Vedanta Schriften: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 26. Februar 2019, 10:04 Uhr

Vedanta Schriften

Vedanta Schriften - Hier findest du eine Zusammenfassung von traditionellen Vedanta Schriften die hilfreich sind, um in der Vedanta Philosophie tiefer zu gehen.


Schriften im Vedanta

Es gibt verschiedene, klassische Schriften im Vedanta, die verschiedenen Texte, die man studieren kann, wenn man im Vedanta tiefer gehen will.

Dieses sind die Schriften im Vedanta: • 4 klassische Schriften im Hinduismus • 4 klassische Schriften im ganzheitlichen Yoga • 3 Hauptschriften im Vedanta • sowie eine Reihe von weiteren Schriften

Es ist hilfreich, sich etwas mit der Vedanta-Tradition zu beschäftigen und kann dir von Nutzen sein, wenn du später Vedanta vertiefen willst.

4 klassischen Schriften des Hinduismus: • Veda / Shruti, d.h. `die offenbarten Schriften´ bzw. `das, was gehört wurde´; Dieses ist die Sammlung aller Veden, so wie die Heilige Schrift. Der Veda als Ganzes besteht aus vier Vedas, den vier Veden. Es handelt sich hierbei um verschiedene vedische Überlieferungen, dass aus erfahrenem und weitergegebenem Wissen, das Rishis und einer ganzen Reihe von Sehern, Propheten und Weisen in der Meditation offenbart wurde.

• Smriti, d. h. `die Überlieferung´ bzw. `das, an was man sich erinnert´; Dieses sind bestimmte Gesetzestexte, Regeln für den spirituellen Alltag wie auch für eine Gesellschaft

• Puranas, das sind mythologische Göttergeschichten deren Texte zu den klassischen heiligen Schriften der Smriti zählen. Diese beschreiben das Wirken eines persönlichen Gottes (Ishwara) auf Erden und die Liebe zu ihm (Bhakti). Sie setzen sich aus 18 Haupt-Puranas (Mahapurana) und 18 Neben-Puranas (Upapurana) zusammen.

• Ithihasas, das sind sogenannte Heldengeschichten bzw. Epen; Dieses sind die ältesten Dichttexte der Menschheit und vor allem auch die längsten und umfangreichsten. Die 3 wichtigsten Ithihasas sind: - Ramayana, die Geschichte von Rama - Mahabharata, die Geschichte des Königs Bharatas und seine Nachkommen – auch genannt `das große Epos Indiens´. Bharata war zum einen ein großer Meister, zum anderen aber auch der Namensgeber für Indien, dass nach den Indern ja früher Bharatavasa genannt, das Land des Bharatas. - Yoga Vasishtha, ein von zahlreichen Geschichten umrankter Dialog zwischen dem Weisen Vasishtha und seinem Schüler Rama über Advaita, den Zustand der Nicht-Dualität.

Das sind die 4 wichtigsten Schriften im klassischen Hinduismus und man würde sagen, alle, die die Autorität dieser Schriften irgendwie anerkennen, gehören zu dieser breiten, religiösen Strömung des Hinduismus.

4 klassische Schriften des ganzheitlichen Yoga: • Upanishaden Diese sind der letzte Teil der Veden, die aus 4 Teilen bestehen. In den Upanishaden sind die wichtigsten Vedanta-Grundsätze verankert. Dort sind auch die Mahavakyas, die an späterer Stelle noch beschrieben werden. Dort ist diese Lehre beschrieben: Atman, das Selbst, ist eins mit Brahman. Deine wahre Natur ist eins mit der Weltenseele. Das ganze Universum ist letztlich eine Offenbarung des Unendlichen und des Ewigen.

• Bhagavad Gita Diese ist Teil der Mahabharata und gehört zu den Ithihasas. Die Bhagavad Gita ist ein Zwiegespräch zwischen Krishna, dem Lehrer, und Arjuna, dem Schüler, worin Krishna dem Arjuna die spirituellen Grundlagen des Lebens erläutert. In der Bhagavad Gita steht auch sehr viel über Vedanta, auch sehr viel über Jnana Yoga, aber sie geht ganz besonders auf die Themen Karma und Bhakti Yoga ein.

• Yoga Sutra Dieses ist der sogenannte `Leitfaden des Yoga´. Yoga Sutra betrachtet insbesondere die menschliche Psyche und fragt: `Wie funktioniert der menschliche Geist? Wie bringt man ihn zur Ruhe? ´. Einige Verse im Yoga Sutra, gerade im 1 und 2 Drittel des 2. Kapitels, sind sehr stark Vedanta orientiert. Auch der große Vedantin Shankaracharya hat einen Kommentar zum Yoga Sutra geschrieben. Zumindest wird dessen Autorenschaft mit Shankaracharya beschrieben.

• Hatha Yoga Pradipika Wörtlich meint Pradipika `das Licht´ zum Hatha Yoga. Hier geht es um Hatha Yoga, Asanas, Pranayama, Tiefenentspannung, Mudras, Bandhas und auch Meditationstechniken. Auch die Hatha Yoga Pradipika empfiehlt das Studium der Vedanta Schriften. Auch und gerade um im Hatha Yoga Vollkommenheit zu erlangen und sagt auch: Durch Vollkommenheit im Hatha Yoga beherrscht man den Geist und dann ist man bereit die Vedanta-Lehren der Upanishaden zu erfahren.

Dieses sind die 4 Schriften des klassischen Yoga. Und nun kommt es zum sog. `Vedanta Traya´, auch als Prasthanatraya beschrieben.

3 Hauptschriften im Vedanta - Vedanta Traya Traya = die Dreiheit, die auch als Prasthanatraya bezeichnet wird. Vedanta = Ende des Wissens; die Philosophie der Einheit, die die Grundlage von Jnana Yoga ist. Jnana Yoga wiederum ist Grundlage des Wissens. Prasthana heißt wörtlich `das, was antreibt´ bzw. `der Aufbruch´ Prasthana soll sagen, dass was einem zum spirituellem Aufbruch bringt. Diese Dreiheit sind die Upanishaden, die Bhagavad Gita und als letztes gehört auch noch Brahma Sutra dazu.

Brahma Sutra ist der Leitfaden von Brahman, dem Absoluten. Brahma kann männlich oder auch weiblich sein. Brahma männlich ist der Schöpfergott sein. Brahma „Neutrum“ ist das Unendliche, das Ewige, das Absolute. Hiermit ist bei Brahma Sutra genannt: der Leitfaden, um Brahman zu verwirklichen, um Brahman zu erkennen, um Brahman zu verstehen.

Dieses sind die 3 wichtigen Vedanta-Schriften und alle ganz großen Vedanta-Meister haben Kommentare zu diesen 3 Schriften geschrieben. Es heißt, dass diese Schriften ewige Wahrheiten haben, dass diese 3 aber im jeden Zeitalter und in jeder Kultur wieder von neuem interpretiert werden müssen, damit man sie in der entsprechenden Kultur wieder versteht.

Die bekanntesten Kommentare zu diesen 3 Schriften sind von dem großen Meister Shankara geschrieben worden. Shankara wird auch Shankaracharya genannt, der Meister Shankara.

Shankara lebte irgendwann ca. 788 – 820 n.Chr. – manche sagen, er lebte noch ca. 100 Jahre früher. Er hat die 3 Bhajans geschrieben, die 3 Kommentare zu diesen drei Schriften. Damit hat er praktisch die Vedanta-Lehre sehr detailliert und sehr eloquent und sehr klar beschrieben. Wenn du im Vedanta wirklich tief gehen willst, dann ist es empfehlenswert, diese 3 Schriften zu lesen. Und wenn du es vom Vedanta-Gedanken her verstehen willst, solltest du diese auch mit dem Kommentar von Shankaracharya lesen.

Weitere Schriften des Vedanta

• Werke von Shankara: - Atma Bodha – die Erkenntnis des Selbst - Tattva Bodha – die Erkennt der Essenz aller Dinge Tattva = Elemente / aber meint auch das, was aus Tat, also aus dem Unendlichen, dem Ewigen kommt - Viveka Chudamani – das Kleinod der Unterscheidung zwischen dem Selbst und dem Nicht-Selbst, was du wirklich bist und was du nicht bist, zwischen Sat und Asat, dem Wirklichen und dem Unwirklichen. Die Unterscheidung zwischen Viveka, zwischen Nidya, dem Ewigen und Anidya, dem Vergänglichen. Sowie die Unterscheidung zwischen Ananda = wahrem Glück und Sukha = vorübergehendem Vergnügen. Viveka Chudamani ist ein besonders tiefgehendes Werk, was auch den ganzheitlichen Yoga mit Vedanta in Verbindung bringt. - Ananda Lahari - Aparoksha Anubhuti - Upadesha Sahashri - Atma-Anatma Viveka - Drik-Drishya Viveka - Sarva Vedanta - Siddhanta - Yoga Vasistha Sara - Sangraha - Shankaravijaya

Zu Atma Bodha gibt es eine Vortragsreihe, wo über jeden Vers ein einzelner Vortrag gegeben wird. Zu der Viveka Chudamani entsteht auch gerade eine Reihe, wo zu jedem der einzelnen Verse ein Kommentar erstellt wird (Fertigstellung ca. 2018). Auch Tattva Bodha ist sehr interessant und faszinierend.

Yoga Vasishtha Zusätzlich zu den Werken von Shankara, die im Vedanta von besonderer Wichtigkeit sind, gibt es noch das Yoga Vasishtha, die Lehre des großen Brahma Rishis namens Vasishtha. Dieser erzählt in diesem Werk seinem Schüler Rama, der auch Gottinkarnation ist, über die Grundlagen des spirituellen Lebens. Yoga Vasishtha ist vor allen Dingen angefüllt von allen möglichen Geschichten, denn Rama, der Königssohn, war kein Intellektueller sondern ein praktischer Mensch. Und so hat Vasishtha dem Rama viele Geschichten erzählt, so dass der Rama verstanden hat, wer er wirklich ist, was die Welt ist, was Gott ist. Yoga Vasishtha ist auch wie ein Einweihungswerk. Wenn du dieses Werk von Anfang bis Ende liest und darüber reflektierst, hast du nachher ein neues Verständnis von der Welt. Im Yoga Vidya Verlag haben wir die Yoga Vasishtha auch in einer wunderschönen, deutschen Übersetzung herausgegeben.

Avadhuta Gita Das nächste wichtige Werk ist die Avadhuta Gita. Dieses ist der Gesang des Avadhuta, der auch Dattatreya ist. Dattatreya gilt als Trimurti Avatara, d.h. die Inkarnation aller 3 Aspekte Gottes Brahma, Vishnu und Shiva. Dattatreya gilt auch als einer der Ur-Gurus. Es gibt ja viele Guru-Reihen in Indien. Die eine beginnt z.B. mit Narayana. Es gibt andere die beginnen mit Dattatreya und wieder andere beginnen mit Shiva. Die Avadhuta Gita hat viele Bedeutungen. Unter anderem heißt es `derjenige der Unbekleidet ist´, `derjenige der ohne Verhaftungen ist´. Dattatreya hat ein Leben vorgelebt vor jemanden, der gänzlich verhaftungslos ist. Und aus dieser gänzlichen Verhaftungslosigkeit heraus, kommt die Avadhuta Gita. Diese fragt und beschreibt: `Wie kann man erkennen wer wir wirklich sind? Wie kann man sich von allen Verhaftungen lösen? ´

Vedanta Sara Dieses ist eine weitere Schrift und meint wörtlich `die Essenz von Vedanta´. Sara heißt `die Essenz´;

Panchadashi Ein weiteres Werk. Panchadashi heißt `die Fünfzehnheit´. Dieses Werk besteht aus 15 Kapiteln über Vedanta und wurde von Vidyaranya geschrieben. Vidyaranya hat die Lebensgeschichte von Shankara beschrieben, die sogenannte `Shankaravijaya´, die Lebensgeschichte von Shankara.


Dieser Übersicht der Schriften kannst du entnehmen, dass Vedanta eine sehr lange Tradition ist. Sie beginnt mit den Upanishaden, den Texten aus vedischer Zeit, mehrere tausend Jahre alt. Die große Blütezeit um Shankara, der eine reichhaltige Literatur und Vedanta meisterhaft beschrieben hat. Shankara war nicht nur ein großer Philosoph, sondern auch ein gottverwirklichter, selbstverwirklichter Meister, ein Jivanmukta. Andere sagen auch, er war eine Inkarnation von Shiva. Und dann gibt es weitere Schriften, wie z.B. die Yoga Vasishta/ Avadhuta Gita, von denen wird zum einen behauptet, dass sie vor Shankara entstanden sind, zum anderen, dass sie nach Shankara entstanden sind. Sie beziehen sich jedenfalls auf Traditionen, die älter sind als Shankara und das Ganze nochmals Mythologisch beschreiben. Und dann gibt es noch die sehr systematischen Werke wie Vedanta Sara und Panchadasi, die Vedanta noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel beschreiben.

Hiermit hast du einen guten Überblick über die Vedanta-Tradition. Und so gilt es, dir bewusst zu machen, die 4 Schritte im Jnana Yoga im Vedanta - Shravana, hören - Manana, nachdenken, überlegen - Nididhyasana, meditieren - Anubhava, verwirklichen / wörtlich: das Entstehen des Gefühls des Einen mit der Einheit, denn Vedanta will dich zu der Einheit führen.

Siehe auch

Literatur

Seminare

Vedanta

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