Garba – die göttliche Mutter mit Kreistanz und Gesang verehren

Aus Yogawiki

Garba – die göttliche Mutter mit Kreistanz und Gesang verehren: Garba ist ein gemeinschaftlicher Verehrungstanz aus Gujarat, bei dem die Tänzerinnen und Tänzer ein Licht oder ein Bild Ambas umkreisen. Mit Schritten, Gesang und Händeklatschen bringen sie ihre Hingabe an die göttliche Mutter zum Ausdruck. Die Mitte bleibt ruhig, während sich der Kreis bewegt: ein anschauliches Bild dafür, dass das wechselnde Leben von einer tragenden göttlichen Gegenwart gehalten wird.

Anlass, Ort und Vorbereitung

Der traditionelle Festanlass sind die neun Nächte von Navaratri. Garba kann im Hof, im Gemeindehaus oder auf einem geeigneten Festplatz stattfinden. Eine erfahrene Person leitet Rhythmus und einfache Schritte an; eine Priesterleitung ist für den Tanz selbst nicht erforderlich. Erwachsene, Jugendliche und Kinder können ihrem Können entsprechend teilnehmen.

Stelle einen dafür geeigneten Tontopf mit einer sicher darin stehenden Öllampe oder ein Amba-Bild in die Mitte. Für die Lampe wird Ghee (bzw. Pflanzenöl als heutige Praxisalternative) verwendet. Halte genügend Abstand zwischen Licht und Tanzkreis. Wähle Kleidung, die Bewegungsfreiheit erlaubt, und einen ebenen Boden. Diese Anleitung verwendet die von Sanatan Sanstha beschriebene Form mit drei rhythmischen Klatschschlägen.

Durchführung

1. Die Mitte vorbereiten
Richte das Bild oder die Lampe auf einer standfesten Unterlage ein. Entzünde die Lampe und versammelt euch im Kreis. Eine Person erklärt kurz, dass der Tanz heute der göttlichen Mutter gewidmet ist.

2. Die Göttin begrüßen
Faltet die Hände und richtet eure Aufmerksamkeit auf Amba. Für eine einfache gemeinsame Feier kann der folgende vollständige Segensvers als frei gewählter Lobpreis verwendet werden; er ist keine überall vorgeschriebene Garba-Eröffnung:

sarvamaṅgalamāṅgalye śive sarvārthasādhike |
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo 'stu te ||

Übersetzung: „Du Glückverheißende unter allem Glückverheißenden, Heilvolle, die alle guten Ziele verwirklicht; Zuflucht, Dreiäugige, Gauri, Narayani – dir sei Verehrung.“

3. Den Rhythmus gemeinsam finden
Übt zunächst im Stand einen ruhigen Zyklus mit drei Klatschschlägen. Die leitende Person zeigt das gemeinsame Tempo. Beginnt langsam, sodass alle ohne Hast mitkommen. Die Dreierform wird in der genannten Tradition mit göttlichem Wollen, Handeln und Erkennen verbunden.

4. Gegen den Uhrzeigersinn gehen und tanzen
Bewegt euch mit kleinen Schritten gegen den Uhrzeigersinn um die Mitte. Fügt den eingeübten Klatschrhythmus hinzu. Übernehmt nur Bewegungen, die die Gruppe sicher gemeinsam ausführen kann; eine bestimmte regionale Schrittfigur ist für diese einfache Form nicht festgelegt.

5. Den Lobpreis singen
Singt den oben vollständig wiedergegebenen Vers in einer einfachen, gemeinsam vereinbarten Weise weiter. Wenn die Gruppe andere vollständige Göttinnenlieder kennt, kann sie diese verwenden. Haltet den Bezug zur verehrten Mitte lebendig. Die Zahl der Runden und Wiederholungen ist in dieser allgemeinen Verehrungsform nicht festgelegt.

6. Gemeinsam ausklingen lassen
Verlangsamt die Schritte auf ein Zeichen der Leitung und beendet den letzten Gesang gemeinsam. Bleibt stehen, wendet euch zur Mitte und verneigt euch mit gefalteten Händen. Lasst einen stillen Moment folgen. Löscht anschließend die Lampe, bevor der Platz unbeaufsichtigt bleibt.

Freude als Hingabe

Garba lässt Verehrung mit dem ganzen Körper geschehen. Achte darauf, dass sich auch weniger Geübte willkommen fühlen. Ein gemeinsam getragener einfacher Rhythmus kann die Verbundenheit deutlicher ausdrücken als eine schwierige Vorführung.

Devanagari des Segensverses

सर्वमङ्गलमाङ्गल्ये शिवे सर्वार्थसाधिके ।
शरण्ये त्र्यम्बके गौरि नारायणि नमोऽस्तु ते ॥

Quellen

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