Stress abbauen

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Stress abbauen - wie geht das? Wie kannst du inmmitten einer Welt voller Stress weniger Stress erfahren, Stress abbauen? In der Stresspsychologie wird unterschieden zwischen Eustress und Disstress, also positiv erlebten Herausforderungen (Eustress) und belastender Aufregung (Disstress). Erfahre, wie du Disstress in Eustress umwandeln kannst - und wie du durch Tiefenentspannung, Yoga und Meditation Stress abbauen kannst.

Ein positives Leben hilft beim Stress abbauen

Inhaltsverzeichnis

Stress abbauen durch Tiefenentspannung

Fast alle Tiefenentspannungen helfen Stress abzubauen

Die einfachste Weise, Stress abzubauen ist tägliche Tiefenentspannung. Indem du jeden Tag im Sitzen oder Liegen eine Tiefenentspannung übst, kann der Stress schnell abgebaut werden.

Bekannte Entspannungsverfahren sind zum Beispiel:

Stress abbauen - mach dir keinen Druck Video und Audio

Hier ein Videovortrag von und mit Sukadev Bretz zum Thema Stress abbauen - mach dir keinen Druck:

Dieser Vortrag ist ein Auszug aus dem 6. Kursvideo Entspannungskurses für Anfänger - Entspannung lernen in 8 Wochen.

Audiovortrag zum Thema Stress abbauen - mach dir keinen Druck

Hier die Tonspur des oberen Vortrags:

Mach dir keinen Druck - dann kannst du gut Stress abbauen. Es gilt, die Herausforderungen des Lebens zu meistern, ohne sich durch innere Antreiber zu sehr unter Druck setzen zu lassen. Sukadev hält einen längeren Vortrag darüber, wie du Stress abbauen kannst, Druck vermeiden kannst. Ein wichtiges Video, gerade in den modernen stressigen Zeiten.

Video Anleitung zum Stressabbau durch Tiefenentspannung

Hier einige Möglichkeiten des Stressabbaus durch Tiefenentspannung - als Video Anleitungen:

Autogenes Training, der "Klassiker", um Stress abzubauen:

Progessive Muskelentspannung - diese Weise Stress abzubauen funktioniert für jeden:


Bodyscan als Achtsamkeitstechnik für Stressabbau:

Fantasiereise als spielerische Form des Stressabbaus:

Klassische Yoga Entspannung, auch kombinierte Yogaentspannung genannt, die vielleicht effektivste Tiefenentspannung:



Weitere Praktiken, um Stress abzubauen

Meditation hilft um beim Stressabbau

Stress abbauen - dafür gibt es eine Reihe von weiteren Methoden. Durch Anklicken des betreffende Stichworts bekommst du mehr Informationen darüber:

Stress abbauen - durch Positives Denken und positive Lebenseinstellung

Niederschrift eines Videovortrags von und mit Sukadev Bretz:

Wie kannst du Stress abbauen? Wie kannst du inmitten einer stressigen Welt entspannen, Freude empfinden? Hier bekommst du eine Menge von Tipps, wie du Stress abbauen kannst.

Stress abbauen mit positiver Lebenseinstellung

Eine positive Lebenseinstellung hilft beim Stress abbauen

Stress hat Einfluss auf die Psyche und die Psyche hat Einfluss darauf, wie schnell eine äußere Situation als unangenehmer Stress erlebt wird. Es gibt vier Faktoren, welche die Resilienz, die Stressresistenz, erhöhen können. Diese Faktoren können dazu beitragen, dass du nicht so schnell in ein Gefühl der Hilflosigkeit, der Angst, der Frustration, der Energielosigkeit gerätst, wenn außergewöhnliche Herausforderungen kommen oder einfach der Stress des Alltags nicht endet oder immer mehr wird.

Diese 4 positiven Faktoren sind

  1. Involvement / Engagement
  2. Control / Selbstverantwortung
  3. Meaning / Sinn
  4. Love / Liebe

Involvement / Engagement

Vielleicht hast du dich mit diesem Thema bereits auseinandergesetzt und schon einiges getan im Sinne von Involvement – im Sinne von Engagement, deinen Geist immer wieder in die Gegenwart gebracht und das getan, was „jetzt“ in genau diesem Augenblick anliegt. Du solltest dich immer wieder daran erinnern, wenn du im Hier und Jetzt bist, dann ist Freude und dann fließt auch die Energie.

Control / Selbstverantwortung

Vielleicht hast du auch schon das Eine oder Andere ausprobiert, was du selbst ändern kannst im Sinne von Selbstverantwortung/Selbstwirksamkeit. Wir sind in einer Gesellschaft, wo man doch einiges selbst ändern kann. Du bist typischer Weise Situationen nicht hilflos ausgeliefert. Es ist immer wieder gut, zu überlegen „Was kann ich ändern?“.

Meaning / Sinn

Liebe zu der Familie und dem Leben selbst baut Stress ab

Sinn ist der 3. Faktor. Vom Yogastandpunkt aus ist der Sinn aller Ereignisse, dass wir wachsen, das wir daran lernen, dass wir uns immer wieder selbst entwickeln und dass alle Herausforderungen helfen, dass wir uns entwickeln. Und so gibt es viele Möglichkeiten einen Sinn zu sehen. Wir sind dafür da, uns zu entwickeln und Gutes zu bewirken. Aus yogischer Sicht würden wir sagen, wir sind dafür da, um eine höhere, göttliche Wirklichkeit zu erfahren bzw. zu spüren und uns darauf auszurichten. Und je mehr du fühlst, dass hinter allem eine göttliche Wirklichkeit ist, umso mehr kannst du den Tag mit Sinn füllen. Da dieses aber ein Tiefenentspannungskurs ist und kein spiritueller Kurs - die ich ja auch gebe, will ich diese Wiederholung relativ kurz halten.

Love / Liebe

Liebe ist der 4. Aspekt, der einem hilft, auch mit außergewöhnlichen Herausforderungen besser zurechtzukommen, ist Liebe. Wenn du eine grundlegende liebevolle Einstellung zu dir selbst hast, zu deinen Mitmenschen, zum Schicksal und doch wieder einer höheren Wirklichkeit, auch dann kannst du vertrauensvoller und gelassener mit allem umgehen, was geschieht. Und gute Kontakte mit deinen Mitmenschen helfen auch, dass du jemanden hast, dem du dein Herz ausschütten kannst. Denn geteiltes Leid ist halbes Leid.

Wenn du dich noch nicht damit beschäftigt hast, dann versuche, dich zumindest auf einem dieser Gebiete das Eine oder Andere umzusetzen.

Stress abbauen - vermeide negatives Denken

Wenn du es bereits getan hast, dann bist du vielleicht auch auf ein paar Faktoren gestoßen, die es etwas schwieriger machen, positiv zu sein. Da gibt es drei verschiedene Faktoren, die es wieder schwieriger machen im Alltag entspannter bzw. positiver zu sein.

Der innere Antreiber kann stark sein. Um Stress abzubauen, muss er stumm werden

Diese 3 Faktoren sind:

  1. Innere Antreiber
  2. Schwarzmalerei
  3. Hohes Anspruchsniveau

Innere Antreiber

Um Stress abzubauen, spielen Innere Antreiber eine ganz große Rolle. Über die sogenannten Antreiber gibt es eine große Theorie, aber dieses ist keine psychologische Abhandlung und ich möchte es hier praktisch halten. Es gibt innere Antreiber, die dir sagen „Du musst perfekt sein!“. Das ist der Perfektionsantreiber. Es gibt den Antreiber, der dir sagt „Alle müssen dich mögen!“. Dieses ist der Beliebtheitsantreiber. Dann gibt es weitere Antreiber, die sagen „Ich muss schnell sein!“, der Schnelligkeitsantreiber und „Ich muss stark sein!“, der Stärkeantreiber. Du kannst selbst überlegen, wie häufig sagst zu dir selbst „Mach´ es richtig! Es ist nicht ausreichend gut! Das kannst du besser!“. Das ist auch ein Antreiber, der dich stressen kann.

Ein Aspekt ist auch, wie stark du dir Kritik zum Herzen nimmst, wenn dir z.B. jemand etwas sagt, was er nicht gut findet. Wie sehr berührt dich das? Wenn du sehr stark auf Kritik reagierst, dann hast du wahrscheinlich den Antreiber, „Alle müssen mich mögen!“. Oder, wie häufig sagst du dir selbst „Das muss ich schnell machen! Ich bin nicht schnell genug!“ Oder, wie häufig hast du Angst davor, Schwäche zu zeigen? Wie häufig kaschierst du vielleicht deine eigenen Schwächen? Das sind alles Faktoren, die dich irgendwo in den Stress hineinbringen können.

Schwarzmalerei überwinden - Stress abbauen

Oft stecken auch Angst und Schwarzmalerei hinter den inneren Antreibern

Ein 2. Stressfaktor ist Schwarzmalerei. Wenn du Stress abbauen willst, gilt es Schwarzmalerei zu erkennen und zu vermeiden. Schwarzmalerei erkennen: Wie häufig malst du dir aus, dass alles schief geht? Wie häufig denkst du in Katastrophenszenarien, wenn der Chef z.B. sagt „Was Sie gestern gemacht haben, das war nicht so gut.“? Wie schnell denkst du dann gleich, dass du die Kündigung bekommen wirst, oder dass du vielleicht die Miete nicht bezahlen kannst? Oder wenn dein Partner nicht früh genug zu einem vereinbarten Termin oder einem gemeinsamen Date kommt, wie schnell denkst du, dass er dich gleich verlassen wird, oder dass er dich betrogen hat. Wie schnell denkst du gleich in Katastrophenszenarien? Manche Menschen nutzen auch häufig diese Generalisierungen, wie `alle, immer, keiner, nie´ oder Sätze wie „Keiner mag mich!“, „Alles geht immer schief!“, „Ich bin ein Versager!“. Das ist diese Schwarzmalerei.

Hohes Anspruchsniveau senken - Stress abbauen

Der 3. Stressfaktor ist das zu hohe Anspruchsniveau, das nie zufrieden ist mit dem, was gerade ist und eng mit den inneren Antreibern zusammenhängt. Um Stress abzubauen ist es hilfreich, immer wieder dein eigenes Anspruchsniveau zu überdenken. Wenn du magst, kannst du dir einen Moment lang überlegen, wie sehr du diese Faktoren in dir hast. Das sind alles Faktoren, die äußeren Stress um ein Vielfaches stärker erfahrbar machen.

Stress abbauen - Geschickter Umgang mit inneren Antreibern

Identifiziere die inneren Antreiber

Achtsamkeit sorgt dafür die Antreiber im Alltag nicht mehr so ernst zu nehmen

Also überlege noch einmal: Hast du den inneren Antreiber „Ich muss perfekt sein!“ – Perfektionismus. Und verspürst du Stress, wenn die zur Verfügung stehende Zeit nicht ausreicht, die Sache richtig gut zu machen? Wie reagierst du auf Kritik? Bist du dort sehr schnell dabei zu denken, dass der andere dich nicht mag? Oder wie häufig erwischt du dich dabei, dass du dich antreibst, schnell sein zu wollen? Und wie sehr versuchst du ein starkes Bild von dir zu vermitteln und wie sehr hast du Angst, deine Schwächen zu zeigen? Das wären die inneren Antreiber. Wie könntest du mit diesen inneren Antreibern umgehen?

Beispiele für den Umgang mit den Antreibern

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, hier einige Beispiele:

  1. Gegenargumentieren – intellektuelle Auseinandersetzung
  2. Achtsamkeit – Antreiber im Alltag nicht weiter zu beachten
  3. Übertreibung – Paradoxe Intervention
  4. Lösung von der Identifikation
  5. Äußere Ruhe – innere Ruhe / in die Tiefe gehen

Diese Beispiele sollen dir den Umgang zu diesen verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen

Stress abbauen durch intellektuelles Überdenken

Manchmal hilt auch das Gegenargumentieren, also die intellektuelle Klärung, um Stress abbauen zu können.

Perfektionismus und Stress führen nicht zwangsläufig zu Qualität

Perfektionismus fördert nicht immer Qualität

Wenn du merkst, dass du denkst „Ich muss perfekt sein!“, oder dass dir ein Ergebnis nicht ausreicht, oder du denkst „Das kannst du besser!“, dann könntest du z.B. sagen „Das reicht aus!“. Du kannst dir auch bewusst machen, dass in 80% der Fälle, für Aufgaben eine Qualität von 80% ausreicht. Das braucht nur 20 % des Aufwands. Ich selbst nehme ja zum Beispiel viele Videos auf und so könnte man auch versuchen, diese alle perfekt zu machen, für jedes ein Skript zu schreiben, für jedes Video spezielle Grafiken zu machen, zusammenzuschneiden, usw.

Letztlich das, was jetzt für diesen Entspannungskurs auch alles geschieht. Das wollen wir perfekt machen. Aber, ich mache auch viele tausend weitere Videos. Wenn ich mit dem gleichen Perfektionsanspruch darangehen würde, würde es nie fertig werden. Also, in 80% der Fälle reicht 80% Qualität aus und braucht nur 20% der Zeit. Das kannst du dir öfters sagen und du kannst öfters überlegen, ob bei dem, was da jetzt zu tun ist, jetzt 80% Perfektion ausreicht? Gerade wenn du ein Perfektionsmensch bist, kannst du dir selbst auch definieren, was ist 80% Perfektion, die ausreicht. Dann hast du immer noch deine Perfektion, aber eben 80% Perfektion. Und es braucht eben typischer Weise eben nur 20% der Zeit, anstatt 100%.

Man kann nicht von allen gemocht werden

Wenn Du viel Gutes tust, wirst Du immer auch Kritiker haben

Ein weiteres Beispiel für den Umgang mit den inneren Antreibern, wenn dich zum Beispiel alle mögen sollen. In diesem Fall kannst du dir bewusst machen, dass es keinen gibt, der von allen gemocht wird. Selbst eine Mutter Theresa hatte einige Gegner, selbst Martin Luther King oder Mahatma Gandhi hatten große Gegner. Also selbst die Menschen, die ihr ganzes Leben nur für das Gute einsetzen, die haben Kritiker. Man kann sogar sagen: je mehr du dich zum Wohl von anderen einsetzt, umso mehr wird es auch Menschen geben, die das, was du tust, kritisieren. Du könntest auch sagen, je mehr Menschen du hast, die dich kritisieren, um so ein besseres Zeichen. Warum? Du tust viel.

Aber, angenommen, du hast den Eindruck, dass dich jeder kritisiert und alle hacken auf dir rum, dann wäre es vielleicht eine Überlegung wert, ob du vielleicht doch lernen könntest, mit anderen etwas anders zu kommunizieren. Aber im Normalfall wird die Mehrheit der Menschen, wenn du Gutes bewirken willst, in der Mehrheit der Zeit das gut finden, was du tust.

Kein Mensch muss immer stark sein

Auch auf den Treiber „Ich muss stark sein!“ will ich mit folgendem Gedanken noch eingehen. Es gibt die Aussage: Du wirst geachtet für deine Stärken, du wirst geliebt für deine Schwächen.

Wenn du willst, dass andere Menschen dich lieben, dann zeige ihnen ruhig auch mal deine Schwächen. Das wäre jetzt die intellektuelle Auseinandersetzung, aber das reicht natürlich auch nicht aus. Du musst es auch bewusst umsetzen. Angenommen, du hast den Perfektionsantreiber in Dir, dann überlege öfters mal, welche Handlung du mal unvollkommen machst.

Unordnung kann befreiend wirken

Unordnung kann sehr befreiend wirken, wenn man sie zulassen kann

Angenommen, du räumst immer alles sehr ordentlich auf, dann überlege mal, wie du einfach weniger ordentlich deinen Wäscheschrank aufräumen kannst oder anderes. Oder auch einfach mal im Büro 1-2 Tage Unordnung liegen lassen – dich befreien vom Perfektionsanspruch. Überlege doch zum Beispiel mal, ob es in der kommenden Woche irgendwelche Dinge gibt, die du vielleicht etwas unvollkommener machen kannst. Das gibt Freiheit!

Das heißt nicht, dass du dann nie etwas vollkommen machen musst, denn es hat ja auch etwas Schönes, etwas zu machen, wo du am Ende sagst „Das war richtig gut!“. Und gerade damit du das Eine oder Andere machen kannst, wo du am Ende diese tiefe Zufriedenheit hast „Das war richtig gut!“, ist es dann auch hilfreich, dass du in 80% der Fälle es mit 80% der Güte machst. Dann hast du 20% der Fälle, wo du es mit 100% der Güte machst. Und so lassen sich 80% der Fälle relativ zügig erledigen und nach 20 % der Fälle hast du das Gefühl „Das war richtig gut!“. Vielleicht fallen dir hierzu einige Dinge ein, wo du es einmal in die Praxis umsetzen kannst.

Niemand muss immer stark sein

Auch zu dem Antreiber „Ich muss stark sein!“, könntest du auch gern ab zu mal bewusst zugeben „Ja, das habe ich falsch gemacht.“. Man könnte sogar sagen, die Schwierigkeit, mit Kritik umzugehen, ist meisten eine Verbindung des „Ich muss stark sein!“ und „Alle müssen mich lieben!“-Antreiber. Und vielleicht mischt sich hier sogar noch der Perfektionsantreiber „Ich muss perfekt sein!“ mit hinein. Wenn dich also jemand kritisiert und du dich direkt verteidigen willst und sagst „Nein, das war ganz anders.“, dann atme einfach 2-3 Mal tief ein und aus und sage erstmal nichts. Rechtfertige dich nicht. Übe es mal eine Woche lang, dich nicht zu rechtfertigen, wenn jemand etwas sagt, was du als Kritik auffasst. Und danach sage höchstens 2 Dinge:

  • Das Eine ist: „Danke!“
  • Und wenn du das Gefühl hast, du hast tatsächlich einen Fehler gemacht hast, dann sage nur: „Danke, dass du es mir gesagt hast, ich bitte um Entschuldigung!“ – mehr nicht.

Keine Rechtfertigung, kein Schimpfen, kein Nichts. Du wirst erstaunt sein, die Welt wird nicht untergehen! Der andere wird ganz im Gegenteil freundlicher mit dir umgehen. Also, eine Möglichkeit mit Kritik umzugehen wäre, einfach nur „Danke!“ oder „Ich bitte um Entschuldigung!“ zu sagen. Oder je nach dem, wenn du das Gefühl hast, du hast was falsch gemacht, dann gib es zu, bitte um Entschuldigung.

Ein Danke und eine Entschuldigung wirken noch Wunder

Wenn du das Gefühl hast, du hast nichts falsch gemacht, dann sage einfach: „Danke für die Rückmeldung!“. Du musst dich nicht rechtfertigen, du musst auch nichts ändern. Und ab und zu kannst du auch deinen Fehler einfach mal zugeben. Das wäre eine 3. Technik.

Also, anstatt einen Fehler zu kaschieren, wenn du einen Fehler gemacht hast, sage einfach: „Gestern habe ich das und das nicht gemacht. Jetzt hatte ich es versprochen, aber es hat nicht geklappt. Es tut mir leid, dass du jetzt in Schwierigkeiten bist. Ich bitte um Entschuldigung!“. Und du wirst feststellen, wenn du selbst keine Ausreden bringst, sondern um Entschuldigung bittest, dann wird der andere sagen: „Ja, es ist ja jetzt nicht so schlimm und irgendwie geht es schon!“. Das ist eine Möglichkeit mit den Antreibern umzugehen.

Stress abbauen durch Achtsamkeit in der Gegenwart

ist eine zweite Möglichkeit, mit Antreibern umzugehen, ist die Achtsamkeit in der Gegenwart – Involvement. Du hörst die inneren Antreiber. Eventuell sagst du ihnen „Danke, dass du mir das sagst!“ und konzentrierst dich auf das Hier und Jetzt.

Paradoxe Intervention - eine kreative Weise, Stress abzubauen

Dieses ist eine weitere, interessante Möglichkeit im Umgang mit den Antreibern, um Stress abzubauen. Du übertreibst es einfach, und das führt dann zum Humor. Zum Beispiel hast du Angst davor, etwas nicht hinzukriegen. Und du denkst, der Chef wird mit dir schimpfen, wenn du es nicht hinbekommst. Und wenn der Chef mit dir schimpft, wer weiß, vielleicht bekommst du anschließend die Kündigung.

Wenn es schief geht, kannst Du in einem Ashram gehen

Du könntest dir in diesem Fall einfach mal alles in allen schlechtesten oder den ungünstigsten Details ausmalen – das sogenannte `Worst Case Szenario´. „Wenn es schief geht, dann wird der Chef mich zu sich rufen und dann wird er mir kündigen, und dann werde ich den Job verlieren, und dann kann ich die Miete nicht mehr bezahlen, und dann werde ich auf der Straße sein.“ Danach kannst du dann zum Beispiel überlegen: „Dann werde ich mehr Yoga machen können, dann werde ich einfacher leben, dann gehe ich in einen Ashram oder was auch immer.“

Du kannst dir das Worst Case Szenario ausmalen und dann wird es besser, oder du kannst einfach die Schwarzmalerei soweit übertreiben, dass du anfängst zu lachen. Also, Schwarzmalerei zu Ende denken oder auch im Sinne der Schwarzmalerei soweit übertreiben, dass du anfangen kannst zu lachen.

Mache dir hierzu gern noch eigene Gedanken. Auch auf unserer Internetseite Paradoxe Intervention findest du detailliertere Beschreibungen.

Nutzbarmachen der negativen Stressfaktoren – Lösen von der Identifikation

ist eine weitere Technik, mit den inneren Antreibern, der Schwarzmalerei und dem hohen Anspruchsniveaus umzugehen. Du kannst Stress abbauen, indem du die negativen Stressfaktoren positiv nutzbar machst. Also, wenn du irgendwo in dir hörst „Das muss ich besser machen!“ oder „Das reicht nicht aus!“, „Da muss ich noch mehr können!“, dann kannst du dich da unter Druck gesetzt fühlen, was dann natürlich zu Stress führt. Oder du könntest dir bewusst machen „Ja, da ist ein Anteil in mir, der ist ein Antreiber. Da ist jemand in mir, der will, dass ich mehr kann!“ und „Es ist gut, dass der da ist. Nicht ich muss besser sein, nicht ich muss mich mehr anstrengen, sondern es gibt es einen Anteil in mir, der mich zu mehr antreiben will.“ Und dann kannst du dir sagen: „Es ist toll, dass da jemand ist, der mich antreibt!“.

Lass alle Anstrengungen los und erlaube Dir Zufriedenheit zu spüren

Und dann kannst du sagen: „Es gibt einen anderen Anteil in mir.“. Du kannst ihn den inneren Erlauber nennen oder die Gemütlichkeit, der Kümmerer, der Zufriedenheitsmensch bzw. den inneren Schweinehund, der übrigens auch wichtig in Hinsicht auf die Gemütlichkeit. Da kannst du sagen „Auf der einen Seite gibt es den Perfektionisten und zum anderen gibt es die Gemütlichkeit in mir und als nächstes gibt es noch den inneren Erlauber in mir.“ Und in dem Moment, wo du diese verschiedenen Anteile in dir hast (dir über die verschiedenen Anteile bewusst bist), dort bist du nicht mehr hilflos ausgeliefert. Nicht die innere Stimme, die sagt „Ich muss perfekt sein!“, sondern sage dir: „Da ist eine Stimme, die sagt, ich müsste es besser machen.“ Und es gibt eine andere Stimme, die sagt: „Nimm´ dir Zeit!“ bzw. eine andere Stimme, die dir sagt: „Gut genug ist gut genug.“

Beziehe alle Deine Anteile ein um Stress abbauen zu können

Statt mit dir zu kämpfen „Ich bin innerlich zerrissen“, - was ja auch manche Menschen sagen, „Ich muss mich jetzt um mich selbst kümmern und ich muss das jetzt schnell erledigen und ich brauche Zeit… Und wenn ich das nicht erledigt bekomme, dann kriege ich Ärger, und wenn ich mir keine Zeit nehme, dann werde ich krank…“ Tritt einen Moment zurück und sage: „Es gibt einen Anteil, der will, dass ich mich mehr anstrenge. Es gibt den anderen Anteil, der will, dass ich mich ausruhe. Es gibt den nächsten Anteil, der sagt, dass es schon ausreicht. Und es ist toll, dass ich so viele innere Anteile habe!“ Nachdem du dir das bewusst gemacht hast, kannst du nun ganz in Ruhe überlegen, was ist jetzt in dieser Situation angemessen. Überlege, ob dir das hilft.

Äußere Ruhe – innere Ruhe / in die Tiefe gehen

Eine letzte Technik für den Stressabbau wäre, immer wieder in die Tiefe von dir zu gehen und dort Ruhe und Gelassenheit zu spüren. Wenn Du zum Beispiel durch den 8-wöchigen Entspannungskurs schon Entspannungstechniken gemacht hast, hast du hoffentlich immer wieder gelernt, in dir ist ein Raum, der immer ruhig ist. Egal was äußerlich ist, sobald du äußerlich entspannst, kommt eine tiefe Ruhe. Und diese innere Ruhe ist auch immer da, selbst wenn du sie nicht wahrnimmst.

Dieses ist vielleicht die machtvollste Technik von allen hier genannten. Wenn du dich das nächste Mal getrieben fühlst, dann kannst du sagen „In mir ist eine innere Unruhe, die will ganz schnell machen. Die meint, ich muss alles ganz flott machen. Und es gut, dass dort jemand ist, der das so meint. Und es gut, dass es schnell erledigt werden soll. Und in der Tiefe meines Wesens bin ich jetzt in diesem Moment Ruhe und Stille, und tief in mir ist Freude. Auf der Oberfläche meines Bewusstseins ist jetzt Gehetztheit und jetzt muss ich sofort alles Mögliche machen. Und das ist ja auch gut, denn so bin ich immer wieder aktiv. Und tief im Inneren bin ich jetzt und in diesem Moment Ruhe, Stille und Kraft. An der Oberfläche meines Bewusstseins ist Gehetztheit und irgendwo auch Energielosigkeit und irgendwo das Gefühl, alles könnte zusammenbrechen. Und es ist ja auch verständlich, denn es ist viel zu tun. Und ich weiß dennoch: in der tiefe meines Wesens ist alle Energie, alle Ruhe, alle Freude, alle Kraft, die ich brauche.“

Du kannst das ausprobieren

Du brauchst nicht gegen das negative Denken zu kämpfen, du brauchst dich nicht beschimpfen, weil du negativ denkst, du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, dass du negativ denkst. Es gibt vielleicht gar nicht ein negatives Denken. Es gibt nur unterschiedliches denken. Selbst Schwarzmalerei hat ja auch ihren Sinn, nämlich dich auf Dinge vorzubereiten, die schief gehen können.

Mit dieser letzten Technik kannst du in 2 unterschiedlichen Tonlagen zu dir selbst sprechen. In der etwas höheren und etwas schnelleren Tonlage sprichst du über das, was jetzt gerade ist und es gibt gute Gründe, dass du es jetzt auf der Oberfläche des Bewusstseins so empfindest. Und in einer ruhigeren und tieferen Tonlage wirst du dir bewusst: „Jetzt und in diesem Moment ist in mir Ruhe, bin ich Ruhe, ist alle Kraft in mir und ich kann jederzeit auch Freude spüren.“ Probiere es aus und vielleicht schreibst Du zu diesem Thema auf unserer Internetseite einen Kommentar ober über Facebook oder schicke einfach eine E-Mail, welche dieser Techniken für dich am besten wirken: Gegenargumentieren und üben, weniger perfekt zu sein bzw. mit Kritik besser umzugehen, paradoxe Intervention oder eben auch, diese inneren Anteile wertschätzen oder dir bewusst machen „Was auch immer geschieht: in der Tiefe meines Wesens, bin ich Sein, Wissen und Glückseligkeit.“.

Stress abbauen im Alltag

Hier nochmals ein paar Tipps, wie du Stress abbauen kannst im Alltag:

Überlege, wo du vielleicht im Alltag innere Antreiber hast, die dich irgendwo stressen, wie sehr du zur Schwarzmalerei neigst, wie sehr du ein sehr hohes Anspruchsniveau hast. Und dann überlege, wie gehst du damit um?

Im Tiefschlaf kannst Du Stress abbauen

Rational gegenargumentieren? Dich systematisch darin trainieren, es auch mal anderes zu machen, um Alternativen zu sehen? Also, dir bewusst vornehmen manches unvollkommen zu machen. Bei Kritik „Danke“ und „Ich bitte um Entschuldigung zu sagen!“? Bewusst auch mal den einen oder anderen Fehler zu machen, um zu schauen, welche Konsequenz das hat? Das wäre auch eine weitere Möglichkeit. Die nächste Möglichkeit ist, das, was dich antreibt, als wichtig wertzuschätzen, diesen Anteil in dir anzunehmen und bewusst zu machen. Dich nicht mehr beherrschen zu lassen „Du musst das jetzt schnell machen!“, sondern dir sagen „Da gibt es einen Anteil in mir, der mir helfen will, das schnell zu machen.“ Und es gibt einen anderen Anteil, der sagt „Probiere es mal mit Gemütlichkeit!“ Und „Es gibt einen nächsten Anteil in mir, der versucht zu vermitteln.“ Und dann hast du wieder Freiheit.

Die nächste Technik wäre, das, was an der Oberfläche deines Geistes ist, wertzuschätzen, anzuerkennen und dir bewusst sein: jederzeit ist in dir ein ruhender Ort, wo Freude ist, Gelassenheit und alle Kraft. Und was auch immer sonst passiert an Unruhe und was auch immer sonst im Leben dich so alles antreibt – und es ist ja auch schön und gut, dass du vieles perfekt machen kannst und es ist ja auch öfters nachvollziehbar, dass du verzweifelt bist – und das ist ja auch gut und zeigt ja auch, dass du Verantwortungsbewusstsein hast – und tief im Inneren, in jedem Moment ist Freude, ist alle Kraft die du brauchst, ist dieser ruhige Ort zu dem du jeden Tag hinkommen kannst; vielleicht mal kurz zwischendurch oder jeden Tag in der Tiefenentspannung und Meditation.

Und selbst, wenn du nicht jeden Tag Yoga übst, kommst du trotzdem auf unterbewusste Weise dahin – nämlich im Tiefschlaf. Im Tiefschlaf bist du auch in diesem inneren Ruhepol und deshalb kannst du dich auch nachts immer regenerieren. Und spätestens wenn du einschläfst mit einer Tiefenentspannung gelingt es dir leichter, dich im Schlaf gut zu regenerieren.

Das waren einige Überlegungen zum Thema „Umgang mit scheinbar negativen Gedanken“.

Siehe auch

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Zusammenfassung

Wie kannst du Stress abbauen leben? Insbesondere: Wie kannst du inmitten der Aufregungen des modernen Lebens eine gewisse Gelassenheit bewahren? Was kann der Mensch im Alltag ändern, um Stress abzubauen. Wie gehe ich mit dem Innere Antreiber und mit Schwarzmalerei um? Wie geht man mit Kritik um und baut dabei Stress ab? Darüber spricht Sukadev Bretz in diesem Vortrag. Er spricht auch über die Wirkung von Entspannung und warum es wichtig ist, regelmäßig Tiefenentspannung und Meditation zu üben.