Gauri Vrata – Monatsgelübde und Gastgaben im Zeichen der Göttin

Aus Yogawiki

Gauri Vrata – Monatsgelübde und Gastgaben im Zeichen der Göttin ist ein Gelübde im Monat Chaitra, bei dem du auf bestimmte Speisen verzichtest und am Abschluss ein Brahmanenpaar ehrst und beschenkst. Es richtet sich an Menschen, die ihre Hingabe an Gauri, die lichte Gestalt Parvatis, mit maßvollem Leben und aufmerksamer Gastfreundschaft verbinden möchten. Die hier beschriebene puranische Form stammt aus dem Matsya Purana. Sie ist ein eigener Monatsritus und unterscheidet sich von Hartalika Vrata sowie anderen Festverehrungen der Göttin. Die eigenständige Observanz heißt Gauri Vrata.

Die gelobende Person hält die Regel im häuslichen Alltag. Für den Abschluss lädt sie ein Brahmanenpaar ein und übergibt feine Kleidung sowie mit Saft gefüllte Gefäße. Ein bestimmter Tempel, Mondtag oder eine Uhrzeit wird nicht verlangt. Die Überlieferung verbindet die Gabe mit der Bitte um Gauris Wohlgefallen und mit der Verheißung, in ihrer Welt Geborgenheit zu finden.

Familienverbundenheit als Sinnbild aufmerksamer Gastfreundschaft; beim Gelübde wird ein Paar geehrt.

Vorbereitung und Ablauf

Bestimme den Chaitra-Monat nach deinem traditionellen Kalender. Die Speiseregel betrifft Joghurt beziehungsweise Dickmilch, Milch, Ghee und Zuckerrohrerzeugnisse. Es handelt sich um den Verzicht auf diese Lebensmittelgruppen, nicht um vollständiges Nahrungsfasten. In dieser Anleitung bleiben alle Mahlzeiten außerdem vegetarisch und alkoholfrei.

Vereinbare den Abschlussbesuch mit einem Brahmanenpaar. Bereite saubere Sitzgelegenheiten, feine brauchbare Gewänder für beide sowie Gefäße mit alkoholfreiem Fruchtsaft vor. Die Quelle schreibt keine Menge und keine bestimmte Saftart vor. Die Sitzgelegenheiten dienen der verständlichen praktischen Gastaufnahme; sie sind keine zusätzlich vorgeschriebene Schenkung.

1. Die Monatsregel beginnen
Nimm zu Beginn von Chaitra den Verzicht auf die genannten vier Speisegruppen auf.

2. Die Regel während Chaitra bewahren
Lass Joghurt beziehungsweise Dickmilch, Milch, Ghee und Zuckerrohrerzeugnisse während des Monats aus deinen Mahlzeiten weg. Andere passende vegetarische Nahrung bleibt möglich.

3. Das Paar ehren
Empfange am Abschluss beide Gäste respektvoll und biete ihnen die vorbereiteten Plätze an. Begrüße beide und erkläre, dass die Gaben im Zeichen Gauris und zum Abschluss des Gelübdes bestimmt sind.

4. Kleidung und Saftgefäße übergeben
Überreiche dem Paar die Kleidung und die mit Saft gefüllten Gefäße. Sprich dabei die vollständige überlieferte Widmung:

gaurī me prīyatām |

Möge Gauri mir wohlgesinnt sein.

5. Dankbar abschließen
Lass die Gaben bei den Gästen und bedanke dich für ihre Annahme. Der Saft ist zum Trinken bestimmt; die Gefäße gehören zur Gabe. Nach der Monatsobservanz und der Schenkung ist das Gelübde erfüllt.

Eine persönliche spirituelle Anregung zum Abschluss ist, beide Gäste mit gleicher Aufmerksamkeit wahrzunehmen. Die Bitte an die Göttin wird durch konkrete Freundlichkeit getragen. Frage dich anschließend, wie deine gewöhnliche Gastfreundschaft ebenso sorgfältig und herzlich werden kann.

Rezitation in IAST, Devanagari und deutscher Übersetzung

gaurī me prīyatām |

गौरी मे प्रीयताम् ।

Möge Gauri mir wohlgesinnt sein.

Die Formel begleitet die Gabe an das Paar. Eine bestimmte Zahl von Wiederholungen schreibt die Quelle nicht vor.

Quellen und Vertiefung

Die praktische Hauptfolge folgt dem Sanskrittext und seiner Hindi-Erläuterung. Die Quelle nennt das Ehren des Paares und die Gaben, aber keine vollständige sechzehnteilige Puja. Feine Gewänder und Saftgefäße werden ohne die nur bei Rao zusätzlich genannten silbernen Gefäße dargestellt.

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