Durga Dvatrimshannama
Durga Dvatrimshannama 108 – die zweiunddreißig Namen in Bedrängnis ist die 108-malige Rezitation einer fest überlieferten Namenkette Durgas. Die Göttin wird als Befreierin aus schwer zugänglichen Lagen, Schenkerin tiefer Erkenntnis und Überwinderin des Asura Durgama angerufen. Das Tripura Rahasya nennt für Bedrohung ausdrücklich 108 Lesungen. Dieser Artikel führt diese geschlossene Namensrezitation aus.
Vorbereitung
Wähle einen sicheren, ruhigen Ort und lege den Text bereit. Bei akuter Gefahr suche zuerst Schutz und notwendige Hilfe. Eine Mala mit 108 Perlen oder eine Zählliste hilft, die Zahl zu halten; sie ist eine praktische Ergänzung. Ein Bild Durgas darf die Aufmerksamkeit sammeln. Gaben, Fasten und Feuer werden für diese 108-malige Anwendung nicht gefordert.
Ablauf
1. Das Anliegen sammeln
Setze dich ruhig hin. Vergegenwärtige Devi als schützende Mutter und benenne die Bedrängnis innerlich. Ein gesonderter Sankalpa-Mantra ist in dieser Namenspraxis nicht vorgeschrieben.
2. Die ganze Namenkette 108-mal rezitieren
Ein Durchgang umfasst sämtliche folgenden Namen bis Durgadarini. Erst danach zählst du eine Perle oder Markierung weiter. So entstehen 108 vollständige Lesungen und nicht lediglich 108 einzelne Namen.
IAST
durgā durgārtiśamanī durgāpadvinivāriṇī |
durgamacchedinī durgasādhinī durganāśinī ||
durgatoddhāriṇī durganihantrī durgamāpahā |
durgamajñānadā durgadaityalokadavānalā ||
durgamādurgamālokā durgamātmasvarūpiṇī |
durgamārgapradā durgamavidyā durgamāśritā ||
durgamajñānasaṃsthānā durgamadhyānabhāsinī |
durgamohā durgamagā durgamārthasvarūpiṇī ||
durgamāsurasaṃhantrī durgamāyudhadhāriṇī |
durgamāṅgī durgamatā durgamyā durgameśvarī ||
durgabhīmā durgabhāmā durgabhā durgadāriṇī |
Devanagari
दुर्गा दुर्गार्तिशमनी दुर्गाऽऽपद्विनिवारिणी ।
दुर्गमच्छेदिनी दुर्गसाधिनी दुर्गनाशिनी ॥
दुर्गतोद्धारिणी दुर्गनिहन्त्री दुर्गमापहा ।
दुर्गमज्ञानदा दुर्गदैत्यलोकदवानला ॥
दुर्गमादुर्गमालोका दुर्गमाऽऽत्मस्वरूपिणी ।
दुर्गमार्गप्रदा दुर्गमविद्या दुर्गमाश्रिता ॥
दुर्गमज्ञानसंस्थाना दुर्गमध्यानभासिनी ।
दुर्गमोहा दुर्गमगा दुर्गमार्थस्वरूपिणी ॥
दुर्गमासुरसंहन्त्री दुर्गमायुधधारिणी ।
दुर्गमाङ्गी दुर्गमता दुर्गम्या दुर्गमेश्वरी ॥
दुर्गभीमा दुर्गभामा दुर्गभा दुर्गदारिणी ।
Bedeutung
Durga; Besänftigerin schwerer Not; Abwenderin schwerer Bedrängnis;
Durchschneiderin des schwer Überwindbaren; Vollbringerin des Schwierigen; Vernichterin der Bedrängnis;
Retterin der ins Unglück Geratenen; Bezwingerin des Unzugänglichen; Beseitigerin des schwer Überwindbaren;
Schenkerin schwer erreichbarer Erkenntnis; Waldbrand für die Welt der Durgadaityas;
die schwer Erreichbare; die schwer Erschaubare; deren eigenes Wesen schwer zu erkennen ist;
Wegweiserin durch schwierige Pfade; schwer zugängliches Wissen; Zuflucht in unzugänglichen Lagen;
die in tiefer, schwer erreichbarer Erkenntnis ruht; die in schwer erreichbarer Versenkung leuchtet;
deren Verblendung schwer zu überwinden ist; die ins Unzugängliche geht; Verkörperung tiefen, schwer erkennbaren Sinns;
Vernichterin des Asura Durgama; Trägerin schwer zu bezwingender Waffen;
deren Glieder schwer zu erfassen sind; die schwer zu begreifen ist; die schwer zu erreichen ist; Herrin des Unzugänglichen;
die in Bedrängnis Furchtgebietende; die machtvoll Strahlende; Licht in der Bedrängnis; Zerspalterin der Bedrängnis.
3. Abschließen
Verneige dich nach dem 108. vollständigen Durchgang. Verweile kurz in Stille und gehe mit gesammelter Aufmerksamkeit zu den praktisch erforderlichen nächsten Schritten über. Die Quelle bestimmt für diese konkrete Form weder eine mehrtägige Dauer noch eine abschließende Spende.
Quellenanweisung und Abgrenzung der Formen
Die Namenkette reicht in der Edition über Verse 1–5 und die erste Hälfte von Vers 6. Ab der zweiten Hälfte von Vers 6 beginnt die Erläuterung ihrer Anwendung. Die Vorschrift für 108 Lesungen lautet:
IAST
yuddhe śatrubhirākrānto vyāghrādyairvā tathā vane |
mucyate sarvabhītibhyaḥ paṭhannaṣṭottaraṃ śatam ||
Devanagari
युद्धे शत्रुभिराक्रान्तो व्याघ्राद्यैर्वा तथा वने ।
मुच्यते सर्वभीतिभ्यः पठन्नष्टोत्तरं शतम् ॥
Bedeutung
Wer im Kampf von Feinden oder im Wald von Tigern und anderen Tieren bedrängt wird,
wird nach der Verheißung von allen Ängsten frei, wenn er hundertachtmal liest.
Die weiteren Schlussverse nennen andere Umfänge für besonders große Not, eine umfangreiche Feueranwendung und ein Purashcharana. Diese sind getrennte Anwendungen desselben Textes. Sie werden für die ausdrücklich bestimmte 108-malige Namenrezitation nicht stillschweigend vorausgesetzt. Der Verweis auf den Wald ist ein überlieferter Anlass, keine Aufforderung, sich Gefahr auszusetzen.
Quellen
- Tripura Rahasya, Mahatmya Khanda, Kapitel 46, Durga Dvatrimshannamavali: Sanskrit Documents, Ravin Bhalekar. Namenkette: Verse 1–6ab; hier gewählte Anwendung: Vers 9, im Zusammenhang von Versen 6cd–14. Die Stellung des Beginns der Phalashruti wird nach dem Satzbau erläutert. Die eigene Übersetzung bewahrt die mehrfachen Wortspiele mit durga/durgama.