Dipankara

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dipankara: In der Legende von Dharmarutschi werden drei Buddhas der neuen Lehre genannt, darunter Dipankara, unter dem der (historische) Buddha zuerst die Weissagung erhielt, einmal ein Buddha zu werden.

Aus der Geschichte des Dharmarutschi aus dem Buch „Buddhistische Geschichten“ von Heinrich Zimmer

»Im zweiten Weltalter erstand Dipankara, ein wahrhaft Erleuchteter in der Welt, wahrhaft erleuchtet in Wissen und Wandel, ein Heilgänger, ein Weltwisser, ein Unvergleichlicher, ein Bändiger der Menschen, ein Lehrer von Göttern und Menschen, ein Buddha, ein Erhabener. Durch die Lande dahinwandelnd, kam Dipankara, der wahrhaft Erleuchtete, einmal zur königlichen Hauptstadt Dipavati. In der Hauptstadt Dipavati hielt der König, Dipa mit Namen, die Herrschaft; Glück und Fülle, Reichtum und Mildtätigkeit und Zuwachs der Bevölkerung gingen von ihr aus. Da wurde Dipankara, der Wahrhaft Erleuchtete, vom König Dipa feierlich eingeladen, seinen Einzug in die Stadt zu halten. König Dipa hatte König Vasava mit Namen zum Nachbarn. Dem schickte er einen Boten: „Komm hierher, Dipankara, der Wahrhaft Erleuchtete, ist von mir feierlich eingeladen, seinen Einzug in meine Stadt zu halten. Ich will ihn festlich ehren.“ Und damals hatte König Vasava ein zwölf Jahre langes Opfer ausgerichtet und am Ende der Opferfeier fünf große Gaben ausgesetzt: Einen goldenen Stab und Wassertopf, einen Opferkessel mit Schalen dazu aus Gold, eine Bettstatt aus viererlei Edelstein, fünfhundert Goldstücke und ein Mädchen mit allem erdenklichen Schmuck behängt.

Zu jener Zeit lebten anderwärts zwei Jünglinge, die hatten das Vedastudium bei ihrem Lehrer vollendet. Sie wussten: es ist Brauch, dass man seinem geistlichen Va-ter Lehrgeld und seinem Lehrer Schulgeld entrichtet, und bedachten das. Sie hörten, König Vasava habe am Ende seines Opfers fünf große Gaben ausgesetzt: „Wel-cher Brahmane voller Gelehrsamkeit ist, der soll sie haben.“ Da kam ihnen der Gedanke: „Gehen wir hin und nehmen wir die Gabe in Empfang; wer wird dort stu-dierter und gelehrter sein als wir?“ So dachten sie und machten sich auf nach der großen Stadt des Königs Vasava.

Und dem Könige ward von einer Gottheit kundgetan: „Von den zwei Jünglingen, die da kommen, Sumati und Mati, gib dein Geschenk dem Sumati: „Zwölf Jahre lang hat dein Opfer gewährt, o großer König, von der Frucht deines heiligen Werkes wirst du dem jungen Sumati, der von höchstem Range ist, dein großes Ge-schenk machen.“ Der König erwog: „Gewiss sind das heilige Männer, um deretwillen Gottheiten selbst Kunde geben.“—Darauf sah der König schon von fern die beiden Jünglinge, wie sie da kamen: sie waren lieblich und reizend. Und die beiden gingen und begaben sich dort beim Opfer unter den Gruppen von Brahmanen auf den Ehrenplatz unter den angewiesenen Sitzen und nahmen ihn ein. Worauf König Vasava die beiden sah und dachte: „Der Sumati mit Namen, von dem Gottheiten mir Kunde gaben, wird der dort sein.“ Da schritt der König auf den Ehrenplatz zu und fragte den jungen Sumati: Verehrter, bist du Sumati?“ — Er sprach: „Ich bin es.“ Worauf König Vasava dem jungen Sumati auf dem Ehrenplatz zu essen vorsetzte und ihm die fünf Gaben überreichte. Der junge Sumati nahm vier der großen Gaben an: den Stab, den Wassertopf und die folgenden, nur das geschenkte Mädchen nahm er nicht. Er sagte: „Ich lebe keusch.“ Aber das junge Mädchen sah den jungen Sumati, wie lieblich und reizend er war, er gefiel ihr und sie ward von Zärtlichkeit zu ihm erfüllt und sprach zum jungen Sumati: „Nimm mich an, Brahmane.“ Er sagte: „Ich kann dich nicht annehmen.“ Worauf der König das Mädchen sich selbst überließ und nicht wieder nahm, da er es als verschenkt ansah, der junge Sumati aber nahm es auch nicht: so ging das Mädchen von dannen nach der Stadt Dipavati des Königs Dipa.

Dort angekommen, streifte sie sich allen Schmuck vom Leibe und gab ihn einem Kranzwinder. „Für den Geldwert dieses Schmuckes gib mir täglich blaue Lo-tusblumen zum Dienst der Gottheit.“ Auf diese Art gab sie ihren Goldschmuck hin und weihte sich ganz dem Dienst der Götter. Und der junge Sumati nahm die vier großen Gaben und ging zu seinem Lehrer. Er ging und überreichte seinem Lehrer die vier großen Gaben. Und der Lehrer nahm drei davon an, die fünfhundert Goldstücke aber gab er Sumati. Und in der folgenden Nacht hatte Sumati zehn Traumgesichte:

das große Weltmeer trinke ich aus —
durch die Luft fliege ich dahin —
Sonne und Mond, die beiden so großmächtigen, gewaltigen, berührt er mit der Hand und streichelt sie rings —
ich fahre im Wagen des Königs —
Heilige sah er —
weiße Elefanten —
Schwäne —
Löwen —
einen hohen Fels —
und Berge.

Als er das alles geschaut hatte, erwachte er. Beim Erwachen kam ihm die Frage: „Wer wird mir diese Träume deuten?“ Da lebte nicht fern von dort ein heiliger Mann, der die fünf Wunderkräfte besaß. Da begab sich der junge Sumati zu dem heiligen Manne, damit er ihm das Dunkel seiner Träume lichte. Nachdem er ihn zuvor durch ehrerbietigen Gruß freundlich gestimmt hatte, berichtete Sumati ihm seine Traumgesichte und sprach: Deute mir diese Träume.“ — Der Heilige sprach: „Ich werde dir diese Träume nicht deuten; geh in die Königstadt Dipavati, dorthin ist der wahrhaft Erleuchtete Dipankara von König Dipa feierlich eingeladen, seinen Einzug in die Stadt zu halten. Er wird dir diese Träume deuten.“

Derweil folgte König Vasava der Einladung König Dipas und gelangte mit einem Gefolge von achtzigtausend Kronbeamten in der Königsstadt Dipavati an. Und König Dipa hatte in dem Gedanken: in sieben Tagen will ich Dipankara den Wahrhaft Erleuchteten feierlichen Einzug in die Stadt halten lassen, überall aus den Läden, was die Sinne erfreut, und alle Blumen einsammeln lassen. Und an eben dem Tage, an dem König Dipa den feierlichen Einzug des Wahrhaft Erleuchteten Dipankara abhalten wollte, kam auch Sumati daher.

Da hatte nun der König alle Blumen einsammeln lassen, und als das Mädchen, das sich ganz dem Dienst der Götter geweiht hatte, zum Kranzwinder kam und sprach: „Gib mir diese Lotusblumen, ich will die Götter ehren“, sagte der Kranzwinder: „Heute hat der König alle Blumen genommen für den Einzug Dipankaras in die Stadt.“ Sie sprach: „Geh, ob vielleicht in deinem Lotusteiche dank der Kraft meiner guten Werke wieder blaue Lotusblumen zu finden sind, die noch nicht gepflückt sind.“

Dort im Lotusteich entfalteten sich dank der Kraft der guten Werke Sumatis sieben blaue Lotusblumen. Der Kranzwinder ging hin, nahm sie wahr, und wie er sie gesehen hatte, sagte das Mädchen zu ihm: „Pflück sie ab.“ Der Kranzwinder sagte: „Nein, ich mag sie nicht abpflücken, die Leute des Königs könnten mich fassen.“ Worauf sie sagte: „Hast du nicht vordem alle Blumen gepflückt und dem Könige übergeben?“ — Der Kranzwinder sagte: „Freilich“, worauf das Mädchen fortfuhr: „Dank meiner guten Werke haben sie sich entfaltet, pflück sie ab und gib sie mir!“ — Der Kranzwinder sagte: „Wie willst du sie unbemerkt vor den Leuten des Königs in die Stadt hineinbringen?“ — Das Mädchen sagte: „Pflück sie nur ab, Verehrter, ich stecke sie in einen Wasserkrug und bringe sie so hinein.“ — Als der Kranzwinder das hörte, pflückte er die Blumen ab und gab sie dem Mädchen. Das Mädchen nahm sie, tat sie in einen Wasserkrug, füllte den Krug mit Wasser, ging zurück zum Laden und machte sich auf den Weg.

Und Sumati kam eben dorthin. Er dachte bei sich: „Wie soll ich den Erhabenen Buddha, wenn ich ihn zu Gesicht bekomme, nicht verehren?“ Danach fuhr er aus der Stadt hinaus, von Gärtnerei zu Gärtnerei nach Blumen fragend, streifte er umher und bekam auch nicht eine einzige Blume. Wie er nun so umherstreifte, kam er auch zu jenem Garten. Und das junge Mädchen kam aus jenem Garten dem jungen Sumati gerade entgegen. Da richteten sich dank der guten Werke des Mädchens die Lotusblumen in dem Kruge auf und überragten seinen Rand. Worauf Sumati sie erblickte und zu dem Mädchen sprach:

„Gib mir diese Lotusblumen und nimm von mir als Preis dafür fünfhundert Goldstücke.“ Das Mädchen sagte zu Sumati: „Damals wolltest du mich nicht nehmen und jetzt bittest du mich um diese Lotusblumen; ich mag sie dir nicht geben.“ So sagte sie und fragte den jungen Sumati: „Was willst du mit ihnen?“ Sumati sagte: „Ich will den Erhabenen Buddha ehren.“ Danach sagte das Mädchen: „Was fang' ich mit den Goldstücken an, ich will die Blumen ja auch dem Buddha schenken! Aber wenn du zum Lohn dafür, dass ich dir die Lotusblumen schenke, dir wünschst, dass ich in jedem kommenden Leben deine Gattin sein soll, wenn du im Augenblick, wo du sie als Geschenk darbringst, das Gelübde sprichst: In jedem kommenden Leben soll sie meine Gattin sein ...“ Sumati sagte: „Meinesgleichen hat sich der Tugend des Schenkens geweiht: Wir üben die Hingabe der eigenen Kinder und Hingabe des eigenen Leibes.“

Darauf sagte das Mädchen zu Sumati: „So tu ein Gelübde in diesem Sinne; danach sollst du mir gewähren, um was ich dich bitte.“ So sprach das Mädchen und reichte Sumati fünf Lotusblumen, zwei behielt es für sich. Und sprach die Strophe: „Wenn du den Wegeweisenden Buddha triffst dich künftiger Erleuchtung weihst, mög' ich deine Gattin sein allzeit, wandelnd mit dir im wahren Geist.“

Da hatte der König allerwärts den Weg von Steinen, Kieseln und Scherben säubern lassen, hatte Fahnen und Banner und Ehrenpforten aufrichten lassen, Bahnen feiner Stoffe breiten lassen, duftende Wasser und Sandel allerwärts sprengen lassen, anfangend vom Tor der Stadt. Und der ganze Weg zwischen dem Revier des Ordens und der Stadt war gesäubert von Steinen, Kieseln und Scherben, mit Fahnen, Bannern und Ehrenpforten übersät, mit Bahnen feiner Stoffe bedeckt und mit duftenden Wassern und Sandel besprengt. Und der König nahm einen Sonnenschirm, der mit hundert Streben verspannt war, für Dipankara den Wahrhaft Erleuchteten und zog ihm entgegen. Im selben Aufzuge zogen seine eigenen Kronbeamten und König Vasava samt seinen Kronbeamten dem Buddha entgegen. König Dipa fiel dem Erhabenen Buddha zu Füßen und sprach ihn an: „Erhabener, zieh ein in die Stadt!“ Worauf der Erhabene, umgeben von der Schar seiner Mönche, sich aufmachte, in die Stadt einzuziehen.

Und König Dipa hielt den Sonnenschirm mit hundert Streben für Dipankara, den Wahrhaft Erleuchteten. Ebenso seine eigenen Kronbeamten und König Vasava und seine Kronbeamten. Durch seine Wunderkraft bewirkte der Erhabene, dass jeder einzelne von ihnen dachte: „Ich halte meinen Sonnenschirm über den Erhabenen.“ In solchem wunderbaren Pomp trat der Erhabene unter die Volksmenge. Da setzte der Erhabene feierlich seinen Fuß auf die Schwelle des Stadttors. Wie der Erhabene den Fuß auf die Schwelle des Stadttors setzte, erbebte alsbald die Erde sechsmal. Sie schauerte, erschauerte, durchschauerte um und um, es drang in sie, durchdrang sie, durch-drang sie ganz und gar. Das ist immer so: Wenn Erhabene, Erleuchtete feierlich ihren Fuß auf die Schwelle einer Stadt setzen, dann geschehen mannigfache Wunder und außerordentliche Zeichen. Wahnsinnige kommen wieder zur Vernunft, Blinde erlangen das Augenlicht wieder, Taube vermögen zu hören, Stumme bekommen die Sprache, Lahme können gehen, bei schwangeren Frauen wendet sich die Frucht, die verkehrt liegt, in eine glückliche Lage, an Wesen, die mit Knebeln und Fesseln gebunden sind, lockern sich die Bande, Wesen, die viele Leben lang feindlich ineinander verbissen waren, werden einander wieder in Liebe zugetan, Kälber zerreißen ihren Strick und eilen zur Mutter, Elefanten trompeten, Pferde wiehern, Stiere brüllen, Papageien, Sarika krähen, Kokils und Shivahühner zwitschern süßen Tones, Saitenspiele und Schlagzeuge schwingen in süßen Tönen, ohne dass sie einer berührt, korbgeflochtener Zierat gibt ein feines Knistern von sich, Buckel der Erdfläche senken sich und Höhlungen bauchen sich aus, Steine, Kiesel und Scherben verschwinden von ihr, Gottheiten schweben durch die Luft und streuen Lotusblüten, blaue und weiße Lotusblüten, Aloepulver, Sandelpulver und Tagarapulver und Tamala-Blätter, streuen Blüten himmlischer Korallenbäume. Der Osten hebt sich und der Westen senkt sich, der Westen hebt sich und der Osten senkt sich, der Süden hebt sich und der Norden senkt sich, der Norden hebt sich und der Süden senkt sich, die Mitte hebt sich und der Rand senkt sich, der Rand hebt sich und die Mitte senkt sich. Und dort in der Königsstadt Dipavati verehrten viele Tausende von Menschen den Buddha mit Blumen, Weihrauch und Wohlgerüchen. Und auch die beiden, Sumati und das Mädchen, folgten Dipankara, dem Wahrhaft Erleuchteten mit Lotusblumen in der Hand, aber sie konnten nicht in die Nähe des Erhabenen kommen, den die Menschenmenge umbrandete, um ihm zu huldigen.

Der Erhabene bedachte:

„Der junge Sumati wird ein größerer Quell des Guten sein als diese große Menschenmenge.“ So dachte er, und seine Wunderkraft ließ einen großen sausenden Regenschauer herniedergehen, worauf die Menge Raum gab. Es wurde Raum um Sumati, und er schaute den Erhabenen, dessen Anblick Entzücken erregte, und ward von Jubel erfüllt. Und von Jubel erfüllt warf er seine fünf Lotusblumen dem Erhabenen entgegen, und der Erhabene Dipankara, der Wahrhaft Erleuchtete, tat ein Wunder an ihnen: groß wie Wagenräder sich entfaltend, vereinten sie sich zu einem Baldachin über seinem Haupte und folgten ihm in der Luft, wenn er weiter schritt, verharrten schwebend, wenn er stehen blieb. Als das Mädchen das sah, ward sie von Jubel erfüllt und warf seine zwei Lotusblumen dem Erhabenen entgegen, und auch an ihnen tat der Erhabene ein Wunder: groß wie Wagenräder sich entfaltend, vereinten sie sich zu einem Baldachin nahe seinem Ohr.

Und rings auf dem Platze entstand durch den sausenden Regenschauer Schlamm. Danach schritt der junge Sumati auf den Erhabenen Buddha zu über den schlammbedeckten Boden hin. Auf dem schlammbedeckten Boden seine Haarflechten ausbreitend, sprach er vor dem Erhabenen die Strophe:

„So wahr Erleuchtung zu erwerben, Erwachende zu wecken — so wahr mir bestimmt ist, Buddha zu sein: Tritt mit deinen Füßen auf mein Haar — Geburt, Altern und Sterben verflechten sich darein.“

Darauf setzte Dipankara, der Wahrhaft Erleuchtete, seine beiden Füße auf Sumatis Haarflechten. Aber dicht hinter Sumati stand der junge Mati. Zornig rief er über den Erhabenen Dipankara: „Ha, sieh nur, wie der Wahrhaft Erleuchtete Dipankara mit seinen Füßen auf den Haarflechten des jungen Sumati herumtritt!“ — Danach erteilte Dipankara, der Wahrhaft Erleuchtete, dem jungen Sumati die Weissagung:


„Du wirst, vom Menschlichen befreit, ein Befreiter, Allmächtiger sein, Lehrer zum Heil der Welt, aus dem Schakyageschlecht, Schakyamuni geheißen, der drei Welten edelster Kern, Leuchte für alles, was lebt.“

Und als der junge Sumati diese Weissagung vom Wahrhaft Erleuchteten Dipankara empfing, schwebte er alsbald so hoch wie sieben Palmbäume empor in die Luft. Und seine Haarflechten fielen von ihm ab und andere, schönere waren an ihm zu sehen. Wie er so schwebend in der Luft stand, ward er von der Menge des Volks erschaut. Sie sahen ihn und gelobten: „Wenn er das allerhöchste Wissen erlangt, möchten wir dann seine Jünger sein.“ Und auch das Mädchen sprach sein Gelübde:

„Wenn du den Wegeweisenden Buddha triffst,
dich künftiger Erleuchtung weihst,
mög' ich deine Gattin sein allzeit,
wandelnd mit dir im wahren Geist.
Wenn du ein völlig Erleuchteter wirst,
Erstgeborner und Lehrer der Welt,
will ich unter deinen Jüngern sein,
wenn sich die Zeit erfüllt.“

Den Jüngling, der schwebend im Raume stand, sahen Hunderte, Tausende an, alle wünschten in kommender Zeit seine Jünger zu sein:

„Wenn du ein völlig Erleuchteter wirst, Erstgeborner und Lehrer der Welt, wollen wir deine Jünger sein, wenn sich die Zeit erfüllt.“

Und als der junge Sumati vom Wahrhaft Erleuchteten Dipankara die Weissagung empfing, nahm König Dipa seine Haarflechten. König Vasava sagte: „Schenke mir diese Flechten“, darauf gab König Dipa sie ihm. Er nahm sie und zählte an ihnen achtzigtausend Haare. Seine Kronbeamten baten: „König, gib jedem von uns eines dieser Haare, wir wollen Schreine für sie errichten.“ Der König gab jedem seiner Leute eines der Haare. Die Kronbeamten begaben sich jeder in seinen Bezirk und errichteten Schreine über ihnen. Als der junge Sumati die Weissagung der allerhöchsten Wahrhaften Erleuchtung empfing, erwiesen König Dipa und König Vasava und das viele Volk aus Stadt und Land ihm Dienste aller Art.

Danach sprach er zum jungen Mati: „Ich habe die Weissagung der allerhöchsten Wahrhaften Erleuchtung empfangen, worauf hast du deinen Sinn gerichtet?“
Er sagte: „Ach Sumati, ich bin verloren.“ —
Der fragte: „Warum bist du verloren?“
Darauf sagte er: „Als Dipankara, der Wahrhaft Erleuchtete, auf deine Haarflechten trat, habe ich im Zorn gesprochen: Dipankara, der Wahrhaft Erleuchtete, tritt mit seinen Füßen auf den Haarflechten eines Veda-geweihten Brah-manen herum!“


Worauf Sumati zu ihm sprach: „Komm, wir wollen als Mönche in den Orden des Erhabenen Buddha eintreten.“

Danach traten sie beide, Sumati und Mati, in die Lehre des Wahrhaft Erleuchteten Dipankara. Und Sumati lernte nach seinem Eintritt in den Orden die drei Körbe der Lehre und hielt seine Mönchsschar in der Wahrheit. Und der junge Sumati schied ab aus diesem Leben, starb und trat in ein neues Dasein im Himmel der Seligen Götter. Der junge Mati schied ab aus diesem Leben, starb und trat in ein neues Dasein in Höllenwelten.«

Der Erhabene sprach:

»Der König Vasava in jener Zeit, das ist König Bimbisara in unseren Tagen, seine achtzigtausend Kronbeamten von damals, die sind jetzt ebenso viele Götter, jenes Mädchen von damals ist meine Gattin Yaschodhara und jener Sumati von damals, der bin ich selbst auf meinem Wandel zur Erleuchtung, jener Mati ist unser Dharmarutschi hier.

Dieses war meine Begegnung mit unserem Dharmarutschi im zweiten unzählbaren Weltalter. Sie verknüpfend spreche ich: „Vor langer Zeit, Dharmarutschi, vor sehr langer Zeit, Dharmarutschi.“,

Siehe auch

Literatur

  • Buddhistische Legenden von Heinrich Zimmer, Insel Verlag Frankfurt am Main, 1985, 1. Auflage