Artha Gamana Surya Upasthana

Aus Yogawiki

Artha Gamana Surya Upasthana – Sonnengebet vor Erwerbsweg und Heimkehr verbindet den Aufbruch zu einem wichtigen Erwerbsvorhaben mit einer zweiten Sonnenverehrung vor der Heimkehr. Die beiden zusammengehörigen Anweisungen des Khadira Grihya Sutra verwenden zwei verschiedene Verse des Mantra Brahmana. Der erste erbittet sichtbare Güter, der zweite erinnert die leuchtende Sonnenscheibe als Weite des Himmels.

Vorbereitung

Die Wunschriten dieses Abschnitts beginnen mit dem Auslassen von drei oder sechs Mahlzeiten; hier wird die kürzere ausdrücklich zugelassene Form mit drei Mahlzeiten gewählt. Bei einer täglich wiederkehrenden Praxis gilt dies nach IV.1.2 nur zu Beginn. Wer ein solches Fasten gesundheitlich nicht ausführen kann, wählt eine entsprechend angepasste Form und bezeichnet sie als Anpassung. Trinken wird in der zitierten Vorschrift nicht untersagt.

Plane einen realen Weg zur Sicherung des Lebensunterhalts, etwa eine geschäftliche Besprechung. Dieser heutige Anlass konkretisiert die Quellenanweisung, sich um bedeutende Güter zu bemühen. Materielle Gaben sind nicht vorgeschrieben.

Ablauf

1. Vor dem Vorhaben die Sonne verehren
Wende dich gesammelt zur Sonne, ohne in ihr helles Licht zu starren. Sprich den vierten Vers der fünfteilig angeführten Mantragruppe, Mantra Brahmana II.4.12:

IAST
kośa iva pūrṇo vasunā tvaṃ prīto dadase dhanam |
adṛṣṭo dṛṣṭamābhara sarvānkāmānprayaccha me ||

Devanagari
कोश इव पूर्णो वसुना त्वं प्रीतो ददसे धनम् ।
अदृष्टो दृष्टमाभर सर्वान्कामान्प्रयच्छ मे ॥

Bedeutung
Wie eine mit Gütern gefüllte Schatzkammer schenkst du, erfreut, Vermögen.
Unsichtbarer, bring Sichtbares herbei; gewähre mir alle ersehnten Güter.

2. Das Vorhaben ausführen
Gehe nun deinem Anliegen nach. Die rituelle Bitte steht vor dem tatsächlichen Bemühen und begleitet es. Eine vorgetäuschte Begegnung oder ein symbolischer Ersatzhandel wird nicht benötigt.

3. Vor der Heimkehr erneut die Sonne verehren
Nach deinem Vorhaben sprich den fünften Vers der Gruppe, Mantra Brahmana II.4.13:

IAST
ākāśasyaiṣa ākāśo yadetadbhāti maṇḍalam |
evaṃ tvā deva yo vedeśāneśāṃ prayaccha me ||

Devanagari
आकाशस्यैष आकाशो यदेतद्भाति मण्डलम् ।
एवं त्वा देव यो वेदेशानेशां प्रयच्छ मे ॥

Bedeutung
Dies ist die Weite der Weite: jene Scheibe, die dort leuchtet.
Wer dich so erkennt, o Gott – o Herr, gewähre mir Herrschaftsmacht.

4. Nach Hause zurückkehren
Kehre nun heim, wie es die zweite Sutra-Anweisung bestimmt. Die beiden Sonnengebete bilden zusammen den rituellen Rahmen des Erwerbsweges. Eine zusätzliche Feuerdarbringung gehört zu diesen beiden Upasthana-Anweisungen nicht.


Quellen

  • Khadira Grihya Sutra IV.1.1–2 und 17–18, Sanskrit und Übersetzung Hermann Oldenbergs: Ausgabe.
  • Mantra Brahmana II.4.12–13: TITUS. Die Übersetzung folgt dem edierten Samhita-Text, einschließlich der dort ausgewiesenen Lesungen dadase, deva yo und īśām. Die Titelworte Artha Gamana beschreiben den Ablauf; das Sutra führt keinen gesonderten Ritualnamen an.