Osteopathie: Unterschied zwischen den Versionen

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In den USA ist die Osteopathie mittlerweile so anerkannt und verbreitet, dass Osteopathen den Titel DO (Doctor of Osteopathy) führen dürfen.  
In den USA ist die Osteopathie mittlerweile so anerkannt und verbreitet, dass Osteopathen den Titel DO (Doctor of Osteopathy) führen dürfen.  


In Deutschland wird die Osteopathie, die erst seit den 1950er Jahren von einigen Heilpraktikern ausgeübt und lange Zeit in die "esoterische" Ecke geschoben wurde, nun zunehmend anerkannt; die Behandlungen werden, vorwiegend auf Wunsch der Patienten, von den privaten Krankenkassen schon länger erstattet, von einigen (nicht allen) gesetzlichen Krankenkassen seit Anfang 2012.
In Deutschland wird die Osteopathie, die erst seit den 1950er Jahren von einigen Heilpraktikern ausgeübt und lange Zeit in die "esoterische" Ecke geschoben wurde, nun zunehmend anerkannt; die Behandlungen werden, vorwiegend auf Wunsch der Patienten, von den privaten Krankenkassen erstattet, von einigen gesetzlichen Krankenkassen seit 2012.


Die Berufsbezeichnung Osteopath ist in Deutschland derzeit nicht geschützt; die Ausbildung erfolgt meist an privaten Schulen. Seit dem Wintersemester 2011 gibt es erstmalig einen Bachelorstudiengang Osteopathie(Quelle: VOD e.V., siehe unten).
Die Berufsbezeichnung Osteopath ist in Deutschland derzeit nicht geschützt; die Ausbildung erfolgt meist an privaten Schulen. Seit dem Wintersemester 2011 gibt es erstmalig einen Bachelorstudiengang Osteopathie(Quelle: VOD e.V., siehe unten).

Version vom 12. August 2013, 09:46 Uhr

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  • 1. Die Osteopathie ist eine ganzheitliche alternative Heilmethode, bei der zur Heilung nur die Hände eingesetzt werden.
  • 2. Das Wort Osteopathie hat ferner die Bedeutung "Knochenleiden" und taucht als Fachbegriff Osteopathia in Krankheitsbezeichnungen der konventionellen Medizin auf.

Leben von Andrew Taylor Still

Das Heilkonzept der Osteopathie entwickelte Ende des 19. Jhs. der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (geb. 06.08.1828), der sich von der Schulmedizin abwandte, da sie seiner Familie nicht helfen konnte. Seine erste Frau starb an Komplikationen nach der Geburt, seine drei Kinder an Meningitis; die von seiner zweiten Frau geborene Tochter an Lungenentzündung.

Nach dem Tod der Kinder begann Still gezielt nach anderen Heilmethoden (die ihn auch schon früher interessiert hatten) zu suchen und beschäftigte sich u.a. mit den Heilpraktiken der Indianer (sein Vater, Methodistenprediger und Arzt, leitete die Wakarusa Shawnee Mission in Kansas).

Still war als Jäger und Farmer aufgewachsen, aber sehr belesen und interessiert an den Strömungen seiner Zeit; er wurde auch von der Evolutionstheorie, der Homöopathie und der Heilung durch magnetische Heilströme (Mesmerismus) beeinflusst (Quelle: A.T. Still University - Museum of Osteopathy).

Anfangs hatte er mit großem Widerstand seitens der Kirche und auch seitens der eigenen Familie zu kämpfen und musste weit reisen, um seine Theorien erst einmal außerhalb des heimatlichen Wirkungskreises bekannt zu machen. 1892 hatte er schließlich nicht nur viele Patienten, sondern auch genügend Schüler um sich versammelt, um die - zunächst kleine - American School of Osteopathy (ASO) gründen zu können, und zwar in Kirksville, der ersten Stadt, wo er auf Interesse an seinen Methoden gestoßen war. Die Schule hatte so großen Erfolg, dass der Eisenbahnfahrplan geändert wurde und die Bahn vier Züge täglich nach Kirksville schicken musste.

Still blieb trotz eines Schlaganfalls (1914) aktiv bei seiner Arbeit bis zu seinem Tod im Alter von 89 Jahren (12.12.1917).

Anerkennung der Osteopathie

In den USA ist die Osteopathie mittlerweile so anerkannt und verbreitet, dass Osteopathen den Titel DO (Doctor of Osteopathy) führen dürfen.

In Deutschland wird die Osteopathie, die erst seit den 1950er Jahren von einigen Heilpraktikern ausgeübt und lange Zeit in die "esoterische" Ecke geschoben wurde, nun zunehmend anerkannt; die Behandlungen werden, vorwiegend auf Wunsch der Patienten, von den privaten Krankenkassen erstattet, von einigen gesetzlichen Krankenkassen seit 2012.

Die Berufsbezeichnung Osteopath ist in Deutschland derzeit nicht geschützt; die Ausbildung erfolgt meist an privaten Schulen. Seit dem Wintersemester 2011 gibt es erstmalig einen Bachelorstudiengang Osteopathie(Quelle: VOD e.V., siehe unten).

Heilkonzept der Osteopathie

Die Osteopathie hat einen ganzheitlichen Heilansatz und will daher nicht nur Symptome kurieren, sondern insbesondere deren Ursache finden. Für die Osteopathie ist der wechselseitige Zusammenhang von Struktur (Knochen, Muskeln, Sehnen, Organe etc.) und Funktion von Bedeutung; so wächst zum Beispiel ein Muskel (Struktur), wenn er mehr trainiert wird (Funktion). Die Osteopathie betont, dass alle Strukturen miteinander verbunden sind. Sie prüft, ob Funktionsstörungen vorliegen, die auf eine eingeschränkte Beweglichkeit zurückzuführen sind. So können z. B. verspannte Muskulatur oder Fehlstellungen an den Gelenken die Blutzufuhr und damit die Versorgung der Zellen einschränken oder den Fluss der Lymphe behindern. Ziel des Osteopathen ist es, mit den Händen potentielle Blockaden an Skelett oder Muskulatur aufzuheben, so dass für den Körper ein Impuls zur Selbstheilung gesetzt wird. Die Osteopathie geht grundsätzlich davon aus, dass der Körper immer in der Lage ist, sich selbst zu heilen und dazu nur anfängliche Unterstützung braucht. Hat der Körper diesen Impuls bekommen, dann können die Körpersysteme wieder in Fluss kommen.

Die Osteopathie wird in drei Bereiche unterteilt:

  • Die parietale Osteopathie befasst sich vor allem mit dem Bewegungsapparat (Muskeln, Knochen, Gelenke, Bindegewebe) und ist die osteopathische Therapie, die in Deutschland am weitesten verbreitet ist; sie geht auf A.T. Still zurück und ist die urspeüngliche Osteopathie;
  • die viszerale Osteopathie befasst sich mit den Organen und ihrer korrekten Position im Körper; sie wurde erst nach Stills Tod in den 40er Jahren entwickelt;
  • schließlich die auch bei Osteopathen stark umstrittene craniosakrale Osteopathie, die nicht auf A.T. Still, sondern auf einen seiner Schüler, William Garner Sutherland, zurückgeht und ebenfalls aus den 30er/40er Jahren stammt. Sutherland nahm an, die menschliche Vitalität werde von Körper eigenen Rhythmen gesteuert, die bei Störungen aus dem Fluss gekommen seien und wieder in Einklang gebracht werden müssten.

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