitel 14, Vers 60 – Hauptübersetzung
kiṃ vā cāsyāḥ kariṣyāmi kasmādetaccarācaram ||
Wer kann mich retten? Wohin gehe ich? Wem gehöre ich, und in welchem Zustand bin ich? Was werde ich mit dieser [Existenz] tun? Woher kommt alles Bewegliche und Unbewegliche?
Erläuterung: Dies sind Fragen des künftigen Schülers vor der Einweihung. Der Bezug auf die erfragte Existenz ist im Sanskrit verkürzt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 274.[1]
67. Auch das Unterscheiden ruht im Bewusstsein
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 4 – Hauptübersetzung
vivecako vikalpastu sa ca cidrūpamāśritaḥ ||
Ein Gegenstand heißt das zu Erkennende; Wissen unterscheidet ihn. Dieses Unterscheiden ist begrifflich und stützt sich auf die Natur des Bewusstseins.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 446–447.[1]
68. Die Dreiheit des Erkennens wird eins
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 6 – Hauptübersetzung
ekībhāvaṃ yathā yāti jñeyaṃ tat kila mokṣadam ||
Erforsche die drei Seiten des Erkennens zunächst in ihrer Verschiedenheit. Erkenne dann, wie sie eins werden: Darin liegt die befreiende Einsicht.
Erläuterung: Die Dreiheit wird in 4–6 entwickelt. Der einzelne Vers nennt ihre Glieder nicht noch einmal vollständig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 447.[1]
69. Das Unerschaffene erkennen
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 15 – Hauptübersetzung
śeṣā prayatnasaṃsiddhiḥ savikārā na mokṣadā ||
Befreiung im höchsten Sinn gehört zum mühelosen Bewusstsein. Was allein durch Anstrengung hervorgebracht wird, bleibt veränderlich und schenkt diese Befreiung nicht.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 448.[1]
70. Die Welt als Tanz auf der Bühne des eigenen Wesens
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 19 – Hauptübersetzung
vṛttitraya samālaṃbya nānābhāvarasāśrayaiḥ ||
Die Welt tanzt wie ein Schauspieler auf der Bühne ihrer eigenen Natur – getragen von dreifacher Tätigkeit und den vielfältigen Farben des Erlebens.
Erläuterung: Welche drei Tätigkeiten gemeint sind, wird in diesem Vers nicht einzeln aufgezählt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 448.[1]
71. Das eigene Wesen in Wort und Bedeutung
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 20 – Hauptübersetzung
svabhāva eva nirdiṣṭo vācyavācakarūpataḥ ||
Wollen und andere Kräfte sagen noch nicht alles über das eigene Wesen. Dieses zeigt sich sowohl im Benannten als auch in dem, was benennt.
Erläuterung: Die Strophe untersucht die Grenzen des sprachlichen Bezeichnens.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 448.[1]
72. Das Selbst nicht räumlich festlegen
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 22 – Hauptübersetzung
parāntarātmabāhyātmacintayā ye ca varjitāḥ ||
Das höchste Ziel öffnet sich denen, die im Geist nichts festhalten und das Selbst nicht durch Vorstellungen von höher, innerlich oder äußerlich begrenzen.
Erläuterung: Die Aufgliederung „höher, innerlich, äußerlich“ ist eine Deutung des gedrängten Sanskritkompositums.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 449.[1]
73. Auch „eigenschaftslos“ ist ein Begriff
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 24 – Hauptübersetzung
ato na vācakastasya vācakaḥ kintvavācakaḥ ||
Selbst „eigenschaftslos“ wird zu einer Eigenschaft, sobald wir es begrifflich festhalten. Kein Wort kann deshalb das Gemeinte ganz erfassen.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 449.[1]
74. Einsicht entfaltet sich wie Mondlicht
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 31 – Hauptübersetzung
śeṣātmajñānaśāstrebhyo jyotsneva pravijṛmbhate ||
Im großen Wirklichen gegründet und ganz auf das eigene Wesen gerichtet, entfaltet sich diese Einsicht wie Mondlicht – über das hinaus, was Lehrschriften erklären.
Erläuterung: „Diese Einsicht“ nimmt die vorher behandelte Erkenntnis auf.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 449–450.[1]
75. Der Bogenschütze und das Ziellose
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 32 – Hauptübersetzung
nirlakṣaṃ labdhalakṣo yo vivyādha sa dhanurdharaḥ ||
Ein wahrer Bogenschütze lässt sich vom großen Schlaf nicht fortziehen: Sein innerer Pfeil ist frei, und er trifft das, was kein begrenztes Ziel besitzt.
Erläuterung: Das Bild spielt mit Pfeil und Suchen sowie mit Ziel und Ziellosigkeit. „Großer Schlaf“ kann hier als grundlegende Unbewusstheit verstanden werden.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 450.[1]
76. Schriften weisen über sich selbst hinaus
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 33 – Hauptübersetzung
śāstrāṇi māyārthaviśāradāni prapañcaśūnyastu punarnisargaḥ ||
Ist die eigene höchste Wirklichkeit erkannt, warum den Geist weiterhin im Netz der Lehrschriften festhalten? Schriften erklären die Welt der Erscheinungen; die ursprüngliche Natur geht über begriffliche Entfaltung hinaus.
Erläuterung: Die Frage gilt dem Eintritt in die höchste eigene Wirklichkeit; die Sanskritfügung dieses Rückbezugs bleibt auffällig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 450.[1]
77. Bhairava als innerster Lehrer
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 34 – Hauptübersetzung
upadeśe gururahaṃ śeṣānye mokṣavādinaḥ ||
Bhairava spricht: In der Unterweisung, die zur fest gegründeten eigenen Natur ohne Aufteilen und absichtsvolles Beginnen führt, bin ich der Lehrer. Die anderen sprechen über Befreiung.
Erläuterung: Bhairava spricht. Nirviveka bezeichnet hier das Ende begrifflichen Aufteilens.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 450.[1]
78. Der wellenlose Ozean und das Selbst von allem
Ṣaṭka I, Kapitel 45, Vers 122 – Hauptübersetzung
suśāntamūrttiḥ sarvātmā nirvāṇeśo'tinirmalaḥ ||
Shiva ist wie ein Ozean ohne Wellen: ganz erfüllt, das Höhere und Niedere umfassend, vollkommen friedvoll und das Selbst von allem – der reine Herr des Nirvāṇa.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 536.[1]
79. Shakti als Freude lebendigen Pulsierens
Ṣaṭka I, Kapitel 45, Vers 123 – Hauptübersetzung
vyaktaṃ vyaktivibhedena spandanānandasundaram ||
Seine Shakti ist seine eigene Wirkmacht: leuchtendes Bewusstsein im Bereich der Glückseligkeit. Sie wird in der Vielfalt der Erscheinungen sichtbar und ist schön durch die Freude ihres Pulsierens.
Erläuterung: Spanda ist lebendige Regung oder Pulsieren. Die Sanskritkomposita lassen unterschiedliche Satzgliederungen zu.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 536.[1]
80. Die Kraft trägt Shivas Wesensart
Ṣaṭka I, Kapitel 45, Vers 124 – Hauptübersetzung
nirmalā virajā śuddhā sarvapracurabhāsvarā ||
Shivas ursprüngliche Kraft trägt diese selbe Wesensart: Sie ist makellos, frei von Staub, rein und leuchtet in allem reichlich auf.
Erläuterung: „Diese selbe Wesensart“ nimmt die beiden vorherigen Strophen auf.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 536.[1]
81. Die Kraft ist dem Göttlichen zugehörig
Ṣaṭka I, Kapitel 45, Vers 125 – Hauptübersetzung
tathā sā tasya devasya varṇavyaktyunmukhī sthitiḥ ||
Wie die Schneide zum Schwert und Brennen und Hitze zum Feuer gehören, so gehört diese Kraft zum Gott: Sie wendet sich der Offenbarung der Laute zu.
Erläuterung: Varṇa wird wegen der folgenden Aussage über vierfache Sprache als Laut verstanden.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 536.[1]
Gesten und innere Haltung
82. Die liebliche Kāntā-Mudrā
Ṣaṭka I, Kapitel 24, Vers 59 – Hauptübersetzung
kānteyaṃ kāntavat kāntā badhvā jñānaṃ pravarddhayet ||
Ein ruhiges, heiteres Gesicht und ein stetiger Blick gehören zur Kāntā-Mudrā. Die „Liebliche“ soll, wenn sie gebildet wird, die Erkenntnis entfalten.
Erläuterung: Kāntā ist der Name dieser Mudrā. Gesicht und Blick sind deutlicher beschrieben als die teilweise unsichere Hand- und Armhaltung in 56–58.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 400.[1]
Namen der Göttin und Stufen des inneren Lautes
83. Avadhūtikā: zurück zur eigenen Natur
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 35 – Hauptübersetzung
avate prayojakebhyo dhunitvā yojya santatim ||
Die Göttin führt die Bewusstseinsnatur in ihr eigenes Wesen zurück. Sie schützt vor bindenden Antrieben und schüttelt die Folge der Bindungen ab; so erklärt der Text den Namen Avadhūtikā.
Erläuterung: Der Name Avadhūtikā wird durch „schützen“ und „abschütteln“ erklärt. Die grammatische Verbindung ist knapp und unregelmäßig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 442.[1]
84. Die Kraft, die Bindungen abschüttelt
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 36 – Hauptübersetzung
haṃsaśaktiḥ sarekhāntā dhunitvā layasaṃsthitā ||
Weise Kenner preisen sie als Avadhūtā. Als Haṃsa-Shakti schüttelt sie die Bindung bis zum Ende der feinen Rekhā-Stufe ab und ruht im Aufgehen.
Erläuterung: Rekhā, „Linie“, bezeichnet eine feine Stufe der inneren Lautentfaltung.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 442.[1]
85. Vom groben Laut zur feinen Linie
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 42 – Hauptübersetzung
rekhā sūkṣmā samākhyātā tadantamamṛtaṃ matam ||
Visarga, die Aussendung, wird als grobe Uccuṣma verstanden; Rekhā, die feine Linie, als die feine. Ihr Ende gilt als unsterblicher Nektar.
Erläuterung: Visarga ist Aussendung und zugleich eine Lautstufe.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 443.[1]
86. Auch Vergegenwärtigung hat eine Grenze
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 43 – Hauptübersetzung
rekhopalabdhikaṃ tacca māyārūpamudāhṛtam ||
Das in der Uccuṣmā-Vergegenwärtigung hervorgebrachte Bewusstsein erfasst Rekhā. Der Text zählt auch diese Erfahrung noch zum Bereich der Māyā.
Erläuterung: Die Vergegenwärtigung wird hier als hervorgebracht verstanden;44 unterscheidet davon den ungeteilten Grund.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 443.[1]
87. Jenseits der Trennung
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 44 – Hauptübersetzung
rekhāntamamṛtaṃ taddhi sūkṣmoccuṣmāvasānagam ||
Der maßgebliche Grund, die eigene Natur, ruht in sich und ist von anderem nicht geschieden. Er ist das unsterbliche Ende der feinen Rekhā-Stufe und der feinen Uccuṣmā.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 443.[1]
88. Jenseits des tragenden Klanges
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 50 – Hauptübersetzung
aprayatnanirasto’sau nirācāreti ghuṣyate ||
Nāda ist jener innere Verlauf, der die Mantras trägt. Wo auch dieser mühelos aufgehoben ist, wird die Kraft Nirācārā genannt.
Erläuterung: Nāda bezeichnet die innere Klang- oder Lautbewegung.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 444.[1]
89. Nisargā: befreiende Erkenntnis der Natur
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 54 – Hauptübersetzung
tadyasyāḥ mokṣadaṃ jñānaṃ sā nisargābhidhīyate ||
Nisarga heißt die ewige ursprüngliche Gestalt. Die Göttin, deren befreiende Erkenntnis diese Natur besitzt, trägt den Namen Nisargā.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 444.[1]
90. Yantravāhinī: die Körper in Gang hält
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 55 – Hauptübersetzung
praguṇāt praguṇād yogāt proktāto yantravāhinī ||
Die Körper werden als Yantras verstanden. Weil die Göttin sie in immer wirksamerer Verbindung in Gang hält, heißt sie Yantravāhinī.
Erläuterung: Die Sanskritfügung ist unregelmäßig, der Bezug auf die Körper aber ausdrücklich belegt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 444.[1]
91. Nirvāṇā: ununterbrochene Freude
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 59 – Hauptübersetzung
tatsvabhāvā yatasmātu nirvāṇoktā tato mayā ||
Ānanda, ununterbrochene Freude, wird Nirvāṇa genannt. Weil dies ihre eigene Natur ist, nennt Bhairava die Göttin Nirvāṇā.
Erläuterung: Der Vers deutet einen Namen der Göttin; die grammatischen Formen sind unregelmäßig.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 445.[1]
92. Die Gottheiten in den Lautstufen
Ṣaṭka I, Kapitel 29, Vers 62 – Hauptübersetzung
visargamīśvaraṃ viddhi sakāraṃ māṃ tvayā saha ||
Am Ende der Rekhā steht Bhairavas Wirklichkeit; Rekhā selbst ist Sadāśiva. Visarga ist Īśvara, und der Laut Sa ist Bhairava zusammen mit der Göttin.
Erläuterung: Bhairava spricht zur Göttin und ordnet die genannten inneren Lautstufen Gottheiten zu.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 445.[1]
Erkennen und Handeln
93. Die Frage nach dem Kern aller Vidyās
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 1 – Hauptübersetzung
kathayasva mayā pṛṣṭaṃ sandehavinivṛttaye ||
Was sollen wir in allen Vidyās erkennen, du mit dem Mond als Kronjuwel? Erkläre es mir, damit mein Zweifel endet.
Erläuterung: Vidyā bedeutet hier heilige Erkenntnis beziehungsweise göttliche Mantrakraft.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 446.[1]
94. Gewissheit aus dem Gehörten
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 9 – Hauptübersetzung
śrutārthānniścayasteṣāṃ mokṣaḥ śrutimayomayaḥ ||
Aus dem Sinn der überlieferten Lehre entsteht Gewissheit darüber, was anzunehmen und was zu meiden ist. Die daraus hervorgehende Befreiung nennt der Text eine vom Gehörten geprägte.
Erläuterung: Śruta ist Gehörtes beziehungsweise überlieferte Lehre.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 447.[1]
95. Wenn das Suchen selbst bindet
Ṣaṭka I, Kapitel 30, Vers 23 – Hauptübersetzung
tatra cittādisaṃkalpo nirvikalpaṃ hi tatparam ||
Auch auf den Wegen von Befreiung und Nichtbefreiung ist das Suchen nach dem Eigenen Bindung. Das Entwerfen des Geistes bleibt begrifflich; das Höchste ist frei davon.
Erläuterung: „Das Eigene“ kann das Selbst meinen. Die erste Sanskritverbindung ist unregelmäßig; der Zusammenhang behandelt das Erkennen der ursprünglichen Natur.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 449.[1]
96. Unterscheiden als eine Stufe des Weges
Ṣaṭka I, Kapitel 31, Vers 2 – Hauptübersetzung
ātmatatvakriyā hyeṣā sadāśivapadānugā ||
„Hier die entfaltete Erscheinungswelt, hier Śambhu“: Beide werden deutlich unterschieden. Diese Handlung am Selbstprinzip folgt der Stufe Sadāśivas.
Erläuterung: Beschrieben wird eine unterscheidende Erkenntnisstufe;3 ordnet sie dem Bindu-Prinzip zu.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 450.[1]
97. Vertrauen öffnet eine Erkenntnisstufe
Ṣaṭka I, Kapitel 31, Vers 3 – Hauptübersetzung
vidyāvidhānam etad dhi bindutatvasvarūpadam ||
Vertrauen erfüllt diese hohe Stufe mit unmittelbarer Erfahrung. Sie ist eine Ordnung der Vidyā und verleiht das Wesen des Bindu-Prinzips.
Erläuterung: Bindu ist hier ein kosmologisches und mantrisches Prinzip.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 450–451.[1]
98. Die eigene Natur offenbart sich
Ṣaṭka I, Kapitel 31, Vers 4 – Hauptübersetzung
śivatatvaṃ svabhāvasthaṃ svasvabhāvaprakāśakam ||
Shivas Wirklichkeit ruht in ihrer eigenen Natur und offenbart sich aus ihr. Sie wird unmittelbar erkannt, frei von absichtsvoller Aufmerksamkeitsanstrengung.
Erläuterung: Avadhāna bezeichnet die absichtsvolle Ausrichtung der Aufmerksamkeit.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 451.[1]
99. Göttliches Wirken und innere Vergegenwärtigung
Ṣaṭka I, Kapitel 31, Vers 6 – Hauptübersetzung
kartavyam asya ca kriyā svabhāvaparabhāvanā ||
Hervortreten, Verbergen, Vernichten, Erhalten und Gnade gehören zu seinem Wirken. Die Übung richtet sich ganz auf die Vergegenwärtigung der ursprünglichen Natur.
Erläuterung: Die fünf Tätigkeiten stehen in der Reihenfolge der Quelle. Der Übergang zur Vergegenwärtigung des Übenden ist grammatisch verkürzt.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 451.[1]
100. Erfahrung in zweierlei Weise
Ṣaṭka I, Kapitel 31, Vers 9 – Hauptübersetzung
sa prapañco’prapañcaś ca prayatnaś cāpy ayatnavān ||
Bhoga bedeutet, Erfahrung auszukosten. Das kann in der Vielfalt der Erscheinungen oder ohne solche Entfaltung geschehen, mit Anstrengung oder mühelos.
Erläuterung: Prapañca ist die Entfaltung in unterscheidbare Erscheinungen und Begriffe.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 451.[1]
101. Wirken ist kein Teil des höchsten Wesens
Ṣaṭka I, Kapitel 32, Vers 1 – Hauptübersetzung
tad jñāyate tatkriyayā yato’ṅgaṃ tasya na kriyā ||
Die ursprüngliche Wirklichkeit besteht in tiefstem Frieden. Durch ihr Wirken wird sie erkannt; dennoch ist Handlung kein Glied ihres Wesens.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 452.[1]
102. Was Handeln leisten kann
Ṣaṭka I, Kapitel 32, Vers 6 – Hauptübersetzung
tasmāt svaviṣayopāntaṃ dhatte svaviṣayaṃ phalam ||
Handlung hängt von Erkenntnis ab, Göttin. Wie könnte Erkenntnis wiederum von Handlung abhängen? Das Handeln trägt deshalb Früchte innerhalb seines eigenen Bereichs.
Erläuterung: Die beiden Rückverweise werden aus der Gegenüberstellung von Erkenntnis und Handlung verstanden.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 452.[1]
103. Jedes Mittel hat seine Eignung
Ṣaṭka I, Kapitel 32, Vers 7 – Hauptübersetzung
teṣu teṣu tathā vīryaṃ tat tu yogyatvasaṃsthayā ||
Jedes Mittel zur Befreiung hat seine eigene Wirkkraft, entsprechend dem, wozu es geeignet ist.
Quelle: Sampath 2011, PDF-Seite 452.[1]
Yoginīs und Bhairavas Wirken
104. Die Sonne und die Lotusblüten
Ṣaṭka III, Yoginīsaṃcāraprakaraṇa, Kapitel 1, Vers 21 – Hauptübersetzung
yathā vivasvān subhage padmaṣaṇḍavikāsanam |
Bhairavas Wirken entspringt weder Vorliebe noch Abneigung. Wie die Sonne die Lotusblüten öffnet …
Erläuterung: Der Vergleich wird in 22 abgeschlossen.
Quelle: Serbaeva 2006, PDF-Seite 556; gedruckt Cited Sanskrit passages, Abschnitt Yogasūtra/YSP, S.1.[2]
105. Wirken ohne Bevorzugung
Ṣaṭka III, Yoginīsaṃcāraprakaraṇa, Kapitel 1, Vers 22 – Hauptübersetzung
na tatra rāgadveṣo’sya tathā devasya bhairavi |
… und durch ihre Strahlen anderes reifen lässt, ohne Vorliebe oder Abneigung, so wirkt auch der Gott, Bhairavi.
Quelle: Serbaeva 2006, PDF-Seite 556; gedruckt Cited Sanskrit passages, Abschnitt Yogasūtra/YSP, S.1.[2]
106. Wenn die Unreinheit schwindet
Ṣaṭka III, Yoginīsaṃcāraprakaraṇa, Kapitel 1, Vers 23 – Hauptübersetzung
sampādayati tacceto śivavat parameśvari |
Wo die bindende Unreinheit nach und nach schwindet, macht Bhairava den Geist klar und rein, gleich Shiva.
Erläuterung: Mala ist die den Einzelnen bindende Unreinheit.
Quelle: Serbaeva 2006, PDF-Seite 556; gedruckt Cited Sanskrit passages, Abschnitt Yogasūtra/YSP, S.1.[2]
Lautkräfte und Göttinnenkreise
107. Die Welt als Lautentfaltung
Ṣaṭka III, Yoginīsaṃcāraprakaraṇa, Kapitel 2, Vers 7 – Hauptübersetzung
nāda sphoṭas tathā śānta śāntāyā bindusaṃbhavaḥ |
Nāda, Bindu und Kalā bringen die bewegte und unbewegte Welt hervor. Der Text nennt Nāda, Sphoṭa und Śānta; aus Śāntā entsteht Bindu.
Erläuterung: Nāda, Bindu und Kalā sind Stufen der Laut- und Kraftentfaltung. Śānta und Śāntā stehen in diesen unterschiedlichen Formen in der Quelle.
Quelle: Serbaeva 2006, PDF-Seite 556; gedruckt Cited Sanskrit passages, Abschnitt Yogasūtra/YSP, S.1.[2]
108. Glocke, Ciñcinī und Ghoṣiṇī
Ṣaṭka III, Yoginīsaṃcāraprakaraṇa, Kapitel 2, Vers 8 – Hauptübersetzung
nādātmikā sṛṣṭir iyaṃ binvākāram ataḥ śṛṇu |
Ghaṇṭā, Ciñcinī und danach Ghoṣiṇī: Diese Schöpfung hat die Natur des inneren Lautes. Höre nun von der Gestalt des Bindu.
Erläuterung: Die drei Namen bezeichnen innere Lautstufen. Einzelne Wortformen sind im Sanskritanhang unregelmäßig.
Quelle: Serbaeva 2006, PDF-Seite 556; gedruckt Cited Sanskrit passages, Abschnitt Yogasūtra/YSP, S.1.[2]
Mantras aus dem Jayadratha Yamala
Innerhalb des in Jayadratha Yamala genau ausgewiesenen Sanskritumfangs sind die folgenden zwei vollständigen Eingangsverehrungen für den hier vorgesehenen spirituellen Rahmen geeignet. Sie stehen im Eingang der benutzten Ausgabe des ersten Ṣaṭka und sind als Gebete eingeordnet. Daraus wird keine besondere technische Mantrawirkung behauptet. Der gesamte hier wiedergegebene Sanskritumfang wurde auf geeignete Formeln geprüft. Göttinnennamen, Lautstufen und die Namen vorausgesetzter Mantras ergeben noch keine vollständige Rezitationsformel. Beschädigte Lobpreisfolgen bleiben ebenso ausgeschlossen wie an schädigende oder hier ungeeignete Riten gebundene Formeln. So’ham in I.12.47 dient der Betrachtung; der Oṃ-Uccāra in I.12.233 gehört zu einem mehrgliedrigen inneren Yoga-Verfahren. Beide Stellen begründen hier keinen zusätzlichen selbstständigen akustischen Rezitationseintrag. Die zwei folgenden Gebete werden vollständig ohne hinzugefügte Silben wiedergegeben.
Die Umschrift unterscheidet Vokallängen sowie ṃ (Anusvāra) und ḥ (Visarga). Anusvāra wird als ं wiedergegeben; für die vollständige Silbe oṃ verwendet diese Ausgabe das gebräuchliche Zeichen ॐ. Ein Chandrabindu ist in diesen Formeln nicht belegt und wird nicht hinzugefügt.
1. Verehrung der Gurus, beginnend mit Shiva
Om. Verehrung den Gurus, beginnend mit Śiva.
Fundstelle: Ṣaṭka I, unnummerierter Eingang vor Kapitel 1, Vers 1; Sampath 2011, PDF-Seite 1.[1]
Spiritueller Bezug: Shiva als Ursprung der Lehrerüberlieferung und die nachfolgenden Gurus.
Funktion im Text: Eingangsverehrung. An dieser Stelle werden keine bestimmte Wiederholungszahl, Atemführung oder garantierte Wirkung angegeben.
Heutige Anregung: Der Satz kann langsam und aufmerksam als Verehrung vor dem Schriftenstudium gesprochen werden. Diese Anregung ist eine heutige Verwendung; sie beansprucht keine Rekonstruktion eines besonderen Einweihungsrituals.
Unnummerierte Eingangsverehrung vor I.1.1. Der Wortlaut wird auch im NGMCP-Katalog A 995-6, fol.1v, belegt. Die selbständige Schmuckligatur Om auf dem modernen Titelblatt wird nicht als zweite Formel gezählt.
2. Verehrung der gesamten Überlieferung
Ich verneige mich vor der gesamten Folge der Überlieferung – vom hochverehrten höchsten Śiva, der Śakti und dem ehrwürdigen Nātha bis zu den Lotusfüßen meines eigenen Gurus.
Fundstelle: Ṣaṭka I, unnummerierter Eingang vor Kapitel 1, Vers 1; Sampath 2011, PDF-Seite 1.[1]
Spiritueller Bezug: Paramaśiva, Shakti, Nātha, die Überlieferungsfolge und der eigene Guru.
Funktion im Text: Eingangsverehrung. An dieser Stelle werden keine bestimmte Wiederholungszahl, Atemführung oder garantierte Wirkung angegeben.
Heutige Anregung: Der Satz kann langsam und aufmerksam als Verehrung vor dem Schriftenstudium gesprochen werden. Diese Anregung ist eine heutige Verwendung; sie beansprucht keine Rekonstruktion eines besonderen Einweihungsrituals.
Der lange, nichtklassisch gefügte Verehrungssatz wird mit der Worttrennung der vorläufigen Ausgabe wiedergegeben. Die Übersetzung entfaltet die im Kompositum verkürzte Folge, ohne zusätzliche Gurunamen einzusetzen. Diese Verehrung ist im Eingang der benutzten Druckausgabe belegt; ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Handschriftenzeugen ist hier nicht unabhängig bestätigt.

Weiterführendes Studium
Jayadratha Yamala enthält die ausführlichere Übersetzung und den historischen Zusammenhang. Den identischen Sanskritumfang des Hauptartikels bietet Jayadratha Yamala Sanskrit Devanagari.
Meditation und Schriftenstudium
- 18.10.2026 - 23.10.2026 Yoga und Meditation Intensiv-Praxis
Die Kernpraktiken des Yoga werden intensiv geübt: längere Meditation, ausgedehntes Mantra-Singen, Pranayama intensiv und meditative Yoga Asanas beflü…- Dana Oerding, Chamundi Wollweber
- 18.10.2026 - 23.10.2026 Shivalaya Meditationsretreat
Stille – Schweigen – Sein. In der Abgeschiedenheit des Shivalaya Retreatzentrums fühlst du dich dem Himmel ganz nah. Mit intensiver Meditations- un…- Swami Nirgunananda, Rukmini Keilbar
Literatur und Quellen
- M. Sampath Kumar (Bearb.), unter Leitung von Mark Dyczkowski: Jayadratha yamalam – part 1; Patala 51; Slokas 5467. Ahmedabad, 30. März 2011. Vorläufige Ausgabe nach zwei Handschriften K und Kh; 603 PDF-Seiten, ohne fortlaufende gedruckte Seitenzählung. Digitalisat. Die Seitenangaben dieser Wiki-Ausgabe zählen das Titelblatt als PDF-Seite 1.
- Olga Serbaeva: Yoginīs in Śaiva Purāṇas and Tantras: Their role in transformative experiences in a historical and comparative perspective. Dissertation, Universität Lausanne, 2006. Vollständiges PDF, 593 PDF-Seiten. Hier Sanskritanhang Cited Sanskrit passages, Abschnitt Jayadrathayāmala S. 2 (PDF 519), Abschnitt Yogasūtra/Yoginīsaṃcāraprakaraṇa S. 1–2 (PDF 556–557). Die gedruckte Seitenzählung beginnt in diesen Anhängen mehrfach neu. YSP bezeichnet die interne Zählung des Yoginīsaṃcāraprakaraṇa innerhalb von Ṣaṭka III.
- Alexis Sanderson: The Śaiva Age: The Rise and Dominance of Śaivism during the Early Medieval Period. In: Shingo Einoo (Hrsg.): Genesis and Development of Tantrism. Tokyo: Institute of Oriental Culture, University of Tokyo, 2009, S. 41–349. Vollständiges Aufsatz-PDF mit Buchvorspann, doi:10.5281/zenodo.4395629. 316 PDF-Seiten; Aufsatzbeginn S. 41 auf PDF 8, Schluss S. 349 auf PDF 316. Die Stellen werden jeweils mit gedruckter Seite und PDF-Seite angegeben.
- Diwakar Acharya: A 995-6 Jayadrathayāmala, NGMCP-Katalog, aufgenommen am 20. April 2005. Handschrift NAK 3-358, Ṣaṭka I; Auszüge fol. 1v, Kapitelkolophone und Schlussvermerke. Katalogeintrag.
Einzelnachweise
- ↑ 1,000 1,001 1,002 1,003 1,004 1,005 1,006 1,007 1,008 1,009 1,010 1,011 1,012 1,013 1,014 1,015 1,016 1,017 1,018 1,019 1,020 1,021 1,022 1,023 1,024 1,025 1,026 1,027 1,028 1,029 1,030 1,031 1,032 1,033 1,034 1,035 1,036 1,037 1,038 1,039 1,040 1,041 1,042 1,043 1,044 1,045 1,046 1,047 1,048 1,049 1,050 1,051 1,052 1,053 1,054 1,055 1,056 1,057 1,058 1,059 1,060 1,061 1,062 1,063 1,064 1,065 1,066 1,067 1,068 1,069 1,070 1,071 1,072 1,073 1,074 1,075 1,076 1,077 1,078 1,079 1,080 1,081 1,082 1,083 1,084 1,085 1,086 1,087 1,088 1,089 1,090 1,091 1,092 1,093 1,094 1,095 1,096 1,097 1,098 1,099 1,100 1,101 1,102 1,103 1,104 M. Sampath Kumar (Bearb.), unter Leitung von Mark Dyczkowski: Jayadratha yamalam – part 1; Patala 51; Slokas 5467. Ahmedabad, 30. März 2011. Vorläufige Ausgabe nach zwei Handschriften K und Kh; 603 PDF-Seiten, ohne fortlaufende gedruckte Seitenzählung. Digitalisat. Die Seitenangaben dieser Wiki-Ausgabe zählen das Titelblatt als PDF-Seite 1.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Olga Serbaeva: Yoginīs in Śaiva Purāṇas and Tantras: Their role in transformative experiences in a historical and comparative perspective. Dissertation, Universität Lausanne, 2006. Vollständiges PDF, 593 PDF-Seiten. Hier Sanskritanhang Cited Sanskrit passages, Abschnitt Jayadrathayāmala S. 2 (PDF 519), Abschnitt Yogasūtra/Yoginīsaṃcāraprakaraṇa S. 1–2 (PDF 556–557). Die gedruckte Seitenzählung beginnt in diesen Anhängen mehrfach neu. YSP bezeichnet die interne Zählung des Yoginīsaṃcāraprakaraṇa innerhalb von Ṣaṭka III.