Amritodbhava

Aus Yogawiki

Amritodbhava: Sanskrit adj. = Unsterblichkeit bringend; Unsterblichkeitsnektar erzeugend.

Amritodbhava ist ein zusammengesetztes Wort aus dem Sanskrit, das wörtlich übersetzt „das Entstehen des Unsterblichen“ oder „die Entstehung von Amrita“ bedeutet; Amrita selbst ist in der indischen Religionssprache der Nektar der Unsterblichkeit, oft mit göttlicher Essenz, Unsterblichkeit und spiritueller Befreiung assoziiert. Der Ausdruck bezeichnet nicht nur ein einmaliges Ereignis, sondern ein spirituelles Geschehen oder einen Zustand, in dem das Göttliche, das Unvergängliche oder das lebensspendende Prinzip zum Vorschein kommt oder hervorgebracht wird. In religiösen und philosophischen Kontexten kann Amritodbhava daher mehrere miteinander verwobene Bedeutungen tragen: das Hervorbrechen göttlicher Gnade, die Verwirklichung unsterblicher Erkenntnis im spirituellen Suchenden, oder das symbolische Entstehen von Unsterblichkeit in Riten und Mythen.

Mythisch-literarisch wird Amrita häufig mit den Geschichten vom Quirlen des Milchozeans (Samudra manthan) in Verbindung gebracht, wo Götter und Dämonen gemeinsam den Ozean rühren, um Amrita zu gewinnen. Das dabei auftauchende Amrita steht als Symbol für die höchste göttliche Gabe, die Leben und Unsterblichkeit verleiht. In tantrischen und yogischen Strömungen kann Amritodbhava auch innerlich gedeutet werden: als das Hervortreten subtiler, unsterblicher Bewusstseinszustände, die durch bestimmte Praktiken, göttliche Gnade oder die Vereinigung von Shiva und Shakti erlangt werden. So beschreibt der Begriff nicht nur ein Objekt (den Nektar), sondern vor allem einen Prozess des Erwachens, der Verwandlung und der Einverleibung des Unsterblichen im sterblichen Menschen.

Beim Quirlen des Milchozeans erscheint Amrita als begehrter Nektar, den die Götter erlangen wollen, um ihre Unsterblichkeit zu sichern; dieses Erscheinen kann als prototypischer Amritodbhava gelten, das plötzliche Hervortreten des Unsterblichen in der Welt der Sterblichen. In yogischer Bildsprache könnte ein Lehrer einem Schüler sagen: „Durch Hingabe und inneres Rühren deines Bewusstseins möge in dir Amritodbhava geschehen“ — gemeint ist das innere Hervortreten unsterblicher Erkenntnis und Gnade.

Siehe auch

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